Donnerstag, 15. September 2016

"Das Buch vom Meer" - Morten A. Stroksnes

Deutsche Verlagsanstalt, 2016
19,99 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch mit mehr als 350, aber weniger als 400 Seiten


Handlung:
Zwei Freunde in einem kleinen Boot, die sich einen lang gehegten Traum erfüllen: Aus den Tiefen des Nordatlantiks wollen sie einen Eishai ziehen, jenes sagenumwobene Ungeheuer, das sich nur selten an der Oberfläche zeigt. Während sie warten, branden wie Wellen die Meeresmythen und Legenden an das Boot, und Morten A. Strøksnes erzählt von echten und erfundenen Wesen, von Quallenarten mit dreihundert Mägen, von Seegurken und Teufelsanglern. Von mutigen Polarforschern, Walfängern und Kartografen und natürlich vom harten Leben an arktischen Ufern, vom Skrei, der vielen Generationen das Überleben auf den Lofoten sicherte, von der Farbe und dem Klang des Meeres. Eine salzige Abenteuergeschichte über die Freiheit und das Glück, den Naturgewalten zu trotzen – und ein atemberaubendes Buch, das uns staunen lässt über die unergründlichen Geheimnisse des Meeres.


Meine Meinung:

Puh, was soll man zu diesem Buch sagen? Große Ziele schwach umgesetzt. Ich habe mich - zugegeben - von den vielen positiven Meinungen und Rezensionen verleiten lassen, dieses Buch auch lesen zu wollen. Mein Fazit ist aber leider wenig positiv. Vielleicht ist es auch mein Fehler und ich habe das Wörtchen "Abenteuergeschichte", das irgendwo auf dem Buchdeckel abgedruckt stand, zu wörtlich genommen und wohl zu große Erwartungen entwickelt.

Denn es ist mitnichten eine Abenteuergeschichte, vielmehr handelt es sich um ein Sachbuch, in das ab und zu eine kleine Geschichte eingestreut wurde. Leider zu selten. Für mich hat sich das ganze unglaublich gezogen und mich gelangweilt, sodass ich nach etwa einem Drittel des Buches angefangen habe, nur noch querzulesen und manche Absätze ganz übersprungen habe - für mich als Viel-Leserin eigentliche in No-Go!
An sich mag ich Bücher, bei denen man etwas lernt, bei denen auf unaufdringliche Art und Weise Informationen über eine Geschichte hinaus vermittelt werden und bei denen man nach dem Lesen das Gefühl hat, vielleicht ein bisschen schlauer geworden zu sein. Das Problem hier ist, dass es nicht eine einzige Seite mit rein erzählender Geschichte gibt, sondern der Autor alle paar Sätze abschweift und mit irgendwelchen historischen, naturwissenschaftlichen oder allgemein populären Informationen und Fakten nur so um sich wirft. Ständig verfällt er in einen belehrenden Professorenton, nimmt dadurch jegliches Tempo aus der Geschichte und verliert sich in irgendwelchen Anekdoten, die in, am oder auf dem Meer passiert sind. Dadurch hatte ich schnell das Gefühl, er würde ständig "klugscheißen" - und ... nun ja, niemand mag Klugscheißer.
Es ist schwierig; ich rechne dem Autoren sein Wissen und seine Leistung, all das in ein Buch verpackt zu haben, schon sehr hoch an - das muss man erstmal schaffen, sich so ein Wissen anzulesen. Er ist ein wandelndes Meeres-Lexikon.
Aber ich hätte mir einfach insgesamt mehr Spannung und Kurzweiliges gewünscht. Mal mehr Handlung als solche. Nicht immer den belehrenden und ermüdenden Ton. Dann wäre mir "Das Buch vom Meer" vielleicht nicht als so unsäglich langwierig und langweilig im Kopf geblieben.


0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena