Sonntag, 28. Februar 2016

Buchige Will-ich-haben´s im März und April

Hallo ihr Lieben!
Eigentlich hatte ich vor, diesen Beitrag schon früher an diesem Tag zu schreiben, aber dann habe ich mich irgendwie in "Rot wie das Meer" von Maggie Stiefvater festgelesen, was ich dann auch nicht eher beenden konnte, bis ich wusste, wie es ausgeht. Und jetzt ist es schon so spät - aber naja, manchmal ist das halt so, das muss ich euch Lesenden sicher nicht erklären. ("Rot wie das Meer" ist übrigens ein sehr gutes Buch, nur mal am Rande...)

Jedenfalls hatte ich in den letzten Tagen die Idee, nicht nur euch, sondern insbesondere mir selbst einen Überblick über die Neuerscheinungen der nächsten Wochen zu verschaffen. Denn eigentlich habe ich aktuell gar keinen Plan, welche Bücher so demnächst erscheinen, bis auf 2 oder 3, von denen ich es eben wirklich weiß, weil ich sie kaum erwarten kann. (Und weil sie schon vorbestellt sind, hüstel hüstel...)
Voller Tatendrang und Feuereifer habe ich also einen Blick auf meine Neuerscheinungs-Seite geworfen (siehe hier oben rechts in der Sidebar), dachte im ersten Moment schon, "Woah, das ist aber ne Menge, was mich da erwartet", tja, stellte dann aber fest ..., dass von dieser doch recht umfangreichen Liste für den März und April letzten Endes doch gar nicht sooo viele Bücher dabei sind, von denen ich wirklich sage, die MUSS ich lesen, die WILL ich haben. Eigentlich waren das dann doch eher wenige. Ich hab mir nochmal die Inhaltsangaben durchgelesen und stellte fest, dass manches zwar ganz nett klingt, aber mich nicht unbedingt reizt, um es wirklich bestellen oder kaufen zu wollen.
Nach einer genaueren Prüfung blieben letztlich "nur" diese hier über, die mich in den nächsten Wochen wirklich interessieren und daher auch eine Chance haben, von mir gekauft zu werden:

Im März



Im April




Allerdings merke ich gerade, dass ich zwei für mich ganz wichtige und heiß ersehnte Neuerscheinungen ganz vergessen habe!! Die stehen noch gar nicht in meiner Liste, das muss ich erstmal ganz schnell ändern. Es handelt sich einmal um "Rabentod", die Fortsetzung von "Rabenblut" von Nikola Hotel, welches ich im Jahr 2012 noch unter dem Titel "Rabenblut drängt" gelesen und damals schon ganz unglaublich toll fand. Der Titel wurde mit der neuen Auflage (mittlerweile ist es auch als Taschenbuch erhältlich, damals nur als ebook) ein wenig gekürzt, aber was macht das schon bei einer soooo guten Geschichte. Schon bei meiner Rezension 2012 (hier) stellte ich fest, dass eine Fortsetzung hier gut passen würde, und endlich gibt es bald eine!!! Yeah, im April geht es mit Isa und Alexej weiter, ich freu mich schon total. Momentan lese ich "Rabenblut drängt" noch einmal, um meine Erinnerungen richtig aufzufrischen, bevor es im April dann heißt "Rabentod".


Eine weitere Neuerscheinung im April lässt mich schon Fingernägelkauend sitzen (naja, nicht ganz, aber fast), denn es ist der vierte (und meines Wissens nach letzte) Teil der "Raven Boys"- Reihe von Maggie Stiefvater, "The Raven King", - und Himmel, ich bin so gespannt, wie das alles endet!!! Im April, endlich, werden wir erfahren, wie es mit Blue und Gansey und Glendower & Co. weitergeht!


Auf welche neuen Bücher in den nächsten Wochen seid ihr schon ganz gespannt?

Mittwoch, 24. Februar 2016

[Neue Bücher] In my mailbox...

Huhu ihr Lieben!
Mal ganz außerplanmäßig melde ich mich heute mit meinen neuen Büchern auf dem Blog, denn eigentlich stelle ich Neuzugänge ja eher immer am Wochenende vor. Aber damit ich mich wenigstens überhaupt mal wieder blogmäßig zu Wort melde, gibt es diesen Beitrag eben schon heute. Ich habe auch festgestellt, dass ich gerade gar keine Ahnung habe, welche Bücher ich euch zuletzt gezeigt habe, ob da vielleicht schon eins von diesen hier dabei war. Irgendwie habe ich aktuell nämlich überhaupt keinen Überblick mehr über die Bücher, die zuletzt kamen, die ich schon gezeigt habe, die ich schon gelesen habe und die ich mal dringend lesen müsste. Das liegt weniger daran, dass es soviele sind (naja, ein paar schon...), sondern eigentlich eher an mangelnder Zeit - wie in letzter Zeit eigentlich immer. Lesen und Bloggen sind für mich momentan zwar nicht direkt Fremdwörter, aber zumindest Beschäftigungen, denen ich nicht mehr so nachgehen kann, wie ich es gerne wollte. Ich komm einfach nicht dazu :/

Daher heute einen kurzen Überblick über die vielen tollen neuen Bücher, die mich zuletzt erreichten; einige davon von Verlagen oder irgendwelchen Vorablese-Plattformen. 



"Albertos verlorener Geburtstag" von Diana Rosie wird gerade aktuell von mir gelesen. Bin gespannt, welche Wendungen die Geschichte noch nehmen wird.
Melanie Sumners "Eine Therapie für Aristoteles" habe ich bereits gelesen, wie ihr einen Post weiter unten sehen könnt.
Dann gab es vom Dumont Verlag "Der Krieg im Garten des Königs der Toten" von Sascha Macht (was für ein Titel!), auf das ich auch gespannt bin. Die Inhaltsangabe klingt herrlich schrill:

Was tun, wenn man siebzehn ist und die Eltern über Nacht spurlos verschwinden, ohne eine Nachricht zu hinterlassen? Man übernimmt selbst den Abschluss seiner Erziehung – mithilfe der miesen Horrorfilme, die man vom »schönen Hans« im Dorfladen geschenkt bekommt. Bruno Hidalgo hat jedoch noch ganz andere Probleme. Denn er lebt nicht nur in einem Provinznest, sondern auf einem riesenhaften Eiland, das infolge von Atomtests aus dem Ozean aufgestiegen ist. Die glanzvollen Gründerjahre sind vorbei, nun liegt die Inselgesellschaft am Boden. Rebellen marodieren, ausländische NGOs versuchen, die Bewohner mit dem Nötigsten zu versorgen, Antilopen weiden in der Savanne zwischen den Müllbergen einer zerbrochenen Utopie.

Dann habe ich "Romeo & Romy" von Andreas Izquierdo bekommen und freue mich schon total darauf! Da das Buch allerdings erst im April erscheint, muss es erstmal noch ein bisschen warten, bis ich mehr Luft zum Lesen habe. Leider :/

Und dann ist noch "Das Seehaus" von Kate Morton auf dem Foto zu sehen, das in der nächsten Woche erscheint. Ich habe es schon gelesen und für gut befunden.

Dann habe ich mir schon vor einiger Zeit - auch weil z.B. Nanni so begeistert davon war -  "Spiel der Zeit" von Jeffrey Archer gekauft, konnte aber bisher noch nicht reinlesen. Aber bald erwartet mich das hier:

England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind ...

Hach, das klingt nach einem wunderbaren Schmöker. Dieses hier allerdings auch: "Black Rabbit Hall" von Eve Chase, das auch noch auf mich wartet:


Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt. 

Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät ...



Ich würde am liebsten sofort mit Lesen beginnen! Von allen Büchern! Aber erstmal ist "Albertos verlorener Geburtstag" wieder dran. Kennt ihr eins der Bücher? 


Sonntag, 21. Februar 2016

"Eine Therapie für Aristoteles" - Melanie Sumner

Dumont Verlag, 2016
19,99 Euro



Handlung:
Aristoteles »Aris« Thibodeau ist zwölfeinhalb Jahre alt. Nein, sie ist kein Junge. Und ja, sie ist zu Höherem berufen. Leider steckt sie seit dem Tod ihres Vaters in einer eher mäßig interessanten Kleinstadt fest, wo sie sich um das desolate Liebesleben ihrer Mutter kümmern muss. Nicht zu vergessen ihr Job als Koerzieherin ihres kleinen Bruders Max, für dessen Therapie das gesamte Geld der Familie draufgeht. 
Zum Glück hat Aris einen Plan. Mithilfe des Ratgebers ›Schreiben Sie einen Roman in 30 Tagen!‹, den ihre Mutter ihr als Therapieersatz in die Hand gedrückt hat, will sie einen Bestseller schreiben. Inhalt des Buches: ihre charmant dysfunktionale Familie. Wenn nur ihre Mutter endlich die Finger vom Onlinedating lassen würde, dann könnte sie erkennen, dass der perfekte Mann für sie der Handwerker und Nanny-Ersatz Penn Mac-Guffin ist. Und Aris hätte zumindest schon mal den romantischen Strang ihres Plots in der Tasche (und einen Vater im echten Leben). Als jedoch ein Unfall einen düsteren Teil der Thibodeau-Familienhistorie enthüllt, muss Aris einsehen, dass manches im Leben – genauso wie in der großen Literatur – nicht exakt so verläuft, wie es geplant war.


Meine Meinung:
Neugierig geworden durch den Klappentext hat sich "Eine Therapie für Aristoteles" recht schnell auf die oberen Ränge meiner Buch-Liste geschoben und wurde dann ebenso schnell von mir lesenderweise verschlungen. Aris Familie ist in der Tat „dysfunktional“, wobei das ganze Ausmaß erst im Laufe der Geschichte offensichtlich wird. Die ambitionierte und durch nichts zu entmutigende Aristoteles ist die Trägerin dieser herzlichen und zugleich nachdenklich stimmenden Geschichte. Eben diese Geschichte bekommt aber erst durch so viele liebevolle Nebenfiguren, Anekdoten, Details und vor allem außergewöhnliche Schreibstile von Aris den besonderes Reiz. So sind mitten im eigentlich Handlungsablauf hier und da ein paar Listen abgedruckt, die einen guten Eindruck davon geben, wie die Schreiberinnen ticken. Ebenso bekommt man verschiedene College-Hausarbeiten eines Studenten zu lesen, die eigentlich Aris´ Mom Korrektur lesen und benoten soll. Den Job übernimmt aber ganz gern mal spontan Aris selbst, schließlich ist die Literatur ihre Welt. Da liegt es nahe, dass auch sie selbst sich im Schreiben ausprobiert, und das Ergebnis bekommen wir nun in diesem Buch zu lesen.
Dabei ist Aris Geschichte klug, besserwisserisch, philosophisch und erheiternd, zum Ende hin sehr nachdenklich stimmend und polarisierend. Manchmal mit ein paar Längen, manchmal nicht lang genug.
Das größte Problem, das ich jedoch mit der Geschichte hatte, ist die Tatsache, dass ich ihr (also der Geschichte) nicht abkaufe, von einer 12-Jährigen geschrieben worden zu sein. Das ganze Buch soll aus der Sicht von Aris formuliert sein - eben ein Roman innerhalb von 30 Tagen, wie sich Aris vornimmt. So erfrischend ich ihre Sichtweisen anfangs fand, so unglaubwürdig wurde es nach und nach für mich. Denn für eine 12-Jährige (strenggenommen also noch nicht mal ein Teenager) wirkt die Schreiberin zu erwachsen, zu abgeklärt, zu philosophisch und einfach nicht altersentsprechend in den Inhalten, über die sie spricht. Sie benutzt Fremdwörter und spuckt so verschachtelte, komplizierte Sätze aus, dass man einfach merkt, hier hat eigentlich eine erwachsene Frau ihrer schreiberischen Ader freien Lauf gelassen. Das fand ich schade, zumal die Autorin im Vorwort sogar darauf hinweist, dass sie genau diesen Kritikpunkt von ihren Lektoren zu hören bekommen hat. Warum wurde dann nichts geändert? Warum hat sie Aris nicht einfach ein paar Jahre älter gemacht?

Abgesehen von dieser Frage, die ich mir beim Lesen jedoch leider durchgängig gestellt habe, ist "Eine Therapie für Aristoteles" ein schönes, kluges und unterhaltsames Buch, in dem man sich kurzweilig sehr verlieren kann. 

Ein herzliches Dankeschön an den Dumont Verlag!

Montag, 15. Februar 2016

"Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All: Episode 2" - Kiki Blu

Kindle Edition, 2016
2,00 Euro


Reihe:
2. Schwanzwein


Handlung:

Gerade erst den Überfall durch extraterrestrische Kaffeeräuber überlebt – und plötzlich steigt Rauch aus dem Cockpit auf. Im Bestreben möglichst schnell und in jedem Fall lebendig den Raumhafen Wölkchen zu erreichen, will Kiki sich endlich mal als nützlich erweisen. Doch genügt ihr technisches Know-how für die Reparatur der Titanicus? Gar nicht so einfach herauszufinden, wenn das einzige Crewmitglied sich als bockiger Teenager mit fataler Selbstüberschätzung entpuppt. Und dabei ist das nur das erste Hindernis auf Kikis dringlicher Mission, ihren Kaffeevorrat wieder aufzufüllen.

Kiki Blu erzählt eine humorvolle und rasante Space-Opera, in der sie mit ihrem pessimistischen Handgepäck und einem telePhone voller (un)praktischer Apps durch die halbe Galaxis stolpert. Ein abenteuerlicher Selbstfindungstrip, bei dem die Protagonistin eindeutig ihre Prioritäten überdenken sollte.



Meine Meinung:
Kikis Geschichte geht weiter. Während sie sich im ersten Teil auf den Weg macht, um ihre letzte männliche Eroberung zu suchen (die einfach so verschwunden ist und noch dazu pikanten Besitz von Kiki hat mitgehen lassen), begleiten wir Kiki und ihren Androiden-Freund Max hier bei der weiteren Reise durchs All. Zur Handlung selbst will ich gar nicht sehr viel mehr verraten, um allen interessierten Lesern nicht schon was vorwegzunehmen, nur soviel: es wird turbulent und nicht vorhersehbar. Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass wir als Leser hier ein wenig mehr über Kiki erfahren, beispielsweise über ihren (ehemaligen) Beruf oder über ihre Beziehung zu Max. Auch ihrer Kaffeesucht frönt sie weiterhin lustig und ausgiebig und bringt damit nicht nur sich, sondern auch Max in geradezu lebensbedrohliche Situationen.
Insgesamt erschien mir Teil 2 nicht ganz so lustig wie der Vorgänger und auch weniger gespickt mit interessanten Details, was beispielsweise die verrückte Welt betrifft, in der Kiki lebt. Das ist meiner Meinung nach hier etwas weniger vertreten, deswegen aber nicht schlechter. Immerhin kommen ja auch noch 9 Teile der Geschichte, da kann man sich ja auch noch überraschen lassen. Man sollte definitiv nicht alles allzu ernst nehmen, was sich Kiki Blu alias Daniela Rohr hier ausgedacht hat. Dass manche Wendungen vielleicht ein wenig überraschend sind, ist in dieser 11-teiligen Geschichte nun mal einfach Programm. Das sollte man vorher wissen - und kann sich dann aber umso mehr auf eine abgefahrene und amüsante Geschichte freuen. Außerdem macht dieses "Lesen mit Augenzwinkern" ja letztlich den Reiz der Geschichte um Kiki aus. Ich bleibe daher gespannt, wie es mit ihr und Max weitergehen wird.

Dankeschön an die Autorin für das ebook!

Mittwoch, 10. Februar 2016

"Jane Austens Northanger Abbey" - Val McDermid

HarperCollins, 2016
19,90 Euro



Handlung:
Lesen ist gefährlich! Zu gern verliert die 17-jährige Pfarrerstochter Cat Morland sich in der Welt der Bücher und träumt von aufregenden Abenteuern. Die sie im ländlichen Piddle Valley niemals finden wird! Doch dann darf sie ihre Nachbarn, die Allens, zu einem Kulturfestival nach Edinburgh begleiten. Wo sie nicht nur unerwartet in Bella Thorpe eine neue Freundin findet, sondern sich in den jungen, aufstrebenden Rechtsanwalt Henry Tilney verliebt. Als Henry und seine Schwester Eleanor sie auf den schönen, aber düsteren Familiensitz Northanger Abbey einladen, geht Cats Fantasie mit ihr durch. Was, wenn hier ein Verbrechen stattgefunden hat? Und tatsächlich wird es für sie gefährlich – wenn auch auf unerwartete Weise.



Meine Meinung:
Val McDermid ist ja eigentlich eher bekannt für ihre Krimis. Davon habe ich auch schon den einen oder anderen gelesen. Neugierig war ich jedoch insbesondere auf ihr neuestes Projekt: das bekannte "Northanger Abbey" von Jane Austen in die Neuzeit zu versetzen und quasi "neu" zu schreiben. Jugendliche Protagonisten, schnelle Autos, Twitternachrichten und kurze Röcke inklusive. Mich hat wirklich interessiert, wie die Autorin diese Geschichte, die ja immerhin schon aus der Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert stammt, wohl in die Neuzeit verpacken würde.
Leider ist ihr Vorhaben in meinen Augen nicht geglückt. Schuld daran sind verschiedene Punkte, allem voran aber die Tatsache, dass man diese (fürs heutige Verständnis) fast "unmodern" anmutende Geschichte einfach nicht ohne weiteres ins Heute versetzen kann. So sehr die Autorin an manchen Stellen auf das Original bedacht ist (Personennamen, Schauplätze, Handlungsstränge), so sehr scheitert das Unterfangen an den zugrunde liegenden Tugenden und Konventionen. Man kann die moralischen und gesellschaftlichen Vorstellungen von damals nun mal nicht mehr mit heute vergleichen. Eine Frau muss heute nicht mehr hoffen, dass ein wohlhabender Mann vorbei kommt und sie heiratet. Man braucht heutzutage nicht mehr die Erlaubnis und das Wohlwollen des Vaters, um zu heiraten. Man muss nicht mehr zwingend bis zur Heirat warten, bis man eine Beziehung auf eine tiefere Ebene (sprich: ins Bett) bringen kann. Und aus dem Grund muss man sich heute auch nicht mehr zwangsläufig schon nach 1 Woche verloben. Und genau diese Punkte hat Val McDermid aber nach wie vor versucht, in ihre Geschichte einzubauen. Das ist einfach nicht stimmig, wenn hier über Facebook mal eben geflirtet oder Schluss gemacht wird, und die Figur Isabella Thorpe gleichsam schon nach wenigen Tagen gemeinsamer Bekanntschaft erklärt, sie und James hätten sich verlobt und würden sich jetzt ein Häuschen suchen. Auch erschienen mir manche Dialoge und Reaktionen der Protagonisten aus diesem Grund aufgesetzt und nicht nachvollziehbar, weil übertrieben. Was um 1800 herum vielleicht noch verständliche Äußerungen waren, wirkt hier in der Jugendsprache nur fehlplatziert und gewollt. Ich zumindest habe hier keiner Figur einen ernsthaften Dialog abnehmen können. 
Was mich letztlich ebenso genervt hat, ist Catherines absolut übertriebene und nicht nachvollziehbare Besessenheit von Vampiren. Wahrscheinlich weil die Autorin zu sehr an "Twilight" gedacht hat und auch ihre Heldin Cat dieses Buch verschlungen hat, muss dieses Thema hier offenbar totgetreten werden. Cat vermutet in der gesamten Familie Tilney Vampire, augenscheinlich weil sie so geheimnisvoll sind und in einem geheimnisvollen Haus wohnen. Und weil Vater Tilney ein ziemlich ungemütlicher Mensch zu sein scheint. Begründung genug, um davon auszugehen, dass alle Tilneys Vampire sind. ??? Und Cat wird nicht müde, diese (sorry) dämliche Vermutung immer wieder anzubringen im Buch. Das war schon irgendwann nicht mal mehr mit einem kleinen Augenzwinkern zu verkraften, das hat einfach nur genervt und überhaupt nicht in den Kontext gepasst. 
Letztlich bleibt mir daher nur das Fazit, dass das Vorhaben von Val McDermid in meinen Augen nicht gelungen ist. Ich habe mir insgesamt viel mehr erhofft und hätte mir eine wirkliche "neuzeitliche" Geschichte gewünscht, in der die alten von Jane Austen gelegten Handlungsstränge untergebracht werden, ohne dabei völlig ins Lächerliche abzudriften.


Ein herzliches Dankeschön an HarperCollins und Krystyna Swiatek/ Viktoria Hahn von Literaturtest für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 4. Februar 2016

Die Lektüre meiner Zugnachbarn #16

Nicht zu fassen, der letzte Eintrag zu dieser Blog-Kategorie ist TATSÄCHLICH schon fast 1 Jahr her!!! Im März 2015 gab es die letzte Vorstellung meiner lesenden Zugnachbarn, das ist wirklich traurig. Der Hauptgrund dafür ist simpel: Ich muss für meinen Job nicht mehr jeden Tag zwischen zwei Städten hin- und herpendeln. Ich arbeite jetzt in der Stadt, in der ich auch wohne. Daher sehe ich nahezu keine lesenden Menschen mehr, die Zug fahren. 
Umso mehr Grund für mich, bei meiner letzten größeren Zugfahrt neulich nach Hamburg die Augen offen zu halten nach lesenden Reisenden. Und - ich habe jemanden gesehen, haha! :D

Es handelt sich beim heutigen Zugnachbarn um ein junges Mädchen, das sich schräg vor mich gesetzt hat - und jetzt fragt mich nicht, wie alt sie war. Ganz ehrlich, ich bin eine absolute Null darin, das Alter von Personen zu schätzen, und bei Kindern erst recht! Ich habe keine Ahnung, wie ein 8-jähriges im Vergleich zu einem 11-jährigen Kind aussieht. Noch schlimmer bei Kleinkindern. Können 1-Jährige schon laufen? Und sprechen? Keine Ahnung!!! Daher kann ich mit meiner Vermutung, dass das junge Mädchen im Zug vielleicht so 12 oder 13 war, völlig daneben liegen. Vielleicht war sie auch erst 9. Interessant war jedenfalls, dass sie alleine reiste (Also vielleicht doch nicht so jung?! Ach, ich geb´s auf...) und, kaum dass sie saß, sich ein Buch aus dem Rucksack kramte. Das las sie dann die ganze Zeit höchst konzentriert und aufmerksam - sie ließ sich von nichts und niemandem stören. Nicht von dem Lego-spielenden Kind schräg neben uns (auch hier wieder keine Altersangabe meinerseits möglich), nicht von dem älteren Herrn hinter mir, der in lautesten Tönen seiner Frau von verschiedenen Urlaubsreisen berichtete (War sie denn nicht mit dabei?!), auch nicht von dem Selfie-König, der sich dem Mädchen gegenüber setzte und die ganze Fahrt nur damit verbrachte, sich selbst in unterschiedlichsten Posen auf einem Zugsitz zu fotografieren. Wirklich ... intelligent. Selbst als der Schaffner (ach nein, die heißen ja heute Zugbegleiter) das Ticket sehen wollte, bewegte das Mädel kaum die Augen vom Buch weg, sondern reichte nur widerwillig den Schein nach oben und hob dabei aber nicht mal den Blick von den Seiten. Sehr sympathisch :) Nicht nur deswegen stieg mein Interesse darüber, was sie denn da las, natürlich ins Unermesslich. Leider hielt sie das Buch die meiste Zeit so, dass kein Titel ersichtlich wurde. Bis auf einen kleinen Moment, als ich doch mal einen Blick drauf erhaschen konnte. Es handelte sich um "Stella und das Gothic-Girl" von Karen McCombie.


Darum geht´s:
Nie hätte Stella in London geglaubt, dass man sich in einem verschlafenen Nest am Meer wohlfühlen kann. Aber nach ein paar Wochen hat sie sich schon richtig gut eingelebt und neue Freunde gefunden. Und wieder einmal beweist Stellas Kater Peaches, dass er der bessere Menschenkenner ist. Immer wenn von Tilda die Rede ist, schnurrt er ganz laut. Bald merkt auch Stella, dass die schnoddrige Tilda mit ihren schwarz umrahmten Augen, den fetzigen Strümpfen, dem schwarzen Ballettröckchen und den Springerstiefeln sogar richtig nett sein kann.


Die Ziel-Altersgruppe für dieses Buch liegt übrigens bei 10-12 Jahren, also liege ich wahrscheinlich gar nicht mal so falsch mit meiner Schätzung. Das Buch scheint es gar nicht mehr neu zu geben, was ich feststellte, als ich mich sogleich im Zug - im nächsten Landschaftsabschnitt, der Handyempfang versprach - schlau machte und das Buch online suchte. Irgendwie macht mir das alles noch sympathischer, weil das Mädel somit ein Buch im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen hat, das schon gar nicht mehr zu haben ist. Das also gar nicht mal ein aktueller Bestseller ist (ich hab von dem Buchtitel zuvor noch nie gehört), sondern ein Buch, das sie vielleicht schon lange in ihrem Regal stehen hatte oder vielleicht auch schon mehrere Male gelesen hat. Zumindest stelle ich mir das so vor. Und behalte diese Szene im Zug in sehr schöner Erinnerung. 

Montag, 1. Februar 2016

[Rückblick] Das war los im Januar 2016

Oh. Ich sehe gerade, dass ich den Monatsrückblick für Dezember 2015 ganz vergessen habe. Nun ja. Jetzt brauche ich ihn aber sicher auch nicht mehr bringen, ist ja doch schon wieder einen ganzen Monat alt...
Also lieber gleich dem Aktuellen zuwenden, und das ist der Januar 2016. Der ist nunmehr auch schon wieder vorbei (was mich persönlich überhaupt nicht stört, ich mag den Monat ja nicht so), also gibt es eine kleine Rückschau, was gelesen wurde. 6 Bücher insgesamt, das ist ... ok. Ich hab das neue Jahr mit Re-Reads begonnen; ich weiß auch nicht, irgendwie konnte ich mich nicht gleich Neuem zuwenden, ich brauchte erstmal noch ein wenig Flucht in etwas, das ich schon kannte. Und mochte. Also habe ich mich erneut durch beide Teile der "Vango"-Reihe von Timothée de Fombelle gelesen und fand sie erneut so fantastisch wie beim ersten Lesen. Was der Autor sich da ausgedacht und mit Wahrem, wirklich Passiertem zusammengeschrieben und verbunden hat - unglaublich! Ich hing wirklich wieder an den Seiten fest und konnte mich einfach nicht von diesem bunten Mischmasch von Figuren, Zufällen, schicksalhaften Zusammentreffen und vor allem von Vangos besonderer Geschichte trennen. Ich liebe diese Bücher, für jetzt und wahrscheinlich für immer.
Ebenso nochmal gelesen habe ich "Adorkable" von Sarra Manning, ganz das Gegenteil von Vango, aber nicht weniger unterhaltsam. Die Geschichte von Jeane und Michael, die so offensichtlich verschieden sind und dennoch irgendwie aufeinandertreffen - herrlich! Ich hab wieder an vielen Stellen sehr kichern müssen.
Ich habe mich auch endlich an "Selection" von Kiera Cass gewagt, nachdem es einige Zeit ungelesen in meinem Regal stand - und bin nun ziemlich angestachelt, zu erfahren, für wen (Aspen oder Maxon? Aspen oder Maxon???) sich die gute America entscheiden wird. Teil 2 habe ich schon parat liegen, ich war bisher nur noch nicht in der Verfassung, mich wieder ins Bachelor-Getümmel zu werfen. Äh, zu lesen.

Gelesen im Januar
"Vango - Zwischen Himmel und Erde" - Timothée de Fombelle
"Vango - Prinz ohne Königreich" - Timothée de Fombelle
"Adorkable" - Sarra Manning
"Selection" - Kiera Cass
"Jane Austens Northanger Abbey" - Val McDermid
"Alles über Lulu" - Jonthan Evison


Lese-Highlight im Januar
Da muss ich meine Re-Reads nennen, nämlich den guten "Vango". Kein anderes Buch hat mich so überzeugt wie diese beiden.


Lese-Enttäuschung im Januar
Das ist in diesem Monat leider leider "Jane Austens Northanger Abbey" als Neufassung von Val McDermid geworden. Die Rezension habe ich noch vor mir, aber soviel vorab: es hat mich total enttäuscht... (Und noch nicht mal ein Foto davon gemacht, merke ich gerade. Kommt dann mit der Rezension.)



Und sonst?
Ich komme gerade zurück von einem Kurztrip nach Hamburg, der sehr schön, aber auch sehr regnerisch war. Typisches Hamburg-Wetter eben, auch wenn ich glaube, dass es nahezu in ganz Deutschland nicht sehr viel anders war in den letzten Tagen. Mein Highlight (und Hauptgrund, um in den Norden zu fahren) war ein Konzert der Maccabees, eine meiner Lieblingsbands seit vielen Jahren. Ich hab mich schon vorher sehr drauf gefreut und wurde auch nicht enttäuscht - zumindest nicht aus musikalischer und atmosphärischer Sicht. Mein Ausblick auf die Band dagegen war unterirdisch, da ich im besten Fall vereinzelt die Köpfe der Bandmitglieder verschwommen aus der Entfernung erblicken konnte. Mit erschummelten 1,60 m Körpergröße im Personalausweis (denn eigentlich nur 1,58 m, aber das muss ja nicht jeder wissen...) ist man einfach bei jedem Konzert im Ar***. Naja. Der Januar sonst war arbeitsreich, aber abgesehen davon ereignisarm. Auch mal schön. Der Februar wird ungefähr so weitergehen, allerdings werde ich mich in den nächsten Wochen damit beschäftigen, das Programm der Leipziger Buchmesse auszuchecken, um zu sehen, wann es sich lohnt, vor Ort zu sein. Die Buchmesse ist ja im März und an mindestens einem Tag werde ich auch sicher mit vor Ort sein. Und ihr?

Habt einen schönen Februar!

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