Freitag, 25. September 2015

Freitagsgedanken...

... die drehten sich heute ganz ums Packen. Denn ich bin ab morgen für ein paar Tage in London, wuhuuuuuuuu!!! Ich freu mich schon total, London ist in meinen Augen ja eine der tollsten Städte überhaupt. Einen wirklichen Plan für Aktivitäten etc. habe ich noch nicht, mit Ausnahme eines Theaterbesuchs von "Hamlet", in dem Benedict Cumberbatch mitspielt, besser bekannt als der Sherlock Holmes aus der BBC-Serie. Ich freu mich WIE BLÖD!!! :D 
(Ach ja, und ein Besuch in der Buchhandlung Waterstones ist auch fest eingeplant!)
Ich melde mich also nochmal ein paar Tage vom Bloggen ab - hier ist momentan ja eh wenig(er) los, was mir sehr Leid tut. Aber es wird hoffentlich auch wieder anders... :)

Euch wünsche ich erstmal eine schöne Woche und viel Lesezeit!


Donnerstag, 24. September 2015

[Kurz gesagt] Von Legenden, nervenden Zofen und Trauerbewältigung

Heute gibt es kurze kürzere Leseeindrücke zu drei Büchern (eigentlich 5), die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Marie Lu "Die Legend-Trilogie"
Lese-Bingo: Ein Buch, das gefühlt "jeder" schon gelesen hat

Gefühlt bin ich eine der Letzten, die diese Reihe gelesen hat. Ich hab schon viel Schwärmerei und Werbung für diese Bücher gelesen und dadurch selbstverständlich einige Erwartungen aufgebaut. Und ich muss sagen, die Bücher haben mir gut gefallen und ziemliches Mitfiebern bei mir ausgelöst (sowohl zwischen den Kapiteln als auch auf den letzten Buchseiten); aber ein wirklich totales "Must-Read" ist die Reihe in meinen Augen nicht. June und Day sind zwei außergewöhnliche Charaktere, wobei ich mich nicht entscheiden kann, welcher der beiden mich mehr beeindruckt hat. Anfangs dachte ich, June würde sehr dem typischen Mädchenbild entsprechen, von dem man schon so oft irgendwo gelesen hat, und das die immer gleiche Leier durchlebt, nach dem Motto "Junges Mädchen lernt Bad Boy kennen und findet ihn ultra-heiß und vergisst darüber hinaus alles, was sie selbst ausmacht". Das war zum Glück nicht so; im Laufe der drei Bücher hat June viele Facetten von sich gezeigt und mich manchmal sehr beeindruckt, manchmal aber auch unwirsch werden lassen. Und Day? Der ist glücklicherweise zu sehr Einzelgänger und hört zu sehr auf sein Herz, um zu einem blassen Jugendhelden zu werden, wie man ihn in (Jugend-) Büchern leider viel zu oft antrifft und dann direkt wieder vergisst, weil es einfach zuviele davon gibt. Days Selbstlosigkeit und seine Aufopferungsbereitschaft gingen mir manchmal ein wenig auf den Keks, aber sei´s drum, das zeichnet ihn halt aus.
Die drei Bücher leben von diesen beiden Figuren und dabei wird das ganze Drumherum - die Auseinandersetzungen zwischen Republik und Kolonien, die Krankheiten, die Armut und dieses verquere Staatssystem - fast zur Nebensache, was ich schade fand. Wo in den Büchern 1 und 2 noch Verwicklungen und überraschende Wendungen zu finden waren, haben mir diese im finalen Teil ein wenig gefehlt. In meinen Augen macht es sich die Autorin hier letztlich auch etwas einfach, was die Auflösung des Konfliktes betrifft. Das war so plötzlich vorbei, dass es mir beim Lesen gar nicht richtig aufgefallen ist. Mit dem richtigen Ende und damit auch dem Ausgang der Geschichte von Day und June war ich anfangs so gar nicht zufrieden, muss ich gestehen. Da hab ich 2, 3 Tage gebraucht, um einzusehen, dass es eine galante Lösung ist, die man auch nicht allzu häufig zu lesen bekommt. Insgesamt behalte ich die Buchreihe als lesenswert im Hinterkopf, wenn sie in meinen Augen auch nicht an andere Geschichten heranreicht. (4/5)


Caleb Krisp "Little Miss Ivy"
Ivy Pocket ist Zofe und Dienstmädchen bei adeligen Damen und gerät eines Tages in ein wahres Abenteuer. Eine Baronin übergibt Ivy einen wertvollen Diamanten an einer Halskette mit dem Auftrag, diesen als Geburtstagsgeschenk an ein junges Mädchen zu übergeben. Ivy ist leider zu neugierig und legt sich den Diamanten in der Zwischenzeit einfach mal selbst um den Hals, woraufhin ihr wundersame Dinge geschehen. Sie kann plötzlich sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft sehen, wenn sie in den Diamanten blickt. Als sie schließlich auf dem herrschaftlichen Schloss eintrifft, um den Diamanten zu überreichen, wird sie nicht nur von merkwürdigen Gestalten verfolgt, sondern gerät zugleich in einige familiäre Verwicklungen...
Soll ich ehrlich sein? Ich war froh, als ich die Geschichte von Ivy Pocket durchgelesen hatte. Das Buch ist für Leser ab 10 Jahren gedacht, was ich an sich nachvollziehbar finde; ich habe mich jedoch gefragt, ob die Sprache im Buch und die Verwicklungen, die sich nach und nach auftun, nicht vielleicht doch etwas zu schwer sind für ganz junge Leser. Ivy selbst ist 12 und ich konnte sie überhaupt nicht leiden. Der Autor wird Ivy schon wegen des Unterhaltungsfaktors bewusst als "nicht ganz einfach" dargestellt haben, aber Ivy ist das Exemplar einer Buchfigur, die mich persönlich irgendwann in den Wahnsinn treibt. Sie ist nicht nur unglaublich naiv und gutgläubig, sondern auch sowas von schwer von Begriff, checkt rein gar nichts, kann sich in andere nicht hineinversetzen und ist daher überhaupt nicht in der Lage, so etwas wie Ironie zu verstehen. Sie wird im Buch reihenweise übers Ohr gehauen und hat es nur mit falsch spielenden Personen zu tun - was dem Leser bereits nach wenigen Seiten klar ist -, nur sie versteht es einfach nicht und hinterlässt dadurch einen selten dummen Eindruck. Das ist nicht nur schrecklich zu lesen, sondern es ruiniert in meinen Augen auch jegliche Anwandlung von spannender Handlung, die in Grundzügen durchaus zu erahnen ist. Aber Caleb Krisp macht einfach nichts aus seiner interessanten Idee, welche Bedeutung der Diamant hat. Viel mehr verliert er sich in den dümmlichen und naiven Ausschweifungen seiner Anti-Heldin Ivy und verdarb mir damit von Seite zu Seite mehr das Interesse am Buch. Es mag sein, dass jüngere Leser vielleicht ihren Spaß an Ivys Seite haben und gern von ihrem Abenteuer lesen. Eine Vorbild-Funktion oder gar etwas, das man hier aus der Geschichte für sich mitnehmen könnte, finde ich jedoch nicht. (2,5/5)


Meg Wolitzer "Was uns bleibt ist jetzt"
Das ist das erste Buch, das ich von Meg Wolitzer gelesen habe und ich bin begeistert. Anfangs war ich skeptisch, ob die Geschichte von Jam, die ihren Freund verliert und sich daher so sehr in Trauer befindet, dass sie nichts mehr in ihrem Leben zustande bringt, mir nicht zu tränenlastig werden würde. Aber das war überhaupt nicht der Fall. Zwar beschäftigt sich das Buch sehr mit dem Thema Trauer, Verlust und wie man damit zurecht kommt - oder eben auch nicht. Aber eigentlich wird der Schwerpunkt viel mehr auf die Geschehnisse gelegt, die in Jams neuer Schule passieren. Nach dem Verlust ihres Freundes Reeve fängt sie an einer neuen Schule an und wird einem kleinen, elitären Literaturkurs zugeteilt. Dort werden den Teilnehmern Tagebücher ausgeteilt, die die besondere Fähigkeit haben, den Schreibenden in eine fremde Welt zu entführen - in eine Welt, in der alles noch in Ordnung ist, in der Jams Freund Reeve noch lebt. Was für Jam anfangs noch wie ein Wunder ist und ihr die schönsten Stunden beschert, die sie wieder an Reeves Seite verbringen kann, wird nach und nach zum Problem - spätestens, als das Tagebuch nur noch wenige leere Seiten zum Schreiben beinhaltet...
Das mag fast ein wenig fantastisch klingen, ist es ja irgendwie auch. Aber diese kleine Form der Magie ist so unaufdringlich, dass ich dieses Buch nie als "Fantasy" bezeichnen würde. Denn in erster Linie geht es um die Personen, die man in diesem Literaturkurs erlebt und die mit ihren jeweils ganz persönlichen Formen des Verlustes, des Schmerzes und der Trauer auskommen müssen. Das Reisen in die fremde Welt ermöglicht es allen, nach und nach abzuschließen und sich anderen Dingen in ihrem Leben zuzuwenden. Neue Freunde, neue Interessen, neue Liebschaften. Dabei fand ich keine der dargestellten Geschichten zu übertrieben oder aufgesetzt, auch wenn sie alle sehr unterschiedlich sind. Meg Wolitzer hat eine tolle Art zu schreiben und zu erzählen; ich habe mich keine Seite lang gelangweilt. Vor allem aber bin ich begeistert von dem Plot-Twist, den sie hier in die Geschichte von Jam einbaut, denn der kommt so unerwartet, dass ich richtig überrascht war. 
Sensibles Thema, ruhige Töne, zugleich sehr spannende Erzählung. Hat mir ausgesprochen gut gefallen. (5/5)

Dienstag, 22. September 2015

"Für Freiheit, Kunst und Mayonnaise" - Kate Hattemer

Carlsen Verlag, 2015
17,99 Euro

HIER geht´s zum Buch

Lese-Bingo: Ein lustiges Buch

Handlung:
Wie bitte? An ihrer renommierten Kunstakademie soll einen Reality-Show gedreht werden? Ethan und seine Freunde Luke, Elisabeth und Jackson können es nicht fassen. Auch wenn es ein Stipendium zu gewinnen gibt, so tief wollen sie nicht sinken! Luke, der Mastermind des Widerstandes, hat schon einen Plan: Sie werden den Feind mit den Waffen der Kunst schlagen, und zwar mit subversiv in Umlauf gebrachten Protestgedichten. Und mit viel Mut und Fantasie und einer heldenhaften Wüstenrennmaus können die Freunde fast alles erreichen!


Meine Meinung:

"Es geht bloß darum, was im letzten Jahr passiert ist. Es geht um Reality-Shows, das verzweifelte Schwärmen für eine Ballerina und um eine heldenhafte Wüstenrennmaus namens Mayonnaise. Aber vor allem geht es um meine Freunde." (S.11)

Das Buch kam für mich genau zur richtigen Zeit. Nach einigen nur so lala-Büchern, die mich eher genervt als begeistert hatten, brauchte ich mal etwas Kurzweiliges und Amüsantes. Beides habe ich in "Für Freiheit, Kunst und Mayonnaise" gefunden.
Erzählt werden die Ereignisse aus der Sicht von Ethan. An seiner Kunst-Schule soll eine Art Reality Show stattfinden, bei der wöchentlich künstlerisch begabte Schüler sozusagen "in performance" gezeigt werden und je nach Beliebtheit beim bundesweiten Publikum nach und nach rausgewählt werden. Dem Gewinner winkt ein Stipendium. Der Vermarktungsgedanke dahinter und das ganze aufgesetzte unechte Gehabe der Fernsehleute ist Ethan und seinen Freunden schon bald ein Dorn im Auge - Ethan allerdings eher, weil seine heimliche Flamme Maura eine Teilnehmerin der TV-Show ist. Schon bald fangen die vier an, ihrem Unmut über die Vorgänge an der Schule freien Lauf zu lassen, versteckt zu demonstrieren und Kritik zu üben. Damit treten sie eine ganze Lawine von Vorgängen los...
Ich kann gar nicht genau sagen, was mir an der Geschichte so gut gefallen hat. Vielleicht die erfrischend anders gezeichneten und echten Figuren, die eben nicht nur aus Mitläufern, sondern sogar aus Überläufern bestehen, was man anfangs nicht für möglich hält. Ethan als Träger und Erzähler der Geschichte hat mir gut gefallen, weil er nun mal kein Superheld wie oft in anderen Geschichten ist und auch gar keiner sein will. Vielleicht auch der Witz und Humor im Buch, der mich an so vielen Stellen hat lachen lassen; es wird hier beispielsweise eine Mathestunde beschrieben, bei der ich wirklich richtig albern kichern musste. Vielleicht auch die vielen Spitzen und zwar aufgebauschten, aber dennoch wahren Andeutungen in Richtung Welt des Fernsehens, in der es letztlich doch immer nur um Einschaltquoten und Erfolgszahlen geht und in der die Vermarktung an erster Stelle steht. 
Vielleicht war es aber auch einfach alles zusammen, was dazu geführt hat, dass ich das Buch wirklich schnell und begeistert durchgelesen habe. Einzig vom Ende hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht. Hier werde ich den Gedanken nicht los, dass manches noch hätte angesprochen werden können, weil man als Leser diesbezüglich sonst so im Dunkeln tappt. Aber es lebe ja die Freiheit der Fantasie, man kann sich ja auch einfach selbst seinen Teil dazu denken...


Ein herzliches Dankeschön an den Carlsen Verlag!


Samstag, 12. September 2015

[Neue Bücher] In my mailbox...

Hallo ihr Lieben!
Morgen geht es für mich in einen Kurzurlaub an die Ostsee und direkt im Anschluss daran beginnen die Vollzeit-Veranstaltungen meiner Psychotherapie-Ausbildung, Einführungsseminare & Co. Ich bin also nicht nur schon ziemlich aufgeregt, sondern mir obendrein sicher, dass ich in den nächsten Tagen nicht wirklich dazu kommen werde, etwas für den Blog zu machen. Ich glaube auch nicht, dass mich heute abend noch spontan eine ungebändigte Motivation überkommt, eine Rezension zu schreiben, die ich geplant online stellen könnte in den nächsten Tagen. Daher gibt es wenigstens heute noch die Vorstellung der neuen Bücher, die ich in den letzten Tagen bekommen habe. 




Caleb Krisp "Little Miss Ivy"
Ivy Pocket, zwölfjährige Zofe adeliger Damen, ist eine wandelnde Katastrophe – die ihre Dienstherrinnen buchstäblich zum Wahnsinn treibt. Sie selbst sieht das allerdings ganz anders! Sie selbst findet sich nämlich einfach wunderbar. Nach einem unerhört peinlichen Auftritt mit ihrer letzten Arbeitgeberin greift das Schicksal ein: in Gestalt einer geheimnisvollen Baronin, die Ivy zu sich ans Totenbett rufen lässt, um ihr einen äußerst geheimnisvollen Auftrag zu geben. So beginnt Ivys Achterbahnfahrt von einem Abenteuer: voller Rätsel, Intrigen, Bösewichte, fataler Missverständnisse und haarsträubender Komik!
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"Little Miss Ivy" habe ich überraschend von buecher.de erhalten. Ich bin dort bei einer so einer Vorablesen-Plattform und bekomme ab und zu ungefragt Bücher zugeschickt. Die suche nicht ich mir aus, sondern irgendjemand bei buecher.de, ich soll sie dann zu einem bestimmten Datum lesen und bewerten. Bisher ging es eigentlich immer super, bis auf ein oder zwei kleine Ausnahmen vielleicht, in denen mein Geschmack bei den Büchern wirklich nicht getroffen wurde. "Little Miss Ivy" nun ... naja, ich weiß auch nicht. Ich habe mal nachgesehen, laut Verlagsangabe soll das Buch "ab 10" sein. Ich bin da sehr am Schwanken, denn einerseits ist das Buch zwar sehr einfach gehalten und die Heldin Ivy selbst ist nun mal auch erst 12. Aber sie ist unerträglich als Charakter, völlig naiv und verblendet, checkt rein gar nichts, ist unglaublich von sich selbst überzeugt. Wohl kaum ein Vorbild für Kinder. Dazu kommt, dass ich manche Sätze recht schwülstig und schwer geschrieben finde - ist es also wirklich für 10-Jährige gedacht? Momentan kämpfe ich mich im wahrsten Sinne des Wortes durch dieses Buch, mehr als ein paar Seiten jeden Tag schaffe ich wegen Ivys unfassbarer Art einfach nicht...

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Heather W. Perry "Lock & Mori"

In modern-day London, two brilliant high school students—one Sherlock Holmes and a Miss James “Mori” Moriarty—meet. A murder will bring them together. The truth very well might drive them apart.
Before they were mortal enemies, they were much more…
FACT: Someone has been murdered in London’s Regent’s Park. The police have no leads.
FACT: Miss James “Mori” Moriarty and Sherlock “Lock” Holmes should be hitting the books on a school night. Instead, they are out crashing a crime scene.
FACT: Lock has challenged Mori to solve the case before he does. Challenge accepted.
FACT: Despite agreeing to Lock’s one rule—they must share every clue with each other—Mori is keeping secrets.
OBSERVATION: Sometimes you can’t trust the people closest to you with matters of the heart. And after this case, Mori may never trust Lock again.

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Ich mag Sherlock Holmes ja, auch wenn ich zu meiner Schande und zum Unwillen eingefleischter Arthur Conan Doyle Fans sagen muss, dass sich diese Sympathie eigentlich nur auf die BBC-Serie bezieht. Dennoch bin ich irgendwann vor ein paar Wochen online über dieses Buch gestolpert und dachte mir, das klingt nach einer interessanten Neuinterpretation. Mal sehen, wie es mir gefällt.

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Meg Wolitzer "Was uns bleibt ist jetzt"
Jam durchlebt die erste große Liebe zu Reeve so intensiv wie nichts zuvor. Dann stirbt Reeve und für Jam macht das Leben keinen Sinn mehr. Ein Internat für traumatisierte Teenager soll helfen, und speziell eine exklusive Literaturklasse, der Jam zusammen mit nur vier anderen Schülern zugeteilt wird. Ihre Lehrerin, Mrs Q, gibt ihnen Tagebücher mit. Nichts Neues, denkt Jam, aber als die Jugendlichen dann wirklich nachts darin schreiben, geschieht etwas Unvorstellbares: Sie gelangen nach Belzhar, in die Welt ihrer eigenen Vergangenheit vor dem schrecklichen, alles verändernden Ereignis. Gierig saugt Jam die Zeit mit Reeve in sich auf. Doch mit jeder Seite nähert sich der Tag, an dem sie sich der Wahrheit stellen muss. Ist sie bereit, ihre Zukunft zu opfern, um in der Vergangenheit glücklich zu sein, oder gibt sie der Zukunft eine Chance, sie noch glücklicher zu machen?
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Das ist das erste Buch, das ich von Meg Wolitzer gelesen habe. Mir hat es wirklich gefallen, gut geschrieben, interessante Figuren, mit außergewöhnlichen Twist am Ende. Rezension kommt bald.

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Karl Wolfgang Flender "Greenwash Inc."
Sie haben ein Unternehmen mit problematischem Portfolio? Genmais? Produktion in asiatischen Sweatshops? Kein Problem: Mars & Jung kümmert sich darum. Die Agentur bietet eine ganzheitliche Betreuung, von viralen Imagekampagnen über die Beschaffung von Fairtrade-Zertifikaten bis zum Krisenmanagement vor Ort. Falls es irgendwo mal brennt. In einer Textilfabrik zum Beispiel. In der es keine Fluchtwege gibt. Thomas Hessel ist in dieser Greenwash-Welt zu Hause. Und er verfügt über die perfekten Eigenschaften, um hier Karriere zu machen: Kreativität, Empathie, Aufopferungsbereitschaft - und Skrupellosigkeit. Für PR-Storys reist er nach Brasilien, Indien oder Ghana und geht für den Erfolg seiner Projekte über Leichen. Er liefert dabei, was von ihm verlangt wird: die Lügen, die wir alle hören wollen. Bis er selbst zum Opfer der eigenen Ambitionen wird. Karl Wolfgang Flenders Debüt erzählt mit schmerzhafter Präzision die Geschichte einer steilen Karriere und eines rasanten charakterlichen Zerfalls.
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Bei diesem Buch weiß ich ehrlich gesagt überhaupt nicht, was mich erwartet. Ich habe es ganz überraschend von Frau Waltermann vom Dumont Verlag zugeschickt und mich sehr drüber gefreut, auch wenn ich es gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich lasse mich einfach überraschen :)

Kennt ihr eins der Bücher? Welche Neuzugänge haben euch in den letzten Tagen beglückt?
Ich wünsche euch eine schöne Woche!

Donnerstag, 10. September 2015

"Solitaire" - Alice Oseman

dtv, 2015
16,95 Euro

HIER geht´s zum Buch

Handlung:
Die sechzehnjährige Tori Spring hat das Gefühl, dass sie sich zwischen Weltschmerz, Erfolgsdruck, dem Zwang, ihre Zukunft planen, sich selbst finden und jetzt eigentlich die beste Zeit ihres Lebens haben zu MÜSSEN, verliert. Dass sie kurz davor ist, zu zerbrechen an der Gleichgültigkeit der Welt. Dass sich daran auch im neuen Jahr nichts ändern, dass wieder nichts passieren wird. Und dann passiert doch etwas: Tori trifft auf Michael Holden. Eigentlich verkörpert Michael mit seinem Enthusiasmus und der schwarzen Hipster-Brille all das, was Tori verachtet, und dennoch ist sie fasziniert von seiner überschäumenden Lebensfreude und seiner Neugier auf die Welt. Und es gibt Solitaire, eine anonyme Schülergruppe, die seit Kurzem Toris Schule in Atem hält. Anders als alle anderen fragt Tori sich, was und wer wirklich hinter Solitaire steckt.

Meine Meinung:
Ich habe eben lange überlegt, was ich zu diesem Buch schreiben könnte, und auch jetzt, wo ich einfach losgetippt habe, weiß ich nicht wirklich, was ich eigentlich tippen soll. "Solitaire" ist ... anders. Anfangs habe ich das Buch voller Begeisterung gelesen. Diese Begeisterung, das Interesse an der Story und vor allem das "Dranbleiben wollen" beim Lesen hat aber mit jeder umgeschlagenen Seite nachgelassen. Das Ende hat mich dann nur noch enttäuscht.
Hauptfigur Tori ist da im Wesentlichen Schuld dran, denke ich. Denn so außergewöhnlich sie anfangs erscheint, als melancholisch-depressiver Teenie, dem irgendwie alles und jeder egal ist, der einfach nur die Schultage an sich vorbeiziehen lässt, ohne jemals wirkliche freudige und denkwürdige Momente zu erleben, - so überzogen und unglaubwürdig wird sie eben aus genau diesen Gründen im Verlaufe des Buches. Es mag schon richtig sein, dass die Jugend heutzutage eher dazu neigt, sich hängenzulassen, sich nicht immer so aufraffen zu können und dass vieles so unwichtig erscheint, einfach, weil es Regeln oder Befehle von Eltern oder Lehrern sind. Diese "Mir ist alles egal"-Mentalität habe ich damals in meiner Schulzeit glücklicherweise nicht selbst durchlebt und auch bei meinen Freunden und Mitschülern nie so extrem erleben müssen. Denn das prägt sicherlich. Und so scheint es auch Tori zu ergehen. Da jeder nur so vor sich hinlebt, erscheint in ihrer Welt irgendwann alles und jeder grau in grau.
Trotzdem bedient Tori genau aus diesem Grund so jedes Klischee eines depressiven Jugendlichens, das man sich nur vorstellen kann, angefangen über die Klamotten bis hin zum Musikgeschmack. Dazu wird ihr ein psychisch labiler Bruder angedichtet, der eventuell oder auch nicht ebenfalls dazu beitragen könnte, dass Tori einfach alles sch***e findet. Sehr undurchsichtig. Ich finde, man hat hier so wenig über die echte, reale Tori erfahren können, weil sie nur so in der Masse mitschwimmt. Selbst als es an ihrer Schule plötzlich aufregend zugeht, weil eine Gruppe namens "Solitaire" einige Streiche spielt, die zunehmend ernst und sogar lebensbedrohlich werden. Selbst da geht sie lieber einfach nach Hause und legt sich hin. Mich hat das unglaublich genervt, und dabei habe ich sogar Psychologie studiert, bin also vielleicht schon etwas sensibilisierter für das Thema als andere.  Aber Tori hat mich genervt. Mit allem, was sie gesagt oder getan hat. Und das Ende des Buches setzte der Enttäuschung dann einfach noch die Krone auf, weil es gewollt melodramatisch und dadurch völlig überzogen ist. Von einer brennenden Schule über Liebesbezeugungen bis hin zu fast begangenen Selbstmorden ist einfach alles dabei.
Ich kann nachvollziehen, warum das Buch solch ein Erfolg war, als es im Original in UK erschien. Die Autorin war selbst erst 17, als sie es schrieb, und hat mit der Story sicher den Geist der Zeit eingefangen. Manch einer mag sich in Tori wiederfinden, was schon traurig genug ist. Dass hier aber kaum ein Versuch unternommen wird, um aufzuzeigen, dass eben genau dieses Verhalten nicht "normal" ist und es Ziel sein sollte, sich selbst aus dieser grauen Depri-Suppe rauszuziehen, egal, ob es nun eine "Solitaire"-Gruppe an der eigenen Schule gibt oder nicht, das finde ich schade. Da das Buch eh voller Klischees ist, hätte es nicht geschadet, dieses Klischee auch noch zu bemühen. 


Ein herzliches Dankeschön an dtv!

Montag, 7. September 2015

(Buch-) Geplauder zum Wochenbeginn #3

Hallo ihr lieben Leseleute!
Ach ja, schon wieder Montag - schon wieder so viele Tage vergangen. Momentan fliegt die Zeit ein bisschen an mir vorbei und dann ist immer so plötzlich schon wieder Wochenende. Wie ich ja neulich schon erklärt hatte, habe ich momentan einige freie Tage, die aber dennoch nicht wirklich frei sind. Trotzdem versuche ich, das Beste daraus zu machen und einfach mal das zu tun, wonach mir gerade der Sinn steht. Und so verzichte ich derzeit aufs Weckerklingeln (was dazu führt, dass ich spät und mit Kopfschmerzen wach werde - nicht gut), lese viel und immer, wenn mir danach ist, bin natürlich dennoch auch arbeitsmäßig fleißig (was halt noch so anliegt) und schieße aber trotz allem zur Zeit die "Blogarbeit" so ein bisschen in den Wind. Und das tut mir dann doch leid. 

Ich hab viel gelesen, ich hab einige Bücher zu rezensieren, habe aber tatsächlich überhaupt keine Lust drauf. Was vor allem daran liegt, dass mir momentan zu den einzelnen Büchern nie sehr viel mehr als 2 oder 3 Sätze einfallen, und ganz so wenig sollte es ja dann doch nicht sein (auch wenn meine Rezensionen ohnehin schon immer kurz sind). Ich habe "Solitaire" mit einer depressiv-gelangweilten Hauptfigur gelesen, die mir ziemlich auf den Keks gegangen ist; ich habe "Für Kunst, Freiheit und Mayonnaise" gelesen und dabei an vielen Stellen herrlich lachen müssen; ich habe "Winterpferde" gelesen und dazu aber eigentlich kaum eine Meinung, und "Was uns bleibt ist jetzt" von Meg Wolitzer, das mir gefallen hat. Was macht man da draus, wenn man nach dem Lesen so gar keine Lust hat, irgendwas aufzuschreiben? Es wird natürlich nur immer schlimmer, wenn ich noch länger warte. Je mehr Zeit vergeht, umso weniger habe ich die Geschichten mit ihren Details noch im Kopf. Ich schätze, ich muss mich da die nächsten Tage mal dransetzen. 

Gleichzeitig stört mich ein wenig, dass auf dem Blog momentan erstens so wenig und zweitens immer das gleiche zu lesen ist. Derzeit habe ich - zugegeben - keine extra Posts oder Auseinandersetzungen zu irgendwelchen leserelevanten Themen vorbereitet und noch nicht mal als Planung im Kopf. Mit dem Zug fahre ich momentan nicht, daher gibt´s keine lesenden Zugnachbarn. Konzerte stehen auch nicht mehr an in den nächsten Monaten. Deswegen geht´s hier auf dem Blog inhaltlich gerade immer wieder sehr ähnlich zu, Rezensionen oder neue Bücher. Ich muss gestehen, ich habe zur Zeit auch kaum Lust auf solche wöchentlichen Rubriken wie "Gemeinsam lesen", zum einen, weil sich die Fragen letztlich immer wieder ähneln oder nach einiger Zeit wiederholen. Zum anderen, weil ich es selbst ein bisschen ermüdend finde, wenn an manchen Wochentagen dann auf allen Blogs nur dasselbe zu lesen ist, weil alle an so einer Wochen-Rubrik teilnehmen. Manchmal mag ich die "4. Frage" beim "Gemeinsam lesen", wenn man dann noch etwas neues über den Bloginhaber erfährt. Aber oftmals kommen mir die Fragen doch immer wieder bekannt vor... Ich würde gern auch mal wieder etwas anderes auf dem Blog bringen, vielleicht irgendein Frage-Antwort-Spielchen/ Stöckchen/ Tag... Wurde jemand von euch in letzter Zeit "getaggt" (ich hasse dieses Wort) und hatte Spaß beim Beantworten? Vielleicht könnte ich mir den "Tag" mal klammheimlich ausleihen...

Ansonsten zähle ich ein wenig die Tage, denn am Sonntag geht´s an die Ostsee. Endlich mal ein paar Tage weg und was anderes sehen. Gleich am nächsten Tag nach meiner Rückkehr startet für mich dann die Psychotherapie-Weiterbildung - was mich mehr und mehr aufgeregt werden lässt. An sich habe ich nicht vor, dass hier auf dem Blog groß zum Thema zu machen, es sei denn, es passt mal oder jemand von euch möchte gern ein paar Erlebnisse berichtet bekommen.

Ich wünsche euch erstmal eine schöne Woche! Übrigens: Der Herbst ist langsam da. Yeah!!

Dienstag, 1. September 2015

"Auf und davon" - David Arnold

Heyne fliegt, 2015
14,99 Euro

Handlung:
Wer würde nicht gerne einfach mal verschwinden? In den nächsten Bus springen und alles hinter sich lassen? Genau das macht die sechzehnjährige Mim Malone. Es reicht ihr, immer das zu tun, was ihr Vater und seine neue Frau für richtig halten. Sie will wissen, weshalb ihre Mom aus ihrem Leben verschwunden ist. Und ihre Gedanken sollen endlich aufhören, in ihrem Kopf Karussell zu fahren. Also steigt sie einfach in den Greyhound-Bus und haut ab, zu ihrer Mom. Während draußen die Landschaft vorbeifliegt, macht Mim einige unvergessliche Bekanntschaften – die wunderbare Arlene, den unheimlichen Ponchomann und den äußerst attraktiven Beck, an den sie ihr Herz zu verlieren droht ... Doch dann verändert ein tragischer Unfall von einem auf den anderen Augenblick alles. Und Mim muss sich den wirklich entscheidenden Fragen in ihrem Leben stellen.


Meine Meinung:

"Und so simpel das klingt, ich glaube zu begreifen, wer man ist - und wer nicht - ist das Wichtigste von allem Wichtigen." (S. 77)

"Auf und davon" ist eins solcher Bücher, bei denen sich die Post-its und Klebezettelchen an den Seitenrändern nur so tummeln, weil sie tolle, denkwürdige oder einfach wahre Sätze und Sprüche markieren. Denn davon habe ich in diesem Buch unglaublich viele gefunden. Wenn man aber mal genauer hinschaut, sieht man, dass sich fast alle meiner Klebezettelchen in diesem Buch in der ersten Buchhälfte befinden, fast kaum noch eins auf den letzten Seiten. 
Der Grund dafür ist folgender: Am Anfang war ich von der Geschichte in "Auf und davon" und von der Heldin Mim begeistert. Sie hatte eine Art an sich, die mir sehr gefallen hat, weil sie mir trotz aller Schrägheit sehr echt und authentisch erschien. Sie scheut sich nicht, manche Dinge einfach mal beim Namen zu nennen, wovor andere zurückschrecken, und beweist dabei oftmals einen herrlichen Humor. Mim selbst hat es nicht ganz leicht im Leben, einige körperliche Aussetzer schleppt sie mit sich herum, noch dazu psychische Probleme, die dazu führen, dass sie Tabletten nehmen muss. Manchmal erscheint es fast, als müsse Mim sich ständig selbst daran erinnern, wer sie ist und was sie tut, dann z.B. wenn sie wieder einen solchen Gedanken von sich gibt 

"Ich bin Mary Iris Malone, und mit mir stimmt etwas nicht." (S.7)

Mim ist einfach ein sehr spezieller Charakter, von der ich aber - obwohl sie hier und da wirklich zu aufgesetzt und unecht erscheint - sehr gern gelesen habe. Dazu kam, dass ich sehr neugierig auf ihre Geschichte war, denn sie ist auf dem Weg zu ihrer Mutter und dafür einfach mal unerlaubterweise und ohne jemandem Bescheid zu geben, von der Schule getürmt. Was es mit ihrer Mutter und Mims vermeintlich kaputter Familie auf sich hat, erfährt man erst nach und nach, was ich auch schön fand.
Schräge Charaktere können einem jedoch auch ab einer Stelle gehörig auf den Keks gehen. Irgendwann wurde mir Mims Art, ihre Gedanken und ihre komischen Auffälligkeiten nämlich doch zuviel. Zuviel Naivität, zuviel gutgläubige Begeisterung, zuwenig Weitsicht und zuwenig Gefühl dafür, was manchmal angebracht ist und was nicht. All das habe ich irgendwann bei Mim gefunden und es hat mir nicht alles gefallen, auch wenn es zu Mim passt. Daher wurden dann auch meine Klebezettelchen immer weniger. Die Story nimmt zum Ende hin eine recht abrupte Wendung, was ich schade fand. Die ganze Zeit arbeitet man mit Mim auf diesen einen Moment hin, auf die "Wahrheit" sozusagen, und dann verfliegt dieser Moment so sang- und klanglos in dieser Geschichte, die nur so von "Mim-ositäten" strotzt. Zumindest war es mein Eindruck.
Letztlich habe ich "Auf und davon" gern gelesen und mit Mim einen durchaus interessanten, denkwürdigen Charakter kennengelernt. Leider wurde sie mir irgendwann ein bisschen zuviel und ich hätte mir kleine, andere Schlenker in der Handlung für sie gewünscht. 


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