Sonntag, 19. Februar 2017

Ich habe ein Blind Date.

Nicht mit einer Person, wie ihr jetzt vielleicht denkt. Nein, mit einem Buch, aber unter Umständen kann das ja sowieso die angenehmere Begegnung werden... 
Ich habe schon häufig in Buchläden (in größeren Ketten, aber auch in kleinen privat geführten Geschäften) sogenannte Blind Date - Büchertische erspäht, auf denen Bücher in Papier eingewickelt und mit nichts mehr als einer kurzen (meist kryptischen) Inhaltsbeschreibung oder sogar nur kurzen Stichpunkten darauf vermerkt auf Käufer warten. Ich gucke mir solche Bücher eigentlich ganz gern mal an, meistens jedoch sprechen mich diese Inhaltsangaben oder eben die Stichpunkte darauf nicht wirklich an. Und dann ist da ja auch immer noch der Gedanke, dass es ein Buch sein könnte, das a) ich schon besitze (was ich vielleicht trotz der Kurzbeschreibung nicht merke), oder b) mir einfach gar nicht gefällt, weil es so gar nicht mein Fall ist, und es mir im Normalfall niemals gekauft hätte.
Da geht es einem mit einem Blind Date-Buch also eigentlich wie mit einem Blind Date-Menschen, wenn man sich denn auf sowas einlässt. Aus diesem Unsicherheits-Faktor und dem Gedanken "Da ist mir mein Geld zu schade, ich habe ohnehin schon soviele Buchwünsche!" heraus, habe ich um solche Blind Date- Bücher also bisher einen Bogen gemacht. Angesehen ja. Das Buch in der Hand gewogen und eine Sekunde darüber nachgedacht auch. Aber gekauft habe ich ein solches Buch bisher nie.

Gestern aber doch. Ich habe in der Mittagspause meiner Weiterbildungsveranstaltung die nur 50m entfernt liegende thalia-Buchhandlung besucht, mir eine halbe Stunde die Beine vertreten und bin schließlich mit 2 Büchern wieder rausgegangen - und eins davon war in unauffälliges braunes Packpapier eingewickelt und versprach laut Kuli-Aufschrift eine lustige tolle Geschichte. 






Ich habe mit dem Auspacken gewartet, bis ich zuhause war. Und ja, ich war tatsächlich ein bisschen aufgeregt - hallo, es handelt sich schließlich um ein Blind Date! Nun ja, dennoch wurde die Aufregung dann von ein wenig Enttäuschung abgelöst, wenn ich mal ehrlich sein soll. Denn das Buch, das zum Vorschein kam, ist so eins, das ich eigentlich unter die Rubrik "Nicht mein Fall" ablegen würde. Zumindest hatte ich bisher noch nie Interesse an dem Buch, auch wenn es mir auf Blogs und in Buchläden natürlich schon begegnet ist.


"Johan Andersson – seit seinen zahllosen Gefängnisaufenthalten nur noch »Mörder-Anders« genannt – ist frisch aus dem Knast entlassen und braucht einen neuen Job sowie neue Freunde. Da kommt ihm die Begegnung mit der geschäftstüchtigen Pfarrerin Johanna Kjellander, die wegen ihrer atheistischen Gesinnung arbeitslos geworden ist, gerade recht. Zusammen mit dem Hotel-Rezeptionisten Per Persson gründen sie eine »Körperverletzungsagentur« mit Mörder-Anders in der Rolle des Auftragsschlägers. Die Nachfrage läuft blendend. Bis Mörder-Anders nach dem höheren Sinn des Ganzen fragt, sich plötzlich für Gott interessiert und friedfertig werden will. Doch Stockholms Gangsterbosse haben mit ihm noch eine Rechnung offen und nehmen Mörder-Anders und seine Freunde gründlich in die Zange …"
Eigentlich kann ich nicht erklären, warum mich diese Geschichte bisher so gar nicht gereizt hat. Klingt ja eigentlich schön schräg und für sowas bin ich manchmal zu haben. Also mal sehen, ob es und ich doch noch Freunde werden. Reinlesen werde ich auf jeden Fall.

Wie steht ihr zu solchen "Blind Date- Büchern"? Habt ihr euch selbst schon einmal eins gekauft? Oder wurde euch vielleicht eins geschenkt? Habt ihr gute Erfahrungen gemacht?

5 Kommentare:

  1. Also gekauft habe ich noch nie eins, ich hab das auch noch nie in einer Buchhandlung gesehen. Würde es aber vermutlich auch mit dem Hintergedanken, dass mir das Geld zu schade ist, wohl eher nicht tun.

    Blöde Frage: Kauft man das dann zum ganz normalen Preis oder ist es etwas günstiger bzw. sie haben einen Einheitspreis?

    Ich habe das nur mal in der Bibliothek gemacht. Da bekam ich dann tatsächlich ein Buch, das ich gerne lesen wollte. Das Risiko ist ja nicht so hoch - wenn es einem nicht gefällt, bringt man es eben ungelesen zurück.

    LG, Bianca

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  2. Hallo! Nee, also billiger ist es nicht, man bezahlt den Originalpreis. Der stand bei meinem Buch hinten klein in der Ecke mit Kuli geschrieben. Und man kann das Buch auch zurück geben mit Kassenzettel, wnn man es wirklich nicht haben will. Immerhin... ;)

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  3. Ich kenne solche Blind Dates bisher nur aus der Bibliothek - dort mag ich das auch gern, weil man bedenkenloser zugreift, wenn man das Buch ja nur ausleiht. Leider wohne ich mittlerweile recht weit von der Zweigstelle weg, die solche Blind Date-Bücher anbietet, daher hatte ich nun schon länger keins mehr.

    Ehrlich gesagt bin ich auch etwas skeptisch, was den neuen Jonasson betrifft. Sein Debut, "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand", habe ich toll gefunden, aber das nachfolgende Buch hat mir schon nicht mehr wirklich gefallen. Daher hatte ich auf dieses hier schon gar keine Lust mehr. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass man es anders liest, wenn man von Jonasson sonst noch nichts kennt (und dementsprechend nicht das Gefühl hat, dass er gerade sein Erfolgsrezept wieder aufwärmt).

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  4. Huhu :) Ja, ich glaube, wenn ich regelmäßige Bibliotheksbesucherin wäre und es dort so einen Büchertisch gäbe, dann würde ich mich auch häufiger darauf einlassen. Es ist halt wirklich de Gedanke an das Geld, das man mitunter ausgibt für ein Buch, das man so tatsächlich nie im Leben haben wollte. Andererseits... Wenn dann eine Inhaltsangabe die "Macht" hat, mich sooo neugierig auf das Buch zu machen, dann sollte ich mich vielleicht doch darauf einlassen, aller Vorurteile zum Trotz :D

    Von Herrn Jonasson kenne ich gar nichts. Ich habe (wenn ich mich recht erinnere) irgendwo in meinen Bücherregalen auch "Der Hundertjährige..." stehen, aber nie reingeschaut, muss ich zugeben. Das habe ich mal geschenkt bekommen. Also würde ich an dieses Buch jetzt hier völlig urteils- und vergleichsfrei rangehen können.

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  5. Hallo,

    ich habe solche Blind-Date-Bücher auch schön öfters in Buchhandlungen gesehen, aber dann doch noch nie zugeschlagen. Einfach aus Angst, einen Fehltreffer zu landen und mich dann zu ärgern.

    "Mörder Anders..." hat mich bislang auch noch gar nicht gereizt. Aber ich mochte den Film "Adams Äpfel" sehr und der Hinweis auf dem Packpapier lässt mich das Buch jetzt doch in anderem Licht sehen :) Vielleicht werde ich es mir doch mal anschauen.

    Liebe Grüße
    Julia

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