Sonntag, 24. April 2016

"Between the lines: Wilde Gefühle" - Tammara Webber

MIRA Taschenbuch, 2016
9,99 Euro (Kindle Edition)



Handlung:
Eigentlich müsste Emma durchdrehen vor Glück: Sie soll die Hauptrolle in einem Blockbuster spielen. Ihr Filmpartner ist niemand anderes als Hollywoods heißester Bad Boy Reid Alexander! Der für sein ausschweifendes Sexleben und seine Skandalpartys bekannt ist - und der alles daran setzt, sie zu verführen. Bei seinen Küssen bekommt Emma ganz weiche Knie. Doch ist es wirklich eine gute Idee, sich auf Reid einzulassen? Denn in Wahrheit fühlt sich Emma mit all dem Glamour nicht wohl. Außerdem ist da auch noch ihr sensibler Co-Star Graham Douglas, allerdings scheint dieser schon vergeben zu sein … 


Meine Meinung:
Puh. Ich musste eben nach dem Auslesen erstmal überlegen, wann ich zuletzt etwas so oberflächliches wie diese Geschichte gelesen habe - und mir ist nichts eingefallen. "Between the lines" verspricht eine Liebesgeschichte, eingebettet im Glamour und Highlife von Jungschauspielern, die die Rolle ihres Leben ergattert zu haben glauben. Allen voran Emma und Reid, die beiden Hauptprotagonisten, die in einer neuzeitlichen Version von "Stolz und Vorurteil" an einer Highschool Elisabeth und Mr. Darcy spielen sollen. So weit, so gut. 
Die ersten Seiten, die ersten Kapitel fand ich noch ganz nett, auch wenn ich bereits dort den Gedanken nicht abschütteln konnte, dass die Figuren mitunter recht plakativ und voller Klischees dargestellt sind. Die böse, einfältige Stiefmutter. Der arrogante Jungstar. Das naive schüchterne Mädchen aus der Provinz, das gern schauspielern möchte. Leider ändert sich an diesem Eindruck jedoch auf den Folgeseiten auch nichts mehr, im Gegenteil: je mehr Personen dazu kommen, umso schwarz-weißer wird alles. Die Figuren sind derart klischeehaft dargestellt, dass ich anfangs wirklich dachte, die Autorin nimmt uns doch hier auf den Arm, da wird doch sicher gleich ein dicker Wendepunkt kommen. Ähm - nein. Reid ist von Seite 1 an arrogant, oberflächlich, nur auf Spaß, Sex und Parties aus und sieht in Emma nur eine weitere Mädchennummer, die er abzuarbeiten hat. Und daran ändert sich absolut nichts, die ganze Zeit. Auch Emma bleibt eigentlich durchweg das naive Liebchen, das sich mit dem Wind dreht. Graham als Reids Gegenspieler wirkte zumindest in meinen Augen kein bisschen interessanter. Und mein erster Gedanke, dass hier eigentlich schon nach gut 4 oder 5 Kapiteln klar ist, für wen sich Emma am Ende entscheidet, stellte sich dann leider auch als absolut richtig heraus. Gut, zugegeben, einen kleinen Aha-Moment bietet die Story zum Ende hin noch. Aber der ist so lächerlich und konstruiert - gerade in Anbetracht der Tatsache, dass es hier um gerade mal 18- oder 20-jährige Schauspieler geht -, dass ich das nur noch mit einem Kopfschütteln aufnehmen konnte.
Ich habe in dieser Geschichte einfach nichts für mich rausholen können. Die Figuren sind plakativ und langweilig, die Handlung plätschert ohne großes Aufsehen vor sich hin und ist ebenfalls langweilig. Und selbst die Schilderungen des Lebens am Filmset sind langweilig! Ich hätte wirklich gedacht, man bekommt als Leser mal ein paar Einblicke, wie die Drehtage der Protagonisten so ablaufen, wie sie sich in den Szenen machen, Versprecher, Texte lernen - halt irgendwas, was das Thema Schauspielern betrifft. Stattdessen geht´s eigentlich nur um Parties in Clubs oder Hotelzimmern, die nach den Drehtagen abgehalten werden. Alle lassen sich ständig volllaufen, bringen nur dumme Sprüche und schleppen Mädels für die Nacht ab. Nur einer nicht. Der geht lieber joggen mit Emma. Ich meine, wo ist denn da die Überraschung? Warum muss die Autorin hier alle Klischees und Vorurteile, die man als "Normalo" so von jungen, übermäßig reichen und arroganten Teenie-Stars in Hollywood & Co. ohnehin schon im Kopf hat, dann auch noch absolut bestätigen? Warum hätte "Between the lines" nicht mal irgendwas Frisches, Unerwartetes sein können? Und vor allem eine Liebesgeschichte, bei der man nicht von Beginn an ahnt, wie sie ausgeht? 
Ich habe gerade eben gesehen, dass es bald eine Fortsetzung zu dieser Geschichte geben wird. Wieder mit Emma, Reid und Graham. Aber definitiv nicht mit mir als Leserin.

Ein herzliches Dankeschön an den MIRA Taschenbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentare:

  1. Ach herrje, da hat die Autorin offensichtlich wirklich kein Klischee ausgelassen. Das scheint ja nicht mal als nette Geschichte zum Abschalten zu reichen ...

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