Samstag, 23. April 2011

"Julia" - Anne Fortier

Krüger Verlag, 2010
19,95 €

Handlung:
Ein altes Buch lockt die junge Amerikanerin Julia nach Italien: Es ist die längst vergessene erste Fassung der Romeo-und-Julia-Geschichte und handelt von den verfeindeten Familien Tolomei und Salimbeni in Siena. Völlig überrascht stößt Julia auch auf die Warnung ihrer verstorbenen Mutter: Bis heute liege ein Fluch auf den Familien - und damit auch auf ihr. Denn ihr wahrer Name ist Giulietta Tolomei... Auf der Suche nach ihrem Erbe spürt Julia, dass sie beobachtet und verfolgt wird. Wird der Fluch der Vergangenheit auch ihr zum Schicksal?

Meine Meinung:
Julia reist nach Siena, Italien, um Details zum Erbe ihrer Großmutter zu erhalten. Dort stößt sie auf Hinweise zur realen Geschichte um Romeo und Julia, die 1340 in Siena ihren tatsächlichen Ursprung hat. Sie recherchiert und macht die Entdeckung, dass ihre Geschichte und ihr eigenes Leben offensichtlich enger mit der wirklichen „Julia“ aus dem 14. Jahrhundert zusammenhängt, als sie jemals geglaubt hätte...
Nachdem das Buch eine kleine Ewigkeit ungelesen in meinem Regal stand, habe ich „Julia“ – einmal angefangen – trotz der fast 650 Seiten innerhalb weniger Stunden durchgelesen. Zum einen lag das am interessanten Plot, der sich spannend durch das gesamte Buch zieht, zum anderen an der gelungenen Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit, die hier präsentiert wird. Die Handlung wird einmal aus der Sicht der „Julia von heute“ erzählt; zum anderen wird durch Briefe und Tagebucheinträge das schicksalhafte Zusammentreffen von Romeo und Giulietta im Siena des 14. Jahrhunderts wiedergegeben. Auf diese Art und Weise ist „Julia“ ein unglaublich gut recherchiertes und präsentiertes Buch. Im Nachwort verweist die Autorin darauf, dass diverse Fakten historisch tatsächlich so passiert sind, und das lässt das ganze Geschehen gleich viel realer und „handfester“ erscheinen. Sehr interessant fand ich die Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte von „Romeo und Julia“, unter anderem über die Vorläufer der Liebesgeschichte, die noch vor der bekannte(ste)n Version von Shakespeare entstanden sind. Auch die Darstellung des Kennen- und Liebenlernens von Romeo und Giulietta um 1340, die die Autorin hier als Erzählstrang präsentiert, ist anders (und ungewohnt), hat aber dennoch seinen Reiz und erscheint glaubwürdig. Lediglich zum Ende des Buches ist mir die Geschichte etwas wirr und – nun ja – leider konstruiert vorgekommen, da manche inhaltliche Aspekte eben einfach noch eingebaut und „aufgedröselt“ werden mussten.
Ansonsten gibt es eigentlich nichts auszusetzen. „Julia“ bietet einige Stunden interessante, informative und romantische, darüber hinaus sehr gut geschriebene Leseunterhaltung über die Legende um „Romeo und Julia“.

Fazit:
Von mir gibt es dafür – wegen klitzekleiner, vor allem inhaltlicher Mängel hier und da – 4 von 5 Bücherstapel.

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