Dienstag, 26. April 2016

"Rabentod" - Nikola Hotel

Kindle Edition, 2016
4,99 Euro

HIER geht´s zum Buch

Reihe:
1. Rabenblut
2. Rabentod


Handlung:
Isa und Alexej sind dem Jäger entkommen, aber ihr Glück währt nur kurz: Auf einem ihrer Streifzüge durch den Wald findet Isa einen Raben, dem das Herz herausgeschnitten wurde.
Ihre dunkle Vorahnung wird zur Gewissheit, als sie erfährt, dass der tote Vogel tatsächlich ein Rabe aus Alexejs Schwarm ist. Dann wird Alexej entführt, und jeder Tag, der vergeht, hält für ihn neue Qualen bereit. Um ihn zu retten, muss sich Isa ausgerechnet mit dem Mann verbünden, der ihr am meisten Angst einjagt: Sergius. Zusammen schmieden sie einen verzweifelten Plan, bei dem jeder von ihnen einen hohen Preis zahlen muss. Doch ihnen bleibt keine andere Wahl, denn der Tod kommt mit schnellen Schwingen ...


Meine Meinung:
Ich habe bis eben "Rabentod" gelesen und klebte dabei an den elektronischen Seiten des Kindles. Ich habe getippt und getippt, um weiter und weiter zu lesen und plötzlich ... - stand da das Wörtchen "Danksagung". Und ich so "Waaaaaaaaas?!!!??" Puh, das kam ganz schon unerwartet, hat mich richtig kalt erwischt. Da ist ein ziemlich fieser Cliffhanger am Ende von "Rabentod", liebe Frau Hotel, das kann ich mal sagen! So fuchsig mich so etwas sonst macht (na gut, macht es mich hier auch), hat dieses unerwartete und so unglaublich offene Ende einen ganz entscheidenden Vorteil: Mit diesem Ende MUSS die Story von Alexej und Isa einfach weitergehen!! Hier ist also noch nicht Schluss, das erfreut mich gerade ungemein.
Tja, so lange habe ich auf diesen zweiten Teil gewartet und ihm entgegen gesehnt, als endlich bekannt wurde, dass es eine Fortsetzung zu "Rabenblut (drängt)" geben wird. Und was soll ich sagen: Die Story aus Band 2 steht dem ersten Teil in nichts nach. Zwar steht der romantische Aspekt nicht mehr soo sehr im Vordergrund wie vielleicht noch am Anfang, aber dafür gibt´s hier eine ganze Menge mehr Action, schöne und unschöne,
Der heimliche Star dieses zweiten Teils ist glatt Sergius geworden, womit ich mich anfangs wirklich schwer getan habe. Denn Sergius leistet sich gerade zum Ende von Teil 1 ja einige Aktionen, die mich haben schlucken lassen und die meiner Sympathie ihm gegenüber nicht unbedingt förderlich waren. Daher habe ich all die Auftritte von Sergius hier mit gemischten Gefühlen gesehen und wusste gar nicht so recht, wie ich es finden soll, dass sich Sergius und Isa hier doch glatt miteinander anfreunden. Aber irgendwie ... hat dann alles gepasst. Die Fortsetzung liest sich genauso spannend und atemlos und begeisternd wie Teil 1. Die Chemie zwischen Isa und Alexej passt (mehr als das!) und man wünscht den beiden sooo sehr ein glückliches Ende. Ich muss wirklich sagen, die beiden sind mir echt nicht egal. Bei manchen Büchern liest man eher "nüchtern", wie sich etwas zwischen zwei Figuren entwickelt, man nimmt es einfach so hin - hier ist das gar nicht der Fall. Mit den beiden fiebere ich echt mit. Und daher freue ich mich jetzt schon auf Teil 3.

Ein herzliches Dankeschön an Nikola Hotel für das Rezensionsexemplar und die schöne Zeit, die ich mit dem Lesen verbringen durfte! :)

Sonntag, 24. April 2016

"Between the lines: Wilde Gefühle" - Tammara Webber

MIRA Taschenbuch, 2016
9,99 Euro (Kindle Edition)



Handlung:
Eigentlich müsste Emma durchdrehen vor Glück: Sie soll die Hauptrolle in einem Blockbuster spielen. Ihr Filmpartner ist niemand anderes als Hollywoods heißester Bad Boy Reid Alexander! Der für sein ausschweifendes Sexleben und seine Skandalpartys bekannt ist - und der alles daran setzt, sie zu verführen. Bei seinen Küssen bekommt Emma ganz weiche Knie. Doch ist es wirklich eine gute Idee, sich auf Reid einzulassen? Denn in Wahrheit fühlt sich Emma mit all dem Glamour nicht wohl. Außerdem ist da auch noch ihr sensibler Co-Star Graham Douglas, allerdings scheint dieser schon vergeben zu sein … 


Meine Meinung:
Puh. Ich musste eben nach dem Auslesen erstmal überlegen, wann ich zuletzt etwas so oberflächliches wie diese Geschichte gelesen habe - und mir ist nichts eingefallen. "Between the lines" verspricht eine Liebesgeschichte, eingebettet im Glamour und Highlife von Jungschauspielern, die die Rolle ihres Leben ergattert zu haben glauben. Allen voran Emma und Reid, die beiden Hauptprotagonisten, die in einer neuzeitlichen Version von "Stolz und Vorurteil" an einer Highschool Elisabeth und Mr. Darcy spielen sollen. So weit, so gut. 
Die ersten Seiten, die ersten Kapitel fand ich noch ganz nett, auch wenn ich bereits dort den Gedanken nicht abschütteln konnte, dass die Figuren mitunter recht plakativ und voller Klischees dargestellt sind. Die böse, einfältige Stiefmutter. Der arrogante Jungstar. Das naive schüchterne Mädchen aus der Provinz, das gern schauspielern möchte. Leider ändert sich an diesem Eindruck jedoch auf den Folgeseiten auch nichts mehr, im Gegenteil: je mehr Personen dazu kommen, umso schwarz-weißer wird alles. Die Figuren sind derart klischeehaft dargestellt, dass ich anfangs wirklich dachte, die Autorin nimmt uns doch hier auf den Arm, da wird doch sicher gleich ein dicker Wendepunkt kommen. Ähm - nein. Reid ist von Seite 1 an arrogant, oberflächlich, nur auf Spaß, Sex und Parties aus und sieht in Emma nur eine weitere Mädchennummer, die er abzuarbeiten hat. Und daran ändert sich absolut nichts, die ganze Zeit. Auch Emma bleibt eigentlich durchweg das naive Liebchen, das sich mit dem Wind dreht. Graham als Reids Gegenspieler wirkte zumindest in meinen Augen kein bisschen interessanter. Und mein erster Gedanke, dass hier eigentlich schon nach gut 4 oder 5 Kapiteln klar ist, für wen sich Emma am Ende entscheidet, stellte sich dann leider auch als absolut richtig heraus. Gut, zugegeben, einen kleinen Aha-Moment bietet die Story zum Ende hin noch. Aber der ist so lächerlich und konstruiert - gerade in Anbetracht der Tatsache, dass es hier um gerade mal 18- oder 20-jährige Schauspieler geht -, dass ich das nur noch mit einem Kopfschütteln aufnehmen konnte.
Ich habe in dieser Geschichte einfach nichts für mich rausholen können. Die Figuren sind plakativ und langweilig, die Handlung plätschert ohne großes Aufsehen vor sich hin und ist ebenfalls langweilig. Und selbst die Schilderungen des Lebens am Filmset sind langweilig! Ich hätte wirklich gedacht, man bekommt als Leser mal ein paar Einblicke, wie die Drehtage der Protagonisten so ablaufen, wie sie sich in den Szenen machen, Versprecher, Texte lernen - halt irgendwas, was das Thema Schauspielern betrifft. Stattdessen geht´s eigentlich nur um Parties in Clubs oder Hotelzimmern, die nach den Drehtagen abgehalten werden. Alle lassen sich ständig volllaufen, bringen nur dumme Sprüche und schleppen Mädels für die Nacht ab. Nur einer nicht. Der geht lieber joggen mit Emma. Ich meine, wo ist denn da die Überraschung? Warum muss die Autorin hier alle Klischees und Vorurteile, die man als "Normalo" so von jungen, übermäßig reichen und arroganten Teenie-Stars in Hollywood & Co. ohnehin schon im Kopf hat, dann auch noch absolut bestätigen? Warum hätte "Between the lines" nicht mal irgendwas Frisches, Unerwartetes sein können? Und vor allem eine Liebesgeschichte, bei der man nicht von Beginn an ahnt, wie sie ausgeht? 
Ich habe gerade eben gesehen, dass es bald eine Fortsetzung zu dieser Geschichte geben wird. Wieder mit Emma, Reid und Graham. Aber definitiv nicht mit mir als Leserin.

Ein herzliches Dankeschön an den MIRA Taschenbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 23. April 2016

[Gewinnspiel] Blogger schenken Lesefreude 2016

Hallo ihr!
Die Tatsache, dass ich völlig vergessen habe, irgendetwas für den heutigen Welttag des Buches vorzubereiten, ist wahrscheinlich Anzeichen genug dafür, dass ich momentan überhaupt keine Zeit für Bloggen oder gar Lesen habe. Die Tage rauschen so an mir vorbei und dann ist auf einmal der 23. April und ich werde wach und denke mir "Ach Mensch, heute war doch was." Völlig vergessen, dass heute der "Tag des Buches" ist - der Tag, der das Lesen und die Bücher dieser Welt feiert.
Tja, mit tollen Aktionen rund ums Lesen, Schnitzeljagden, Interviews, Einblicken in meine Bücherregale und und und kann ich nun leider nicht wirklich dienen. Dafür bin ich zu unvorbereitet und ich möchte den Post heute auch nicht erst 20 Uhr online stellen. (Da ist der Tag ja gelaufen.)
Nein, ich entscheide mich daher - zur Feier des Tages und weil es sich in den letzten Jahren bewährt hat - für ein (schnödes) Gewinnspiel. Meine Kreativität schläft noch (und wird heute sicher auch nicht mehr wach), daher müsst ihr euch für dieses Gewinnspiel auch nicht zuuu sehr anstrengen, denke ich. Ich möchte nur etwas von euch wissen - einen Buchtipp sozusagen.



Und was gibt´s eigentlich zu gewinnen? Ich hab kurz überlegt, die Entscheidung ist mir dann aber doch relativ leicht gefallen. Ich habe mich für eins meiner Lese-Highlights aus dem letzten Jahr entschieden, und zwar "Die Sehnsucht des Vorlesers" von Jean-Paul Didierlaurent. Ein Buch, das, obwohl ich anfangs gar keine großen Erwartungen dazu hatte, mich völlig überrascht und bezaubert hat. Ich habe es während einer Zugfahrt verschlungen und war danach selig und konnte mir dieses Lächeln nicht aus dem Gesicht wischen, das dieses Buch verursacht. Meine Rezension findet man HIER. All jenen, die das Buch noch nicht kennen, möchte ich die Chance geben, es kennenzulernen, und daher verlose ich es heute. Füllt mir dazu bitte nur das hier aus:









Ich lose unter allen Teilnehmern am 30.04.16 einen Gewinner aus, ihr könnt also bis 29.04.16, 23:59 Uhr teilnehmen. Bitte beachtet, dass ihr über 18 sein solltet oder die Erlaubnis eurer Eltern zur Gewinnspielteilnahme braucht. Ich versende innerhalb von Deutschland (oder auch weiter, wenn ihr das Porto übernehmt ;) ), Garantie, Erstattung oder Auszahlung des Gewinns sind ausgeschlossen.

Habt bis dahin eine schöne Woche und heute einen wunderbaren Tag des Buches! Ich mache jetzt das einzig Richtige, um diesen Tag gebührend anzugehen: ich werd mir ein Buch schnappen und lesen... :D


Sonntag, 17. April 2016

"Warten auf Gonzo" - Dave Cousins

Verlag Freies Geistesleben, 2016
19,90 Euro

Handlung:
Oz ist immer für einen Lacher zu haben. Es ist wirklich nicht seine Schuld, dass manche Leute so humorlis sind. Doch bei einem seiner Scherze geht der Schuss nach hinten los, und er setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die in ein einziges Durcheinander münden. Man muss es tatsächlich erlebt haben, wie Oz versucht, den Schaden zu begrenzen - auf seine eigene, einzigartige Weise. Oder anders ausgedrückt: Jeder kann einen Fehler machen, aber um alles zu versauen, muss man ein Genie sein. Auch seine größere Schwester Meg zieht Oz nicht aus dem Schlamassel - doch dann bekommt sie selbst ein Problem. Eines, das von Tag zu Tag größer wird... Oz schreibt seine Geschichte rückblickend in Form eines Briefes an Gonzo. Aber wer ist diese rätselhafte Gestalt?


Meine Meinung:
Mein erster Gedanke zu diesem Buch, noch bevor ich angefangen habe, es zu lesen, war, dass es bestimmt eine Anlehnung an das bekannte "Warten auf Godot" von Samuel Beckett sein wird. Dass hier jemand warten und warten wird, bis - letztlich nichts passiert. Der Titel des Buches ist einfach zu sehr eine Parallele, dachte ich, als dass es das nicht sein könnte. Obendrein ist er direkt so aus dem Englischen übernommen worden, ohne etwas daran zu ändern ("Waiting for Gonzo"), das ist ja auch nicht immer der Fall. 
Nun... Mit "Warten auf Godot" hat das Buch von Dave Cousins nichts zu tun, wie ich dann recht schnell feststellte. Zwar wartet Oz, das ist richtig. Aber Gonzo ist wirklich real, es gibt Gonzo tatsächlich. Es ist nur in den ersten Kapiteln nicht ersichtlich, wer das denn ist. Was mir an diesem Buch unglaublich gut gefallen hat, ist dieser Überraschungsmoment, wenn man "schnallt", wer hinter "Gonzo" steckt. Das kann ich hier an dieser Stelle natürlich nicht verraten, das würde ja allen den Spaß nehmen. Und Spaß macht das Buch allemal. Ich habe so gern von Oz und seiner verqueren Familie gelesen, von seiner Schwester, und auch von seinem neu erworbenen Freund Ryan, der es nur gut meint, es als Nerd der Schule aber nun mal nicht so leicht hat. Dave Cousins hat sich hier bei allen Figuren etwas gedacht und sie liebevoll in die Geschichte eingebaut. "Warten auf Gonzo" wird dadurch ein wunderbares Schmökerbuch zum Staunen und zum Lachen, über Neuanfänge, über Freundschaft, über Fehler, die man macht und die man versucht, wieder zu begleichen. Aber manchmal ... passieren eben Dinge, die hat man einfach nicht in der Hand. Wie Gonzo. 
Was ich letztlich auch noch sagen möchte, ist, dass ich froh bin, dass der Verlag bei diesem Buch NICHT das Originalcover aus dem Englischen übernommen hat. Das deutsche Cover finde ich, obwohl ungewöhnlich, viel schöner und ansprechender als das quietschgelbe Original, das so vollgepackt ist mit Schrift. Daumen hoch, für Buch und für Cover!

Ein herzliches Dankeschön an den Verlag Freies Geistesleben für das Leseexemplar!

Sonntag, 10. April 2016

"Romeo & Romy" - Andreas Izquierdo

Suhrkamp/ Insel Verlag, 2016
14,99 Euro

HIER geht´s zum Buch (Verlagsseite)


Handlung:

Romy könnte eine große Schauspielerin sein, aber niemand sieht sie, denn sie ist nur die Souffleuse. Aber auch das nicht lange, denn nach einem harmlosen Flirt mit Hauptdarsteller Ben, dessen einzige schauspielerische Glanzleistung sein Auftritt als »Frischedoktor« in einem Waschmittelspot ist, wird sie gefeuert. Und Ben kurz nach ihr. 
Romy kehrt zurück in ihr winziges Dorf, um dort ihr Erbe anzutreten. Hier leben nur noch Alte. Und die haben sich in den Kopf gesetzt, rasch das Zeitliche zu segnen, denn auf dem Friedhof sind nur noch zwei Plätze frei. Wer da zu spät kommt, muss auf den Friedhof ins Nachbardorf. Und da gibt es – wie jeder weiß – nur Idioten. 
Romy schmiedet einen tollkühnen Plan: Sie will mit den Alten ein elisabethanisches Theater bauen. Aus der gammeligen Scheune hinter ihrem Hof. Und mit ihnen Romeo und Julia auf die Bühne bringen. Sie haben kein Geld, keine Erfahrung, aber einen Star: Der »Frischedoktor« soll Regie führen! Ben ist begeistert: Regisseur! Das könnte unter Umständen der erste Job werden, den er nicht voll gegen die Wand fährt ... 



Meine Meinung:
Von den Büchern, die ich bisher von Herrn Izquierdo gelesen habe, war ich eigentlich immer begeistert. Und die Inhaltsangabe von "Romeo & Romy" versprach ein ähnliches Erlebnis, was ich voll und ganz bestätigen kann. Was sich zunächst vielleicht so humorig in der Kurzbeschreibung anhört, ist noch so viel mehr. Es geht auch - und insbesondere - um Neuanfänge, berufliche aber auch solche in Beziehungsdingen. Es geht um Verarbeitung von Verletzungen - den inneren, seelischen Verletzungen, die einem nun mal manchmal im Leben begegnen und denen man nicht immer ausweichen kann. Z.B. solchen, die von ganz alleine kommen, wenn man eine geliebte Person verliert. Nach dem Tod ihrer Großmutter steht Romy gefühlt irgendwie alleine da, mit einem geerbten Haus, keinem Job und keiner Ahnung, wie es weitergehen soll. Nun, so alleine ist sie tatsächlich gar nicht. Ein ganzes sächsisches Dorf steht hinter ihr, anfangs zögerlich, später aber geschlossen. Ich finde, Andreas Izquierdo hat dieses Dorf mit all seinen kuriosen und schrulligen Einwohnern wunderbar eingefangen. Die Dorfbewohner haben angesichts des kleinen Problems, nur noch 2 freie Plätze auf dem Friedhof zu haben, ganz außergewöhnliche Ideen, wie man da vorzugehen hat. Mehr kann und ich will ich hier wirklich nicht erzählen, das würde jedem Leser den Spaß verderben. Nur soviel, dass manches vielleicht im ersten Moment ein wenig makaber wirken mag. Aber letztlich schafft es der Autor durch so viele liebevolle Details und Ideen, dieses Dorf lebendig und vor allem real wirken zu lassen - wer weiß, vielleicht gibt es so ein Großzscherlitz ja tatsächlich irgendwo. Ich würde mich dort wohl fühlen. Als ich gelesen habe, dass die dorfeigene Gastwirtschaft "Muschebubu" heißt, musste ich herzlich lachen - ich glaube, diesen Begriff kennt man wirklich nur hier im Osten...
Letztlich kommen hier aber nicht nur Freunde skurriler Dorfgemeinschaften hier auf ihre Kosten, sondern auch Shakespeare-Verehrer, denn Romy macht das einzig Richtige: sie folgt ihren Wünschen, macht das, was ihr Herz ihr sagt. Und das sagt, sie solle ein elisabethanisches Theater ganz im Stile Shakespeares bauen. Was anfangs wie ein Mammutprojekt anmutet, nimmt bald mit der tatkräftigen Unterstützung des Dorfes Gestalt an. Und was könnte man besser dort spielen als DEN Klassiker schlechthin, "Romeo und Julia" nämlich. Auf sächsisch. Gemeinsam mit der Hilfe von Ben, den herzensbrechenden Schauspieler, mit dem Romy schon gearbeitet (und geliebäugelt) hat, soll ein Theaterstück der Dorfbewohner auf die Bühne gebracht werden. Oder ... kommt doch noch alles anders als gedacht?
"Romeo & Romy" ist ein weiteres Buch von Andreas Izquierdo, das mir absolut gefallen, mich bestens unterhalten und zugleich ziemlich zum Nachdenken gebracht hat. Klare Leseempfehlung!

Ein herzliches Dankeschön an den Suhrkamp/ Insel Verlag!

Donnerstag, 7. April 2016

"play2live" - Kirsty McKay

Chicken House Verlag, 2016

Handlung:
Jetzt wird es ernst. Killer geht los – und Cate ist dabei! Die Regeln sind klar: Ein Mörder, zwölf Mitspieler und absolute Schweigepflicht. Niemand sonst an dem einsam gelegenen Eliteinternat darf von dem Spiel wissen. Wer „gekillt“ wird, ist raus. Cates Alltag ist ab sofort von boshaften Eskapaden geprägt. Doch bald wird aus den spielerischen Drohungen gefährliche Realität. Jemand hat es auf sie abgesehen. Und Cate hat nur eine Chance zu entkommen: Sie muss die wahre Identität ihres Peinigers herausfinden, bevor der sie erwischt.



Meine Meinung:
Auf das Buch bin ich vor allem deswegen aufmerksam geworden, weil ich die "Untot"-Buchreihe der Autorin Kirsty McKay sehr mochte - insbesondere wegen des unterschwelligen schwarzen Humors und der sympathischen Figuren. Auf genau das habe ich auch in ihrem neuen Buch spekuliert und gehofft, und ich wurde nicht enttäuscht.
Tatsächlich hat mich "play2live" ziemlich mitgerissen, denn ich konnte es nur schwer aus der Hand legen. Irgendwie war mir die Frage, wie es weitergeht, wer der sogenannte "Killer" sein könnte, immer wichtiger als alles andere um mich herum. Also hab ich weitergelesen. Teilweise hat mich das Buch an Filme wie "Scream" oder "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" erinnert, denn auch da ist diese immer unterschwellig vorhandene Spannung, der Nervenkitzel und letztlich das große Rätselraten "Wer könnte es gewesen sein?" vorhanden. Und "play2live" liest sich auch fast ein bisschen wie ein Drehbuch. Das ganze "Killer-Getue" ist hier zwar nur ein Spiel, die Todesfälle nicht real (oder doch...?! Wird hier nicht verraten! ;) ), aber das heißt nicht, dass man als Leser nicht dennoch anfängt, zu kombinieren, Fährten zu verfolgen und sich eben Gedanken zu machen. Ich hatte im Laufe der Seiten auch ein oder zwei Verdächtige im Auge. Auf den wahren Täter kann man am Ende kommen, oder aber auch nicht.
Der schon erhoffte schwarze Humor, den Hauptfigur Cate an den Tag legt, taucht auch immer wieder mal auf - nicht zu großzügig, aber dennoch so, dass einem immer wieder klar wird, es handelt sich hier um ein Jugendbuch und ganz grausig schlimme Dinge passieren halt letztlich doch nicht. (Zum Glück.) Mir hat "play2live" ausgesprochen gut gefallen: es ist spannend, es ist unterhaltsam, es ist "Killer" :D

Ein herzliches Dankeschön an den Chicken House Verlag für das Leseexemplar!

Montag, 4. April 2016

(Buch-) Geplauder zum Wochenbeginn #5 + Monatsrückblick

Hallo ihr!
In den letzten Tagen gab es hier nichts zu lesen, was vor allem daran lag - und ich muss es so sagen -, dass ich überhaupt keinen Bock hatte, irgendwas zu bloggen. Bzw. nicht bloggen an sich, denn das Bloggen selbst umfasst ja nur einen Mausklick, um den Post loszuschicken. Nein, das ganze Geschreibe, das Vorbereiten, das Sich-Gedanken-über-ein-Buch-machen-müssen. Das klingt jetzt vielleicht blöd, aber ich wollte in den letzten Tagen einfach nur lesen. Nur ein Buch an sich lesen, es beenden, und dann ist gut. Mir nicht erst noch den Kopf darüber zerbrechen, warum genau ein Buch mir jetzt gefallen hat oder nicht so sehr. Mir Begründungen dafür ausdenken müssen. Einfach nur hinnehmen, ob ich eine Geschichte nun toll fand oder nicht.
Ich habe im März eine ganze Menge gelesen, 11 Bücher sowie 2 weitere angefangene. Das lag daran, dass ich teilweise ganz unfreiwillig ein paar freie Tage hatte und letztlich dank Urlaub und Krankschreibung 2 Wochen zuhause war. 2 Wochen, in denen ich viel gelesen habe - wenn auch meist stehenderweise, denn sitzen ging bei mir in den letzten Wochen nicht so gut. Und nicht zuletzt auch, weil ich am Laptop nun mal lieber sitze und nicht stehe, hab ich zuletzt sehr wenig Zeit am Laptop verbracht - und somit eben auch nicht gebloggt. Ein paar Rezensionen haben sich dadurch zwar nun angestaut, insbesondere von Büchern, die ich glücklicherweise z.B. von Verlagen lesen durfte. Eben habe ich 2 Rezensionen geschrieben, die werde ich in den nächsten Tagen posten. Und an eine Meinung zu "Romeo & Romy" von Andreas Izquierdo muss ich mich noch setzen.

Ansonsten war der März lesemäßig gut, weil ich nur wenig gelesen habe, das mir wenig gefallen hat. (Komischer Satz.) Im März gab es für mich auch ein paar Re-Reads, weil mir einfach so war, mich in Geschichten fallen zu lassen, die mir irgendwann schon einmal gut gefallen haben. Bei neuen Büchern weiß man ja nie, was einen erwartet... Und "Rabenblut drängt" habe ich zur Erinnerung noch einmal gelesen, um direkt im Anschluss mit der Fortsetzung "Rabentod" weiterzumachen.


Gelesen im März
Nikola Hotel "Rabenblut drängt" (5/5; Rezension)
Eve Chase "Black Rabbit Hall" (4/5)
Gayle Forman "Nur ein Tag" (3/5; Rezension)
Alexandra Pilz "Für immer Hollyhill" (4/5)
Nicole Gozdek "Die Magie der Namen" (3/5)
Stephanie Bond "Eine Lüge zuviel" (5/5)
Andreas Izquierdo "Romeo & Romy" (4/5; Rezension folgt)
Kirsty McKay "play2live" (5/5; Rezension folgt)
Nikola Hotel "Rabentod" (4/5; Rezension folgt)
Dave Cousins "Warten auf Gonzo" (5/5; Rezension folgt)
Corinna Kastner "Die verborgene Kammer" (4/5)


Mein Highlight im März


... das war "Warten auf Gonzo", an das ich zunächst gar nicht viele Erwartungen hatte, das mich aber sehr überraschen konnte. Gut gefallen haben mir auch "play2live" und mein Re-Read "Eine Lüge zuviel" - ein Lieblingsbuch von mir :)





Meine Enttäuschung im März


... da muss ich zwei nennen, denn beide haben mir nur so mittelmäßig gefallen. Einmal "Die Magie der Namen" und "Nur ein Tag".  




Das Schiff des Theseus
Ein Buch, das ich im März zusätzlich begonnen habe, ist "Das Schiff des Theseus", das ja an vielen Stellen in aller Munde ist, weil es so außergewöhnlich ist. Wer keine Ahnung hat: In dem Buch gibt es sozusagen eine Geschichte in der Geschichte. Eigentlich geht es um "Das Schiff des Theseus" von einem Autor namens Straka, ein Bibliotheksbuch in ebendieser Aufmachung. Das heißt, es sieht schon etwas älter aus, ist ein bisschen auf alt und benutzt gemacht. Außerdem liegt ein Haufen Extramaterial dabei, Zeitungsausschnitte, Fotos, Karten, Notizen etc. Diese wurden nach und nach hineingelegt von zwei Studenten, die sich mittels Randnotizen über dieses Buch unterhalten und dabei versuchen, das Rätsel um den Autoren Straka zu lösen. Ich bin von dem Buch an sich total begeistert, denn sowas habe ich noch nie gesehen oder gehabt. (Ist deswegen auch für den stolzen Preis von 45 Euro erhältlich...) Eigentlich hat das Buch der bekannte Regisseur J.J. Abrams mit geschrieben, der seine Hände z.B. bei den Star Wars und Star Trek Filmen oder bei den Mission Impossible Filmen im Spiel hatte. Man kann also schon ein bisschen Action erwarten, wenn man sich dieses Buch vornimmt, denke ich.
Ich hab das Buch zu Weihnachten bekommen, wollte es aber extra noch liegen lassen, bis ich ein bisschen freie Zeit habe, um mich voll und ganz dem Buch widmen zu können. Das habe ich nun in den zwei Wochen getan - bzw. es versucht. Im Internet kursieren verschiedene Tipps, wie das Buch am besten zu lesen ist - laut J.J. Abrams gibt es wohl keine falsche oder richtige Version. Man kann zuerst die Geschichte, dann die Randnotizen, oder beispielsweise auch alles zusammen gleichzeitig lesen. Ich habe hin und her probiert, habe auf den ersten Seiten absatzweise die Geschichte gelesen, dann immer die Randnotizen dazu, dann mal eine ganze Seite Geschichte, dann ein ganzes Kapitel usw. Irgendwie katastrophal, denn ich hatte das Gefühl, ich komme überhaupt nicht in die Geschichte rein. Die Randnotizen sind nicht immer sinnvoll, muss man dazu sagen, manchmal sind sie auch nur Blödsinn und lenken irgendwie ab. Zugleich spoilern sie manchmal, weil die beiden Studenten durch die Notizen schon auf etwas vorgreifen, was erst viel später in der Geschichte gesagt wird. Ich war also vollends verwirrt und hatte schon bald keine Lust mehr, muss ich sagen. 
Ich habe mich dann dazu entschieden, erst die komplette eigentliche Geschichte zu lesen und die Notizen vorerst völlig zu ignorieren. Das ist schwer, scheint mir aber zunächst am meisten Sinn zu machen. Weil mich die eigentliche Geschichte aber leider auch nicht so vollends vom Hocker reißen konnte (wirkt auf mich irgendwie wie eine Geschichte von Kafka oder wie die Parabeln über Herrn Keuner von Bertold Brecht), habe ich "Das Schiff des Theseus" erst einmal pausiert. Ich will es unbedingt lesen, bin total gespannt darauf. Aber irgendwie hatte ich dafür gerade nicht die nötige Disziplin und das Durchhaltevermögen, um das Buch ja letztlich nicht nur einmal (für die eigentliche Geschichte), sondern mindestens zweimal hintereinander (für die Randnotizen) zu lesen. Mir ist gerade lieber nach Abwechslung, also muss das Buch warten.
Mich würde aber mal interessieren, wie es anderen Lesern dieses Buches geht bzw. ging. Wie seid ihr beim Lesen vorgegangen? Habt ihr das Buch in einem Rutsch durchgelesen oder ging es euch vielleicht ähnlich wie mir und ihr braucht(et) eine Pause?

Habt eine schöne Woche!

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