Samstag, 8. August 2015

"Engelskalt" - Samuel Bjørk

Goldmann Verlag, 2015
12,99 Euro


Handlung:
Ein Spaziergänger findet im norwegischen Wald ein totes Mädchen, das mit einem Springseil an einem Baum aufgehängt wurde und ein Schild um den Hals trägt: "Ich reise allein." Kommissar Holger Munch beschließt, sich der Hilfe seiner Kollegin Mia Krüger zu versichern, deren Spürsinn unschlagbar ist. Er reist auf die Insel Hitra, um sie abzuholen. Was Munch nicht weiß: Mia hat sich dorthin zurückgezogen, um sich umzubringen. Doch als sie die Bilder des toten Mädchens sieht, entdeckt sie ein Detail, das bisher übersehen wurde - und das darauf schließen lässt, dass es nicht bei dem einen Opfer bleiben wird ...



Meine Meinung:
"Engelskalt" habe ich nach längerer Zeit, in der ich keine Thriller mehr gelesen habe, nun gerade beendet. Als Fazit kann ich festhalten, dass es sehr spannend geschrieben ist mit recht unkonventionellen Dialogen, vielen Perspektivenwechseln, unterschiedlichen Schauplätzen und einer Bandbreite an Figuren, die anfangs scheinbar gar nichts miteinander zu tun haben. Die Kapitel des Buches sind abwechselnd aus der Sicht dieser verschiedenen Personen erzählt und verstärken dadurch das Bild eines schnellen und sehr komplexen Vorantreibens der Handlung. Nach und nach werden die Verwicklungen enger und es zeigt sich, dass hinter dem Fall der verschwundenen Mädchen doch mehr steckt als angenommen.
Die Handlung wird dabei wesentlich geprägt durch die beiden Hauptermittler Munch und Mia Krüger, die auf ihre eigene Art und Weise sehr starke Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten sind und ihre eigenen Päckchen zu tragen haben. Immerhin lernen wir Mia kennen, als sie sich gerade auf ihren eigenen geplanten Selbstmord vorbereitet. Dem Handlungsverlauf werden vor allem durch ihr Zutun, aber auch durch diverse gelungenen Nebenfiguren vielerlei Wendungen verliehen. Zur angespannt-aufregenden Ermittlungsarbeit gesellt sich das norwegisch kalt-raue Klima, das sich nicht nur im Wetter, sondern auch in der Landschaft und der Art der Menschen widerspiegelt. All diese Eindrücke haben das Bild eines recht kühlen und distanzierten Thrillers verstärkt, der aber trotzdem sehr zu unterhalten weiß. Pageturner-Qualitäten kann ich durchaus bestätigen.
Am Ende blieben für mich leider einige (wenige) Dinge unerklärt, das hat mich ein bisschen gestört, muss ich ganz ehrlich zugeben. Trotzdem behalte ich "Engelskalt" als einen wirklich gelungenen und spannenden Thriller im Kopf.


3 Kommentare:

  1. Ich hab mir gleich bei der Inhaltsangabe gedacht, dass sich das nach interessanten Ermittlern anhört. Leider stört es mich immer sehr, wenn bei einem Thriller am Ende nicht alle Fragen geklärt werden. Daher bin ich mir nicht sicher, ob dieser etwas für mich wäre.

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  2. Naja, das Wesentliche zum Fall wird schon geklärt. Allerdings hab ich einfach so zwei, drei Sachen im Kopf, die mir nicht ganz klar sind, für die ich mir noch eine Erklärung gewünscht hätte. Meine Mutter hat das Buch auch gelesen und konnte mir meine Fragen danach auch nicht beantworten.

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  3. Die Nebenstränge bleiben komplett offen und haben mit der Hauptstory nix zu tun, das hat mich am Meisten gestört. Ich glaub, ich hatte 3 Sterne gegeben, weil ich die Idee an sich recht gut fand, weil es sich gut weg gehört hat....die Ermittler fand ich selber furchtbar klischeehaft, vor allem Mia mit ihrer Sauferei. Das ist aber wie immer Geschmackssache und mittlerweile ist das Genre auch irgendwie ausgelutscht, jeder Ermittlertyp war schon zig mal da, schwierig, da was Neues zu erfinden, denke ich. Ich glaube, Neyasha ist ein klein wenig gepolt wie ich, was offene Enden anbelangt und die gab es hier zuhauf.

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