Sonntag, 26. März 2017

"Hallo Leben, hörst du mich?" - Jack Cheng

cbt Verlag, 2017
14,99 Euro

Handlung:

Was würdest du tun, wenn du allein mit deiner Mom lebst, die manchmal ihre “ruhigen Tage” hat, und du planst, deinen iPod mit einer selbstgebauten Rakete ins All zu schießen, um den Außerirdischen das menschliche Leben auf der Erde zu erklären?
Ganz einfach: Der 11-jährige Alex wagt gemeinsam mit seinem Hund Carl Sagan die große Reise quer durchs Land zu einer Convention von Raketen-Nerds. Dabei lernt er nicht nur die unterschiedlichsten Menschen kennen, sondern erfährt auch eine Menge über Freundschaft, Familie, Liebe und all die anderen Dinge, die das Leben als Mensch so lustig, traurig, wunderschön und überraschend machen. Und zum Schluss ist Alex´ Welt um viele kostbare Freundschaften und sogar eine Schwester reicher.



Meine Meinung:
Ach je, dieses Buch... Beim Lesen schwankte ich ständig zwischen Ungläubigkeit und Mitleid. Denn eigentlich kann einem Alex, die Hauptfigur in diesem Buch, fast nur Leid tun. Für einen 11-Jährigen hat er sich eine ordentliche Portion Naivität, Gutgläubigkeit bewahrt und sieht alles tatsächlich noch aus den Augen eines Kindes. Zum Glück. Denn die Lebensumstände von Alex sind eigentlich eher besorgniserregend. Seine Mutter verbringt wegen psychischer Probleme den ganzen Tag auf der Couch liegend und kümmert sich eigentlich um gar nichts mehr, um Alex am wenigsten. Seinen Vater hat Alex nie kennengelernt, der ist wohl recht früh gestorbene. Alex´ älterer Bruder Ronnie hat sich rechtzeitig aus dem Staub gemacht und wohnt in einer anderen Stadt, meldet sich nur alle paar Tage mal am Telefon. Eigentlich... weiß also niemand so genau, was Alex rumtreibt und beschäftigt. Und das ist eigentlich eine total niedliche Idee, mit der er sich beschäftigt. Alex ist fest davon überzeugt, dass es Außerirdische gibt und spricht aus diesem Grund diverse Textmeldungen auf einen iPod, den er mit einer Rakete ins All schicken will - um den Außerirdischen zu erzählen, wie das Leben der Menschen hier so auf der Erde aussieht. Als Leser liest man diese Texte, die Alex auf seinen iPod spricht und erlebt seine Story auf diese Art und Weise. Ich fand diese Beschreibungen von Alex so niedlich, so unbedarft und ehrlich, wie man wohl nur als Kind sein kann. In seiner Welt sieht er die ganzen Probleme nicht, die ihn eigentlich umgeben, sieht nicht, dass seine Mutter - und er - eigentlich Hilfe brauchen. Vielmehr lebt er seinen Traum, macht sich mit seinem Hund selbstständig auf den Weg zu einer Raketen-Convention und lernt dabei verschiedene Personen kennen, die den Ernst der Lage eher erkennen als er. Am Ende wird sich für Alex einiges ändern, nicht nur durch die Menschen, die er getroffen und lieb gewonnen hat. 
Durch die Textpassagen, die von Alex gesprochen werden, und die man sozusagen liest und empfängt, als wäre man der Außerirdische, der sie sich anhört, ist das Buch etwas ganz anderes, etwas ganz ungewöhnliches. Ich habe so mit Alex mitgelitten, auch wenn man es eigentlich nicht musste, weil er der Optimismus in Person ist und sein Leben selbst mag, wie es ist. Eine schöne Geschichte, die zu Herzen geht.

2 Kommentare:

  1. In das Buch habe ich auch reingelegt, weil es eigentlich nach meinem Geschmack klingt. Aber ich war so schnell genervt vom Erzählton, dass ich mich entschieden habe es nicht zu lesen.

    Liebe Grüße
    Nanni

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  2. Huhu! Ja, der Schreibstil bzw. Erzählton ist schon etwas ungewöhnlich, und letztlich kam mir Alex in seiner Naivität noch viel jünger als nur 11 vor - insofern ist das echt Geschmackssache, ob einem das gefällt. Aber ich habe mich irgendwie festgelesen... ;)

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