Donnerstag, 16. Juli 2015

"Maggie und die Stadt der Diebe" - Patrick Hertweck

Thienemann Verlag, 2015
14,99 Euro


Handlung:
New York, 1870. Kalt und düster ist es in den Slums von Manhattan. Ziellos irrt Maggie durch schmutzige Gassen voller Bettler. Sie ist heilfroh, als sie bei einer Bande junger Diebe Unterschlupf findet. Schon bald fühlt sie sich dort wie zu Hause. Bis eine gemeinsame Diebestour sie zu einem Kirchturm führt, der schlimmste Erinnerungen in ihr wachruft. Maggie muss sich endlich ihrer Vergangenheit stellen. Doch Licht ins Dunkel kann nur einer bringen: der sagenumwobene Herrscher über die New Yorker Unterwelt. Atmosphärisch und fesselnd - ein brillant geschriebenes Erstlingswerk in der Tradition von Rowling und Funke.


Meine Meinung:
Mit "Maggie und die Diebe der Stadt" hat Patrick Hertweck eine wunderbare Abenteuergeschichte geschrieben, die nicht nur für die jüngeren Leser interessant sein dürfte, sondern an der definitiv auch Erwachsene noch ihren Spaß haben werden. Ich zumindest habe mich bestens unterhalten gefühlt und das Buch an einem Wochenende verschlungen. 
Es ist aber auch zu spannend! Auf der Flucht vor undurchsichtigen Gestalten landet Maggie bei den "40 Little Thieves", einer Bande von jugendlichen Dieben und Langfingern in New York. Maggie selbst ist im Waisenhaus aufgewachsen und weiß nichts über ihre Herkunft - was sich aber bald ändern wird. Denn all die merkwürdigen Vorkommnisse in New York, die selbsternannten Rächer der Stadt und die gruseligen und angsteinflößenden Gestalten, die Jagd auf Maggie machen, scheinen einen Bezug zu Maggies Vergangenheit zu haben. Natürlich versucht diese, die Wahrheit herauszufinden und begibt sich und ihre neuen Freunde damit schnell in Gefahr.

Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und Hoffnung sind wesentliche Themen dieses toll geschriebenen und atmosphärisch sehr dichten Debütromans. Wenn die Rede ist von Jauchepfützen auf den Straßen, kargen Buden, die nur von Kerzenschein beleuchtet werden, Karren, die übers Kopfsteinpflaster gezogen werden, Hungergefühl und den Bettlern an jeder Ecke - dann ist das hier so Kopfkino-fördernd geschildert, dass ich alles wie in echt vor mir gesehen habe, als ich mich durch die Seiten las. Ich hatte keinerlei Probleme, mich anhand der bildhaften Beschreibungen in die Bedingungen um 1870 in der Großstadt New York zu versetzen. Ich fand das sehr unterhaltsam, und die Geschehnisse, die losgetreten werden, als Maggie bei den "40 Little Thieves" Unterschlupf findet, führten dazu, dass ich das Buch eigentlich nie länger als ein paar Minuten aus der Hand legen konnte. 
Ganz besonders spannend und aufregend fand ich die Schilderungen über die New Yorker Gangs und Banden, die den Alltag in der Stadt der damaligen Zeit ja wesentlich geprägt haben müssen. Da das für mich ziemliches Neuland ist, wurde es für mich äußerst interessant; und auch die Sagen und Legenden über die Stadt und ihre Bewohner, beispielsweise die vom "Bowery Boy", haben sehr zur nebelig-gruseligen Atmosphäre beigetragen. Hier hat der Autor entweder richtig gut recherchiert oder beste Fantasie walten lassen. 
"Maggie und die Stadt der Diebe" kann ich allen ans Herz legen, die sich in die Vergangenheit entführen lassen wollen, die an der Seite einer mutigen kleinen Heldin ein Abenteuer durchleben wollen und die auf 300 Seiten beste Unterhaltung - besser als so mancher Film - erleben wollen. Den Vergleich zu "Rowling und Funke" hat das Buch gar nicht nötig. 


3 Kommentare:

  1. Oh, und schon wieder ein Buch auf meiner Wunschliste.
    Die Geschichte klingt vielversprechend. Ich mag es, wenn auch die dreckige Seite im Gesamtbild erscheint. Es macht es - nun ja - echter und lebendiger.

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  2. Ich mag den Titel und das Cover schon so gerne. Wenn du es jetzt auch so begeistert rezensierst, muss ich das Buch wohl auch auf jeden Fall noch lesen. ;)

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  3. Ich muss gestehen, ich bin ans Lesen gegangen und dachte, es wäre wirklich eher ein Kinderbuch, also "einfacher" gehalten in Sprache und Handlung. Ist es aber gar nicht! So spannend, so verwickelte Handlung teilweise, so perfide Gestalten - da haben definitiv auch Erwachsene ihren Spaß dran. Wahrscheinlich hat es mir deswegen so gut gefallen :)

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