Mittwoch, 14. September 2011

"Maniac" - Douglas Preston & Lincoln Child

Knaur Verlag, 2008
8,99 Euro
Handlung:
Vom Comte Thierry de Cahors haben die Kuratoren des New Yorker Museum of Natural History noch nie etwas gehört. Aber das ist auch ganz egal: Wer dem Museum zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen möchte, darf sein, wer er will. Einzige Auflage des Comte: Das Museum soll jenes (angeblich mit einem Fluch belegte) Grab des Senef aus dem Tal der Könige für die Öffentlichkeit wieder zugänglich machen, das seit Jahrzehnten verschlossen in den Kellergewölben der Einrichtung ruht. Mit einer riesigen Sound-and-Light-Show will das Museum die Ausstellung eröffnen -- und ahnt nicht, dass es damit den teuflischen Plänen von Diogenes Pendergast in die Arme spielt, der sich hinter dem Comte verbirgt.
Nur FBI-Agent Aloysius Pendergast könnte das Schlimmste verhindern. Aber der sitzt im Hochsicherheitstrakt in Herkmoor gefangen, wo er der Verbrechen seines Bruders beschuldigt wird. Dann geschieht ein unheimlicher Mord im Museum und der Leiter der Sound-and-Light-Show wird wahnsinnig. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bevor die harmlos wirkende Ausstellung Millionen Menschen ins Verderben stürzt...
(Quelle: amazon)
Meine Meinung:
"Maniac" ist der dritte Teil einer Trilogie um Special Agent Aloysius Pendergast und seinen Bruder Diogenes. Leider wusste ich das zu Beginn des Lesens nicht und die Autoren weisen auf diesen Umstand auch erst am Ende des Buches in der Danksagung hin (clever!). Teil 1 und 2 hab ich nicht gelesen und das hat sich gerächt. Denn gerade zu Beginn hab ich vieles gar nicht verstanden, Zusammenhänge und Vorgeschichten fehlten mir, ebenso wie die Bekanntschaft mit einzelnen Figuren, die offensichtlich schon in den ersten Teilen ausführlich vorgestellt wurden.
So war es für mich teilweise recht schwierig, der Handlung zu folgen oder manche Dinge als "gegeben" hinzunehmen, wenn sie nicht weiter erklärt/ erläutert wurden (wie beispielsweise die Tatsache, dass Agent Pendergast die Hälfte des Buches im Gefängnis sitzt - leider sind die Autoren hier nicht einmal im Geringsten auf das Warum eingegangen). Die merkwürdige und sehr schwierig anmutende Beziehung zwischen Aloysius und seinem Bruder Diogenes - offenbar ein gestörter Psychopath - nimmt einen guten Teil der Handlung ein, allerdings gab es für mich als unwissenden "nur den 3. Teil- Leser" eben bestenfalls Andeutungen und implizite Kommentare diesbezüglich, aus denen ich nicht recht schlau wurde. Zum Ende hin wird die ganze Story zwischen den beiden Brüdern klarer und greift dann in den anderen, parallel ablaufenden Handlungsstrang ein: in einem New Yorker Museum soll eine Sonderausstellung zum Grab eines Pharaos eröffnet werden. Bei der Organisation und Vorbereitung läuft jedoch einiges schief, es gibt Tote, und glaubt man alten Legenden, so liegt ein Fluch auf dem Grab. Dieser "Fluch" entpuppt sich nachher als wesentlich irdischer als von allen angenommen, und genau hier kommt Diogenes Pendergast ins Spiel.
"Maniac" ist ohne Frage gut und spannend geschrieben, wimmelt nur so von interessanten Figuren (bei denen mir die eigentliche Hauptfigur Agent Pendergast sogar am uninteressantesten vorkam) und hält durch einige gekonnte Cliffhanger an den Kapitelenden den Leser fest - so wie man es von dem Autoren-Duo Preston/ Child gewöhnt ist. Ich hab schon ein paar sehr gute Bücher von den beiden gelesen. Hier wäre ich definitiv im Vorteil gewesen, hätte ich die beiden Vorgänger-Bände gekannt, und empfehle daher auch allen Interessierten, diese vorher zu lesen.
Zum Ende hin wird die ganze Story ziemlich abgefahren und abstrus, und es wird erklärt, warum Diogenes ein so kranker Charakter geworden ist. Diese Wendung im Buch fand ich furchtbar grausig und richtig beklemmend - allerdings auch einleuchtend und extrem hilfreich für die Spannung im Buch.

Fazit:
Letztlich tendiere ich zu 3 von 5 Bücherstapeln. Weil die Story zwar gut, aber dennoch total abgehoben ist und an mancher Stelle fast ans Übernatürliche grenzt, was in meinen Augen dann wieder nicht passt. Weil das ganze Buch zwar gut geschrieben ist, zum Ende hin aber etwas unglaubwürdig wird und überdies leider gar nicht nochmal irgendwelche Zusammenhänge aufgreift und an diese erinnert. Und damit bin wahrscheinlich nicht nur ich als "nur den letzten Teil-Leserin" etwas im Nachteil.

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