Montag, 19. Juni 2017

"Caraval" - Stephanie Garber

ivi Verlag, 2017
14,99 Euro


Handlung:
Scarlett Dragna fürchtet sich vor ihrem Vater, dem grausamen Governor der Insel Trisda. Sie träumt davon, ihrem Dasein zu entfliehen und Caraval zu besuchen, wo ein verzaubertes Spiel stattfindet. Doch ihr Wunsch erscheint unerreichbar – bis Scarlett von ihrer Schwester Donatella und dem geheimnisvollen Julian entführt wird, die ihr den Eintritt zu Caraval ermöglichen. Aber ist Caraval wirklich das, was Scarlett sich erhofft hat? Sobald das Spiel beginnt, kommen Scarlett Zweifel. Räume verändern auf magische Weise ihre Größe, Brücken führen plötzlich an andere Orte und verborgene Falltüren zeigen Scarlett den Weg in finstere Tunnel, in denen Realität und Zauber nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Und als ihre Schwester verschwindet, muss Scarlett feststellen, dass sich ein furchtbares Geheimnis hinter Caraval verbirgt ...


Meine Meinung:
Es ist jetzt schon ein paar Tage her, dass ich "Caraval" gelesen habe und ich muss sagen, dass ich mittlerweile echte Probleme habe, mich an die Figuren, deren Namen und große Teile der Handlung zu erinnern. Das spricht wohl eher dafür, dass "Caraval" gar nicht so sehr viel Eindruck bei mir hinterlassen hat.
Wobei das so gar nicht unbedingt stimmt. Ich hab es gern gelesen, es hat Spaß gemacht, in die Geschichte von "Caraval" einzutauchen, aber irgendwie ist es mir nicht im Kopf geblieben. Das mag daran liegen, dass ich die Figuren einfach nicht eindrucksvoll genug fand. Gerade Scarlett war mich völlig farblos und ohne eigenen Willen und Charakter. Sie läuft die ganze Zeit nur anderen hinterher und wirkt unendlich hilflos und abhängig. Das fand ich echt schade, zumal es auch nicht besser wird, selbst als sie mit Julian zu tun hat.
Dann hatte ich mir Caraval vielleicht auch einfach anders vorgestellt, bunter, abwechslungsreicher, mehr "zirkus-artig". Und das war es letztlich überhaupt nicht.
Leider blieben für mich hier letztlich aber auch zu viele Fragen und Hintergründe ungeklärt. Zum Beispiel, was das eigentlich für eine Welt ist, in der Scarlett und ihre Schwester leben. Was sind das für Ländernamen, spielt das ganze in der Zukunft? Wo kommt "Caraval" eigentlich her, warum fährt es herum und warum ausgerechnet dieses Jahr nicht? Solche Hintergrundinformationen haben mir hier einfach gefehlt, um ein besseres Gesamtbild zu bekommen. Dann mochte ich zwar das ganze Verwirrspiel, was in Caraval gespielt und gelebt wird - und die Tatsache, dass man auch als Leser nie so ganz weiß, was das jetzt eigentlich soll und was als nächstes kommt. Aber letztlich möchte man ja doch überrascht werden als Leser, und eben nicht nur verwirrt. Ich war am Ende verwirrt, das muss ich ganz ehrlich zugeben. Irgendwie habe ich nach wie vor das Gefühl, manche Dinge und Zusammenhänge am Ende nicht verstanden oder vielleicht überlesen zu haben, und das stört mich.

"Caraval" ist in meinen Augen also eine gute kurzweilige Lektüre, die zumindest für mich jedoch zu viele Fragen ungeklärt lässt und letztlich zu wenig Eindruck hinterlässt.

Sonntag, 11. Juni 2017

"Sommer in Edenbrooke" - Julianne Donaldson

Pendo Verlag, 2017
20,00 Euro


Handlung:
Marianne Daventry würde alles dafür geben, der Langweile in Bath zu entkommen, wo ein lästiger Verehrer immer wieder versucht, sie für sich zu gewinnen. Deswegen zögert sie nicht, als sie eines Tages eine Einladung von ihrer Zwillingsschwester Cecily erhält, sie auf dem großen Landsitz Edenbrooke zu besuchen. Marianne hofft, dort in aller Ruhe entspannen und die schöne Landschaft erkunden zu können, während ihre Schwester damit beschäftigt ist, den attraktiven Erben von Edenbrooke zu umwerben – doch spätestens, als sie dem sehr unfreundlichen, aber sehr gut aussehenden Sir Philip in die Arme läuft, wird Marianne allmählich klar, dass man manche Dinge einfach nicht planen kann. Denn der geheimnisvolle Mann wird nicht nur ihr Herz in Aufruhr versetzen, sondern auch ihr ganzes Leben durcheinanderwirbeln ...




Meine Meinung:
Wer mal Lust hat auf die Zeit von Jane Austen, die Manieren und die Gesellschaft, die damals gängig waren, aber schon alle Bücher von Jane Austen kennt oder keine Lust hat, sie zum x-ten Mal zu lesen, der kann gut und gerne zu "Sommer in Edenbrooke" greifen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Zum einen ist die Hauptfigur Marianne eine echte Sympathieträgerin, mit der man lachen und leiden kann. War halt keine einfache Zeit für Frauen damals. Dennoch schafft sie es, als Charakter willensstark und eigenständig zu wirken, zumindest gedanklich. Nach außen hin hätte ich sie mir gern aktiver und mehr auf sich selbst bedacht gewünscht, sie lässt sich leider manchmal sehr herumschubsen. Aber nochmal: es geht auch um andere Zeiten und die hat die Autorin in meinen Augen sehr gut eingefangen. Nicht nur auf der Figurenebene, sondern auch was Plot und solche Dinge wie Ortsbeschreibungen und Kleidung betrifft. Sehr realitätsnah, wie ich finde.
Natürlich geht hier am Ende alles irgendwie gut aus, und auch wenn man das schon vorher weiß oder zumindest ahnen kann, hat es mir um keine Seite Lesen leid getan. Im Gegenteil: "Sommer in Edenbrooke" ist für Freunde des Genres ein echtes Leseschmankerl.

Mittwoch, 7. Juni 2017

"Hinter dem Café das Meer" - Phillipa Ashley

Dumont Verlag, 2017
10,00 Euro



Handlung:

Türkisblaues Wasser, raue Steilküsten, kilometerlange Sandstrände – der Sommer in St Trenyan/Cornwall hat einiges zu bieten. Leider ist Demi viel zu beschäftigt, um ihn zu genießen. Sie arbeitet als Kellnerin in einem kleinen Strandcafé, um sich und ihren Hund Mitch über die Runden zu bringen. 
Dann verliert sie ihren Job – und trifft Cal. Er hat ein Anwesen in der Nähe einer idyllischen Bucht geerbt. Das alte, baufällige Haus und das vernachlässigte Gelände will er in eine Ferienanlage umwandeln, und er braucht dringend Unterstützung. Auf einmal hat Demi wieder Arbeit. Und während sie gärtnert, Wände verputzt und Dachziegel anbringt, träumt sie von ihrem eigenen kleinen Café. Aber auch ihr neuer Chef beschäftigt sie – obwohl der es ihr nicht gerade leicht macht. Trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Wenn nur Cals Exfreundin nicht wäre, für die er noch Gefühle zu hegen scheint. Als Cal erkennt, was Demi ihm bedeutet, ist es fast zu spät …




Meine Meinung:
Ich war gar nicht auf der Suche danach und habe es trotzdem gefunden: ein perfektes Sommerbuch. Das ist "Hinter dem Café das Meer"; nicht nur Titel und Aufmachung lassen es vermuten, es steckt wirklich Sommer drin. Und eine schöne Liebesgeschichte obendrein.
Mal ehrlich, Sommerbücher mit Liebesgeschichten findet man ja aber an jeder Ecke. Wenn man will. Warum also auch noch diese hier? Mir hat diese Liebesgeschichte hier vor allem gefallen, weil sie nicht völlig abgehoben und vorhersehbar und von einer Seite auf die andere plötzlich DA ist, so nach dem Motto "Große Liebe, Seelenverwandte, und jetzt erst entdeckt, trallala". Hier entwickelt sich wirklich was. Die beiden Figuren Demi und Cal lernen sich kennen, arbeiten zusammen an einem Projekt, dem Projekt "Öko-Resort", das ich (ich muss es gestehen) anfangs vom Begriff her ein bisschen albern, aber mit zunehmender Beschreibung und Entwicklung im Buch doch richtig nett fand. Würde ich auch Urlaub machen, dort.
Manche Handlungsverläufe vor allem in der zweiten Buchhälfte schrammen ein wenig an der Realität vorbei und hätten in meinen Augen nicht unbedingt sein müssen. Intrigen, Missgunst, kleine Plänkeleien, die fiese Exfreundin, naja, von vielem was dabei, was die Literatur so hergibt.
"Hinter dem Café das Meer" ist dennoch eine schöne kurzweilige Sommerlektüre, mit der man die Seele mal ein bisschen gedanklich baumeln lassen kann. Sympathische Figuren, (ein Hund ist auch dabei!! ;) ), mit Cornwall eine echt schöne nette Ecke als Schauplatz ausgewählt - passt also alles irgendwie und lässt sich deswegen auch so gut weglesen.


Dankeschön an den Dumont Buchverlag!

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