Montag, 14. März 2011

"Vanished: When lightning strikes" - Meg Cabot

Handlung:
Jess wird vom Blitz getroffen. Eines Tages, als sie gerade mit ihrer Freundin Ruth auf dem Rückweg von der Schule nach Hause kommt. Äußerlich trägt sie keinerlei Schaden davon, jedoch entwickelt sie plötzlich eine außergewöhnliche Gabe: sie kann vorhersagen, an welchen Orten sich vermisste Kinder aufhalten. Auf einmal wacht sie jeden Morgen auf und hat die Adresse des Aufenthaltortes jener Kinder im Kopf, die sie am Tag vorher noch auf Fotos auf Milchkartons gesehen hat. Natürlich wird über kurz oder lang das FBI auf sie aufmerksam und hat größtes Interesse an ihrer Fähigkeit...

Meine Meinung:
Der erste Teil der "Vanished" Reihe hat mir ziemlich gut gefallen. Meg Cabot schreibt unterhaltsam, lustig, und in einem Englisch, das auch Nicht-Englisch-Muttersprachlern leicht fallen dürfte zu lesen.
Jess kommt als recht lockerer Teenie daher, der auch nicht davor zurückschreckt, andere mit den Fäusten zurechtzuweisen und deswegen schon diverse Nachsitzen-Strafen auf ihrem Konto zu verbuchen hat. Selbstverständlich ist auch sie heimlich in einen Schulschwarm verguckt, und besagter Rob Wilkins bekommt im Laufe der Handlung auch seinen Part in der Geschichte zu tragen. Erfrischend ist, dass es kein "Happy End" im herkömmlichen Sinn gibt. Meg Cabot wollte sich hier wohl entsprechend Freiraum für die Nachfolgebände lassen.
Jess ist sympathisch gezeichnet, hat in meinen Augen jedoch einen Fehler: sie macht sich nichts aus der "vom-Blitz-getroffen"-Geschichte. Normalerweise würde man doch denken, dass sie das nicht so leicht annimmt und auch die neue Gabe hinterfragt. Das kommt in meinen Augen etwas zu kurz. Sie wacht auf, stellt fest, dass sie vermisste Kinder aufspüren kann - na gut, dann ist das halt so. Ich hätte mir an mancher Stelle mehr Reflexionen gewünscht, mehr Nachdenken über ihr Handeln und ihre Motive und darüber, welchen Stellenwert diese neue Fähigkeit jetzt für sie einnimmt.
Sehr schön finde ich die Tatsache, dass Meg Cabot diese Geschichte nicht nur spaßig formuliert und "einen unbedarften Young Adult Roman draus macht", sondern im Gegenteil auch ernstere Themen anspricht und diese gekonnt mit der Handlung verknüpft. So wird die Krankheit von Jess´ Bruder Douglas, Schizophrenie, mehrfach thematisiert und auch in den Kontext gesetzt; ebenso wird die Frage ausgesprochen, ob Jess´ Gabe denn ausschließlich gut und vorteilhaft ist. Denn was ist mit jenen Kindern, die mit Absicht verschwunden sind und gar nicht gefunden werden wollen? Nicht jedes Kind möchte (von Jess) nach Hause geholt werden. Diese ernsten Themen haben mir in diesem sonst recht lockeren, lustigen und jugendlich ausgerichteten Roman sehr zugesagt.

Fazit:
"When lightning strikes" ist ein gekonnter Auftakt zur "Vanished" Reihe. Ich bin gespannt, wie sich die Beziehung zwischen Jess und Rob weiterentwickelt. Kurzweiliges amüsantes Lesen garantiert. Insgesamt 4 von 5 Bücherstapel.

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