Mittwoch, 14. Februar 2018

"Beastly" - Alex Flinn

Bastei Lübbe/ Baumhaus Verlag, 2012
7,99 Euro


Handlung:
Kyle Kingsbury ist eine Bestie, die nachts durch New York streift - als hässliches Monstrum. Doch Kyle war nicht immer so. Er war mal ein Junge, mit dem jeder andere gerne getauscht hätte, ein gutaussehender, reicher und bei vielen Mädchen beliebten Kerl, aber er war auch arrogant, eingebildet und überheblich. Zur Strafe wurde er dazu verflucht, dieses grässliche Biest zu sein - jetzt kann ihn nur noch die Liebe von diesem Fluch erlösen.


Meine Meinung:
"Beastly" habe ich tatsächlich zuerst als Film gesehen und dann erst später das Buch dazu gelesen. Neulich lief der Film mal wieder im TV, weshalb mir das wieder in Erinnerung kam und ich mir daraufhin auch sogleich noch einmal das Buch schnappte. Liest sich ja recht schnell weg. 
Erstaunlicherweise (und das kommt bei mir fast nie vor) muss ich sagen, dass mir der Film fast besser gefällt als das Buch. Das ist mir auch erst klar geworden, nachdem ich es jetzt noch einmal gelesen habe. Und vielleicht auch, weil der Film noch so präsent in meinem Kopf war, als ich die entsprechenden Szenen und Dialoge dazu im Buch verfolgte. 
Das Hauptproblem, das ich mit dem Buch habe: es ist so fürchterlich oberflächlich. Vor allem Kyle, der arme reiche und schöne Junge, der zum Biest mutiert. Versteht mich nicht falsch, der Film ist auch schrecklich oberflächlich. Aber der hatte dabei irgendwie noch ein bisschen Stil - und es hat irgendwie Laune gemacht, zuzuschauen. Obwohl es natürlich auch einiges zu meckern gibt. Alex Pettyfer hat sich als Kyle so halbwegs bemüht, wie ein "Biest" zu wirken und dabei aber kläglich versagt. Das liegt aber auch irgendwie an der Aufmachung, die ist einfach zu simpel! Mal ehrlich: ein paar Narben und Tattoos im Gesicht, keine Haare mehr - das soll das Biest sein?! Okaaaayyy...? 
Nein, nicht okay. Das Biest im Buch ist wenigstens ein "echtes" Biest, wie man es sich vorstellt, mit ner Menge Haaren (= Pelz), Reißzähnen und Klauen. Ich meine, so wie Alex Pettyfer in dem Film aussah, laufen manche ja heutzutage völlig alltäglich draußen rum, und das mit Absicht! Zählt also eigentlich nicht richtig als Biest. Und daher ist es in meinen Augen gar nicht mal so abwegig, dass Ober-Arrogantling Kyle als "Biest" zumindest im Film tatsächlich noch das Mädchen rumkriegt und der Fluch gebrochen werden kann. Im Buch sieht das ganz anders aus, denn da konnte ich Kyle und Lindy die ach-so-große Liebe irgendwie nicht abkaufen. Noch dazu weil Kyle hier für meinen Geschmack eine zu holterdipolter Kehrtwende in seinem Charakter hinlegt. Von einer Seite auf die andere ist er plötzlich total verliebt und nichts ist mehr übrig von seinem ekligen Selbst, das er vorher war. Das war zu leicht. Die Dialoge im Buch sind bisweilen außerdem echt schrecklich oberflächlich, simpel gehalten und kitschig. Gut gelungen dagegen finde ich die Idee, einen Chatroom für unglücklich verwandelte Märchenfiguren ins Leben zu rufen, wo sich dann eben nicht nur Kyle, sondern z.B. auch die Kleine Meerjungfrau oder ein Froschkönig tummeln. Deren Austausch ist ziemlich amüsant.
Insgesamt eine nette Version des alten Klassikers "Die Schöne und das Biest", die ins heutige New York verlagert wurde, allerdings hat mir tatsächlich die Verfilmung besser gefallen als das Buch.

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