Donnerstag, 10. September 2015

"Solitaire" - Alice Oseman

dtv, 2015
16,95 Euro

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Handlung:
Die sechzehnjährige Tori Spring hat das Gefühl, dass sie sich zwischen Weltschmerz, Erfolgsdruck, dem Zwang, ihre Zukunft planen, sich selbst finden und jetzt eigentlich die beste Zeit ihres Lebens haben zu MÜSSEN, verliert. Dass sie kurz davor ist, zu zerbrechen an der Gleichgültigkeit der Welt. Dass sich daran auch im neuen Jahr nichts ändern, dass wieder nichts passieren wird. Und dann passiert doch etwas: Tori trifft auf Michael Holden. Eigentlich verkörpert Michael mit seinem Enthusiasmus und der schwarzen Hipster-Brille all das, was Tori verachtet, und dennoch ist sie fasziniert von seiner überschäumenden Lebensfreude und seiner Neugier auf die Welt. Und es gibt Solitaire, eine anonyme Schülergruppe, die seit Kurzem Toris Schule in Atem hält. Anders als alle anderen fragt Tori sich, was und wer wirklich hinter Solitaire steckt.

Meine Meinung:
Ich habe eben lange überlegt, was ich zu diesem Buch schreiben könnte, und auch jetzt, wo ich einfach losgetippt habe, weiß ich nicht wirklich, was ich eigentlich tippen soll. "Solitaire" ist ... anders. Anfangs habe ich das Buch voller Begeisterung gelesen. Diese Begeisterung, das Interesse an der Story und vor allem das "Dranbleiben wollen" beim Lesen hat aber mit jeder umgeschlagenen Seite nachgelassen. Das Ende hat mich dann nur noch enttäuscht.
Hauptfigur Tori ist da im Wesentlichen Schuld dran, denke ich. Denn so außergewöhnlich sie anfangs erscheint, als melancholisch-depressiver Teenie, dem irgendwie alles und jeder egal ist, der einfach nur die Schultage an sich vorbeiziehen lässt, ohne jemals wirkliche freudige und denkwürdige Momente zu erleben, - so überzogen und unglaubwürdig wird sie eben aus genau diesen Gründen im Verlaufe des Buches. Es mag schon richtig sein, dass die Jugend heutzutage eher dazu neigt, sich hängenzulassen, sich nicht immer so aufraffen zu können und dass vieles so unwichtig erscheint, einfach, weil es Regeln oder Befehle von Eltern oder Lehrern sind. Diese "Mir ist alles egal"-Mentalität habe ich damals in meiner Schulzeit glücklicherweise nicht selbst durchlebt und auch bei meinen Freunden und Mitschülern nie so extrem erleben müssen. Denn das prägt sicherlich. Und so scheint es auch Tori zu ergehen. Da jeder nur so vor sich hinlebt, erscheint in ihrer Welt irgendwann alles und jeder grau in grau.
Trotzdem bedient Tori genau aus diesem Grund so jedes Klischee eines depressiven Jugendlichens, das man sich nur vorstellen kann, angefangen über die Klamotten bis hin zum Musikgeschmack. Dazu wird ihr ein psychisch labiler Bruder angedichtet, der eventuell oder auch nicht ebenfalls dazu beitragen könnte, dass Tori einfach alles sch***e findet. Sehr undurchsichtig. Ich finde, man hat hier so wenig über die echte, reale Tori erfahren können, weil sie nur so in der Masse mitschwimmt. Selbst als es an ihrer Schule plötzlich aufregend zugeht, weil eine Gruppe namens "Solitaire" einige Streiche spielt, die zunehmend ernst und sogar lebensbedrohlich werden. Selbst da geht sie lieber einfach nach Hause und legt sich hin. Mich hat das unglaublich genervt, und dabei habe ich sogar Psychologie studiert, bin also vielleicht schon etwas sensibilisierter für das Thema als andere.  Aber Tori hat mich genervt. Mit allem, was sie gesagt oder getan hat. Und das Ende des Buches setzte der Enttäuschung dann einfach noch die Krone auf, weil es gewollt melodramatisch und dadurch völlig überzogen ist. Von einer brennenden Schule über Liebesbezeugungen bis hin zu fast begangenen Selbstmorden ist einfach alles dabei.
Ich kann nachvollziehen, warum das Buch solch ein Erfolg war, als es im Original in UK erschien. Die Autorin war selbst erst 17, als sie es schrieb, und hat mit der Story sicher den Geist der Zeit eingefangen. Manch einer mag sich in Tori wiederfinden, was schon traurig genug ist. Dass hier aber kaum ein Versuch unternommen wird, um aufzuzeigen, dass eben genau dieses Verhalten nicht "normal" ist und es Ziel sein sollte, sich selbst aus dieser grauen Depri-Suppe rauszuziehen, egal, ob es nun eine "Solitaire"-Gruppe an der eigenen Schule gibt oder nicht, das finde ich schade. Da das Buch eh voller Klischees ist, hätte es nicht geschadet, dieses Klischee auch noch zu bemühen. 


Ein herzliches Dankeschön an dtv!

1 Kommentare:

  1. Huhu! :)

    Ich lese das Büchlein auch gerade, komme aber irgendwie nicht weiter. Die zu Beginn so deprimierende Stimmung hat mich immer nur ein paar Seiten lesen lassen und jetzt wo es in diesem Punkt besser wird, lässt die Spannung nach. Schade, dass es nicht besser zu werden scheint. Bisher bin ich leider auch noch nicht so angetan...^^

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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