Freitag, 24. Juni 2011

"Frostfeuer" - Kai Meyer

Heyne Verlag, 2008
7,95 €

Handlung:
Sankt Petersburg, 1893: Seit jemand den Herzzapfen der Schneekönigin gestohlen hat, wird der Winter immer grausamer, und Eis und Schnee erobern die Stadt. Das kümmert Maus allerdings wenig. Denn das Mädchen, das im Hotel Aurora die Schuhe und die Baderäume putzt, hat das Hotel noch nie verlassen. Ihre traurige Welt beschränkt sich auf die Räume, Treppen und geheimen Schlupfwinkel des Hotels -- und auf die anderen Angestellten, die ständig auf ihr herumhacken. Doch dann zieht eine geheimnisvolle Frau ein, zusammen mit einem seltsamen stummen Jungen. Außerdem taucht Tamsin Spellwell auf, die nicht nur erstaunlich bunte Kleider, sondern auch magische Kräfte besitzt. Schon bald steckt Maus mitten in einem Kampf um das Schicksal der Welt. Und es ist gar nicht so leicht, herauszufinden, wer dabei gut und wer böse ist ... 

Meine Meinung:
Der Schneekönigin wird ihr Herz gestohlen. Fortan wird sie immer schwächer und versucht alles, um ihr Herz - ein Eiskristall - wiederzubekommen. Ihr in den Weg stellen sich Tamsin Spellwell, eine junge Zauberin, sowie Maus, ein 12-jähriges Mädchen, die von allen für einen Jungen gehalten wird und die sich mit Tamsin anfreundet, nicht zuletzt, um zu verhindern, dass ein ewiger Winter in Russland einzieht.
Ich weiß auch nicht, irgendwie werde ich mit Kai Meyer nicht so recht Freund, hab ich das Gefühl. Ich liebe seine „Arkadien“-Serie, ohne Frage. Aber ich hab mich schon an seiner Merle-Trilogie versucht und nach dem ersten Buch aufgehört, weil es einfach thematisch nicht meins war. Und auch bei „Frostfeuer“ ist bei mir der Funke nicht wirklich übergesprungen.
Ohne Zweifel hat Kai Meyer ein großes wunderbares Erzähltalent. Ich mag seine Art zu schreiben wirklich. Seine Sprache ist bildhaft und eindringlich, dabei trotzdem nicht zu überladen. Mir war bei seinen Beschreibungen von Eis und Schnee in Sankt Petersburg wirklich richtig kalt zumute. Schon der Sprachstil auf den ersten Seiten von „Frostfeuer“ war für mich Grund genug, weiter zu lesen, auch wenn ich schnell gemerkt habe, dass „Frostfeuer“ kein Buch sein wird, das mir als außergewöhnlich oder beeindruckend im Kopf bleiben wird. Es liest sich nett und schnell weg, aber leider war´s das auch schon.
Interessant fand ich die Figur Tamsin Spellwell, und diese ist dafür in meinen Augen einfach zu wenig auf ihre Kosten gekommen. Das Buch wird vorwiegend aus der Perspektive von Maus erzählt - einem 12-jährigen elternlosen Mädchen eben. Ein bisschen mehr Verwegenheit und Zauber, vermittelt durch Tamsin, hätte dem ganzen Geschehen gut getan, finde ich.
Sehr schön fand ich das Setting für „Frostfeuer“; Sankt Petersburg gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist für eine verschneite Winterlandschaft, die von der Schneekönigin beherrscht wird, ja geradezu prädestiniert. Schade wiederum fand ich dann, dass die ganze Handlung fast ausschließlich in einem Hotel stattfindet, und man von der Stadt gar keinen wirklichen Eindruck bekommt.

Fazit:
„Frostfeuer“ kann man lesen, muss man aber nicht. Für wahre Meyer-Fans gehört es sicher dazu, und schon alleine aufgrund der tollen Sprache lohnt sich das Lesen. Aber sobald das Buch zugeklappt ist, ist es auch aus meinem Kopf verschwunden. Schade. Ich gebe 3,5 von 5 Bücherstapeln.

1 Kommentare:

  1. Oh man, da bin ich echt mal gespannt - "Frostfeuer" befindet sich nach einer Tauschaktion jetzt nämlich auch auf meinem SuB... Wäre dann auch mein erstes Buch von Kai Meyer.

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