Samstag, 6. August 2016

"Flower" - Elizabeth Craft/ Shea Olsen

cbt Verlag, 2016
12,99 Euro

Handlung:

Unstillbare Sehnsucht. Rettungslose Liebe.

Die achtzehnjährige Charlotte hat keine Zeit für Jungs, sondern setzt all ihren Ehrgeiz auf die Zulassung an der Stanford Universität. Da tritt ein fremder Junge in ihr Leben, der geheimnisvolle Tate. Charlotte verliebt sich auf den ersten Blick und will nur noch eins: Tate. Und Tate will sie. 
Dann der Schock: Tate ist nicht irgendwer, sondern ein Superstar, der bekannteste Sänger seiner Generation. Und er hat dem Rampenlicht – und Beziehungen – den Rücken gekehrt. Doch die Anziehungskraft zwischen Charlotte und Tate ist so stark wie das Schicksal selbst ...




Meine Meinung:
Wie kommt man am besten aus einer Rezensier-Flaute heraus? Indem man ein schlechtes Buch liest und sich dann mal so richtig darüber auslassen will.
So geschehen bei "Flower", das - ich muss es so sagen - eins der schlechtesten Bücher ist, das ich bisher in diesem Jahr gelesen habe. Und ich weiß gerade gar nicht, wo ich anfangen soll, um das zu erklären. 
Vielleicht bei den Protagonisten. Da hätten wir zum einen Charlotte, ein echtes Mauerblümchen, das außer Lernen und Erfolg haben (gern an der Stanford University) eigentlich nicht viel erreichen möchte. Immerhin ist sie mit einer ziemlichen "Schwarzen Schaf"-Familie geplagt, in der sowohl Großmutter, Mutter und Schwester ihre Leben durch zu frühe Schwangerschaften und zuviele bzw. zu unbedachte Liebeleien verpfuscht haben, zumindest in den Augen von Charlotte. Ihr Ziel daher: Finger weg von Jungs und Männern, ich stecke meine Nase lieber in ein gutes Lehrbuch. Na gut, so übertrieben mir das hier und da vielleicht auch erschien - diese Einstellung passt hier halt schon für Charlotte. Umso interessanter, dass sie diese jungfräuliche Tugend und ihre generelle Einstellung eigentlich mir nichts dir nichts über den Haufen wirft und ihr ganzes Leben in Frage stellt, nur weil sie mal nett mit einem Jungen aus war. Schade außerdem, dass sie dennoch (oder deswegen?) von den beiden Autorinnen so langweilig gezeichnet wurde. Natürlich ist Charlotte eigentlich wunderschön, hat das aber entweder noch nie wirklich gewusst und gesagt bekommen, oder wollte es bisher einfach nicht wahrhaben - denn das ist beim Lernen ja nun wirklich total schnurz, wie man aussieht. Aber eigentlich ist sie ein total schöner Schwan unter der grauen Maus. Gähn. Und natürlich bemerkt das niemand außer dem anbetungswürdigen Tate, der plötzlich eines Tages im Blumenladen steht, in dem Charlotte arbeitet. (Der übrigens nur wegen ihr in den Laden gekommen ist, ist klar...) Schade fand ich nur, dass ich leider nicht im Ansatz nachvollziehen konnte, was an Tate eigentlich anbetungswürdig sein soll. (Ich hatte beim Lesen unweigerlich Justin Bieber vor Augen, und das hat das Lesen nicht angenehmer gemacht.) Tatsächlich empfand ich Tate als einen der langweiligsten und farblosesten Buchcharaktere, von denen ich in den letzten Jahren gelesen habe. Bis auf Hartnäckigkeit hat der Junge nicht viel vorzuweisen; was er sagt, hat nicht viel Tiefe - die Dialoge zwischen beiden waren im besten Fall nichtssagend, ansonsten eher plump. Von sich selbst gibt er nicht viel preis (aber auch diese Wortkargheit empfand ich nicht als vorteilhaft für ihn), abgesehen von einem dramatischen Vorfall, der ihn so hat werden lassen, wie er nun mal ist, und der für ein - für mich nicht nachvollziehbares - Hin und Her zwischen ihm und Charlotte sorgt. Ganz ehrlich, dieses ständige "Ich will dich" und eine Seite später "Ich hasse dich, ich will nichts mehr mit dir zu tun haben" - was für ein Kindergarten! Was haben sich die beiden Autorinnen da zusammengereimt? Sind das Tagträumereien, die sie selbst in ihrer Jugend hatten, und die jetzt aufs Papier gebracht wurden? Sollte das dramatisch sein? Herzzerreißend? Hat hier wirklich irgendjemand mitgefiebert?
Ich fand dieses Hickhack und vor allem die Tatsache, dass Charlotte keinerlei Rückgrat zu besitzen scheint, sondern immer wieder zurück in seine Arme rennt, irgendwann nur noch nervend. Das stand in zu großem Gegensatz zu der aufgeräumten, organisierten und vorsichtigen Charlotte, die sie vorher angeblich gewesen sein soll, als Tate noch nicht auf der Matte stand. Und dass sie sich aus Verliebtheit so verändert haben soll, nehme ich ihr auch nicht ab, dafür kamen im gesamten Buch zu wenig Emotionen rüber.
Ich konnte ehrlich gesagt auch keine Moral oder ein Fazit in diesem Buch ausmachen. Charlotte, die für die große Liebe (die sie natürlich bereits mit 18 gefunden hat) alle ihre Pläne, Ziele und Wünsche über den Haufen werfen will und anstatt erfolgreich nur noch Popstar-Anhängsel sein will, getreu dem Motto "Folge deiner wahren Liebe!" - das kann es ja wohl nicht gewesen sein. Glücklicherweise kriegt sie zum Ende hin auch nochmal die Kurve, dachte ich zumindest kurz. Kurz erschien mir Charlotte mal nicht ganz so blass, als sie nämlich mal tut, was sie wirklich will. Aber das wird dann durch das tatsächliche Ende des Buches doch wieder ruiniert.
Kurzum: "Flower" lebt von Oberflächlichkeiten und blassen Figuren. Beides nicht mein Fall. 

2 Kommentare:

  1. Uff. Das klingt leider wirklich übelst. Schade. Aber schön, dass es dich aus deiner Reziflaute rausreißen konnte. Irgendwas Gutes hat eben auch das schlechteste Buch. :D

    Ich lese übrigens auch gerade die (beinahe) größte Liebesgeschichte - davon wirst du vielleicht positiver berichten können? ♥

    LG aus Salzburg,
    Nana

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  2. Huhu :) Ich hab die (beinahe) größte Liebesgeschichte noch gar nicht angefangen, bin aber schon sehr gespannt darauf. Schlechter als "Flower" kann es auf keinen Fall sein... :D Wie findest du es bisher?

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