Mittwoch, 23. März 2016

"Nur ein Tag" - Gayle Forman

Fischer Verlag, 2016
14,99 Euro

Handlung:
Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer - überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Als freier, ungebundener Schauspieler ist er all das, was die 18jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihm nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Allyson erlebt einen Tag voller Abenteuer und Romantik, Freiheit und Nähe - bis Willem am nächsten Morgen nicht mehr da ist.


Meine Meinung:
In meinen Augen ist "Nur ein Tag" ein Buch, das in der Masse der romantisch gehaltenen Coming-of-Age- Romane leider untergeht. Für mich zeichnet es sich durch nichts aus, was es besonders machen würde oder wodurch es herausstechen würde. Blasse unleidige Figuren, blasse Story ohne große Überraschungen, ein einziges Dahinplätschern der Story.
Allyson (und es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber ich musste ihren Namen eben noch einmal nachlesen, sonst wäre er mir nicht wieder eingefallen - soviel zum Thema "blasse Figur"...) ist ein verwöhntes Amimädel, das ihr Leben lang alles von ihren Eltern bekommen hat. Sie sagt zu allem Ja und Amen und lässt sich alles bereitwillig von ihren Eltern vorneweg planen. Fand ich nervig zu lesen, weil mich solche Figuren irgendwie passiv aggressiv machen. Im Laufe der Handlung befreit sie sich zwar ein bisschen von diesem Denken und wird eigenständiger, was ich ihr von Herzen gönne. Dennoch muss ich ehrlich sagen, dass mir die Buchfigur "Allyson" einfach völlig egal war und damit auch, was mit ihr passiert.
Willem dagegen sollte wohl geheimnisvoll und schon viel erwachsener wirken, kam mir jedoch eher pseudo-philosophisch vor. Er weiß alles besser, redet bevorzugt in Rätseln und merkwürdigen Andeutungen, lässt sich sonst aber so gar nicht in die Karten gucken. Das hat den Sympathiefaktor bei mir nicht nach oben gehoben.
Auch aus dem gemeinsamen Trip, den die beiden kurzerhand machen, konnte ich nur wenig herausziehen. Die paar Eindrücke, die von Paris gegeben werden, als Allyson und Willem sich in der Stadt aufhalten, sind so rar gesät und so wenig beeindruckend, dass sich bei mir keinerlei Kopfkino anstellte. Ich hätte mir mehr Eindrücke gewünscht; einfach auch ein "emotionales Mehr", das zwischen den beiden in Paris ablief, um so etwas wie einen Funken zu erahnen. Geknistert hat es zwischen beiden meiner Meinung nach überhaupt nicht.
Irgendwie habe ich hier nicht viel für mich rausholen können und das Buch ist schon wenige Tage nach dem Lesen gedanklich komplett aus meinem Kopf verschwunden. Nun gibt es ja auch noch den zweiten Teil der Geschichte, "Und ein ganzes Jahr", welches dazu gelesen werden muss, um zu erfahren, wie es weitergeht. Die Leseprobe für "Und ein ganzes Jahr" am Ende von diesem ersten Teil lässt bereits vermuten, dass wir genau dieselbe Geschichte - eben nur aus Willems Sicht - erzählt bekommen. Das ist auch so ein Konzept, das mich nicht wirklich überzeugt - im Gegenteil, es schreckt mich eher ab. Mit diesem neuartigen Hype, eine Geschichte immer aus zwei Perspektiven erzählen zu müssen, obwohl es ein und dieselbe Geschichte nur verteilt auf mehrere Bücher ist, konnte ich mich von Beginn an nicht anfreunden, und ich werde auch hier nicht mitmachen. Mich hat die Geschichte von Allyson und Willem einfach zu wenig gereizt und neugierig gemacht, als dass ich jetzt Interesse hätte, in Willems Perspektive weiterzulesen.

1 Kommentare:

  1. Huhu ^^

    ohje, dass hört sich ja gar nicht gut an. Eigenltich wollte ich die Bücher ja lesen, aber ich glaube das lasse ich besser. Ich kann es gar nicht leiden, wenn Protas so oberflächlich und blass sind... :/
    Und das Konzept "ich erzähl jetzt alles noch mal aus der Sicht des Mannes" finde ich mega nervig! Das hat mich bei Walking disaster und Trust in me schon total angekotzt -.-*


    Liebste Grüße
    Sonja

    AntwortenLöschen

Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena