Montag, 10. August 2015

"Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem" - Nina LaCour

Carlsen Verlag, 2015
16,99 Euro

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Handlung:
Auf nach Europa! Die Schule ist geschafft, jetzt werden Colby und Bev reisen, ein Jahr lang. Das bedeutet Abenteuer, Freiheit – und vielleicht Liebe? Darauf hofft zumindest Colby, der schon ewig in seine beste Freundin verknallt ist. Doch bevor die zwei losfliegen, geht es noch für eine Woche mit Bevs Girlband auf Tour durch Kalifornien, im alten VW-Bus von Colbys Onkel. Was als cooler Roadtrip beginnt, wird zum Desaster, als Bev die Bombe platzen lässt: Sie will nicht mit nach Paris, sondern stattdessen studieren. Colby ist fassungslos. Wann hat Bev ihre Pläne geändert? Warum wusste er nichts davon? Und was zum Teufel soll er jetzt bloß anfangen – ohne sie?


Meine Meinung:
Ein Road-Trip der musikalischen Art. Das ist es, worum es in "Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem" geht.
Genauer geht es um Colby, der sich jahrelang dem Vorhaben hingegeben hat, mit seiner besten Freundin Bev nach dem Schulabschluss für einige Monate durch Europa zu ziehen. Dafür hat er jeglichen Gedanken an College und berufliche Ziele beiseite geschoben. Aber dann, als die beiden gerade für eine Woche auf einer Tour mit Bevs Girlband sind, lässt Bev ihn hängen und erklärt ihm, sie würde nicht fahren wollen. Für Colby bricht damit eine Welt zusammen...
Colby war mir sympathisch, Bev leider gar nicht. Mit Colby und seinen Gedankengängen konnte ich etwas anfangen, vor allem aber konnte ich seine Träume und seine Sehnsüchte, mal was zu erleben und rauszukommen, sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte ist aus seiner Sicht erzählt und ist dennoch nicht übermäßig "männlich" ausgerichtet. Sein Bericht der verrückten Woche auf Tour, die vor dem Abflug nach Europa stattfinden sollte, hatte stets einen kleinen sehnsüchtigen und zugleich hoffnungsvollen Unterton - dass ihm noch so viele tolle Momente bevor stehen würden. Dagegen haben seine Schilderungen leider gar nicht dazu beigetragen, dass mir Bev auch nur ansatzweise sympathisch wurde. Vielmehr erschien sie mir als selbstsüchtiges, egoistisches Biest, das weiß, was Colby schon lange für sie empfindet und das dennoch rücksichtslos auf seinen Gefühlen herumtrampelt. Ja, ich hatte immer wieder das Gefühl, dass sie ihn nur ausnutzt, solange er ihr bei der Ausführung der Tour ihrer Band hilft. Lange Zeit ist sie zu feige, Colby die Wahrheit zu erzählen und ihm zu sagen, dass sie die geplante Reise mit ihm gar nicht machen will. Selbst als dann eine Erklärung folgt (weit hinten im Buch) hat das an meiner Antipathie ihr gegenüber nichts geändert. Ich habe mich im Gegensatz eher die ganze Zeit gefragt, was Colby eigentlich an ihr findet. Dass Bev somit schon von Beginn an die undankbare Rolle der fiesen Freundin zugeschrieben wurde, fand ich deswegen nicht ganz leicht. Zumindest für mich hatte sie daher schon gar keine Chance, sich wirklich zu entwickeln.
Da mochte ich die beiden Mitreisenden Meg und Alexa schon eher. Die beiden sind Schwestern und bilden gemeinsam mit Bev die Band The Disenchantments - oder eher eine Möchte-gern-Band, denn so ganz professionell machen sie das natürlich nicht und auch Fans sind nicht wirklich in Sicht.
Ich mochte sehr, dass es in dem Buch soviel um Musik geht und um die Gefühle, die sie auslösen kann. Darum, was Musik allen 4 Protagonisten im Buch bedeutet. Etwas anstrengend dagegen fand ich die vielfachen Aufzählungen von irgendwelchen Girlbands aus den 70ern und 80ern, die ich nicht kannte, deren Songs mir nichts sagten und von denen ich im schlechtesten Fall noch nicht einmal gehört hatte. Natürlich steigert das das Bedürfnis, direkt mal bei Youtube nach einem Song der besagten Band zu suchen - aber wenn ich lese, lese ich und will ich nicht ständig bei Youtube rumklicken, nur damit ich nachvollziehen kann, was die Mädels Meg und Alexa so toll an der Band Hearts finden. Das empfand ich als ein wenig anstregend, dennoch hat es natürlich viel zum "Musik-angehauchten" Touch des Buches beigetragen.
Letztlich hat mir vor allem das Ende des Buches sehr gut gefallen. Weil es zeigt, dass selbst die besten Pläne oftmals nichts taugen, man sie aber trotzdem nicht einfach über den Haufen werfen sollte. Immerhin spiegeln sie die eigenen Wünsche und Träume wieder. Auf dem Weg zu dieser Erkenntnis macht Colby einige interessante Bekanntschaften und lernt etwas übers Sich-abnabeln und Loslassen, über die Anfänge des Erwachsenwerdens.

Letztlich ist "Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem" ein gutes, kurzweiliges Buch über die schwierigen Entscheidungen, die einen nach dem Schulabschluss erwarten - das mir aber leider kaum im Kopf bleiben wird.


Ein herzliches Dankeschön an den Carlsen Verlag!

2 Kommentare:

  1. Ich hab das Buch auch noch hier liegen. Ich habe gerade nur dein Fazit gelesen, aber ich freu mich auf jeden Fall auf die Geschichte. Hattest du auch "Ich werde immer da sein, wo du auch bist" von Nina LaCour gelesen?

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  2. @ Tine: Nein, von der Autorin hab ich noch nichts weiter gelesen. An sich schreibt sie aber schon sehr gut, insofern kann ich mir vorstellen, dass ich mir ihre anderen Bücher auch mal ansehe.

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