Donnerstag, 3. März 2016

"Albertos verlorener Geburtstag" - Diana Rosie

Knaur Verlag, 2016
16,99 Euro

Handlung:
Der 7-jährige Tino ist erschüttert, als er erfährt, dass sein geliebter Großvater Alberto nicht weiß, wann er geboren ist, und deshalb noch nie Geburtstag gefeiert hat. Dabei ist das doch der eine, wundervolle Tag, der einem allein gehört und an dem man sich so sehr geliebt fühlt! Nur hat Alberto als Kind im spanischen Bürgerkrieg sein Gedächtnis verloren, und damit auch dieses besondere Datum. Nie hat er nach Spuren seiner Vergangenheit gesucht, aber jetzt, am Ende seines Lebens, überredet Tino ihn zu einer Reise quer durch Spanien, zurück zu jenem Waisenhaus und den Menschen, die vielleicht mehr über Alberto wissen könnten als er selbst.


Meine Meinung:
Alberto hat noch nie seinen Geburtstag gefeiert. So richtig klar wird ihm das aber erst, als sein Enkel Tino ihn darauf anspricht und es nicht fassen kann, dass man jahrzehntelang keine Geburtstagsparty gefeiert hat. Was für Alberto anfangs gar nicht so wichtig erscheint, gewinnt dann doch an Bedeutung, als er sich mit Tino schließlich auf den Weg macht, seine Wurzeln zu finden. Alles, woran er sich erinnern kann, ist, im Kinderheim aufgewachsen zu sein. Also machen sich die beiden auf den Weg dorthin.
Was dann als Geschichte folgt, hat mir nicht nur gefallen, sondern mich auch sehr berührt. Albertos Lebensgeschichte nimmt seinen Anfang in den Zeiten des Spanischen Bürgerkrieges, der hier immer wieder zur Sprache kommt. Leider - so habe ich feststellen müssen - fehlt es mir hier arg an Hintergrundwissen, was diesen Krieg betrifft. Die Autorin gibt zwar hier und da Hinweise und Erklärungen, welche zwei Gruppierungen es für nötig hielten, sich zu bekämpfen, um ihren Willen durchzusetzen. Dennoch leuchtete mir nicht immer alles ein - woran ich aber eher mir selbst die Schuld gebe, denn wie gesagt: mir fehlt da einfach das historische Wissen. 
Die Aufteilung der Handlung hat mir sehr gut gefallen, denn sie gibt dem Geschehen eine unglaubliche Dynamik, die mich stets weiterlesen ließ. Albertos und Tinos Weg wird im Heute erzählt, jedes zweite Kapitel beleuchtet dagegen (rückwärtslaufend) Albertos Vergangenheit und berichtet, wie es dazu gekommen ist, dass Alberto tatsächlich im Waisenhaus gelandet ist. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen, da man so immer wieder einen Schritt zurück macht in der Zeitleiste und sich so schlussendlich richtig überraschen lassen kann. So ging es zumindest mir, ich hatte da einen kleinen Aha-Moment, der letztlich alles erklärt. Manch einer mag ein wenig schneller schalten und Albertos Vergangenheit durchschauen, aber mir hat diese kleine Überraschung am Ende sehr gut gefallen. 
Insgesamt ist "Albertos verlorener Geburtstag" ein liebevolles, rührendes Buch über die Geschichte eines Mannes, der sich selbst erst im hohen Alter so richtig kennen lernt. Toll geschrieben und zum Schmökern geeignet. 

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