Samstag, 12. Februar 2022

Blitzlicht: Auf dem Weg zur Routine

Hallo ihr da draußen. 

Man mag es angesichts der mageren Blogbeiträge-Frequenz hier kaum glauben, aber mich gibt es noch. In den letzten Wochen war alles etwas viel, chaotisch, ungewiss und neu. Ja doch, diese Worte treffen es irgendwie ziemlich gut. Der Blog ist dabei total zu kurz gekommen, aber nicht nur der. Auch jede Form von Entspannung, Lesen oder auch einfach nur mal die Seele baumeln lassen. Kopf mit tausend Dingen voll, to do´s und wo sind eigentlich alle möglichen Unterlagen hingekommen, die man irgendwann mal bekommen hat?! Meine Leserate neigte sich schon gen Null, aber heute! Heute habe ich endlich mal wieder richtig nach einem Buch greifen und mich eine Weile darin vertiefen können. Gut, dass mich diese Woche der dritte Teil der "A History of Us"-Reihe von Jen DeLuca erreichte, denn den habe ich mir heute, an meinem freien Samstag direkt geschnappt. Kennt ihr die Reihe? Die ersten beide Bände habe ich schnell weggelesen und danach auch direkt eine Meinung dazu im Kopf, aber wie mir das ja leider öfter mal so geht, hat es diese Meinung dann in getippter Form aus Zeit- oder Motivationsmangel nicht auf diesen Blog hier geschafft. Schade. Vielleicht schreibe ich am Ende der Trilogie dann einfach einen Leseeindruck über die ganze Reihe.


Tja, aber woran lag´s? Wie ich schon erwähnt habe, habe ich im Februar einen neuen Job angefangen. Für mich war das eine ziemliche Umstellung - ist es noch -, denn in den Monaten davor hatte ich sowas wie einen festen "9 to 5 Job" nicht mehr, aber aus freiwilligen Gründen nicht mehr. Im Rahmen meiner Psychotherapie-Weiterbildung habe ich ambulant Patienten behandelt, habe mich eine zeitlang ausschließlich darauf konzentriert, und das eben nach eigener Zeiteinteilung. Nun wurde es aber mal Zeit für Veränderung und etwas Neues, daher habe ich nun doch wieder einen "richtigen" Job mit Anstellung und allem, was dazu gehört. Mein Konto wird es am Ende des Monats definitiv freuen, aber ich habe an der Umstellung mit allen Vor- und Nachteilen aktuell noch etwas zu knabbern, weil es auch Auswirkungen auf andere Lebensbereiche hat. Fürs erste habe ich aber gut reingefunden und fühle mich in manchen Stunden schon, als hätte ich nie was anderes getan ;)

Vor allem hat es den Vorteil, dass ich nun guten Gewissens doch auch wieder Zeit für anderes haben kann. Und mich auch wirklich wieder einem Buch widmen kann, ohne gedanklich eigentlich bei ganz anderen Dingen zu sein (und sein zu müssen). Entsprechend habe ich in den letzten Tagen auch gleich etwas über die Stränge geschlagen und habe Bücher bestellt und gekauft, Bücher über Bücher. Irgendwie beruhigt und entspannt und freut mich das letztlich immer am meisten. Hat so einen Belohnungscharakter, und belohnen konnte ich mich in den letzten Tagen ja nun wirklich für alles Mögliche (gibt ja viel, was bei einem neuen Job so anfällt: 1. Tag geschafft, 1. Woche geschafft, 1. Bewährungsprobe geschafft usw. :D ). Nee, Quatsch, so Belohnungssüchtig bin ich nun auch wieder nicht. Aber es sind schon einige Bücher geworden, die da neu bei mir eingezogen sind oder es in den nächsten Tagen noch tun werden. Ich hoffe, ich denke daran und zeige sie mal alle. Wenn ich irgendwann auch gefühlt wieder mehr Ruhe habe, dann möchte ich auch unbedingt mal wieder Rezensionen oder Leseeindrücke schreiben, schließlich geht´s hier ja darum. Bis dahin vertiefe ich mich aber erstmal wieder in "A History of us - Nur drei kleine Worte" und genieße es :)



Mittwoch, 26. Januar 2022

"Morgen schreib ich dir ein Happy End" - Tash Skilton

 Knaur Verlag, 2021

14,90 Euro


HIER geht´s zur Verlagsseite



Worum  geht´s?

Miles ist nicht nur im Herzen, sondern auch im wahren Leben gebürtiger New Yorker und ein waschechter Romantiker. Zoey hingegen liebt den entspannten Westcoast-Lifestyle ihrer alten Heimat, ist komplett gegen ihren Willen in New York gelandet und glaubt nicht an die Liebe.
Als sich Miles und Zoey das erste Mal in einem kleinen New Yorker Café begegnen, können sie sich daher auf den Tod nicht ausstehen. Eines haben sie allerdings gemeinsam: Sie sind beide Dating-Experten für hoffnungsvolle Singles und wurden bei ihrem nächsten Auftrag auf dasselbe Pärchen angesetzt. Ohne zu wissen, wer der andere ist, treffen sich Miles und Zoey online. Und plötzlich lernen sie äußerst attraktive Seiten aneinander kennen ... Aber ob diese auch im echten Leben Bestand haben?


Meine Meinung:

Ich liebe den Film "Email für dich", ganz ehrlich. Ich mag die Story, ich mag die Darsteller in dieser Konstellation, die Atmosphäre, ich mag die Grundidee dahinter: zwei Personen schreiben sich zunehmend verliebt unbekannterweise Nachrichten, finden sich im echten Leben aus Gründen aber eher ziemlich unausstehlich. Als ich die Inhaltsangabe zu "Morgen schreib ich dir ein Happy End" las, erinnerte mich das direkt an den Inhalt von "Email für dich" und meine Neugier war geweckt. Würde sich hier vielleicht eine ebenso charmante und niedliche Story verbergen?

Nun, nein. Den Zahn kann und muss ich gleich mal zu Beginn jedem ziehen, der vielleicht ebenso darauf gehofft hat. Die Story von Miles und Zoey ist anders und längst nicht so nett. Ich glaube, das größte Problem, das "Morgen schreib ich dir ein Happy End" hat, ist, dass hier einfach alles unfassbar oberflächlich ist. Oder vielleicht auch nur unfassbar oberflächlich für mich, keine Ahnung. Aber sowohl die Figuren Miles und Zoey sind so ohne Tiefen und Charakter, wie auch ihr Job und Leben - und das, was ihnen passiert. Vielleicht ist es eher eine Grundsatzfrage, die man unserer heutigen Gesellschaft stellen muss, als den Autorinnen (Tash Skilton ist ein Pseudonym für zwei Autorinnen). Denn wenn Menschen heutzutage wirklich ihr Geld damit verdienen, anderen Leuten, die online chatten/schreiben und dadurch jemanden kennenlernen wollen, die Texte vorzuschreiben, ihnen die Worte in den Mund zu legen oder gar gleich das Schreiben, Reagieren und Posten selber für besagte flirtwillige Menschen übernehmen - dann finde ich das echt unsäglich traurig für die Menschheit an sich. Das mag hochtrabend klingen, aber es ist so. Hier ist ja nichts echt. Keine ausgetauschten Worte, keine spontanen Äußerungen, keine netten Flirtereien - nichts kommt mal einfach so aus jemandem heraus und wirkt dadurch natürlich, sondern alles kommt von einer Art Ghostwriter, von jemand völlig Außenstehenden, der munter Beziehungen der anderen knüpft. 

Miles und Zoey haben nun genau diese Jobs, sollen zwei Personen inkognito miteinander "matchen" (verkuppeln sagt man heute wohl nicht mehr), schreiben sich also munter Nachrichten hin und her. Finden sich in Form ihrer unbekannten Online-Alter Egos selber zunehmend toll, denn es passiert bei diesem Job-Modell natürlich das, was man vermuten würde: unweigerlich lässt man einen Teil seiner eigenen Persönlichkeit in diese Nachrichten und Chats einfließen, die man ja eigentlich im Namen einer anderen Person schreibt. Im realen Leben finden sich Miles und Zoey aber eigentlich ziemlich blöd wegen diverser Vorurteile und Missverständnisse. Die Dinge nehmen also ihren Lauf und mittlerweile hat das Ganze leider wirklich gar nichts mehr mit "Email für dich" zu tun. 

So ganz überraschend ist das Ende der Story dann natürlich nicht; ist ja klar, stört mich bei diesem Genre aber auch überhaupt nicht. Was die Autorinnen aber vorher noch für Storyplots und -twists einbauen, welche weiteren (wirklich dummen) Missverständnisse da am Ende noch eine Rolle spielen, das war mir dann aber doch auch zuviel. Wirklich nicht gut fand ich auch, dass Drogenkonsum hier sehr verherrlicht und normalisiert wird (und ich bin kein Spießer), gewissermaßen als Geheimrezept dargestellt wird, damit man gut durch den Tag kommt. Das war mir dann wirklich zu schräg.

Irgendwie wirkte die Story für mich am Ende jedenfalls nicht rund und so nett ich die Anfänge zwischen Miles und Zoey auch fand, habe ich leider an keiner einzigen Stelle irgendwelche Funken zwischen ihnen bemerkt. "Morgen schreib ich dir ein Happy End" ist eine Story, die mir leider nicht lange im Kopf bleiben wird, weil mich so wenig daran begeistert hat.


Dankeschön an Netgalley und den Knaur Verlag!

Dienstag, 25. Januar 2022

"Hitze" - Raven Leilani

Atlantik Verlag, 2021

22,00 Euro



Worum geht´s?

Die dreiundzwanzigjährige Edie lebt in Bushwick, Brooklyn, und hält sich nach ihrem abgebrochenen Kunststudium finanziell mit einem Assistenzjob in einem Verlag und emotional mit wechselnden Liebschaften über Wasser. Dann beginnt sie eine Affäre mit Eric, einem weißen Mann, der in einer offenen Ehe lebt und fast doppelt so alt ist wie sie. Während sich Edie mit Erics Ehefrau und vor allem mit der Adoptivtochter des Paares, Akila, einem Schwarzen Mädchen, anfreundet, verschieben sich alle Perspektiven. Edie scheint die einzige andere Schwarze Person zu sein, die Akila kennt, und die Beziehung zwischen den beiden wird bald wichtiger als alles andere. Auf einmal muss Edie sich mit ihrer eigenen Einsamkeit und dem schon immer in ihrem Leben gewesenen Rassismus und Sexismus neu auseinandersetzen.  



Meine Meinung:

Der Hype, der um dieses Buch online gemacht wurde von Verlag, Lesern, sozialen Medien und Co., erschließt sich mir nicht. Vorher schon nicht und jetzt nach dem Lesen auch nicht. Was man bei "Hitze" geliefert bekommt, ist eine platte und langweilige Story, die vorhersehbar ist und unweigerlich zum Augenrollen einlädt. Der erste Teil beschreibt nur immer wieder diverse erotische Aufeinandertreffen von Edie, völlig ziellos und nichtssagend, die zugleich unnötig derb und vulgär geschildert sind. Keine Ahnung, warum das der Autorin so wichtig war. Darüber hinaus ist diese platte Story dann aber auch noch schlecht geschrieben. Die Sätze der Autorin sind unsäglich lang, verschachtelt, beinhalten nur monotone, nüchterne Aussagen. Insgesamt kommt hier wenig Emotion oder Leben auf den Seiten auf, und das, obwohl das Buch doch so sehr mit großen Schlagworten wie "Rassismus, Affären, Sexualität, Armut" für sich wirbt. Da hätte man doch etwas erwarten können. Das bietet das Buch in meinen Augen aber nicht. Ich fand bereits die ersten Seiten langweilig, Edie unerträglich jammerig und dumm, mir erschloss sich der Sinn der Story null. Nach etwa einem Drittel des ohnehin nur kurzen Buches habe ich dann angefangen quer zu lesen, habe die wesentlichen Aspekte dennoch irgendwie mitbekommen und das Buch am Ende mit dem Gedanken "Was für ein nichtssagender Blödsinn" zugeklappt. Für mich einmal mehr der Beweis, dass man nicht jedem Hype glauben sollte.


Montag, 27. Dezember 2021

Blitzlicht: Tschüss 2021

Puhh, eins steht mal fest: dass ich so lange nichts von mir hören lasse auf dem Blog, war definitiv nicht geplant. Ich hätte eigentlich auch so viel schreiben können, Leseeindrücke, Rezensionen wollte ich schreiben (müsste ich sogar schreiben!), ich wollte euch die neuesten Harry Potter-Ausgaben mal genauer vorstellen, ich wollte ausführlich berichten, wie es mit meinen ganzen Lesevorhaben, Lesebingo etc. vorangegangen ist - und dann war plötzlich schon Weihnachten und das Jahr mehr oder weniger vorbei. Dieses Jahr hat mich das echt ziemlich kalt erwischt und so richtig in Weihnachtsstimmung und - laune bin ich auch die ganze Zeit nicht gekommen. (Ein Jammer!) 

Jedenfalls bin ich nicht dazu gekommen, soviel Zeit auf dem Blog und mit dem Blog zu verbringen, wie ich das eigentlich geplant hatte. Auch gelesen habe ich in der Zeit aber nur wenig. Überhaupt sieht meine Lesestatistik dieses Jahr katastrophal aus - aus meiner ganz persönlichen subjektiven Sicht. Ich hab nicht mal 75 Bücher dieses Jahr gelesen (werde ich wohl in den restlichen 4 Tagen auch nicht mehr schaffen), das ist für mich echt schon richtig wenig. Woran lag das? Ich bin dieses Jahr irgendwie aufs Basteln gekommen, habe da viel Zeit mit verbracht und das auch sehr gern gemacht. Mein Kopf ist voll mit Ideen und Vorstellungen, ich sammele und suche Materialien zusammen, die ich (bisher zumindest gedanklich) irgendwie gebrauchen werde. Diese Zeit ist dann aber natürlich zu Lasten des Lesens gegangen. Allerdings habe ich schon überlegt, ob ich in Anbetracht dieses neuen Hobbys nicht im nächsten Jahr doch mal versuchen werde, meine Abneigung gegen Hörbücher zumindest etwas einzudämmen und mich beim Basteln vielleicht ab und zu mal von einem Hörbuch unterhalten zu lassen. Mal sehen. 

Ansonsten stehen bei mir einige persönliche Veränderungen an. So wie es gerade aussieht, fange ich in der nächsten Zeit einen neuen Job an, was einiges verändern wird an meiner aktuellen Lage und auch Wohnsituation. Wahrscheinlich werde ich mir eine neue Wohnung suchen (müssen), was mich gerade in den letzten Wochen schon sehr beschäftigt hat. Wenn es hier Neuigkeiten gibt, lass ich mal davon hören. Aber vorerst wird meine Zeit am Laptop wohl weiterhin nicht für den Blog genutzt werden, sondern für Wohnungssuche draufgehen.

Trotzdem will ich in den verbleibenden Tagen des Jahres wenigstens noch ein bisschen was auch für den Blog machen. Das Lesebingo 2022 ist schon online (siehe oben und HIER), das stelle ich aber auch nochmal genauer vor. Auch einen kurzen Rückblick auf mein Lesejahr und meine geplanten Lesevorhaben 2022 will ich kurz vorstellen. Und dann vielleicht doch mal noch die ein oder andere Rezension schreiben, das wär schon ganz nett. Sind ja immerhin noch 4 Tage ;)


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