Sonntag, 21. August 2016

"Bär im Boot" - Dave Shelton

Carlsen Verlag, 2013
14,90 Euro



Handlung:
In dieser Geschichte geht es um einen Bären. Und um ein Boot. Eines Tages steigt ein Junge in das Boot. Das Boot heißt Harriet. Der Bär rudert los, schließlich ist er ja der Kapitän. Zwischendurch kocht er Tee. Zur Tee-Zeit natürlich. Der Bär und der Junge spielen „Ich sehe was, was Du nicht siehst.“ Da sie nur von Meer und Himmel umgeben sind, ist die Motivwahl sehr eingeschränkt. Sie rudern weiter. Sie essen Sandwiches. Außerdem begegnen sie einem Seeungeheuer, einer Meerjungfrau und erleiden insgesamt dreimal Schiffbruch (dabei geht leider auch Harriet hops). Mehr soll hier nicht verraten werden. Aber am Ende gibt es einen Sonnenuntergang. Ach ja: Diese Geschichte enthält den gefährlichsten Sandwich der Welt. Das kann man sich nicht entgehen lassen!



Meine Meinung:
Nachdem ich "Bär im Boot" ausgelesen hatte, habe ich etwas gemacht, was ich sonst nicht mache, wenn ich ein Buch beendet habe. Ich habe mir andere Rezensionen dazu durchgelesen, um herauszufinden, wie andere Leser das Buch fanden. Ob sie es genial fanden. Inhaltslos. Mittelmäßig. Oder fantastisch. Denn ich ... wusste das nach dem Lesen überhaupt nicht. Ich habe die letzte Seite zugeklappt und konnte wirklich absolut nicht sagen, was ich von diesem Buch halten sollte.
Mittlerweile habe ich ein bisschen abgewartet, aber auch jetzt fällt es mir schwer, eine Meinung zu dieser Geschichte von einem Bär und einem Jungen im Boot zu formulieren. Vielleicht sollte ich damit anfangen, dass ich die Aufmachung des Buches (sieht äußerlich herrlich abgegriffen und mitgenommen aus, wie eine oft benutzte Landkarte, die Kanten sehen wie abgeschrubbelt und die Ecken angestupst aus, ein Kaffeetassenrandfleck ist zu sehen) ganz toll und die Illustrationen im Buch einfach wunderbar finde. Die treffen das Geschriebene immer genau auf den Punkt und machen die ganze Geschichte zu einem Augenschmaus. Ich glaube, diese Illustrationen waren es auch, die dazu führten, dass ich doch immer weiter gelesen habe, obwohl die Frage, was das hier eigentlich für eine Geschichte werden soll, in meinem Kopf immer lauter wurde. 
Denn tatsächlich passiert an Handlung überhaupt nicht viel. Die beiden, Bär und Junge, sind rudernderweise auf einem Meer unterwegs. Mehr nicht. Partiell habe ich mich an "Warten auf Godot" von Samuel Beckett erinnert gefühlt, denn auch hier steuern die Protagonisten ja irgendwie auf ein ... Nichts zu. Ähnlich geht es hier zu, und ich muss gestehen, hier und da wies die Geschichte ein paar Längen für mich auf. Und warf für mich zuviele Fragen auf, die der Junge im Buch einfach nicht gestellt hat - was mich wahnsinnig gemacht hat. Philosophische Ansätze sind dadurch erkennbar und auch gut gemacht, ohne aufdringlich oder belehrend zu sein. Vielmehr denkt man sich an mancher Stelle "Ja, stimmt eigentlich." Die zweite Hälfte des Buches wird insgesamt etwas actionreicher, es passiert einiges; zugleich wird aber alles auch verworrener und vor allem trauriger. Mir zumindest ging es so, dass mir am Ende völlig zum Heulen zumute war und ich mich wirklich gefragt habe, warum Dave Shelton so eine Geschichte geschrieben hat, wenn man so aus dem Lesen rausgeht. So ratlos, planlos, hoffnungslos. 
Und da bin ich eben am Grübeln, ob es nur mir so geht. Ob ich irgendeinen wesentlichen Punkt beim Lesen (beim Verständnis) verpasst habe. Ich weiß nach wie vor nicht, wie ich dieses Buch finden soll...

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena