Dienstag, 28. Februar 2017

"Herz"-Buchreihe - Kathrin Lange

Arena Verlag, 2014-2015

Buchreihe:
1. Herz aus Glas
2. Herz in Scherben
3. Herz zu Asche



Inhaltsangabe Teil 1:
Juli ist wenig begeistert, die Winterferien auf Martha’s Vineyard verbringen zu müssen. Auf der Insel trifft sie den verschlossenen David, dessen Freundin bei einem Sturz von der Klippe ums Leben gekommen ist. Bald erfährt Juli, dass ein Fluch für den Tod weiterer  Mädchen verantwortlich sein soll. Eine geisterhafte Stimme beginnt, ihr nachts Warnungen zuzuflüstern. Als sie sich in David verliebt, gerät sie in tödliche Gefahr.


Meine Meinung:
* Ich versuche es ohne, aber vielleicht sind doch kleine Spoiler in Bezug auf die ganze Reihe drin...*

Ich habe die Buchreihe von Kathrin Lange beendet - endlich, möchte ich fast sagen. Denn so sehr mich der erste Teil noch interessiert und ... ja, fast mitgerissen hat, umso anstrengender fand ich den Verlauf der weiteren Handlung. Der dritte Teil letztlich hat mich mit seinem Hin und Her und dem Fehlen einer wirklichen greifbaren Handlung fast nur noch genervt.
Denn genau das ist nun leider das, was von der 3-teiligen Buchreihe in meinem Kopf hängenbleibt: dass ich sie insgesamt zu lang geraten finde, weil ab der zweiten Hälfte von Buch 2 eigentlich nicht mehr viel passiert. In meinen Augen hätte man die ganze Reihe gut um ein ganzes Buch kürzen können und hätte dafür die wichtigen Punkte aus Buch 2 und 3 in eins gepackt. Herausgekommen wäre für mich eine schlüssigere Handlung, insgesamt mit mehr Spannung und auch Tiefgang. Denn der hat mir gerade im letzten Teil völlig gefehlt. Band 3 besteht eigentlich nur aus einem endlosen Hin und Her, sowohl bezogen auf Ortswechsel (mal im Haus, dann raus auf die Klippen, dann wieder ins Haus, dann an den Strand, dann mal kurz nach Boston und wieder zurück auf die Klippen), als auch bezogen auf das für mich nur schwer zu durchschauende Gefühlswirrwarr zwischen Juli und David. Auf der einen Seite wollen sie sich, dann mal wieder nicht, dann heißt es wieder "große Liebe", nur um auf der nächsten Seite wieder getrennt zu sein. Nervig fand ich das, tut mir Leid.
Sicher, ich mag nicht mehr zur unmittelbaren Zielgruppe zu gehören, daher empfinde ich das vielleicht auch ein wenig anders als jüngere Leserinnen. Aber andererseits lese ich häufig mal ein Jugendbuch und finde auch immer wieder welche, die mir (trotz meines "Alters") richtig gut gefallen.

Woran hat es also hier gehapert? Abgesehen von der bereits erwähnten Länge und meinem Empfinden, dass man die ganze Geschichte um das ganze Hin und Her hätte kürzen können, ist es wahrscheinlich auch die Tatsache, dass mir mit fortschreitender Handlung das Mysteriöse und Geheimnisvolle ein wenig abhanden gekommen ist. Teil 1 fand ich herrlich geheimnisvoll, schon allein der Beschreibung wegen: eine einsame abgelegene Villa auf einer abgelegenen Insel, beladen mit einem jahrhundertealtem Familienfluch, der hier und da im Verlauf auch für ein paar Gänsehautmomente gesorgt hat, wenn plötzlich geflüstert wurde mitten in der Nacht, oder Türen offen standen, die eben noch geschlossen waren. Das hat für mich den Reiz von Buch 1 ausgemacht. Und ich war neugierig, ja. Ich wollte wissen, wie es mit Juli und David weitergeht. Ich wollte wissen, warum David so ein toller Hecht sein soll, dass Juli für ihn alle Bedenken über Bord wirft. Ich wollte Drama, Spannung, Leid und Liebe und das alles schön gewürzt mit Geheimnissen und mysteriösen Momenten. Das hat aber leider von Seite zu Seite nachgelassen, war in Teil 2 schon kaum noch zu finden und in Teil 3 (wie oben erwähnt) dann irgendwie gar nicht mehr da. Madeleine, die Fluch-Sprecherin, erscheint hier mal ab und zu und winkt Juli zu, ok, tolle Sache. Aber Grusel? Und geheimnisvoll? Nee. Vor allem wurde mir der Abschluss dann auch wegen Charlie, Davids Ex-Verlobten, einfach zu anstrengend. Die hat so ziemlich jedes Klischee einer nervigen Ex-Freundin auf den Leib geschrieben bekommen: leider ziemlich heiß aussehend, dennoch ein fieses intrigantes und obendrein auch noch reiches Miststück, das arrogant die Neue ihres Ex´ belächelt. Und besagter Ex macht natürlich mit. Hach nee, wie doof. Und irgendwie vorhersehbar. Auch der Showdown im letzten Buch sorgt zwar für spannende Momente, aber so wirklich der Überraschungsknaller ist es in meinen Augen nicht geworden. 

So bleibt mir das Fazit, dass ich Kathrin Langes Buchreihe zwar zu Beginn mochte und Teil 1 wirklich gern gelesen habe, dass mir der Verlauf aber einerseits zu lang und auch zu gewollt erschien. Für mich hätte die Geschichte kürzer, knackiger und dadurch spannender sein können, ohne das ganze nervtötende Hickhack und Hin und Her im letzten Teil.


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