Montag, 24. Dezember 2012

24.12.2012

Eigentlich... wollte ich in den letzten Tagen noch Rezensionen schreiben und posten.
Eigentlich... wollte ich auch noch ganz andere Beiträge schreiben und posten.
Eigentlich... wollte ich ganz viel lesen, u.a. jede Menge weihnachtlich angehauchte Bücher.
Hat irgendwie alles nicht so geklappt.

Stattdessen wünsche ich euch jetzt ein schönes Weihnachtsfest, frohe Feiertage, ein paar ruhige und besinnliche Stunden inmitten eurer Lieben und vielleicht auch das ein oder andere Buch unter dem Weihnachtsbaum. 



Mittwoch, 19. Dezember 2012

"The Hunter: Episode 01-06" Katja Piel

ebook, 2012
 
Handlung:
Sie ist sexy.
Sie ist tough.
Und sie jagt paranormale Wesen.

Medina Thompson ist acht Jahre alt, als sie alles verliert. Von einer Pflegefamilie zur nächsten abgeschoben, wird aus ihr ein von Gewalt gezeichneter junger Mensch. Zwölf Jahre nach dem brutalen Mord an ihrer geliebten Grandma und ihrem Bruder Ross erfährt sie endlich, warum die beiden sterben mussten. Sie stellt sich ihrem Schicksal und tritt das Erbe ihrer Großmutter an: Die Jagd auf das Übernatürliche ...
(Quelle: hier)
 
Meine Meinung:
Ich mag Geschichten, in denen es um paranormale Wesen oder Begebenheiten geht. Als jahrelange Akte X-Zuschauerin kann ich gar nicht anders. Und ich bin daher auch immer mal erfreut, wenn ich ein Buch auftue, in dem es um eben solche Geschichten geht, und das sich dennoch fernab der zur Zeit so häufig vertretenen "Massen-Paranormalität" mit Vampiren & Co. bewegt. Das e-book "The Hunter" versprach in der Inhaltsangabe nun genau das.
Tatsache ist: "The Hunter" hat mich maßlos enttäuscht. Zum einen ist die Handlung selbst plump, schnell erzählt und (ver)birgt aber vor allem noch viele Ideen in sich, aus denen man einfach mehr hätte machen können. Stets läuft die Handlung nach dem Schema ab "fiese paranormale Kreatur taucht auf, Medina & Co. machen sich auf den Weg, Viech erledigt, das war´s". Das ist bei Weitem nicht so reißerisch, wie ich dachte und wie ich mir erhofft hatte. Und ein bißchen lächerlich wird es dadurch leider auch. Hier hätte man noch einiges ausbauen können, weit mehr an "Leben" und Vielfältigkeit sowohl in die Protagonisten als auch in die fiesen Kreaturen investieren können. Auch die Dialoge wirken holprig, oberflächlich und tragen zum Geschehen nicht immer unbedingt bei.
Die Hauptakteurin Medina ist völlig unsympathisch; zumindest mir war sie das, und da macht mir das Lesen prompt erst recht keinen Spaß mehr. Das einzige, was Medina scheinbar wirklich kann, ist fluchen und andere dumm dastehen zu lassen. So sind die Typen, denen sie begegnet, abwechselnd "hirnlose Penner" oder "dumme Schweine", die scharf auf sie sind. Was im Übrigen kein Wunder zu sein scheint, denn Medina als eher billig wirkender Lara Croft Ersatz läuft beispielsweise bevorzugt ohne Unterwäsche herum, wundert sich dann aber, dass die Kerle ihr auf die Brust starren. Auch sonst hatte ich das Gefühl, dass die Autorin hier verstärkt unbedingt pseudo-erotische Komponenten in ihre Geschichten einbauen wollte; vielleicht, um sowohl die männliche als auch weibliche Leserschaft anzusprechen...(??) Zumindest wäre das der einzige Grund, der mir einfällt, warum hier alle Figuren so hormongesteuert wirken und sich z.B. gerade Medinas Mitkumpane Alex oftmals nur schwer zügeln kann, wenn er ihre ach-so-langen Beine erblickt. Auf mich wirkte das einfach nur billig und vor allem passte es nicht zum eigentlichen Thema: dem Kampf gegen paranormale Gestalten, der nicht zuletzt dadurch irgendwie ins Lächerliche abdriftete und unglaubwürdig wirkte.
 
Fazit:
Selbst wenn ich die Tatsache beachte, dass das die Debütgeschichten der Autorin sind und diese an und für sich auch noch jede Menge Raum zum Ausarbeiten bieten, kann ich nicht anders, als festzustellen, dass "The Hunter" bei mir völlig durchgefallen ist. Ich fand die Story trotz des Themas überhaupt nicht ansprechend, die Schreibweise ist sehr gewöhnungsbedürftig und insbesondere die Heldin der Geschichten ist zum Abgewöhnen. Von Medina möchte ich nichts weiter lesen, tut mir leid. 2 von 6 Bücherstapel.
 
 
Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar an Blogg dein Buch und dotbooks.de!
 
Hier geht´s zum Buch: KLICK

Montag, 17. Dezember 2012

"Asche und Phönix" - Kai Meyer

Carlsen Verlag, 2012
19,90 Euro

Handlung:
Parker und Ash haben nichts gemeinsam. Er ist Hollywoods größter Jungstar, das Gesicht des Magiers Phoenix aus den »Glamour«-Filmen. Sie ist eine »Unsichtbare«, nirgends zu Hause, getrieben von der Angst, wie alle anderen zu sein. Doch dann erwischt Parker Ash in seiner Londoner Hotelsuite, wo sie gerade sein Bargeld klaut. Parker kann sein Leben im Fokus der Medien nicht mehr ertragen. Und nutzt die Chance, mit Ash vor den Fans und Paparazzi zu fliehen. Dabei scheint er geradezu körperlich abhängig von Ruhm und Aufmerksamkeit. Ihre gemeinsame Flucht führt sie durch Frankreich an die Côte d’Azur – auf den Spuren eines teuflischen Paktes, verfolgt von einer dämonischen Macht, die sie gnadenlos jagt.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Die Grundidee hinter "Asche und Phönix" fand ich sehr interessant und auch schön zu lesen. Für ein paar Stunden konnte ich mich in die Geschichte um Ruhm, Machthunger und Gier fallen lassen und ein wenig in die (un)schöne Welt der Reichen und Berühmten blicken.
Allerdings fiel es mir schwer, mir die beiden Figuren Ash und Parker richtig vorstellen zu können. Ich kann nicht genau erklären, woran das lag, aber jedes Mal, wenn ich von den Zweien gelesen habe, hatte ich Probleme, beide mit ihren Persönlichkeiten und auch Äußerlichkeiten greifen zu können. Das lag nicht unbedingt an mangelnder Beschreibung, aber wohl eher an der Tatsache, dass ich mich nur schwer mit einem von beiden identifizieren konnte. Filmstar und Borderliner Parker und die stets-einsame Außenseiterin Ash sind nun mal recht spezielle Charaktere, die man nicht alle Tage und auch nicht in jedem Buch findet. Das mag man Kai Meyer wieder sehr zugute halten: bei ihm findet man irgendwie stets etwas Neues, das man so noch nicht kennt, so noch nicht gelesen oder gesehen hat. Trotzdem konnte mich die Geschichte um Ash und Parker nicht vollends zufrieden stellen. Am Ende des Buches hatte ich noch viele Fragen im Kopf, einiges leuchtete mir nicht ein, manches wollte ich auch einfach nicht glauben (z.B. die Tatsache, dass ein berühmter Filmstar - wie Parker einer sein soll - einfach ohne Probleme und ohne jegliche Security flüchten kann, obwohl er doch eigentlich angeblich ständig unter der Fuchtel seines Vaters stehen soll. Gleichzeitig frage ich mich, wieso Parker es sich gefallen lassen sollte, völlig ohne Geld und Kreditkarte dazustehen, weil sein Vater nicht möchte, dass er selbst über sein Geld entscheidet. Klang in meinen Ohren irgendwie unglaubhaft.) Und überhaupt wurde ich das Gefühl nicht los, dass alles... ja, schon wieder vorbei war, bevor es überhaupt so richtig gestartet hat.
Vor allem aber fand ich den Bösewicht Libatique und seine Gespielen irgendwie sehr undurchsichtig und nicht nur einmal hatte ich das Gefühl, irgendwo etwas Wesentliches verpasst zu haben als Erklärung, warum sie hinter Parker und seinem Vater her sind. Oder auch warum sich Libatique eigentlich so merkwürdige Gestalten als Diener halten kann und will. Schwierig zu erklären für diejenigen, die das Buch noch nicht kennen, daher belasse ich es dabei und bemerke an dieser Stelle nur, dass mir die Motive hinter Libatiques Boshaftigkeit nicht stets einleuchteten.

Einmal mehr bin ich jedoch mehr als begeistert von den Schauplätzen und ihrer Vielfältigkeit, die sich Kai Meyer für seine Geschichten aussucht. Schon bei der Arkadien-Reihe fand ich gerade die Gestaltung/ Beschreibung der süditalienischen Landschaft beeindruckend, und sie trug ja auch wesentlich zum Gesamteindruck der hitzig-perfiden Handlung bei. Hier bei "Asche und Phönix" gelang mir die Vorstellung besonders gut, weil ich selbst schon Urlaub im Massif des Maures in Südfrankreich gemacht habe (sogar in genau dem Ort, den Kai Meyer hier beschreibt), und daher ein ziemlich genaues Bild vor Augen hatte, in welcher Gegend sich Ash und Parker mit durch und durch fiesen Gestalten herumschlagen müssen. Das hat mir wirklich gut gefallen.
Gut gefallen hat mir auch das Ende, das trotz aller kleinen Details und Undurchsichtigkeiten, die mir im Laufe der Handlung aufgefallen sind, einfach super gekonnt daherkam, überraschend, passend und überzeugend.
 
Fazit:
Ein Fazit fällt mir schwer. Ich habe das Geld, das ich für "Asche und Phönix" ausgegeben habe, keinesfalls bereut; allerdings werde ich den Eindruck nicht los, dass mich dieses Buch nicht vollends in seinen Bann ziehen konnte. Kleine Merkwürdigkeiten hier, Unverständnis dort, trotzdem sehr schöne Unterhaltung und spannende Schreibe von Herrn Meyer... - letztlich hat mich jedoch beispielsweise die Arkadien-Reihe schon vom Auftaktband weg mehr beeindruckt als die Geschichte von Ash und Parker. 4 von 6 Bücherstapel.
 

Dienstag, 11. Dezember 2012

Die Lektüre meiner Zugnachbarn #7

Heute gibt es eine neue Episode, zur Abwechslung mal nicht aus dem Zug, sondern aus der Straßenbahn. Vor einigen Tagen saß mir schräg gegenüber ein junges Mädel; keine Ahnung, ob sie noch zur Schule ging oder sich vielleicht schon eher zu den Studenten zählte (das kann man bei vielen ja heute nicht mehr so genau sagen...). Jedenfalls saß sie lesend da, ihre Tasche auf dem Schoß, ein Buch in der Hand obendrauf, und beim Umblättern konnte ich den Titel erkennen:

Nalini Singh "Lockruf des Verlangens"
Seit die Mediale Sienna Lauren sich dem Rudel der SnowDancer-Wölfe anschloss, hat sie nur eine Schwäche: Hawke. Der gefährliche Alphawolf verlor vor Jahren die Frau, die seine Gefährtin hätte sein sollen. Und die hübsche Sienna weckt eine ungeahnte Leidenschaft in ihm. Doch das Rudel wird von einem gefährlichen Feind bedroht, und Sienna ist die Einzige, die schlimmeres Unheil verhindern kann.

Wir fuhren Station für Station ab, sie wirkte ziemlich vertieft in dieses Buch, dann wurde die nächste Haltestelle durchgesagt und die Straßenbahn hielt schon fast, da sah das Mädchen auf, murmelte leise, aber dennoch gut vernehmlich "Scheiße". Packte ihr Buch in die Tasche, stand auf und stürmte raus. 3 Möglichkeiten fallen mir dazu ein:
1.) Das Buch war mies. Ich kenne zwar nicht ein einziges Buch der Autorin und kann daher nichts dazu sagen, aber ich glaube eher nicht, dass es am Buch lag - auch wenn es inhaltlich überhaupt nicht meins ist.
2.) Das Mädel hatte vor lauter Lesen ihre Haltestelle verpasst und ist notgedrungen an der nächsten ausgestiegen.
3.) Sie fand es scheiße, jetzt mitten beim Lesen durch sowas Blödes wie Aussteigen-müssen gestört zu werden.

Man weiß es nicht :D
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