Dienstag, 27. Dezember 2011

"Envy" - Gregg Olsen

Handlung:
Crime lives--and dies--in the deceptively picture-perfect town of Port Gamble (aka "Empty Coffin"), Washington. Evil lurks and strange things happen--and 15-year-olds Hayley and Taylor Ryan secretly use their wits and their telepathic "twin-sense" to uncover the truth about the town's victims and culprits. "Envy," the series debut, involves the mysterious death of the twins' old friend, Katelyn. Was it murder? Suicide? An accident? Hayley and Taylor are determined to find out--and as they investigate, they stumble upon a dark truth that is far more disturbing than they ever could have imagined.


Meine Meinung:
Puh, das nenn´ ich mal zähes Lesen. Eigentlich wollte ich „Envy“ nur schnell dazwischen schieben, damit ich guten Gewissens meine „English- Challenge“ abschließen kann, und dann saß ich irgendwie ne ganze Weile an diesem Buch. Der Grund dafür liegt wohl daran, dass der Geschichte irgendwie ein bisschen „Pepp“ fehlt, dieses Etwas, das einen mitreißt. „Envy“ war ein absoluter Spontankauf, den ich nicht zuletzt wegen des Covers gemacht habe (sieht ja schon irgendwie interessant aus - wenn auch gruselig). Tatsächlich wusste ich gar nicht, worauf ich mich einlasse; ob es sich hier um einen typischen Jugendroman mit übersinnlichen Aspekten handelt, um einen Psychothriller, um einen Fantasyroman - hätte zunächst mal alles sein können, und anhand des Klappentextes ist man ja auch nicht wirklich schlauer.
Letztlich ist „Envy“ irgendwie gar nichts davon, sondern eine Geschichte um einen Todesfall in einer Kleinstadt. Die 15-jährige Katelyn wird tot in der Badewanne aufgefunden und fortan beginnen Spekulationen, ob es sich um Selbstmord, Unfall oder Mord handelte. Die Zwillinge Taylor und Hayley - ehemals gute Freunde von Katelyn - versuchen, sich selbst ein Bild über diesen tragischen Vorfall zu machen und nebenbei herauszufinden, was genau passiert ist. Rein zufällig (*hüstel*) besitzen die beiden doch tatsächlich eine Art übersinnliche Fähigkeit, sie empfangen Visionen und Gedanken/ Bilder von anderen. Das kommt den beiden für die Auflösung des Falls natürlich sehr gelegen, und so folgt zum Ende des Buches dann auch eine - zugegeben: zwar unerwartete, aber recht plumpe - Auflösung und Stellung des Täters. Immer wieder wird in der Geschichte auch Bezug darauf genommen, wie besonders und außergewöhnlich die beiden Zwillinge sind, die schon vor vielen Jahren einen schweren Unfall auf wundersame Weise überlebt haben.
Was „Envy“ vor allem fehlt, ist Spannung. Der Autor hat merkwürdigerweise ein Talent dafür, jeden interessanten Einfall und Anflug von Spannung abzuwürgen, indem er in der Handlung ausschweift und beispielsweise Rückblenden in die Vergangenheit vornimmt. Das Buch strotzt nur so vor (Zeit-) Sprüngen, die einfach zu unvermittelt auftauchen und unwesentlich erscheinen, als dass man als Leser wirklich davon profitieren könnte. Das läuft mehrmals nach folgendem Schema ab: Hayley bekommt beispielsweise eine merkwürdige SMS. Als Leser möchte man natürlich wissen, was drin steht. Bevor Gregg Olsen aber dazu kommt, folgt am liebsten erst noch ein Absatz darüber, wie Hayley sich ihr Handy gekauft hat und wann sie die Person kennen gelernt hat, die ihr da schreibt. (Das passiert nicht so im Buch, es ist nur ein Beispiel zur Verdeutlichung, was mich beim Lesen echt gestört hat.) Jedes Mal, wenn man glaubt, „jetzt wird´s interessant, jetzt passiert was!“ - dann folgt ein Rückblick oder eine Erklärung darüber, in welchem Verhältnis einzelne Personen zueinander stehen. Dazu kommen ständige Sprünge in der Erzählperspektive. Hier kommen unwahrscheinlich viele Personen zum Zug, aus deren Sicht mal 1-2 Seiten erzählt werden. Ich finde, das ist nicht mal die schlechteste Variante, weil man als Leser dadurch einen sehr differenzierten Einblick in die Gedankengänge einzelner Personen in der Handlung bekommt. Aber weniger ist ja bekanntlich mehr; und als ich dann sogar noch lesen durfte, was die Gerichtsmedizinerin persönlich über den Fall denkt, kam mir der Gedanke, dass eine Erzählperspektive von 2, vielleicht 3 Personen es auch getan hätte. Denn so bremst der Erzählstil die ganze Dynamik und Handlung aus. Ich hab mich durch den ziemlich zähen Mittelteil gekämpft und war froh, als ein Ende in Sicht kam.

Fazit:
Überraschung! „Envy“ ist der Auftakt einer Trilogie, der sogenannten „Empty Coffin“ - Reihe - wer hätte das gedacht...?! (*gähn*) Die Fortsetzung werde ich sicher nicht lesen, dafür hat mich das Buch einfach zu wenig interessiert und vom Hocker gerissen. Mir scheint, der Autor wusste selbst nicht so genau, in welche Richtung sich der Todesfall von Katelyn entwickeln sollte und hat den beiden Hauptfiguren Hayley und Taylor (die ich beim Lesen null auseinander halten konnte) mit ihren Visionen daher ein kleines Extra mit auf den Weg gegeben. Mäßige 2 von 6 Bücherstapel.

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