Dienstag, 25. August 2015

"Der Totenzeichner" - Veit Etzold

Bastei Lübbe, 2015
9,99 Euro

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Handlung:
Ein Leichenfund gibt der Berliner Polizei Rätsel auf. Dem Mordopfer wurden mysteriöse Zeichen in die Haut geritzt, die Clara Vidalis, Expertin für Pathopsychologie am LKA Berlin, bekannt vorkommen. Handelt es sich um kultische Symbole? Als die Obduktion der Leiche weitere grausame Details ans Licht bringt, wird klar, dass es einen ähnlichen Modus Operandi schon einmal gab: Vor zehn Jahren versetzte ein Serienkiller den Westen der USA in Angst und Schrecken. Einen Sommer lang trieb er dort sein Unwesen, bevor er sich mit der blutigen Botschaft verabschiedete: »It’s not over, ’til it’s over«.

Ist der Totenzeichner zurückgekehrt?



Meine Meinung:
Bevor ich selbst begonnen habe, das Buch zu lesen, habe ich es meiner Mutter zum Lesen gegeben, einer eingefleischten Krimi- und Thrillerleserin. Umso überraschter (fast: bestürzter) war ich, als sie es mir schon kurz danach wiedergab und meinte, das würde sie nicht weiter lesen wollen, sie hätte es abgebrochen. Es wäre ihr viel zu brutal und blutig, es ginge nur ums sinnlose Abschlachten und enthielte zudem soviele ordinäre und obszöne Aussprüche. Nun gut, an dieser Stelle muss ich hinzufügen, dass meine Mutter schon bei dem kleinen 4 Buchstaben-Wörtchen, das mit F beginnt, allergisch reagiert. Insofern habe ich diesen letzten Aspekt nicht allzu ernst genommen; die anderen bemängelten Punkte meiner Mutter dagegen gaben mir aber schon zu denken.
Ich habe mir das Buch dann selbst zum Lesen vorgenommen und muss ehrlich sagen, dass ich schon nach wenigen Seiten nachvollziehen konnte, was meine Frau Mama da meinte. "Der Totenzeichner" ist brutal. Es ist blutig. Und ich habe es nicht gern gelesen.
Ab und zu mag ich Thriller. Ich finde es toll, wenn man als Leser gemeinsam mit den Ermittlern im Buch schrittweise vorankommt, auch mal falsche Fährten verfolgt und dann herausfindet, welcher durchgeknallte Täter sich da gerade aus welchen Gründen austobt. Es gibt wirklich gut gemachte Thriller, die nicht nur spannend und geschickt konstruiert und geschrieben sind, sondern auch auf psychologischer Seite überzeugen können. Die können dann gern auch mal ein wenig abgründiger sein, denke ich mir, wenn es das große Ganze nicht ruiniert und es eben nicht nur ums "sinnlose Abschlachten" von Menschen und Tieren geht. Das habe ich hier beim "Totenzeichner" jedoch nicht gefunden. Schon nach wenigen Kapiteln hatte ich keine Lust mehr, über dieses Gemetzel zu lesen - mir ist richtig schlecht davon geworden und ich hab das Buch immer häufiger wieder zur Seite legen müssen. Wenn ich so bis ins Detail vorgesetzt bekomme, was der Täter hier mit Hunden anrichtet (von Menschen ganz zu schweigen), schreit mein "Ich liebe Hunde"-Herz gleich ganz laut NEIN, Augen zu, Seite umblättern, das will ich nicht mal im Ansatz lesen! 
Dazu kommt, dass "Der Totenzeichner" Teil einer Buchreihe um die Ermittlerin Clara Vidalis ist und ich die Vorgängerbände nicht kenne. Das hat inhaltlich zwar nicht gestört, weil es hier um einen in sich geschlossenen Fall geht. Aber leider konnte ich mit den dargestellten Figuren auch nicht viel anfangen, sodass sich meine Hoffnung, ich würde wenigstens wegen der Ermittler "gern" am Lesen dieses Buches dranbleiben, auch nicht erfüllte. Die erschienen mir alle kaputt, alle gezeichnet von ihrem Job und all dem Leid und der Brutalität, die sie jeden Tag erleben. Wahrscheinlich ist das schon realistisch, wenn man in so einem Metier arbeitet. Aber mir war das hier einfach alles zuviel Elend und vor allem auch viel zu aufgesetzt. Ständig wirft jemand mit Sprüchen und Zitaten großer Autoren und Philosophen um sich und wirkt dadurch übertrieben neunmalklug, so als müsse in diesem blutrünstigen Chaos wenigstens einer mal das Oberwasser behalten und raushängen lassen, dass er über alles Bescheid weiß. 
Irgendwann habe ich angefangen, quer zu lesen und Seiten zu überblättern. Die Thriller von Veit Etzold sind scheinbar nicht mein Fall.



Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den Bastei Lübbe Verlag!

3 Kommentare:

  1. Huhu :)

    Okay, dieser Thriller fliegt hochkant von meinem Radar. Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn Tierquälerei integriert ist und bei Hunden schon gar nicht.

    Viele liebe Grüße,
    Elli

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  2. Puh, ich kann sehr gut verstehen, dass du an dem Buch keine Freude hattest. Ich mag auch ab und zu Thriller und die dürfen auch gern dunkel-abgründig sein, aber wenn es zu blutig und brutal wird, ist das nicht mein Fall. Schon gar nicht, wenn ich das Gefühl habe, dass die Gewalt Selbstzweck ist, und leider hatte ich das Gefühl schon öfter mal bei Thrillern.

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