Sonntag, 21. August 2011

"Die 13. Stunde" - Richard Doetsch

Lübbe Verlag, 2010
14,99 Euro

Handlung:
11:00 Uhr. Ein Passagierflugzeug stürzt ab. 212 Menschen sterben 18:00 Uhr. Deine Frau wird ermordet. Sie kannte die Absturzursache.
20:00 Uhr. Man hält dich für ihren Mörder. Du bist unschuldig. Was wäre, wenn du alles ungeschehen machen könntest?
21:00 Uhr. Du machst dich auf den Weg.
Nicholas Quinn sitzt im Verhörraum der Polizei. Seine Frau wurde ermordet, und man hält ihn für den Täter. Doch er ist unschuldig. Ihr Tod ist mit einem Flugzeugabsturz verbunden, denn eigentlich sollte Nicholas Frau an Bord dieser Maschine sein. Doch aus irgendeinem Grund hat sie die Maschine in letzter Minute verlassen.
Dann betritt ein Fremder das Verhörzimmer und überreicht Nicholas eine goldene Uhr. "Ihre Frau ist nicht tot. Sie lebt noch. Und mit dieser Uhr können Sie sie retten."

Meine Meinung:
Nick erhält von einem ihm unbekannten Mann eine Uhr, die ihn in der Zeit zurück reisen lässt. Als Leser begleitet man Nick nun dabei, wie er Stunde um Stunde in der Zeit zurückversetzt wird und dabei die Möglichkeit erhält, die Geschehnisse der letzten 12 Stunden zu ändern - Geschehnisse, die dazu geführt haben, dass bei einem Flugzeugabsturz über 200 Menschen ums Leben kommen und nur kurze Zeit danach Nicks Frau ermordet wird. Diese beide Katastrophen hängen zusammen, und es ist Nicks Aufgabe, in 12 Stunden herauszufinden, warum, und zu versuchen, sie zu verhindern.
Mal ein Buch der anderen Art. Es fängt im 12. Kapitel auf Seite 409 an und zählt dann die Seiten rückwärts zurück. "Die 13. Stunde" ist spannend und unterhaltend geschrieben; Stunde für Stunde erlebt der Leser an Nicks Seite die Geschehnisse dieses verhängnisvollen Tages mit und muss dabei erfahren, dass nicht alle gutgemeinten Versuche, die Zeit zu ändern, in wirklich glücklichen Ausgängen enden. Zum Glück ist das nicht weiter tragisch, da Nick am Ende jeder Stunde wieder weiter zurück in die Vergangenheit versetzt wird - und dadurch das gerade Erlebte ja noch gar nicht passiert ist. Schwierig zu erklären, so wie das bei Zeitreisegeschichten ja irgendwie immer der Fall ist, aber eine wirklich interessante und toll durchdachte Idee, die vom Autor Richard Doetsch auch gut umgesetzt wurde. Am Ende macht einiges Sinn, was mich vorher verwirrt hat und das Ende ist - trotz einiger Vorhersehbarkeit - überraschend und gut gemacht.
Das lässt mich dann auch über gewisse kleine Details hinwegsehen, die mich in solchen Stories immer etwas stören, weil sie so "weltfremd" sind: warum muss der Held beispielsweise nie aufs Klo? Oder hat Hunger? In 12 ganzen Stunden, die minutiös beschrieben sind? Ist er ein Überheld? Oder ist das auch so ein Zeitparadox- Ding?

Fazit:
"Die 13. Stunde" bietet gute, kurzweilige und spannende Unterhaltung, die sich durch die rückläufige Art der Beschreibung von anderen Zeitreisen-Geschichten abhebt. Gute 4 von 5 Bücherstapel von mir.

3 Kommentare:

  1. Das klingt ja interessant, auch von der Erzählweise her. Da ich den Film "Memento" liebe, der ja auch rückwärts erzählt ist (allerdings ohne Zeitreise), wäre das vielleicht was für mich. :-)

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  2. Oh jaaaaa!!! "Memento" - einer der tollsten, aber gleichzeitig verwirrendsten Filme überhaupt! :D Als ich den das erste Mal gesehen hatte, hab ich mit meiner Schwester 4 Tage später noch über diese und jene Szene diskutiert. Den könnte ich mal wieder sehen...

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  3. Zeitreise meets Thriller also?
    Ich behalte das mal im Hinterkopf.... wie so viele andere Bücher.

    Danke für die Rezi. Ist so schön knackig, das les ich gerne.

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