Sonntag, 17. April 2016

"Warten auf Gonzo" - Dave Cousins

Verlag Freies Geistesleben, 2016
19,90 Euro

Handlung:
Oz ist immer für einen Lacher zu haben. Es ist wirklich nicht seine Schuld, dass manche Leute so humorlis sind. Doch bei einem seiner Scherze geht der Schuss nach hinten los, und er setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die in ein einziges Durcheinander münden. Man muss es tatsächlich erlebt haben, wie Oz versucht, den Schaden zu begrenzen - auf seine eigene, einzigartige Weise. Oder anders ausgedrückt: Jeder kann einen Fehler machen, aber um alles zu versauen, muss man ein Genie sein. Auch seine größere Schwester Meg zieht Oz nicht aus dem Schlamassel - doch dann bekommt sie selbst ein Problem. Eines, das von Tag zu Tag größer wird... Oz schreibt seine Geschichte rückblickend in Form eines Briefes an Gonzo. Aber wer ist diese rätselhafte Gestalt?


Meine Meinung:
Mein erster Gedanke zu diesem Buch, noch bevor ich angefangen habe, es zu lesen, war, dass es bestimmt eine Anlehnung an das bekannte "Warten auf Godot" von Samuel Beckett sein wird. Dass hier jemand warten und warten wird, bis - letztlich nichts passiert. Der Titel des Buches ist einfach zu sehr eine Parallele, dachte ich, als dass es das nicht sein könnte. Obendrein ist er direkt so aus dem Englischen übernommen worden, ohne etwas daran zu ändern ("Waiting for Gonzo"), das ist ja auch nicht immer der Fall. 
Nun... Mit "Warten auf Godot" hat das Buch von Dave Cousins nichts zu tun, wie ich dann recht schnell feststellte. Zwar wartet Oz, das ist richtig. Aber Gonzo ist wirklich real, es gibt Gonzo tatsächlich. Es ist nur in den ersten Kapiteln nicht ersichtlich, wer das denn ist. Was mir an diesem Buch unglaublich gut gefallen hat, ist dieser Überraschungsmoment, wenn man "schnallt", wer hinter "Gonzo" steckt. Das kann ich hier an dieser Stelle natürlich nicht verraten, das würde ja allen den Spaß nehmen. Und Spaß macht das Buch allemal. Ich habe so gern von Oz und seiner verqueren Familie gelesen, von seiner Schwester, und auch von seinem neu erworbenen Freund Ryan, der es nur gut meint, es als Nerd der Schule aber nun mal nicht so leicht hat. Dave Cousins hat sich hier bei allen Figuren etwas gedacht und sie liebevoll in die Geschichte eingebaut. "Warten auf Gonzo" wird dadurch ein wunderbares Schmökerbuch zum Staunen und zum Lachen, über Neuanfänge, über Freundschaft, über Fehler, die man macht und die man versucht, wieder zu begleichen. Aber manchmal ... passieren eben Dinge, die hat man einfach nicht in der Hand. Wie Gonzo. 
Was ich letztlich auch noch sagen möchte, ist, dass ich froh bin, dass der Verlag bei diesem Buch NICHT das Originalcover aus dem Englischen übernommen hat. Das deutsche Cover finde ich, obwohl ungewöhnlich, viel schöner und ansprechender als das quietschgelbe Original, das so vollgepackt ist mit Schrift. Daumen hoch, für Buch und für Cover!

Ein herzliches Dankeschön an den Verlag Freies Geistesleben für das Leseexemplar!

1 Kommentare:

  1. Ich hätte bei diesem Titel auch gleich gedacht, dass das eine Anspielung auf "Warten auf Godot" ist. Aber umso besser, wenn nicht - ich konnte mit "Warten auf Godot" ehrlich gesagt nichts anfangen. ;-)

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