Sonntag, 13. Dezember 2015

[Kurz gesagt] Von Elvis und Glücksallergien

"Mein innerer Elvis" - Jana Scheerer
Auf dieses Buch bin ich eigentlich nur wegen des Titels aufmerksam geworden. Elvis selbst ist eigentlich nicht so sehr mein Fall. Mir ist schon klar, dass er eine absolute Kultperson war, aber wahrscheinlich bin ich einfach zu spät geboren, um so richtig nachvollziehen zu können, was alle Welt an ihm so bewundernswert fand und immer noch findet. Ganz im Gegensatz zu Antje jedenfalls, der Hauptfigur dieses wunderbaren Buches. Denn ich fand die Geschichte wunderbar. Antje ist eine totale Außenseiterin, nicht nur wegen des Aussehens (sie findet sich zu pummelig und zu langweilig), sondern eben vor allem wegen ihrer Schwärmerei für Elvis. Als sie in den Sommerferien mit ihrer Familie in die USA fliegt, will sie sich auf keinen Fall die Chance entgehen lassen, Graceland zu besuchen - auch wenn alle Zeichen eher darauf hindeuten, dass das nicht klappen wird.
Mir hat die Figur Antje sehr gut gefallen, auch wenn sie mir manchmal zu passiv war. Das ging über einen Grad von Schüchternheit hinaus; viel mehr hat sie sich für meinen Geschmack viel zu oft etwas überbraten lassen oder sich von anderen herumschubsen und -kommandieren lassen. Das fand ich ein bisschen schade, denn leider scheint sich dieses Problem auch zum Ende des Buches bei Antje nicht gelöst zu haben. In dieser Hinsicht macht sie leider kaum Entwicklung, und das hätte ich ihr gewünscht. Denn was sie sonst erlebt, führt durchaus dazu, dass sie sich weiterentwickelt, dass sie aus ihrem Schatten heraustritt und ihre Erfahrungen macht. Natürlich dreht sich im Buch vieles um Elvis, um sein Leben und seinen Einfluss auf die Menschen - selbst Jahrzehnte nach seinem "vermeintlichen" Tod noch. Vermeintlich deswegen, weil hier im Buch durchaus auch zur Sprache kommt, dass manche Personen felsenfest davon überzeugt sind, Elvis würde noch leben. Natürlich habe ich auch schon davon gehört, wünschen würde ich es ihm auch; besonders interessant finde ich jedoch den Ansatz, den die Autorin hier in dieser Hinsicht gewählt hat. Ich will an dieser Stelle nichts verraten, aber Antje kommt ins Staunen, ohne Frage. Insgesamt hat mir Antjes Geschichte gefallen, ein kurzweiliges, amüsantes Buch über die Schwärmerei zu Elvis.


"Felix oder Zehn Dinge, die ich an dir liebe" - Hannah Simon
Dieses Buch war ein Spontankauf, zum einen auch hier wegen des Titels, zum anderen jedoch wegen der Inhaltsangabe. Felix bekommt eines Tages gesagt, dass er eine Allergie gegen Glück hat. Das trifft sich gerade richtig schlecht, denn bei Felix läuft alles superspitzenmäßig zur Zeit. Er ist nicht nur frisch verliebt, sondern hat auch ein Riesenprojekt als Architekt vor sich, das ihm eine Beförderung bescheren wird. Da kommt ihm Ruby gerade recht; mit ihr zusammen soll er die Fertigstellung eines Hauses überwachen und sicherstellen, dass alles läuft. Ruby ist aber eine sehr spezielle Person, anstrengend, kratzbürstig, eigenwillig - kurz, sie treibt Felix in den Wahnsinn. Also genau das, was er braucht, um bloß nicht ZU glücklich zu werden und vielleicht mit einem Anfall im Krankenhaus zu landen. Vorhersehbar, die Story, sagt ihr? Naja, ich würde lügen, wenn ich jetzt sage "Nein, gar nicht". Denn so ein bisschen vorhersehbar ist es schon. Als Leser ahnt man schnell, wie der Hase läuft. Und vor allem merkt man (als Frau) sofort, dass die vermeintliche Traumfrau von Felix, der er hinterherläuft, eigentlich ein arrogantes dummes Brötchen ist und er mit einer anderen (zwinker zwinker) viel besser bedient wäre; ein bisschen sehr klischeehaft, zugegeben. Aber gut. Mich hat das beim Lesen kaum gestört, denn die restliche Geschichte drumherum hat durchaus seinen Reiz. Felix ist echt sympathisch als Handlungsträger und mich hat diese Glücksallergie-Sache interessiert. Ich wollte wissen, wie sich das auflöst. Und mit dieser Auflösung, dem Happy End (ich sag´s ruhig, es geht gut aus!) war ich auch sehr zufrieden und glücklich. Für mich ein echtes Wohlfühlbuch, das man manchmal einfach mal zum Lesen braucht. "Felix oder Zehn Dinge, die ich an dir liebe" kann gern ein bisschen mehr Aufmerksamkeit gebrauchen und deswegen empfehle ich es allen, die auf der Suche sind nach einer kurzweiligen, entspannten Liebesgeschichte mit sympathischen Figuren.

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