Freitag, 29. Mai 2015

Buchige "Will ich haben"´s im Juni und Juli

Tjaja, ich habe es tatsächlich geschafft und mich im Mai in Bezug auf Buchkäufe sehr zurückgehalten. Das lag auch daran, dass es im Mai zwar einige Neuerscheinungen gab, da aber keine dabei war, die ich unbedingt haben musste. (Oder zumindest unbedingt sofort...)
Im Juni und Juli sieht das dagegen schon ganz anders aus. Da erscheinen auch wieder eine Menge neue Bücher und eine Menge davon hätte ich gern. Aber pronto. 
Beim Durchsehen und Sortieren fällt mir auf, dass das fast nur Jugendbücher sind (vor allem im Juli), obwohl ich (zugegeben) zur Zeit ein wenig versuche, häufiger auch wieder anderes zu lesen. Aber das wird in diesen beiden Monaten wohl nicht funktionieren, denn ich habe jetzt schon einen Narren an diesen Neuerscheinungen gefressen...

JUNI



Da ich von "Hummeln im Herzen" restlos begeistert war, werde ich mir den neuen Roman "Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen" von Petra Hülsmann definitiv nicht entgehen lassen. Eine schön schmökerig-lustige Liebesgeschichte - bin dabei.
"Die Schatten von London - In Memoriam" ist der zweite Teil der Buchreihe von Maureen Johnson. Teil 1 hatte mir sehr gut gefallen und ich bin gespannt, wie es mit Rory weitergeht.
Die Bücher von Guillaume Musso mag ich einfach. Man mag sagen, dass sich seine Bücher bis zu einem gewissen Grad ähneln und immer einen leicht übernatürlichen Schlenker nehmen. Ob sein neues Buch "Nachts im Central Park" auch so sein wird, mag man anhand der Beschreibung vermuten; ich bin aber gerne bereit, mich davon zu überzeugen.
Und schließlich erscheint im Juni auch noch "Aquamarin" von Andreas Eschbach; dies ist von den 4en allerdings das einzige Buch, bei dem ich noch nicht wirklich weiß, ob ich es haben möchte. Seine "Black Out"-Buchreihe fand ich toll, aber die Inhaltsangabe von "Aquamarin" reißt mich leider nicht vom Hocker. Klingt mir fast zu sehr nach Fantasy und komischen Meerwesen (nicht so mein Fall), daher werde ich erstmal ein paar Meinungen abwarten.

JULI


Der Juli sieht ähnlich vielversprechend aus. "Besser als der beste Plan" klingt sehr jugendlich ausgerichtet, aber vielleicht ist die Story ja auch richtig niedlich.
Sehr überrascht war ich, als in dieser Woche eine Email von der Autorin Sabine Schoder erhalten habe, die mir schrieb, dass sie sich seeeehr freue, dass ihr Buch auf meiner Wunschliste stehe. Darüber habe dann wiederum ich mich gefreut. Ist aber auch keine große Überraschung, finde ich. In meinen Augen ist der Titel "Liebe ist was für Idioten. Wie mich." prädestiniert für mich und die Inhaltsangabe klingt auch gut. Bin ich also sehr gespannt drauf!
In "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" geht um Schicksal und Zufälle und wie beide in das eigene Leben einwirken. Behalte ich definitiv im Hinterkopf. 
Auf "Am Ende der Welt traf ich Noah" bin ich auch gespannt. Die Hauptprotagonistin findet darin einen roten Koffer und gibt sich fortan als jemand anderes aus. Und lernt Noah kennen. Meins!
Schließlich erscheint "Die Geschwister Gadsby und die Liebe", das eine Fortsetzung zu "Die Geschwister Gadsby" ist. Das hatte mir damals erstaunlich gut gefallen, weil sich - trotz des so unverfänglichen rosa-lila Äußeren der Bücher - eine sehr nachdenklich stimmende Geschichte dahinter verbirgt. Jetzt die Fortsetzung, mal sehen, wie es weitergeht.

Und, ist etwas für euch dabei? Welche Bücher im Juni und Juli wollt ihr unbedingt lesen?

Mittwoch, 27. Mai 2015

"Heute beginnt der Rest des Lebens" - Marie-Sabine Roger

Atlantik Verlag, 2015
20,00 Euro

Handlung:
Es ist Mortimers 36. Geburtstag, und er wird sterben. So wie alle Männer aus seiner Familie mit 36 gestorben sind. Doch als Mortimer abends immer noch lebt, wird im klar: Der Fluch hat ihn verschont. Doch was nun? Sein Job und seine Wohnung sind gekündigt, und bisher hat er keine Ziele oder Ambitionen gehabt. Plötzlich muss er lernen zu leben! Dabei helfen ihm Paquita und Nassardine vom Crêpe-Stand an der Ecke. Und zum Glück ist da auch noch Jasmine, die manchmal auf Parkbänken sitzt und weint, damit es den Menschen besser geht ...


Meine Meinung:
"Es gibt solche Tage, die alle vorangegangenen Tage zu einem Vorher machen, und alle folgenden zu einem Nachher." (S.125)

Mortimer hat überlebt. Geplant hat er das nicht; eigentlich dachte er, an seinem 36. Geburtstag wäre Schluss. Schluss mit allem. Entsprechend vorausschauend hat er von Beginn an sein Leben gelebt: wenige Bekanntschaften, bis auf eine große Ausnahme schon gar keine Liebschaften oder Personen in seinem Leben, die sein Herz allzu sehr erobern könnten, keine Verpflichtungen, keinen wirklichen Besitz, keine Kinder, nichts, an das er sein Herz hängen könnte. Immerhin ist nach seinem 36. Geburtstag alles vorbei - denkt er -, da kann er es sich wirklich nicht leisten, irgendwelche Verantwortungen zu übernehmen. Und warum groß planen und Träumen hinterherhängen, wenn diese doch eh bald ihr Ende finden?!
Zumindest war das seine Vorstellung. In Rückblenden und Erzählungen erfahren wir als Leser an Mortimers 36. Geburtstag nun, dass das ganze Vorhaben dann doch nicht so funktioniert hat. 
Denn trotz des vermeintlichen Familienfluches, der jedem männlichen Nachkommen seiner Familie ein frühes Ableben am 36. Geburtstag verspricht, lebt Mortimer nun mal über seinen Zeitpunkt hinaus. Was soll er jetzt tun? 
Als ich den Klappentext des Buches von Marie-Sabine Roger zum allerersten Mal las, dachte ich noch "Was für eine makabere Idee". Und ja, das ist sie letztlich auch. Das Buch setzt sich mit der merkwürdigen Frage auseinander, was passiert, wenn man plötzlich doch mehr Leben vor sich und zur Verfügung hat als gedacht. Auf diese Weise wird der Leser an Fragen herangeführt, die wichtig sind, die man sich in seinem eigenen Leben jedoch viel zu selten stellt - und noch wichtiger: die man sich selbst viel zu selten beantwortet. Denn was möchte man denn in seinem Leben erreichen? Wenn man sein Todesdatum vor Augen hätte, wie würde man diese Zeit bis dahin nutzen? Welche Ziele hätte man? Was würde man tun wollen, was dagegen lieber nicht? Mit wem würde man diese Zeit verbringen wollen?
Mortimer lebt sein Leben nicht unbedingt so, wie ich es an seiner Stelle getan hätte, das habe ich mir oft denken müssen. Aber genau das macht letztlich den Reiz an dieser Geschichte aus. Und Mortimer ist vor allem eins: zu sympathisch, als dass man ihm dieses schrecklich ungerechte Ende wünschen würde. Als es für ihn dann unverhofft weitergeht, stehen ihm alle Möglichkeiten offen. Oder ... wirklich alle? Ist es für ihn wirklich möglich, all die verpassten Chancen und Bekanntschaften in seinem Leben wieder aufzuholen?

"Heute beginnt der Rest des Lebens" ist locker-leicht geschrieben, mit Witz, Humor, Fantasie und in einer unnachahmlichen Art der Autorin. Sie schafft es mühelos, den Leser am Ball zu halten. An mancher Stelle musste ich sehr lachen, an mancher Stelle hat mich das Buch arg nachdenklich gestimmt. Genau das war sicher Ziel von Mortimers Geschichte, und genau durch diese wunderbare Mischung behalte ich das Buch in sehr schöner Erinnerung.




Dienstag, 26. Mai 2015

Gemeinsam lesen: Vollendet - Der Aufstand




1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Am langen Pfingstwochenende habe ich "Vollendet" von Neal Shusterman noch einmal gelesen bzw. eigentlich eher quergelesen, weil ich die Reihe demnächst ganz gern weiterlesen möchte. Da war das nochmalige Lesen gut zum Auffrischen, und tatsächlich wusste ich manches aus Teil 1 nicht mehr. Daran anschließend möchte ich jetzt "Vollendet - Der Aufstand" lesen, also den zweiten Teil, bin bisher aber nicht über Seite 1 hinausgekommen.


Darum geht´s in Teil 1: (um inhaltlich nichts zu verraten)
Der 16-jährige Connor hat ständig Ärger. Risa lebt in einem überfüllten Waisenhaus. Lev ist das wohlbehütete Kind strenggläubiger Eltern. So unterschiedlich die drei auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind auf der Flucht. Vor einem Staat, in dem Eltern ihre Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren „umwandeln“ lassen können. Die Umwandlung ist schmerzfrei. Jeder Teil des Körpers lebt als Organspende in einem anderen Organismus weiter. Aber … wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem ... lebst du dann, oder bist du tot?


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Als sie ihn holen kommen, hat er gerade einen Albtraum." 

3. Was möchtest du unbedingt zu deiner aktuellen Lektüre loswerden?
Wie schon gesagt, habe ich "Vollendet" am Wochenende noch einmal durchgelesen, bzw. quergelesen. Jetzt stecke ich erstmal wieder voll in der Handlung drin und will den zweiten Teil beginnen. Ich weiß noch, dass ich, als ich "Vollendet" zum ersten Mal gelesen hatte, danach ziemlich fix und fertig war, weil mich die Story an sich wirklich richtig mitgenommen hat. Und weil da ein Kapitel dabei war, in dem die "Umwandlung" detailreich beschrieben wurde und mir das irgendwie ziemlich zugesetzt hatte. Jetzt, beim zweiten Lesen, sehe ich das alles schon etwas distanzierter. Beim erneuten Lesen habe ich mich nicht mehr so von der Horroridee an sich abschrecken lassen, sondern mir eher die ganze Zeit denken müssen, dass so etwas moralisch und ethisch nie im Leben durchkommen würde. Niemals. Aber erschreckend und gewagt ist der Gedanke hinter der Story natürlich dennoch und Neal Shusterman hat halt eine recht spannende Sache draus gemacht. Anfangs war ich überrascht, dass es überhaupt eine Fortsetzung gibt (zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass es sogar eine Trilogie werden soll). Mit dem (offenen) Ende von Teil 1 war ich gar nicht so unzufrieden. Aber nun geht es halt doch weiter und meine Neugier siegt. 

4. Ist euch schon einmal eine Art Missgeschick mit eurem Buch passiert, wie z.B. beim Baden ins Wasser gefallen, ein Getränk über das Buch gekippt oder vielleicht sogar mal "verlegt" und nicht mehr wieder gefunden?
Ziemlich stolz und erleichtert kann ich berichten, dass mir all das noch nie passiert ist. *dreimal auf Holz klopf* 
Beim Baden nehme ich kein Buch mit in die Wanne. Da ist einfach viel mehr Nässe, als einem Buch gut tut... ^^ Stattdessen lese ich da manchmal diese kleinen Leseproben, die man überall findet und mitnehmen kann. Davon habe ich einige zuhause liegen und bei denen ist es mir egal, ob die danach völlig nass und durchweicht sind - denn wenn mir die Leseprobe gefallen hat, merke ich mir das Buch ohnehin in der Wunschliste.
Selber habe ich glücklicherweise auch noch nie ein Getränk über einem Buch verschüttet. Das passiert immer nur anderen mit meinen Büchern, daher bin ich da beim Verleihen sehr vorsichtig geworden. Das schlimmste Erlebnis in dieser Hinsicht waren mal dunkle Colaflecken auf einem Teil der "Berts Katastrophen", die ich früher geliebt und verschlungen habe und sie daher mal einer Freundin verliehen habe. Als sie es mir zurückgegeben hat, klebten gut 30 Seiten aneinander und waren dunkelbraun verfärbt. Das hab ich ihr bis heute nicht verziehen.
Das Schlimmste, was mir bisher mit Büchern passiert ist, ist sie draußen im direkten Sonnenschein liegen zu lassen. Denn nach gut 2 Stunden in der Sonne sehen sowohl Taschenbücher als auch Hardcover ziemlich mitgenommen aus; wellige Seiten, hochgedrückte und dellige Buchdeckel, hier und da Verfärbungen... :(

Freitag, 22. Mai 2015

Die 20 besten Buchserien...

... zumindest laut The Book Depository. Heute erreichte mich ein Newsletter von TBD mit dem Titel "Top 20 Best Series Ever". (Naja, um genau zu sein sind es 21; vielleicht hat da jemand falsch gezählt?!) Leider weiß ich nicht, auf welche Kriterien sich TBD bezogen hat, um diese Liste zu erstellen, zu erfahren war diesbezüglich nichts. Wahrscheinlich ging´s innerhalb des TBD-Teams einfach um Beliebtheiten. (Oder Verkaufszahlen??)

Die Top 21 von The Book Depository sind jedenfalls folgende: (ich belasse sie mal im Originaltitel)



1. "Harry Potter" - J.K. Rowling
Ohne Worte. In meinen Augen zu Recht auf Platz 1. 

2. "The Hunger Games" - Suzanne Collins
Jep.

3. "Twilight" - Stephenie Meyer
Hmmmmmmmm. Ich habe die Story gelesen. 3,5 Bände weit. Dann hab ich abgebrochen. Teil 1 fand ich echt noch richtig toll. Und dann wurde es irgendwie immer schlimmer.

4. "A Song of Ice and Fire" - George R.R. Martin
Lesen alle um mich herum, nur ich nicht. 

5. "Lord of the Rings" - J.R.R. Tolkien
Gelesen und gesehen. Aber zum Glück zuerst gelesen und dann gesehen.

6. "The Chronicles of Narnia" - C.S. Lewis
Pff. Ich weiß, dass das ein Klassiker ist. Aber warum eigentlich? Ich hab mal die ersten beiden Bücher gelesen und fand sie so ... öde. Vielleicht war ich dafür schon zu alt?

7. "Lisbeth Salander" - Stieg Larsson
Hab ich nicht gelesen. Meine Mutter fand die Bücher nicht gut, die Verfilmungen dafür aber schon.

8. "His Dark Materials" - Philip Pullman
Auch so eine Reihe, die bei mir eher durchgefallen ist. Ich glaube, den dritten Teil habe ich schon gar nicht mehr gelesen. 

9. "Discworld" - Terry Pratchett
Ich glaube, irgendwann muss ich auch mal eins dieser "Scheibenwelt"-Bücher lesen. Mir haben einfach schon zuviele Leute davon vorgeschwärmt, als dass ich das einfach ignorieren könnte...

10. "Earths Children" - Jean M. Auel
Aha! Auf Englisch hat mir dieser Titel gar nichts gesagt, auf Deutsch handelt es sich aber um die "Ayla"-Bücher, eine Steinzeit-Saga um ein junges Mädchen. Ist thematisch leider so gar nicht meins.

11. "Tales of the City" - Armistead Maupin
Auf Deutsch "Stadtgeschichten", höre ich heute zum ersten Mal von. Gibt aber scheinbar schon (mindestens ??) 9 Teile davon.

12. "Aubrey Maturin" - Patrick O´Brian
Kenne ich ebenfalls nicht. Es scheint eine Buchreihe um einen Captain Aubrey und seinen Schiffsarzt Maturin zu sein. 

13. "Skulduggery Pleasant" - Derek Landy
Will ich schon ewig mal lesen. Ich bin gerade schwer am Überlegen; es kann sein, dass ich Teil 1 sogar schon besitze und einfach nur noch nie reingelesen habe. Bin mir da nicht sicher... o.O

14. "Divergent" - Veronica Roth
Das ist eine Buchreihe, deren Hype sich mir nicht wirklich erschlossen hat. Ich habe Teil 1 gelesen und fand ihn ... naja, irgendwie ziemlich langweilig. Ich hatte dann kein weiteres Interesse dran.

15. "Percy Jackson and the Olympians"- Rick Riordan
Find ich gut. Oh man, ich kenn den letzten Teil immer noch nicht, fällt mir da gerade ein!

16. "The Mortal Instruments" - Cassandra Clare
Für mich ist die Reihe eigentlich nach Teil 3 vorbei. Damals dachte ich, die Reihe wäre nach diesen ersten drei Teilen beendet und war mit dem Ende dementsprechend auch sehr zufrieden. Dann hieß es plötzlich, es kommen noch weitere Bücher, was ich schon gar nicht verstanden habe. Tatsächlich habe ich in Teil 4 auch noch reingelesen, fand es inhaltlich aber dann so konstruiert, dass ich es gelassen habe. Wie gesagt, inhaltlich ist für mich nach dem dritten Buch Schluss.

17. "The Hitchhikers Guide to the Galaxy" - Douglas Adams
Hier kenne ich nur Teil 1 und der war mir zu schräg, um weiterzulesen. 

18. "Jack Reacher" - Lee Child
Eine Thriller-Reihe um den Ermittler Jack Reacher. Kenne ich nicht, ist wahrscheinlich auch nicht so mein Ding. Wurde das nicht sogar verfilmt?

19. "No 1 Ladies Detective Agency" - Alexander McCall Smith
Davon habe ich ehrlich noch nie gehört, aber es klingt irgendwie skurril: In Botswana betreibt eine Dame ein Detektivbüro und bekommt es dabei scheinbar mit sehr ungewöhnlichen Fällen zu tun.

20. "Culture" - Iain M. Banks
Kenne ich ebenfalls nicht, scheint aber sehr Sciene-Fiction-mäßig zu sein.

21. "Wallander" - Henning Mankell
Naja, gehört hat davon ja sicher jeder schon mal, aber gelesen habe ich noch keins der Bücher. 


Quelle: HIER
~~~

Was sagt ihr? Kennt ihr alle diese Buchreihen? Ist eine dabei, die jetzt euer Interesse geweckt hat? Oder fehlt euch eine Reihe in diesen Top 21?

Donnerstag, 21. Mai 2015

[Kurz gesagt] Von Wind, Buchspringern und Glasherzen

Die letzten Wochen waren recht jugendbuchlastig. Das soll gar nicht negativ klingen, das ist nur eine Feststellung. Da ich momentan eine echte Rezensionsflaute durchlebe (was vielleicht auch daran liegt, dass mich kein Buch wirklich total endlos absolut begeistern konnte), beschränke ich mich (da es sich ja hier immerhin um einen Bücherblog handelt) wenigstens auf kurze Eindrücke und Erinnerungen nach dem Lesen, um euch ein bisschen up to date zu halten über meine Leserei.


Bettina Belitz "Mit uns der Wind"
Lese-Bingo: Ein Buch eines Autoren, dessen Initialen dieselben Buchstaben sind

"Mit uns der Wind" ist tatsächlich das erste allein stehende Buch, das ich von Bettina Belitz lese. Ich kenne sonst nur Reihen von ihr, nämlich die "Splitterherz"- und die "Luzie & Leander" - Reihe. (Die ich im Übrigen beide mochte). Von diesem Einzelbuch hier nun habe ich zuerst die Leseprobe gelesen und fand sie toll. Die beiden Hauptcharaktere Mona und Adrian sind keine 08/15-Figuren, sondern zeichnen sich beispielsweise durch eigenwillige Hobbies und Interessen aus (Adrian), oder eben durch die dumme Tatsache, bei zuviel Aufregung einfach schlafend umzufallen (Mona). Mona kennt Adrian von seinen YouTube-Videos und hegt die Hoffnung, ihn bei "Rock am Ring" zu begegnen. Ein relativ unmögliches Unterfangen, möge man denken. Und sicher, Frau Belitz spart auch nicht mit glücklichen Zufällen, die dafür sorgen, dass sich beide letztlich doch plötzlich inmitten 80.000 Leuten gegenüber stehen. (Aber das kann man ja einfach mal so hinnehmen.) Mir hat die Handlungsentwicklung im Fortverlauf dann nämlich eigentlich ziemlich gut gefallen. Zumindest kam sie mir echt vor, was dadurch verstärkt wurde, dass die Kapitel abwechselnd aus Monas und Adrians Sicht geschrieben wurden. So konnte man einfach mal in beide Köpfe hineinhorchen. Natürlich bekommt die Story letztlich auch einen romantischen Touch - immerhin knistert es bei "Rock am Ring" ja gewaltig zwischen Mona und Adrian -, der meines Empfindens nach aber in einem sehr angenehmen, nicht übertriebenen oder gar kitschigen Rahmen bleibt. So hab ich das Buch letztlich sehr zufrieden zusammengeklappt. (4,5/5)

~~~

Mechthild Gläser "Die Buchspringer"
Lese-Bingo: Ein Buch, das auf einer Insel spielt

Von "Die Buchspringer" mochte ich die Grundidee total, auch wenn sie vielleicht nicht ganz neu ist und - zugegeben - mir einige Motive aus diesem Buch schon von anderer Stelle sehr bekannt vorkamen: Amy ist in der Lage, in Bücher hineinzuspringen und gewissermaßen in die Handlung einzugreifen, wenn diese Gefahr läuft, aus ihren gewohnten Bahnen zu laufen. Und das ist zu der Zeit, als Amy von ihrer Fähigkeit erfährt, absolut der Fall. Denn irgendjemand (oder -etwas) stiehlt wesentliche Ideen aus bekannten Büchern. Diese fehlen fortan einfach in den Büchern und sorgen für absolutes Chaos und das Stagnieren der jeweiligen Handlungen. 
Das Zusammenspiel der einzelnen Ideen der Autorin hat mir sehr gut gefallen und die Heldin Amy ist sicher jemand, mit dem sich Gleichaltrige durchaus identifizieren können. Außerdem ließ sich die Geschichte schön wegschmökern und hat gut unterhalten. Trotzdem hat mir hier der entscheidende Funke zum Feuerfangen gefehlt. Wie schon angedeutet, kamen mir zum einen manche Ideen einfach zu bekannt aus anderen Büchern vor. Zum anderen hätte ich mir insgesamt eine etwas interessantere Buchauswahl erhofft, in die Amy springt. Hier begegnet man eben solchen Geschichten, um die es in "buchbezogenen Büchern" ohnehin schon oft geht: Stolz und Vorurteil, Alice im Wunderland, Sherlock Holmes. (Eine wesentliche Ausnahme ist hier sicher "Die Verwandlung" von Kafka.) Ich muss gestehen, das hat mich ein wenig enttäuscht. Viel toller hätte ich es gefunden, hier wirklich mal unbekanntere oder zumindest nicht so oft zitierte Lektüre vorgesetzt zu bekommen, in die Amy eintaucht und herumwerkelt. Die Geschehnisse zum Ende hin und die Auflösung haben mich dann auch etwas verwirrt sitzen gelassen, auch wenn die Idee dahinter nicht schlecht war. Insgesamt ist "Die Buchspringer" durchaus lesenswert, wenn sicher auch eher für jüngeres Publikum. (3,5/5)

~~~

Kathrin Lange "Herz aus Glas"
Lese-Bingo: Ein Buch, das von einer Legende/ einem Mythos handelt

Auf dieses Buch bin ich irgendwann gekommen, weil ich mehrfach gehört und gelesen hatte, dass es gut sein soll. Sogar mehr als das. Ich habe meine Erwartungen jedoch trotzdem nicht allzu hoch geschraubt; vielleicht bin ich deswegen so gut mit dem Buch klargekommen. Denn schlecht ist es wirklich nicht. Es handelt von einer Legende, einem Fluch, den eine im Meer umgekommene Frau vor langer Zeit ausgesprochen haben soll, und der besagt, dass kein Paar glücklich miteinander werden wird, das sich an den Klippen der Insel Martha´s Vineyard findet. Dummerweise passiert nun eben genau das Juli und David. 
David ist noch schwer gebeutelt vom vermeintlichen Selbstmord seiner Verlobten, die sich die besagten Klippen hinunter gestürzt hat, und ist daher vor allem eins: wortkarg und in sich gekehrt. Während dies ja oftmals Attribute sind, die einem Helden erst das gewisse Etwas verleihen und neugierig machen, habe ich an David nicht viel Interessantes finden können. Ihn fand ich ziemlich blass und irgendwie austauschbar. Juli als Handlungsträgerin und Erzählerin bringt natürlich viel mehr in die Story ein, weshalb man mit ihr auch weitaus besser mitleiden und mitfühlen kann. Ihre recht spontane Verliebtheit in David kam für mich dennoch überraschend, denn man kann nicht gerade sagen, dass zwischen beiden die Funken sprühten. Die romantischen Momente waren in der Tat eher rar gesät und so blieb das Feuer zwischen beiden - für mich - gefühlt eher kalt. Aber nun gut. Ich habe eher aus der Rahmenhandlung gezehrt, denn die fand ich schon ziemlich gut gemacht und spannend. Ich hab natürlich mitgerätselt, was hinter der ganzen Fluch-Sache stecken könnte, und war recht zufrieden, als ich letztlich falsch lag, denn das ist für die Spannung und Neugier doch am allerbesten. Außerdem gibt es ja bereits die Fortsetzung zu diesem Buch, also muss die Handlung ja irgendwie weitergehen... Kurzum: "Herz aus Glas" fand ich ganz gut, auch wenn´s eher eine typische Jugendliteratur ist. Ich will schon wissen, wie es weitergeht, auch wenn ich jetzt nicht den Drang verspüre, mir sofort diesen zweiten Teil zuzulegen. Eher irgendwann mal. (4/5)


Dienstag, 19. Mai 2015

Gemeinsam lesen: "Inferno"





1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Inferno" von Dan Brown und bin auf Seite 439.

Darum geht´s:
Robert Langdon ist zurück ... und hat sein wohl größtes Abenteuer zu bestehen. Dante Alighieris Inferno, Teil seiner Göttlichen Komödie, gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Lesern noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird ihm klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prophezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die Leben bringt. Oder den Tod.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Der Bahnhof Santa Lucia von Venedig ist ein elegantes, niedriges Gebäude aus grauem Stein und Beton."


3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Eigentlich mag ich die Bücher von Dan Brown sehr. Eigentlich. Denn zumindest sein letztes Buch "Das verlorene Symbol" war an Schnarchigkeit ja kaum zu überbieten. Bei Dan Brown mag ich, dass er einen Haufen Informationen über Kunst, Kultur, Verschwörungen, Politik, Macht, fiese Menschen und gute Menschen und gewagte Theorien in einen Topf wirft und am Ende irgendwie was echt lesenswertes und interessantes bei rauskommt. (Naja, mit Ausnahme von "Das verlorene Symbol" eben...) "Illuminati", "Sakrileg" und auch "Meteor" habe ich deshalb wirklich richtiggehend verschlungen. "Inferno" hat nach dem enttäuschenden Vorgänger nur als Geschenk seinen Weg zu mir gefunden, denn gekauft hätte ich es wohl eher nicht (war mir zu teuer). Nachdem es eine ganze Weile ungelesen rumlag, habe ich es in einer Anwandlung von "Jetzt könnte ich was von Dan Brown lesen" am Samstag morgen begonnen und fast das ganze Wochenende hindurch geschmökert. Mir fehlen jetzt noch 200 Seiten oder so. Und inhaltlich finde ich "Inferno" echt richtig klasse, es spielt (bisher) in Florenz und Venedig und strotzt nur so vor kunstgeschichtlichen Inhalten und echt tollen wissenschaftlichen Theorien. Beides miteinander verknüpft führt im Buch dazu, dass Dante Alighieri´s "Göttliche Komödie" daran schuld ist, dass demnächst wohl eine Epidemie ausbrechen wird im Buch. Echt gut gemacht. Bin sehr gespannt, ob es Robert Langdon mal wieder schaffen wird, die Welt zu retten. Da verzeih ich es auch, dass es so unglaublich unrealistisch ist, was er macht und kann und was ihm alles passiert ;)


4. Stell dir vor, die Welt würde in ein paar Wochen untergehen... Welche Bücher willst/ musst du vorher noch unbedingt lesen und warum?
Hmmmm, was für eine Frage (die allerdings gut zum Buch "Inferno" passt!). Also ganz ehrlich: Wenn ich wüsste, dass demnächst die Welt untergeht, dann würde ich - bei aller Liebe zu den Büchern - die letzten Tage sicher nicht lesend verbringen. Dafür gibt es dann doch Dinge, die mir zu wichtig sind, und vor allem wichtiger als Lesen. Zeit mit Familie und Freunden verbringen, langgehegte Träume und Wünsche doch noch erfüllen, vielleicht ein paar Dinge sagen, die man schon immer mal jemandem sagen wollte, Orte besuchen, die man immer sehen wollte, Dinge essen, die man nie wieder essen können wird. Es gibt kein Buch, das ich wichtiger finde als all das. Wahrscheinlich würde ich aber bei all den Dingen trotzdem immer ein Buch dabei haben (einfach, weil ich tatsächlich immer ein Buch dabei habe), und dann wäre das ein echtes Herzensbuch von mir, eins, das mir wirklich etwas bedeutet, und das ich selbst nach 15x Lesen noch nicht langweilig finden würde. Vielleicht "Der Schatten des Windes". 

Montag, 18. Mai 2015

Bücherwahnsinnig dank Arvelle

Naja gut, ganz so stimmt diese Überschrift nicht. Ich bin NICHT NUR wegen Arvelle büchersüchtig und neige zu vorschnellen (und unbedachten) Bücherkäufen... Aber auf jeden Fall ist Arvelle seit mittlerweile einigen Jahren eine meiner Anlaufstellen Nummer 1, wenn es darum geht, Bücher zu kaufen. 
Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass ich mit Mängel- und Restexemplaren überhaupt keine Probleme habe. Und bei Arvelle habe ich diesbezüglich auch keinerlei Sorgen, dass ich mal ein allzu sehr ramponiertes Exemplar zugeschickt bekommen würde. Selbst das "schlimmste" Buch, das ich mal erhalten habe, hatte nicht mehr als ein paar Ratzer auf der Rückseite zu verzeichnen. Dazu kommen super Preise, eine schnelle Lieferung, eine fantastische Verpackung (Das meine ich wirklich so; bei keinem anderen Onlineversand, der mir Bücher liefert, werden die Bücher so sorgfältig eingepackt und gestapelt, dass definitiv nichts wackeln oder schütteln kann und somit ungewollt ramponiert wird, wie bei Arvelle. Ein dicker Daumen hoch dafür!!) und mit einem "Versandkostenfrei ab 19 Euro" auch absolut okay-e Versandkosten, wie ich finde. 
Außerdem finde ich bei Arvelle immer was. Immer. Sei es durch das Scrollen durch die "Neu eingetroffenen Bücher" oder durch die vielen Querverweise nach dem Motto "Kunden kauften auch", oder durch die buchigen Highlights, die gleich auf der Startseite neben dem lächelnden Esel gezeigt werden - ich brauche nie besonders lang, bis ich meinen virtuellen Warenkorb gefüllt habe. 
Und das ist dann wohl auch das "Problem": dass ich dank Arvelle immer mehr Bücher stapele und anhäufe und nicht im Geringsten mit dem Lesen hinterher komme. Außerdem platzen meine Bücherregale so langsam aber sicher aus allen Nähten und ich muss viele buchige Schätze schon in zweiter und dritter Reihe stapeln (ich hab ein sehr tiefes Regal...), um sie unterzubekommen. Manche werden dabei geradezu versteckt in den Untiefen meiner Regale, aber in Vergessenheit geraten sie bei mir dennoch nicht. 

Ein paar der Bücher, die ich mir bei Arvelle bestellt habe. Sehen alle wie neu aus. 

"Bücherwahnsinn" mögen manche Leute das bezeichnen, aber für mich ist das wie eine Art Stressabbau. Für mich gibt es keinen schöneren Anblick beim Nachhausekommen als den auf Buchsendungen und kleine braune Päckchen, die mit blau-weißem Paketband mit dem Namen "Arvelle" drauf zugeklebt sind. Sich dann durch das ganze Schutz- und Packpapier zu wühlen, die Bücher eins nach dem anderen rauszuangeln, drüber zu streichen, sich über die nicht vorhandenen Mängel an den Mängelexemplaren freuen, die Seiten über den Daumen zu blättern und dabei die Nase an die Seiten zu halten. Ja, auch Mängelexemplare, die vielleicht schon eine Weile in irgendwelchen Lagerhallen verbracht haben, riechen wunderbar buchig.


Ich bin also bücherwahnsinnig??? Meinetwegen. Das bin ich gern. Ich freue mich schon auf den nächsten Arvelle-Newsletter :)



"Die Königin der Orchard Street" - Susan Jane Gilman

Insel Verlag, 2015
19,95 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch mit einer weiblichen Heldin

Handlung:
New York, 1913. Die kleine Malka lebt mitten im Trubel der dicht gedrängten Straßen und übervölkerten Mietskasernen im Einwandererviertel auf der Lower East Side. Die meisten hier sind arm, haben zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, leben von der Hand in den Mund. Doch listig und raffiniert, wie sie ist, lernt Malka schnell, sich im Viertel durchzuschlagen. Und genau da, mitten im abenteuerlichen Gemenge, wo die jiddischen und italienischen Rufe der fahrenden Händler durch die Straßen schallen, wendet sich Malkas Schicksal. Denn dort trifft sie Papa Dinello, der sie in das köstlichste Geheimnis der Welt einweiht: das Wunder der Eiscreme, die Verführung der süßen Magie. Für Malka beginnt eine wahre Tour de Force durch das Leben – und aus dem pfiffigen und erfinderischen Mädchen wird die Grand Dame Lillian Dunkle, die »Eiskönigin von Amerika« und berühmt-berüchtigte Herrscherin über ein Eiscreme-Imperium …

Meine Meinung:
"Die Königin der Orchard Street" behandelt die Lebensgeschichte von Malka, die mit ihrer bettelarmen jüdischen Familie als Einwanderer in die USA kommt und dort - wegen einiger unschöner Zwischenfälle - schließlich beim Eismacher Mr. Dinello landet, der ihr zeigt, was es bedeutet, gutes Eis herzustellen. Für Malka ist das der Beginn einer großartigen Karriere.
Diese Geschichte wird aus Malkas Sicht erzählt, und zwar auf eine Art und Weise, wie ich sie selten in Büchern erlebe. Auf eine so flapsig-sympathische Art erzählt sie von ihrem Leben, dass man fast das Gefühl bekommt, eine alte Bekannte würde beim Kaffee einen kleinen Plausch halten. Zugleich erhält man beim Lesen einen Eindruck davon, wie sehr Macht und Erfolg eine Person ändern kann, denn aus dem netten kleinen unschuldigen Mädchen, das bei Mr. Dinello anfing, entwickelt sich bald eine kalte und berechnende Karrierefrau. Nicht umsonst trägt sie den doppeldeutigen Spitznamen "Die Eiskönigin von Amerika", der sie auch charakterlich beschreibt.
Da sie ihr Leben und ihre Erlebnisse über die Jahrzehnte hinweg schildert, erhält man viele Einblicke in die Historie der ärmlichen Verhältnisse der Einwanderer in den USA vor dem 1. Weltkrieg. Die Zeitsprünge gelingen der Autorin dabei sehr gut. Es werden Fakten über wahre Begebenheiten, beispielsweise aber auch über die Herstellung von Eiscreme, in die Geschehnisse eingebunden und ergeben so ein stimmiges unterhaltsames und zugleich sehr informatives Leseerlebnis. Leider zog sich die Gesamterzählung an mancher Stelle sehr, weil Malka sehr ausschweift oder sich einfach zu lang mit Beschreibungen befasst. Anfangs mochte ich das noch sehr, aber irgendwann wird es zuviel, worunter leider auch die Spannung leidet. Ich muss ehrlich sagen, dass ich dazu neigte, manche Seite zu überblättern, und das Buch hätte gut und gern 100 Seiten kürzer sein können.

Letztlich hat mir "Die Königin der Orchard Street" gut gefallen. Ein geschichtlicher Roman über eine Frau, die ihren Weg geht, gut geschrieben und vor allem unterhaltsam. Man hat wirklich Lust, Malka zu begleiten und zu erfahren, wie sie zu der starken und erfolgreichen Frau wurde, die uns hier die Rückblicke in die Vergangenheit gewährt. Für einen Debütroman sehr beeindruckend!


Freitag, 15. Mai 2015

[Neue Bücher] In my mailbox...

Hallo ihr Leseverrückten!
Große Frage: Was macht man an diesem heutigen Brückentag?? 
Richtig, man geht arbeiten. Oder ich zumindest. Mittlerweile führe ich zwar schon strafende Zwiegespräche mit meinem Kopf, warum ich so blöd war und mir für diesen Tag nicht frei genommen habe, mich mit einem Buch raus ins Grüne gesetzt habe, irgendwas schönes gebacken habe (finde ich immer sehr beruhigend), aber nun ja... Hilft ja nix. Sitzen wir diesen Tag also ab und freuen uns auf das Wochenende. Ich sehe das jetzt einfach von der positiven Seite (oder versuche es) und denke mir, dass ich mir so einen Urlaubstag gespart habe, den ich dann einfach irgendwann anders nehmen kann. Muss von euch heute vielleicht auch jemand arbeiten, das würde mich gerade ungemein motivieren!! :D
Heute gibt es ein Foto der neuen Bücher, die bei mir in den letzten Wochen eingezogen sind. Mit dabei sind geschenkte Bücher zum Geburtstag, ein Gewinn bei "Blogger schenken Lesefreude" ("So finster, so kalt", das habe ich bei Steffi gewonnen, juhuuu!), "Jetzt oder Nils" von Nikola Hotel - einfach, weil ich jedes Buch von ihr sehr mag und mir dieses deshalb auch zulegen musste, sowie "Cottage gesucht, Held gefunden", das ich von Blogg dein Buch erhalten habe. 
Wie das immer so ist, kann ich mich vor lauter Hingerissenheit gar nicht für ein Buch entscheiden und bin gerade noch am Knobeln, welches denn zuerst gelesen wird. Fürs Wochenende schnappe ich mir vielleicht "Cottage gesucht, Held gefunden" - mir ist gerade mal sehr nach schmonzettiger Liebesgeschichte... Da könnte allerdings auch "Jetzt oder Nils" das richtige sein... Hmppff.



Susan Elizabeth Phillips "Cottage gesucht, Held gefunden"
Peregrine Island vor der Küste von Maine. Annie Hewitt war sich sicher, nie wieder zurückzukehren. Und nun ist sie doch da – pleite, mut- und heimatlos, aber noch nicht bereit aufzugeben. Denn hier, auf dieser Insel, soll im Moonraker Cottage, dem Sommersitz ihrer Familie, der Nachlass ihrer Mutter versteckt sein. Annies Plan: ihr Erbe suchen, möglichst wenig auffallen und möglichst schnell wieder abreisen. Vor allem will sie unbedingt ein Aufeinandertreffen mit Theo Harp vermeiden. Er war ihre große Liebe. Doch jetzt ist er der Mann, den sie am meisten fürchtet. Und natürlich ist Theo der Erste, dem sie in die Arme läuft …

Diana Menschig "So finster, so kalt"
Als Merle Hänssler nach dem Tod ihrer Großmutter in deren einsam gelegenes Haus im Schwarzwald zurückkehrt, findet sie im Nachlass ein altes Dokument. Darin berichtet ein gewisser Johannes, der Ende des 16. Jahrhunderts im Haus lebte, über merkwürdige Geschehnisse rund um seine Schwester Greta. Merle tut diese Geschichte zunächst als Aberglaube ab. Doch dann passieren im Dorf immer mehr unerklärliche Dinge: Kinder verschwinden, und auch das alte Haus selbst scheint ein seltsames Eigenleben zu entwickeln. Langsam, aber sicher beginnt Merle sich zu fragen, ob an Johannes’ Erzählung mehr dran ist, als sie wahrhaben wollte.

Nikola Hotel "Jetzt oder Nils"
Emma hat den peinlichsten Job der Welt: Sie überbringt Blumen und Grußbotschaften – als Glücksschwein verkleidet. Kein Wunder, dass Journalist Nils wenig begeistert ist, als sie vor seiner Tür steht. Denn er will sich umbringen. Das zumindest glaubt Emma und setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um Nils zu retten. Neben seinen Problemen mit seinem korrupten Noch-Schwiegervater und dem drohenden Karriereaus muss er sich nun auch noch fragen, wie er die allzu hilfsbereite Emma wieder los wird. Und ob er das überhaupt will …

François Lelord "Die kleine Souvenirverkäuferin"
Kann man sich verlieben, wenn einen Welten trennen? Und warum kann man sich manchmal nicht lieben, wenn doch alles zu passen scheint? Könnte es Julien doch nur gelingen, Cleas Gefühle zu erwidern. Gemeinsam arbeiten die beiden Ärzte daran, den Ausbruch einer Epidemie in Hanoi zu verhindern. Aber obwohl sie das perfekte Paar wären, muss Julien immerzu an eine junge Vietnamesin denken, der er manchmal am See des zurückgegebenen Schwertes begegnet …

David Whitehouse "Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek"
Bobby Nusku fristet seine Tage damit, Haare, Kleidungsstücke und weitere Spuren seiner verschwundenen Mutter zu sammeln und zu archivieren. Er fühlt sich im Haus seines grobschlächtigen Vaters und dessen wasserstoffblonder Freundin ziemlich einsam, besonders nachdem sein einziger Freund Sunny eines Tages wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Freundschaft zum Nachbarsmädchen Rosa und ihrer Mutter Val, die Putzfrau in einem Bücherbus ist, gibt ihm Hoffnung und macht ihm Mut, sich gegen sein Schicksal aufzulehnen. Als alles drunter und drüber geht, machen sich Val, Rosa und Bobby gemeinsam mit dem sympathischen Outlaw Joe auf eine verrückte Reise mit Vals Bücherbus quer durch England. Im Gepäck haben sie nur das Nötigste: ihre Freundschaft und eine Menge guter Bücher.

Kevin Maher "Nichts für Anfänger"
Als Jim Finnegans heiß geliebte Katze überfahren wird, ist für den Jungen klar: So was wird er sich von Gott in Zukunft nicht mehr bieten lassen. Für den jüngsten Spross einer achtköpfigen Dubliner Familie, an deren Spitze eine gottesfürchtige Mutter und ein draufgängerischer, aber ziemlich überforderter Vater stehen, ist das eine radikale Kampfansage.
Eine Zeit lang läuft auch alles ganz normal für Jim Finnegan: Der Halbwüchsige schlägt sich mit seinen fünf älteren Schwestern herum, bekommt plötzlich Ärger mit dem sonst so unbeschwerten Vater, liefert sich mit seinen Kumpels halsbrecherische Fahrradrennen und trinkt nachts am Lagerfeuer heimlich Dosenbier. Bis er bei einer Party der Nachbarn mit seiner Singstimme nicht nur die schöne Saidhbh (sprich: „Sseif“), für die er schon lange schwärmt, beeindruckt, sondern auch den zwielichtigen Pfarrer Luke O’Culigeen. Saidhbh wird Jims Freundin, und O’Culigeen nimmt ihn unter seine Fittiche – und es zeigt sich, dass die tote Katze nur ein Vorbote für die Schwierigkeiten gewesen zu sein scheint, die das Leben für Jim noch vorgesehen hat ...

Jonathan Evison "Umweg nach Hause"
Ben hat einen schrecklichen Schicksalsschlag hinter sich und besitzt keinen Penny mehr, als er die Pflege von Trev übernimmt, der unheilbar krank ist. Sein Vater Bob, ein hoffnungsloser Tollpatsch, sucht gleich nach der Diagnose das Weite, was ihm in der Familie natürlich keiner verzeiht. Doch Ben fühlt mit dem verstoßenen und reuigen Vater und überzeugt Trev, im Auto von Washington State nach Salt Lake City zu fahren, um ihn zu besuchen. Auf dem Weg nehmen sie die Anhalterin Dot mit und kommen an den verrücktesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Sie gabeln eine reifen-wechselnde Schwangere auf, werden von einem Auto verfolgt, in dem ganz jemand anderes sitzt als vermutet, und lernen schließlich, dass man sich irgendwann seinen Problemen stellen muss. Ein bewegender Roman voller skurriler Situationskomik, der glücklich macht.


Was sagt ihr, wäre auch etwas für euch dabei? Kennt ihr vielleicht schon eins der Bücher?

Mittwoch, 13. Mai 2015

"Ein Diktator zum Dessert" - Franz-Olivier Giesbert

carl´s books
14,99 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch, dessen Cover du hässlich findest


Handlung:
Rose ist 105 Jahre alt, eine begnadete Köchin mit einem kleinen Restaurant in Marseille. Sie hat den Genozid an den Armeniern, die Schrecken der Nazizeit und die Auswüchse des Maoismus erlebt. Deshalb hat sie vor nichts und niemandem mehr Angst. Für den Fall, dass ihr jemand blöd kommt, trägt sie immer einen Colt in der Tasche. Sie lässt sich von Mamadou, ihrem jugendlichen Gehilfen im Restaurant, auf dem Motorrad durch Marseille kutschieren, hört Patti Smith, treibt sich im Internet auf Singlebörsen herum und denkt auch im biblischen Alter immer nur an das Eine. Und sie meint, dass sie nun alt genug ist, ihre Memoiren zu schreiben: Um das Leben zu feiern und die Weltgeschichte das Fürchten zu lehren.


Meine Meinung:
Rose, mittlerweile 105 Jahre alt, schreibt ihre Memoiren auf. Als Leser können wir an ihrem bewegten, abwechslungsreichen, aber zugleich mit vielerlei schlimmen und unschönen Momenten gespickten Leben teilhaben und begeben uns gemeinsam mit Rose auf eine Reise in ihre Vergangenheit, die sie uns häppchenweise präsentiert. 
Das ganze kommt aber nicht wie ein langweiliger, ermüdender, historischer Tatsachenbericht daher. Vielmehr hat Rose alles wirklich mit Leib und Seele erlebt und ihre Erzählungen sprühen nur so über vor Weisheit und Spitzzüngigkeit. Ja, genau, denn Rose ist wahrlich nicht auf den Mund gefallen, betitelt ihre Mitmenschen auch mal schnell als "Vollidioten" oder "Klugscheißer". Ihre Sprache ist mitunter recht derbe und direkt, aber mit 105 muss man wohl auch kein Blatt mehr vor den Mund nehmen. 
An sich mochte ich die Idee des Romans, mit Rose 105 Jahre, die sie quer durch die ganze Welt geführt haben, gemeinsam als Rückblicke zu erleben. Allerdings bleibt bei mir kein wirklich positiver Eindruck nach dem Lesen zurück. Zum einen fiel es mir unglaublich schwer, eine Verbindung zu Rose aufzubauen. Sie einzuschätzen. Als alte Dame macht sie einen lockeren Eindruck, als könne ihr das Leben nicht mehr viel anhaben, was, wenn wir ehrlich sind, wohl auch so ist. Die Jugend heute würde sie wohl als "coole Oma" bezeichnen. Durch ihre Berichte hat sie sich mir allerdings nicht wirklich als sympathisch dargestellt. Das, was sie erlebt hat, worauf sie sich eingelassen hat, was sie hingenommen und akzeptiert hat im Laufe der Jahre - das hat bei mir eher einen unschönen Nachgeschmack hinterlassen. Rose hat das gesamte 20. Jahrhundert durchlebt, ein Jahrhundert mit schönen, aber vor allem leider auch vielen sehr unschönen Momenten. Und ich hätte anfangs, als ich das Buch startete, nicht gedacht, dass der Titel des Buches so wortwörtlich gemeint sein könnte - soviel dazu, ohne inhaltlich zuviel zu verraten. So schwankte ich beim Lesen also stets zwischen Unverständnis und merkwürdigem Wohlwollen für Rose, für die Frau, die soviel erlebt hat. Vielleicht lag daran auch diese gewisse Gefühlskälte, die in ihren Schilderungen immer mal durchscheint. 

Ein Fazit fällt mir schwer. "Ein Diktator zum Dessert" mag die richtige Lektüre sein für alle, die die Geschehnisse des letzten Jahrhunderts aus einer eher lockeren, tatsachenberichts-ähnlichen Erzählung erleben wollen. Rose selbst polarisiert, zumindest mir ging es so. Ich kann sie schwer einschätzen und muss gestehen, dass sie keinesfalls einen nur positiven Eindruck bei mir hinterlässt, auch wenn sie manchmal so unverhofft "lässig" erscheint.  


Dienstag, 12. Mai 2015

Gemeinsam lesen: Herz aus Glas

Heute bei Schlunzenbücher.



1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich habe am Wochenende "Herz aus Glas" von Kathrin Lange begonnen und bin jetzt auf Seite 153.

Darum geht´s:
Juli ist wenig begeistert, die Winterferien auf Martha’s Vineyard verbringen zu müssen. Auf der Insel trifft sie den verschlossenen David, dessen Freundin bei einem Sturz von der Klippe ums Leben kam. Bald erfährt Juli, dass ein Fluch für den Tod weiterer Mädchen verantwortlich sein soll. Nachts hört sie flüsternde Stimmen. Als sie sich in David verliebt, merkt sie nicht, welche Gefahr dies bedeutet.



2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Wir unterhielten uns noch eine Weile über Belanglosigkeiten, bis ich behauptete, ich müsse zurück, weil sie sich auf Sorrow sonst Sorgen um mich machen würden."


3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Mir war nach etwas romantischem und das Buch hat mir aus dem Regal heraus zugewunken. Also ist es kurzerhand die aktuelle Lektüre geworden. Das "romantische" habe ich in der Handlung zwar (noch) nicht gefunden, aber ich finde das Buch bisher trotzdem nicht übel. Das klingt jetzt nicht nach überschwänglicher Begeisterung, ich weiß, aber ich muss auch erstmal abwarten, ob sich "Herz aus Glas" nicht vielleicht doch als so eine typische Jugendschnulze entpuppt, in der die Heldin schon nach 2 Stunden weiß, dass sie ihren unglaublich gutaussehenden Traumprinzen vor sich stehen hat und nicht mehr ohne ihn sein kann. Ich finde dieses Muster irgendwie so ermüdend. Bisher (!) macht die Story jedoch noch nicht diesen Eindruck, also lasse ich mich weiterhin überraschen. Das einzige, was mir bisher etwas merkwürdig vorkommt, ist der übermäßige Gebrauch von Ausrufezeichen. !! Fast in jedem Dialog zwischen zwei Personen enden die Sätze mit Ausrufezeichen, als wären alle ständig am Rufen und außer-sich-Sein, und das mindert so langsam die Glaubwürdigkeit... ;)


4. Welche Blogbeiträge lest ihr bei anderen besonders gern? Und habt ihr selbst Kategorien oder Beiträge, die ihr lieber schreibt als andere?
Hm. Ich lese eigentlich am liebsten Beiträge, in denen man etwas "persönliches" über den Schreiber erfährt, etwas, das über das eigentliche Bloggerthema hinausgeht. Aus diesem Grund lese ich bei anderen gern mal Wochen- oder Monatszusammenfassungen, Frage-und-Antwort-Spielchen (auch wenn ich diese Award-Verleiherei so nervig finde...), oder irgendwelche Posts, die einfach ein bisschen was über die Person hinter dem Blog erzählen. Natürlich lese ich auch Buch-relevante Beiträge, obwohl ich ehrlich sagen muss, dass ich Rezensionen wahrscheinlich am wenigsten lese. Rezensionen lese ich eigentlich wirklich nur dann, wenn mich ein Buch total interessiert und ich wissen möchte, wie eine bestimmte andere Person dieses Buch fand, oder wenn ich mir selbst sehr unsicher bin, ob das Buch etwas für mich sein könnte und ich deswegen einfach Meinungen sammeln möchte. Aber ansonsten lese ich Rezensionen - zugegeben - meistens eher nicht und dann schaue ich mir auch die entsprechenden Posts auf anderen Blogs gar nicht erst an. Man könnte jetzt sagen, dass das ja völlig blöd und sinnlos ist, immerhin handelt es sich nun mal um Bücherblogs, und immerhin schreibe ich selbst ja auch Rezensionen, von denen ich möchte, das sie jemand liest. Aber es ist einfach so. Ich lese Rezensionen oftmals nicht, weil sie mir schon zuviel verraten. Ich will mich ja noch selbst auf ein Buch einlassen können, selbst sowohl die Handlung als auch die Figuren etc. für mich erkunden können. Wenn ich dann in anderen Rezensionen schon sehr Meinungen "aufgedrückt" bekomme und schon "vorgesagt" bekomme, wie das Buch zu bewerten sein könnte, dann vermiest mir das oft völlig den Lesespaß. Also lese ich Rezensionen nur sehr selten. Und ich selbst halte meine Rezensionen und Meinungen zu Büchern lieber kurz und spoilerfrei, was die Handlung betrifft, weil ich so etwas auch bei anderen lieber lese.
Und jetzt bin ich völlig vom Thema abgekommen. Also: Selber schreiben - da habe ich eigentlich keine wirklichen Favoriten. Pauschal lässt sich das nicht so sagen. Manchmal fallen mir nach dem Lesen soviele Dinge zu einem Buch ein, dass ich eine Rezension in null komma nix geschrieben habe. Manchmal schiebe ich Rezensionen-Schreiben aber auch gern mal wochenlang vor mir her und brauche dann immernoch ewig, bis ich etwas dazu sagen kann. Da fallen dann andere Beiträge, die zwar buchbezogen, aber doch irgendwie anders sind, leichter. Meine Rubrik "Die Lektüre meiner Zugnachbarn" beispielsweise schreibe ich immer sehr gern, weil sie mir immer so nette und oftmals lustige Momente beschert, an die ich mich beim Schreiben dann gern erinnere. Die "Gemeinsam lesen" Aktion hier mache ich auch gerne mit, um kurz vorstellen zu können, was ich aktuell lese. Und wenn ich Frage 4 gut finde bzw. mir da zumindest eine Antwort einfällt ;)


Freitag, 8. Mai 2015

[Kurz gesagt] Von Stimmen, Flöten, Bodyguards und Mondscheinküssen

Heute in aller Kürze gleich 4 Meinungsäußerungen zu Büchern und ebooks, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. 

Ursula Poznanski "Stimmen"
"Stimmen" ist der neue und zugleich dritte Fall von Ermittlerteam Bea und Florin, den Frau Poznanski zum Buch macht. Ich habe sehnsüchtig auf das Buch gewartet und auch direkt losgelesen, als es da war. Und "Stimmen" ist, wie erwartet, toll geschrieben und bietet eine Menge Spannung. Schon alleine wegen des Handlungsrahmens, der dieses Mal in einer psychiatrischen Anstalt angelegt ist. Das mag ich an den Geschichten von Ursula Pozanski, die strotzen immer so vor Ideen. Hier allerdings waren mir eben diese Ideen einen Tick zu viel, zumindest als es Richtung Auflösung ging. Natürlich werde ich nichts verraten, aber ich muss ehrlich sagen, dass mir das hier dieses Mal alles zu konstruiert und ausgedacht wirkte, einfach zu unecht. So eine abgründige und nicht nachvollziehbare Auflösung hätte ich nicht erwartet, und das hat dann wohl auch meine Begeisterung ein wenig geschmälert. Und tatsächlich muss ich sagen, dass mich auch dieses Vorantreiben der Beziehung zwischen Bea und Florin etwas gestört hat. Mir kam es fast so vor, als müsste jetzt unbedingt mal ein riesiger Schritt nach vorn gewagt werden, um hier neue Akzente zu setzen, als könnten die beiden eben nicht einfach nur weiterhin ihren Job machen - nämlich ermitteln. Das fand ich etwas schade. In meinen Augen ist "Stimmen" durchaus lesenswert, aber gefühlt der schwächste der drei Teile um Bea und Florin. (3,5/5)


Nikola Hotel "Flötenzeit"
"Flötenzeit" ist das dritte Buch (das dritte ebook, um genau zu sein), das ich von Nikola Hotel lese. Und es ist das dritte Mal, dass ich total begeistert bin von der Autorin und ihrer Art zu schreiben. Während "Rabenblut drängt" noch magisch-unwirklich daher kam, hab ich mich bei "Fernsehköche küsst man nicht" teilweise kringelig gelacht. "Flötenzeit" dagegen ist nun weitaus ernster und historischer angesiedelt, konnte mich aber ebenso überzeugen. Auf zwei Zeitebenen erlebt man die Geschichte von Julia und Clemens mit, die sich - durch merkwürdige Umstände - kennenlernen, obwohl sie eigentlich mehrere Jahrzehnte trennt. Während Clemens eigentlich schon gar nicht mehr am Leben ist, gelingt es Julia im Jetzt, durch gewisse magische Eigenschaften der Musik, die durchs Haus schallt, in die Vergangenheit zu reisen und dabei Clemens den Kopf zu verdrehen. Die romantischen Bahnen, die sich zwischen beiden entwickeln, ließen mich geradezu verzückt aufseufzen. Zwischen beiden stimmte irgendwie die Chemie. Dabei ist "Flötenzeit" aber keine futuristisch anmutende Sci-Fi Geschichte mit merkwürdigen Theorien zu Zeitensprüngen oder gar Parallelwelten. Nein, es passiert immer eher so nebenbei und "aus Versehen", dass Julia in der Vergangenheit landet, und durch die unbeholfene Art von ihr und Clemens wird das Ganze überaus sympathisch. Mir hat "Flötenzeit" wirklich gut gefallen, auch wenn ich den Schluss ehrlich gesagt ein wenig zu überstürzt und plötzlich fand. Auf einmal war es vorbei und das hat mich etwas unerwartet erwischt, weil ich wahrscheinlich doch letztlich noch ein paar weitere erklärende Sätze vermisst habe. Ansonsten: Daumen hoch! (4/5)


Stefanie Lahme "Küss mich, Bodyguard"
Von diesem ebook habe ich zunächst die Leseprobe gelesen, die mir auch ziemlich gut gefallen hatte. Die Zutaten zu einer locker-leichten Sommergeschichte mit romantischen Aspekten war gegeben: eine kleine Insel, auf der eine Schriftstellerin (Tracy) nach neuen Ideen und Impulsen für eine Geschichte sucht. Da ihr ein fieser Stalker auf den Fersen ist, wird ihr kurzerhand ein Bodyguard, ein Aufpasser namens Decker, an die Seite gestellt, der sie bewachen und - hach, seufz - beschützen soll. Alles gut und schön. Anfangs hat mir alles gut gefallen; das kleine Katz-und Maus-Spiel zwischen beiden Charakteren mit spitzen Dialogen fand ich ebenfalls gelungen und hat ein bisschen Feuer auflodern lassen. Dann stellte sich bei mir aber nach und nach der Eindruck ein, dass die ganze Geschichte leider recht oberflächlich bleibt und nur so vor sich hinplätschert, ohne mal richtig zur Sache zu kommen. An sich fand ich den Plot nicht schlecht, der Handlungsort war interessant und die Nebenpersonen gut eingebaut. Aber sowohl die Figuren als auch die Entwicklung der Geschichte blieben für mich zu blass und zu wenig spannend. Die für meinen Geschmack viel zu schnell aus dem Nichts gezogene und zu wenig nachvollziehbare Liebesromanze zwischen Tracy und Decker fand ich nicht passend in dem Kontext, zumal Tracy zeitgleich fleißig mit einem anderen Helden flirtet. Und die gesamte Stalkergeschichte, die ja eigentlich der Aufhänger der gesamten Problematik sein sollte, wurde letztlich zu plump abgehandelt. "Küss mich, Bodyguard" ist somit eine nette kleine Geschichte zum Nebenbei-Lesen, die aber nur wenig im Kopf hängen bleibt. (3/5)


Carolin Wahl "Mondscheinküsse halten länger"
Ich muss gestehen, ich weiß gar nicht mehr, wie dieses Buch seinen Weg zu mir gefunden hat. Ich weiß nicht mehr, ob ich es irgendwann mal gekauft habe oder es mir geschenkt wurde. Jedenfalls fristete es ein ungelesenes Dasein in meinem Regal, bis ich es vor einiger Zeit mal erlöste und jeden Abend ein paar Seiten darin las. Und zum Glück, kann ich nur sagen, denn "Mondscheinküsse halten länger" ist ein wunderbares Buch! Mal abgesehen vom Titel, der eher nicht so mein Fall ist, und schnell dazu verleitet, das Buch als kitschige Jugendromanze abzutun. Aber es ist so viel mehr, eigentlich eher eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt. Hauptfigur Marlene schlägt sich mit vielerlei Problemen rum, die jeder von uns bis zu einem gewissen Grad in der Teeniezeit auch erlebt hat - aber sie macht es mit soviel Witz, Mut und Überzeugung, dass ich mich hier bestens amüsiert habe. Marlene ist eigensinnig und definitiv nicht auf den Mund gefallen. Als sie ein Wanderwochenende mit dem Schulschwarm durchstehen muss, geht ihr vieles gegen den Strich - allen voran Gefühle der romantischen Art... Ich fand das Buch toll und lustig und unterhaltsam - auch wenn ich sicher nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Aber hier stimmt einfach alles, und umso beeindruckender ist es, dass die Autorin noch so jung ist (Jahrgang 1992). (5/5)

Mittwoch, 6. Mai 2015

"Das ist der Sommer im Paradies, wie er eben aussieht, wenn man die Sonnenbrille absetzt" - Hilde Kvalvaag

Gerstenberg Verlag, 2015
13,95 Euro

Handlung:
Johanne liebt es, die Sommerferien gemeinsam mit ihrer Schwester Katrin bei den Großeltern zu verbringen: Sonne, Schwimmen im Fjord, der Job im Lebensmittelladen, Schaumbananen futtern, Partys, eng anliegende Kleider - das ist der Sommer im Paradies! Und dann ist da noch Are, der ihr den ganzen Winter über nicht aus dem Kopf gegangen ist ... Doch dieses Jahr ist alles anders: Katrin kommt nicht wie versprochen nach und Are scheint sich nicht sonderlich für Johanne zu interessieren. Dann lernt sie Ares jüngeren Bruder Mattias kennen, aber eines Tages ist er spurlos verschwunden. Ein atmosphärisch dichter Roman über die Sehnsucht nach dem Paradies, einen Sommer der Veränderungen und den Abschied von der Kindheit.


Meine Meinung:
Dieses Buch war ein reiner Titel-Kauf. Kaum hatte ich diesen Buchtitel erspäht und anhand der Inhaltsangabe eine nette, sommerleichte Jugendgeschichte übers Erwachsenwerden versprochen bekommen, landete das Buch im Einkaufswagen. Was mir dann aber beim Lesen begegnete, hat nicht nur meine Erwartungen NICHT erfüllt, sondern hat mich obendrein auch noch enttäuscht.
Warum? Zum einen lag es am Sprachstil. Emotionslose, kalte Sprache, abgehackte und kurze Sätze. Das mag von der Autorin so gewollt sein und vielleicht spiegelt es auch die norwegisch-kalte Art wieder, aber ... über Johanne erfährt man kaum etwas. Das mag typisch norwegisch sein, ich weiß es nicht. Aber dieser Stil hat mir nicht gefallen. Ich möchte etwas über eine Figur erfahren, über eine Hauptfigur erst recht! Ich möchte mich im besten Fall in einer Figur wiederfinden, ihre Motive nachvollziehen können, sie aber zumindest verstehen können.
Stattdessen hatte ich so meine Probleme mit Johanne. Denn sie ist nicht nur unsympathisch und scheinbar gefühlslos wie ein kalter Fisch, sondern wird zum Ende der Geschichte auch noch ziemlich feige. Ein Charakter zum Abgewöhnen, würde ich fast sagen. Allerdings steht sie als komischer Kauz hier keinesfalls alleine da, denn irgendwie haben alle Figuren in diesem Buch eine kleine Klatsche. Allen voran ihre Schwester, die tut und lässt, was sie will, und von Verantwortungsgefühl wahrscheinlich noch nie gehört hat. Ihre Mutter ist nicht besser und auch ihre Großeltern sind vorrangig gleichgültig gegenüber allem. Johannes Urlaubsbekanntschaft Are bleibt dagegen völlig blass. Figurentechnisch war für mich hier nicht viel rauszuholen, um das Buch in guter Erinnerung halten zu können. Dann vielleicht aus der Handlung?
Nein. Denn die war mir von Seite 1 an zu oberflächlich. Mir leuchteten weder die Motive von nahezu allen handelnden Personen ein (Johanne, Mattias, Katrin), noch hatte ich den Eindruck, dass die Autorin mit ihrer Geschichte irgendeinen Zweck verfolgt hat. Höchstens, die Erkenntnis zu bekommen, wie man eine Sommergeschichte lieber nicht gestalten sollte. Mir fehlte ein roter Faden und eine Erkenntnis am Ende. Etwas, das einem die Augen öffnet oder meinetwegen auch sprachlos macht. Etwas, das prinzipiell etwas bewirken kann durch die Worte, in denen es verfasst ist. Aber hier ... war nichts. Plötzlich war dann einfach Schluss und die Handlung vorbei. Keine der Figuren hat sich wirklich entwickelt oder einen Aha-Moment gehabt, der auf den Leser hätte überspringen können. Plötzlich ist dann der Sommer und damit auch das Buch zu Ende.
Ich war nach dem Lesen enttäuscht. Das ist der Eindruck, wie er eben aussieht, wenn man den tollen Buchtitel wegnimmt.


Dienstag, 5. Mai 2015

Gemeinsam lesen: The dream thieves

Heute bei Weltenwanderer.



1. Was liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Relativ spontan habe ich heute morgen zu "The dream thieves" von Maggie Stiefvater gegriffen und bin momentan erst auf Seite 14.

Darum geht´s: (Achtung, das ist ein zweiter Teil!!)
Now that the ley lines around Cabeswater have been woken, nothing for Blue and Gansey will be the same. Ronan is falling more and more deeply into his dreams ...and his dreams are intruding more and more into waking life. Gansey is needed at home, and is struggling to stay in Aglionby. And Adam? He's made some new friends. Friends that are looking for some of the same pieces of the puzzle that Gansey, Blue, and Ronan are after. Great power is at stake, and someone must be willing to wield it.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Declan Lynch, the oldest of the Lynch brothers, was never alone."


3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Dank des Bahnstreiks sitze ich zuhause fest. Meine Arbeit kann ich zwar auch von zuhause aus erledigen (ist zur Zeit nur Computerarbeit), was ich deswegen auch tue. Aber nervig ist das trotzdem und mein Verständnis und meine Geduld für die Bahn und Co. sind mittlerweile wirklich erschöpft. Mal einen oder zwei Tage zu streiken, finde ich ok. Aber was da mittlerweile abgeht und ja komplett Deutschland (zumindest jenes, das auf die Bahn angewiesen ist) lahmlegt, finde ich nicht mehr lustig.
Aber mal zurück zum eigentlichen Thema: das Buch. Das habe ich mir heute morgen einem spontanen Impuls folgend aus dem Regal geschnappt und das liegt nun sehr verheißungsvoll hier neben meinem Laptop. Natürlich beschäftige ich mich in erster Linie mit meinem Arbeitskrams, aber das heißt ja nicht, dass man nicht zwischendrin trotzdem mal eine Seite weiterlesen kann. "The dream thieves" ist der zweite Teil der Buchreihe von Maggie Stiefvater um Blue und Gansey. Den ersten Teil habe ich schon vor ein paar Monaten gelesen und damals wollte ich eigentlich direkt diese Fortsetzung dranhängen. Hab ich dann aber nicht gemacht, aus verschiedenen Gründen. Andere (ja, und auch interessantere) Bücher haben sich einfach vorgedrängelt. Denn so sehr ich die Grundgeschichte von Blue mochte, leider zog sie sich halt auch ein wenig und wartete mit jeder Menge verschachtelter Nebenhandlung auf. Da noch 3 weitere Teile in der Reihe folgen, wird sich das alles sicher noch aufdröseln, aber so einen richtig reißerischen Eindruck hat "The raven boys" bei mir dann doch nicht hinterlassen. Jetzt hab ich aber gerade Lust auf die Fortsetzung, also gebe ich dem einfach mal nach und hoffe auf eine spannende Story. 

4. Könntest du dir dein aktuelles Buch als Film vorstellen?Welche Rolle würdest du gern darin spielen?
Naja, zum zweiten Teil kann ich bisher nicht viel sagen. Den ersten Teil ("The raven boys") kann ich mir allerdings sehr gut verfilmt vorstellen. Sowohl die Personen als auch Handlung und Schauplätze bieten sich förmlich an, daraus einen Film zu machen. Ich hatte beim Lesen auch viel Kopfkino vor Augen. Und so überrascht es mich auch überhaupt nicht, dass dieser Teil scheinbar tatsächlich gerade verfilmt wird bzw. wohl irgendwie in Arbeit ist, das Buch zu verfilmen. Die Infos online dazu sind eher schwammig und - soweit ich das überblicken konnte - auch nicht ganz aktuell (eher so 2013/2014). Aber offensichtlich wird es wohl überlegt/geplant/ausgeführt - man kann also gespannt sein.

Achso, eine Rolle würde ich darin übrigens nicht spielen wollen. Aber nicht nur in dem Film, sonder eher generell nicht. Ich habs nicht so mit Schauspielern. Ich gehe ja schon bei Vorträgen vor Angst fast ein...

Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena