Freitag, 17. August 2012

"Töchter des Mondes: Cate" - Jessica Spotswood

INK Verlag, 2012
17,99 Euro

Handlung:
Cate und ihre Schwestern Maura und Tess sind Hexen. Niemand darf davon erfahren, denn Hexen drohen Verbannung und Tod. Die Gefahr, aufzufliegen, lastet schwer auf Cate. Vor allem seit Finn aufgetaucht ist, dieser Junge mit den Zimtsommersprossen und dem kupferroten zerzausten Haar. Verzweifelt sucht Cate nach einem Ausweg und stößt im Tagebuch ihrer toten Mutter auf eine rätselhafte Prophezeiung, die besagt, dass drei Schwestern mit magischen Kräften die Hexen zurück an die Macht führen werden. Handelt es sich dabei um Cate, Maura und Tess? Und kann es überhaupt eine gemeinsame Zukunft für Cate und Finn geben?
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Von diesem Buch bin ich positiv überrascht: eigentlich stehen Geschichten über Hexen nicht weit oben auf meiner Lese-Präferenzliste. Aber ich habe mich ein wenig von dem Trailer zum Buch locken lassen - der wohl jedes romantisch veranlagte Herz ein wenig höher schlagen lässt - und bin dann völlig unvoreingenommen ans Lesen gegangen - dafür bin ich belohnt worden.
Denn "Töchter des Mondes: Cate" ist ein sehr schöner Auftakt einer Buchreihe um die 3 Schwestern Cate, Maura und Tess. Diese haben mit ihrem Dasein als Hexen zu kämpfen, im 19. Jahrhundert, in dem schon alleine der Verdacht, sich mit spirituellen Themen zu beschäftigen, Anlass ist, aus der Gesellschaft verbannt zu werden oder gar gehängt zu werden. Mit nichts als der Aussicht, entweder (zwangs-) verheiratet zu werden oder in eine religiös ausgerichtete Schwesternschaft einzutreten, verliebt sich Cate, die in diesem 1. Teil im Mittelpunkt steht, in den Gärtner Finn - ein aussichtsloses Unterfangen ... oder?
Die Momente zwischen Cate und Finn sind schön zu lesen, haben mich - obwohl es nicht allzu viele Situationen im Buch sind - zum Lächeln und Mitschwärmen gebracht. (Der Buchtrailer, der sicher gewisse Erwartungen weckt, ist daran auch nicht ganz unschuldig.)
Die "Hexerei" als solche spielt dabei fast eine untergeordnete Rolle - wirkliche Zauberei kommt hier seltener vor, als man denken mag - und wir wesentlich durch die Beziehung zwischen den Schwestern vorangetrieben: durch das ständige Balancieren zwischen Verstecken und sich-ausprobieren ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Schwestern einer bestimmten Prophezeiung eine Bedeutung zuschreiben: einer Prophezeiung, die besagt, dass 3 Hexenschwestern die Macht haben werden, über Gut und Böse zu entscheiden.
Das Ende dieses 1. Teils dagegen ist dann - gelinde gesagt - fies, und lässt sehr große Hoffungen und Erwartungen auf die Fortsetzung der Geschichte in den Folgebänden aufkommen.

Fazit:
Der erste Teil "Cate" ist ein spannender, romantischer und verheißungsvoller Reihenauftakt um 3 Schwestern, die mit ihrer Bestimmung als Hexen zugleich Segen und Fluch erleben.


Freitagsgedanken

Es ist Freitag!! Momentan sehne ich die Wochenenden stets so herbei... - vielleicht weil es die einzigen 2 Tage sind, an denen ich tatsächlich mal zu etwas komme. Irgendwas schaffe, was die ganze restliche Woche liegen bleibt (so profane Dinge wie Aufräumen, Klamotten wegräumen, Staub wischen, tsss...), oder eben wirklich mal eine komplette Stunde ohne Unterbrechung zum Lesen komme. Das ist momentan irgendwie Mangelware. Umso "erstaunlicher", dass ich mittlerweile doch das ein oder andere Buch fertig gelesen habe, und SOGAR schon Rezensionen dazu vorbereitet habe! *auf die Schulter klopf*
So gibt´s in den nächsten Tagen jeweils einen kleinen Text zu "Wir beide, irgendwann", "Der Wind der Erinnerung" und "Töchter des Mondes - Cate". Aber so ein bißchen muss ich ja auch auf die Bitte der Verlage achten, die Rezensionen erst zum Veröffentlichungstermin des Buches bekannt zu machen, daher alles nacheinander.
Ziemlich "gefreut" hatte ich mich ja auch auf die Fortsetzung von "Ashes", muss jedoch sagen, dass ich das Buch Anfang der Woche unterbrochen habe und bis jetzt auch noch nicht wieder hineingesehen habe. Mit Karo hab ich mich schon ein wenig drüber unterhalten: manche Szenen darin sind einfach so widerlich und eklig und ... eben einfach nicht gut zu lesen, dass sich in mir alles gesträubt hat, weiter zu lesen. Ging einfach nicht, sodass ich beschlossen habe, mir das Buch nur häppchenweise vorzunehmen, immer mal ein paar Seiten. Dadurch werde ich zwar ne Weile brauchen, ehe ich es ausgelesen habe, für mein "seelisches Gleichgewicht" ist es aber vermutlich besser :/
Habt ihr das Buch ebenfalls so erwartet und schon gelesen? Was denkt ihr darüber (natürlich ohne wesentliche Details zu verraten!)?

Noch Folgendes:
- Momentan (heute??) gibt es "Hollowland" von Amanda Hocking als gratis Kindle ebook bei amazon. Wem meine (recht nichtssagende, ja ich weiß!) Rezension neulich also wenigstens ein bißchen zugesagt hat, sollte einfach >hier< zuschlagen. Dankeschön an Enni für den Hinweis!

- Fährt jemand von euch nach Frankfurt zur Buchmesse (13./14. Oktober)? Hat das irgendwer geplant?

Passend zum unglaublich warm heiß werdenden Wochenende gibt´s von mir (einem absoluten Winterkind und Sommer-Muffel) ein passendes Liedchen:

Donnerstag, 16. August 2012

Die Lektüre meiner Zugnachbarn #5

Vor ein paar Tagen saß ich im relativ vollen Zug, um mich herum Getuschel, Gekicher, Geknistere und auch die obligatorischen 2 älteren Personen, die sich lautstark über Wehwehchen und Zipperlein unterhielten - die üblichen Geräusche also, die ich im Zug als Hintergrundgeräuschkulisse kenne. Auf einmal aber ... wurde es plötzlich ruhig. Alles verstummte, das Getuschel erstarb, die Person, die in der Knistertüte rumtastete, hörte damit plötzlich auf, irgendwo kicherte jemand leise, dann war nur noch das Brummen des Zuges zu hören . Ich brauchte einen Moment, bis ich das realisiert hatte und sah von meinem Buch auf. In der 4-er Sitzplatznische schräg vor mir hatte ein Bär von einem Mann Platz genommen und damit alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nicht nur, dass er riesig war, bestimmt über 1,90m, er hatte zudem leuchtend rote lange Haare, die ihm wirr um die Schultern flogen, einen Körperumfang, der ihn gleich 2 Sitze einnehmen ließ, und trug ein AC-DC T-Shirt zur schwarzen Lederhose. Irgendwie rocker-artig sah er aus. Wie eine Mischung aus Rubeus Hagrid und Gimli, der Zwerg. (Und dieser Satz an sich ist schon merkwürdig genug, beachtet man die Körpergrößen beider Figuren...) Alles starrte ihn an, aber er ließ sich nicht beirren. Er kramte in seinem Rucksack, zog eine Flasche Cola raus, setzte sich eine Brille auf (! Gimli mit Brille!!) und holte folgendes Buch hervor:

Aldous Huxley: "Brave New World"
Far in the future, the World Controllers have created the ideal society. Through clever use of genetic engineering, brainwashing and recreational sex and drugs all its members are happy consumers. Bernard Marx seems alone harbouring an ill-defined longing to break free. A visit to one of the few remaining Savage Reservations where the old, imperfect life still continues, may be the cure for his distress...
(Quelle: hier)

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Ich hab nicht schlecht gestaunt. Ich hab das Werk von Huxley noch nie gelesen, weiß nur so im ganz Groben, worum es geht. Aber ich schätze mal, es ist anspruchsvoll, und dann liest Gimli der Zweite das auch noch auf englisch.
Irgendwann fingen die Gespräche und das Geknistere wieder an, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, während dieser Zugfahrt hätte keiner der Mitfahrenden immer mal wieder einen kurzen Blick zu diesem Mann geworfen. Ganz verstohlen natürlich...

Sonntag, 12. August 2012

"Hollowland" - Amanda Hocking

Kindle Edition

Handlung:
"This is the way the world ends - not with a bang or a whimper, but with zombies breaking down the back door."
Nineteen-year-old Remy King is on a mission to get across the wasteland left of America, and nothing will stand in her way - not violent marauders, a spoiled rock star, or an army of flesh-eating zombies.
(Quelle: amazon.de)
Meine Meinung:

"I knew it." He shook his head. "The second I saw you out in that field, all covered in zombie blood, fighting like a damn maniac, I knew you were trouble."

Irgendwann in der Zukunft ist die Erde von Zombies überrannt, die paar Überlebenden pferchen sich in Bunkern zusammen und kämpfen sich durch jeden einzelnen Tag. In diesem Szenario der Autorin Amanda Hocking ist Remy auf der Suche nach ihrem Bruder, den sie in einer Quarantäne-Station vermutet. Begleitet wird sie von mehr oder weniger mutigen Gefährten, die sich ihr anschließen, schon alleine deshalb, weil sie selbst keine anderen Perspektiven mehr haben. Die kleine 4er Gruppe stellt sich Hunger, Zombieschleim und blutenden Füßen ebenso wie anderen Gefahren, und lässt die Geschehnisse hier dadurch eigentlich nie langweilig werden. Das kann auch mal mit einem Augenzwinkern gesehen werden - auch wenn die Story insgesamt eigentlich zu blutig ist, um als lustig durchzugehen. Die toughe Remy, die kindlich-naive Harlow, der unnahbare aber coole Lazlo und der beherzte Blue - dieses Vierergespann kämpft sich durch die Zombiehorden und damit mehr und mehr in die Herzen der Leser. Ich zumindest hab ich mich gut unterhalten gefühlt und bin schon gespannt auf die Fortsetzung "Hollowmen".

Fazit:
Für einen Preis von unter 1 Euro macht man hier überhaupt nichts falsch, schon gar nicht, wenn man Lust hat auf "Dystopie mal anders" und sich auch von Filmen wie "28 days later" oder "Dawn of the dead" nicht abschrecken lässt. Das Ende lässt auf eine weiterhin spannende Geschichte hoffen. Gute 4 von 6 Bücherstapel.


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