Montag, 24. Oktober 2011

"Reckless - Steinernes Fleisch" - Cornelia Funke

Dressler Verlag, 2010
19,95 Euro

Handlung:
Jahrelang ist es Jacob Reckless gelungen, im Zimmer seines verschwundenen Vaters unbeobachtet die Hand auf den Spiegel zu legen und so ins märchenhafte Reich dahinter zu gelangen. Dort hat er als erfolgreicher Schatzjäger unter anderem im Dienst der Kaiserin gearbeitet, ist dem Schuh von Aschenputtel ebenso hinterher gejagt wie dem Tischlein deck dich, dem Knüppel aus dem Sack oder dem Goldenen Ball, der jeden in sich hineinzuziehen vermag, der ihn berührt. Und er hat erfahren, dass sein Vater mit seinen Erfindungen den grausamen Goyls bei ihrem Kampf gegen die Menschen geholfen hat: jenen seelenlosen Wesen also, deren Haut (und Herz) aus Stein besteht.
Jetzt aber ist Jacobs jüngerer Bruder Will dem Schatzjäger ins geheimnisvolle Reich hinter dem Spiegel gefolgt – und gerät dadurch in tödliche Gefahr. Plötzlich droht er selbst zu einem Goyl zu werden: mit einer Haut aus Jade. Der Jade-Menschengoyl aber soll mit einer ungeheueren Macht ausgestattet sein, die sich der Goyl-Herrscher Kami’en zunutze machen könnte, um endgültig über die Menschen zu siegen. So jedenfalls hat es die Dunkle Fee erträumt, die an der Seite Kami’ens herrscht. Und während Jacob mit Wills Freundin Clara und der Gestaltenwandlerin Fuchs verzweifelt versucht, den Verfall von Wills fleischlicher Haut in Jade aufzuhalten, ist Will längst als Leibwächter des Goyl-Königs eingeplant. Eine unerbittliche Jagd gegen die Zeit beginnt, die Jacob kaum gewinnen kann...
(Quelle: amazon)

Meine Meinung:
Mein Eindruck nach dem 2. Lesen ist ähnlich wie nach dem 1. Lesen dieses Buches im letzten Jahr: "Reckless - Steinernes Fleisch" fehlt irgendwie das gewisse Etwas, ein Wow-Moment oder etwas in der Art.
Die Handlung ist ganz nett, die eingefangene Atmosphäre vermag aber nicht so recht zu überzeugen. Es klingt alles ein wenig zu ausgedacht, zu zusammengeschustert, zu sehr darauf aus, nach der Tintenwelt-Trilogie von Frau Funke einen weiteren Bestseller landen zu können. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass die ganze Welt hinter dem Spiegel (wieso hat sie eigentlich keinen Namen?) als furchtbar gefährlich dargestellt wird: an jeder Ecke lauern Gefahren, jedes Lebewesen ist gemein, hinterhältig, gefährlich, gefühlskalt oder skrupellos - oder alles zusammen. Zuviel Märchen-Feeling von der bösen Sorte, wenn man mich fragt.
Überhaupt, mir leuchtete schon beim ersten Lesen nicht ein, wieso die Geschichte in dieses "Märchenflair" gedrückt werden musste. Warum die beiden Brüder - in Anlehnung an die Gebrüder Grimm - Jacob und Will heißen mussten, warum diese Vielzahl an Märchenfiguren in so verändertem Kontext auftreten mussten - und mittendrin die (dann doch von Frau Funke selbst ausgedachten) Goyl. Mich hat das Märchen- Ambiente zwar nicht gestört, mir leuchtete allerdings auch das Warum dahinter nicht ein.

Fazit:
Letztlich bleibt mir nur die Wertung, dass "Reckless - Steinernes Fleisch" als Auftaktband einer Reihe nach der Tintenwelt- Trilogie von Cornelia Funke kein würdiger Nachfolger ist und einfach mehr verspricht, als tatsächlich dahinter steckt. 3,5 von 6 Bücherstapel.

2 Kommentare:

  1. Bis jetzt fiel es mir schwer zu sagen, was mich an diesem Buch so gestört hat - ich wusste immer nur irgendwie gefällt es mir nicht so richtig. Aber du hast es auf den Punkt getroffen... es wirkt "zusammengeschustert" und das gewisse Etwas fehlt einfach.

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  2. In einem Interview von Cornelia Funke, hat sie erklärt warum das "Märchen" im Vordergrund steht, und was sie inspirierte. Leider kann ich mich an ihre Antwort nicht mehr erinnern. Eigentlich wollte ich das Buch meiner Mutter schenken, doch wenn die Atmospäre jedoch nicht überzeugt, dann lass ich es lieber.

    Danke für deine Rezension!
    Liebe Grüße,
    Tanja

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