Sonntag, 9. Oktober 2016

"Greenglass House" - Kate Milford

Verlag Freies Geistesleben, 2016
19,90 Euro



Handlung:
Greenglass House ist nicht irgendein Gasthaus. Es hat im Laufe der Jahre viele Schmuggler beherbergt und ist nur per Standseilbahn zu erreichen. Warum kommen dort mitten im tiefsten Winter lauter seltsame Gäste an? Milo, der chinesische Adoptivsohn der Pines, die das Gasthaus führen, glaubt nicht an einen Zufall – wer könnte das auch bei so vielen rätselhaften Diebstählen? So beginnt er seine Detektivarbeit …


Meine Meinung:
"Greenglass House" ist das zweite Buch, das ich von Kate Milford lese und dieses hat mich ebenso positiv überrascht wie schon "Broken Lands". Tatsächlich muss ich sagen, mag ich an ihren Büchern vor allem die Unvorhersehbarkeit der Handlung. Man lässt sich in eine Geschichte fallen und hat eigentlich von Beginn so gar keine Ahnung, was einem hier alles begegnen mag. Bei "Greenglass House" hat mir schon alleine das Setting sehr gefallen, sprich der Handlungsort und der Handlungsrahmen. Beides ist hier nämlich recht überschaubar: ein eingeschneites kleines Hotel mit einigen schrulligen und merkwürdigen Hotelgästen. Keiner kann raus, alles spielt sich im Hotel ab. Das gibt erstmal nicht so viele Möglichkeiten für ausschweifende Aktionen oder Bewegungsspielräume. Trotzdem hat genau das für mich hier den Reiz ausgemacht: alles, was passiert, was gesagt oder eben auch nicht gesagt wird, passiert in einigen wenigen Hotelräumen oder eben im großen gemütlichen Wohnzimmer. Die Personen müssen zwangsläufig miteinander auskommen und Zeit verbringen, da der Schnee und das Eis draußen jegliche Ausflüge (und Ausflüchte) verhindern. Interessant wird es, als klar wird, dass sich zumindest manche der Bewohner und Hotelgäste bereits kennen, dass manche eine gemeinsame Vergangenheit teilen und manche auch noch ein Hühnchen miteinander zu rupfen haben. Nicht umsonst ist "Greenglass House" ja auch als "Schmugglerhotel" bekannt...
Der Sohn des Hotelierpaares, Milo, ist der Handlungsträger und als Leser begleitet man ihn bei seinen detektivistischen Versuchen, Licht ins Dunkle aller Personen und ihren Geheimnissen zu bringen. Plötzlich verschwinden Gegenstände, tauchen noch weitere undurchsichtige Gestalten auf, die der ein oder andere Hotelgast aber bereits zu kennen scheint. Geschichten werden erzählt und Gerüchte gestreut. Alles bei einer heißen Tasse Schokolade - denn dadurch wird´s im Wohnzimmer ja erst so richtig gemütlich. 
Mir hat "Greenglass House" sehr gut gefallen. Es ist anders als viele andere Jugendbücher auf dem Markt, weil es nicht vorhersehbar ist, weil es interessante Charaktere in den Raum wirft und sich unter allem, was so passiert, ein gemeinsamer roter Faden zu verbergen scheint, der alles und jeden miteinander verbindet. Man kann als Leser ebenso Detektiv spielen wie Milo und sich am Raten versuchen, welche Person was mit wem zu schaffen hat. Nicht zuletzt deshalb würde ich es auch gar nicht ausschließlich als Jugendbuch bezeichnen; ich denke, auch erwachsene Leser (wie ich es selbst eine bin) werden an diesem Buch viel Spaß haben.

Ein herzliches Dankeschön an den Verlag Freies Geistesleben für das Leseexemplar!

3 Kommentare:

  1. Das klingt ziemlich skurril und von der Inhaltsbeschreibung her hätte ich das gar nicht als Jungendbuch eingeschätzt. Da ich sowohl skurrile Romane als auch Krimis mag, die in einem geschlossenen Setting spielen, wandert das mal auf meine Wunschliste.

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  2. Naja, es ist wohl auch schon deshalb ein Jugendbuch, weil Milo erst 12 ist und sich an mancher Stelle eben auch so verhält und spricht. Aber das Gesamtsetting ist auch für Erwachsene, denke ich.

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  3. Von Kate Milford lese ich "The Boneshaker" und finde das sehr stimmungsvoll (die Illustrationen sind auch toll). "Broken Lands" steht auch schon in meinem Regal und auf die englische Taschenbuchausgabe von "Greenglass House" warte ich momentan - ich freu mich immer, wenn ich diese nicht so bekannten Bücher irgendwo entdecke :-)

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