Dienstag, 9. Juni 2015

Warum mich Vorurteile manche Bücher nicht lesen lassen...

Ich geb´s zu: ich bin nicht frei von Vorurteilen. Ich bemühe mich, aber manchmal kommt halt doch ein Gedanke durch, der vielleicht nicht ganz gerechtfertigt ist. Und bei Büchern geht es mir da natürlich nicht anders, auch wenn ich glaube, dass ich damit nicht alleine stehe. Ich glaube, jeder Leser kennt das: man steht in einem Buchladen vor einem Regal und lässt den Blick über die Bücher schweifen. Und so ganz automatisch - ohne dass man sich dessen bewusst ist - hat man so Gedanken im Kopf. 

"Was für ein bescheuerter Titel..." 

"Oh Gott, wer hat bloß dieses Cover ausgesucht?!" 

"Hätten die das nicht so quietschbunt gemacht, würde es vielleicht besser ankommen..."

"Nee, so wie das aussieht, ist das nichts für mich.."

"Sowas lese ich nicht."


Solche Gedanken hab ich immer wieder, wenn ich mir Buchcover und Titel anschaue. Das kommt ganz von allein. Und viel zu oft - ich geb es zu - gebe ich diesen Gedanken nach und mache mir dann nicht mal die Mühe, den Klappentext zu lesen, um zu erfahren, wovon das Buch mit dem schrecklichen Cover oder diesem dämlichen Titel handelt.

Judge a book by its title...

Ich versuche eigentlich schon, immer sehr objektiv an die Buchauswahl zu gehen und mich von merkwürdigen Buchtiteln nicht abschrecken zu lassen. Zumindest bei den übersetzten Titeln sollte man ja auch immer im Hinterkopf haben, dass es sich eben nur um eine Übersetzung handelt und der Originaltitel vielleicht eine echte Wucht ist und den Inhalt sehr viel besser wiedergibt. Zumindest manchmal.
Trotzdem komme ich nicht umhin, bei manchen Buchtiteln inne zu halten, zu schlucken und mich zu fragen, wer dafür verantwortlich ist. (Ganz ehrlich, das würde mich wirklich interessieren: Wer in einem Verlag entscheidet letztlich, welchen Titel das Buch bekommt? Wird das abgestimmt?)
Ich habe mal ein paar besondere Schmankerl rausgesucht, die mir irgendwann vor Ort in Buchhandlungen oder in Buchprospekten oder auch online unter die Augen gekommen sind.
Besonders fündig geworden bin ich übrigens beim MIRA Taschenbuchverlag - ich weiß nicht, wer dort zuständig ist für die Titelvergabe, aber es muss eine sehr sehnsuchtsvolle, rassige Person mit Hang zu Tagträumereien sein. Wenn ich Titel lese wie "Ein Highlander in meinem Bett" oder "Frivole Tücken einer Lady", dann leuchtet ein ganz großes "NEIN" in meinem Kopf auf. Warum heißen Bücher so? Ein weiteres Beispiel aus diesem Bereich ist "Das Verlangen des Wikingers". Ohne Worte. Und wo wir schon dabei sind, gibt es auch "Das Verlangen des Milliardärs", allerdings rutschen wir da doch schon arg in die schlüpfrige Ecke hinab...

Weitere Beispiele für fragwürdige Buchtitel:

"Auch Geister haben hübsche Söhne" - Meg Cabot
"Sprechen wir über Eulen - und Diabetes" - David Sedaris
"Der wunderbare Massenselbstmord" - Arto Paasilinna
"Frisch entführt ist halb gewonnen" - Michaela Grünig
"Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker" - Renate Bergmann
"Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" - Sebastian Niedlich
"Weltkriege und Geschlechtskrankheiten" - Uwe Stöß (Da wird man schon vom bloßen Lesen rot, oder?!)
"Echte Golfer weinen nicht" - Kurt W. Zimmermann
"Eine Leiche in der Bleiche" - Andreas Giger
"Ich kann keine Wurstzipfel essen" - Schlecky Silberstein (Hier finde ich übrigens auch den Autorennamen äußerst interessant...)
"Ich bin mal kurz tot" - Lance Rubin
"Der Ritter und die Bastardtochter" - Annika Dick

Tut man sich mit Buchtiteln immer einen Gefallen? Mir ist schon klar, dass Buchtitel natürlich Eyecatcher sind. Bin selbst schon oft genug drauf reingefallen, ein Buch lesen zu wollen, nur weil ich den Titel so interessant fand. Oder im Buchladen eben nach einem Buch gegriffen habe, das einen außergewöhnlichen Titel hat. Die Assoziation, die dann von ganz allein abläuft, ist der Gedanke "Außergewöhnlicher Titel - also auch außergewöhnlicher Inhalt??" Insofern ist dieses Spiel mit dem Titel natürlich eine Form der Werbung und des Marketings. Ich finde allerdings, dass nicht jeder Buchtitel jedem Buch gut tut, weil man damit schnell auch mal jemanden (den potentiellen Leser nämlich) vergraulen kann. (Es möchte ja nicht jeder schräg an der Kasse von der Buchverkäuferin angeschaut werden, wenn er sich "Das Verlangen des Wikingers" kauft. Und ich würde mal spontan davon ausgehen, dass das passiert!) Vor allem aber glaube ich, dass solche Titel Schuld daran sind, dass manch ein Leser vielleicht wirklich sagt "Sowas lese ich nicht" und sich dann eben nicht mal die Mühe macht, den Klappentext zu überfliegen - obwohl dahinter vielleicht eine richtig superbe Geschichte steckt.

Cover zum Weglaufen...

Ähnlich ist es mit Buchcovern. Diese verfolgen (zumeist) ja auch den Zweck, interessierte Leser anzulocken und auf sich aufmerksam zu machen. Oftmals klappt das, auch wenn ich durchaus Bücher besitze, deren Cover mir überhaupt nicht gefallen, und deren Geschichte ich dennoch mag. Von manchen Buchcovern lasse ich aber schon von ganz allein die Finger, weil sie mich so überhaupt nicht ansprechen. Vielleicht entgehen mir da auch gute Bücher, aber das Auge liest ja nun mal mit... Die folgenden Bücher beispielsweise würde ich - schon alleine wegen des Covers - nicht lesen. 



Solche Buchcover würde ich mal - recht pauschal - als Schmonzetten betiteln. Etwas unverfänglicher, was den Erotik- (und Fremdschäm-) Faktor betrifft, aber in meinen Augen nicht weniger peinlich sind dagegen beispielsweise folgende drei:



Auch zu diesen Büchern würde ich im Regal schon alleine wegen ihres Covers nicht greifen. Die sprechen mich überhaupt nicht an und ich frage mich wirklich, warum immer die armen Erdmännchen für solche Cover herhalten müssen.
Ein etwas anderer Fall ist es bei dem folgenden und zugleich letzten Buchcover, das ich hier zeige. "Das Mädchen, das rückwärts ging." Hier muss ich schlicht und einfach gestehen, dass ich das Mädchen auf dem Cover total gruselig finde. Die Art, wie sie mit ihren dünnen Armen und Beinchen dasteht, so halb verdreht und irgendwie ... ungesund..., erinnert mich das total an manche Horrorfilme wie beispielsweise "The Grudge", wo auch so eine komische kleine Gestalt halb zuckend rumlief und auch so dunkle Augen hatte... (Und vor allem so komische Schnalzgeräusche von sich gegeben hat.) Uaaaah. Ich weiß, ich weiß, das ist echt schräg, wenn ich das hier so erzähle, aber mir geht das halt jedesmal durch den Kopf, wenn ich diesen Buchdeckel sehe und dann muss ich ganz schnell wegschauen. Lesen kann ich das Buch somit auf gar keinen Fall. Apropos gruselige Buchcover: Mir fällt da noch ein Buch ein, das ich wegen seines unglaublich gruseligen Covers bisher nicht lesen konnte. Das habe ich schon einmal gezeigt, und zwar HIER. Schrecklich, oder?


~~~
Selbstverständlich ist das alles Geschmackssache. Manch einem gefallen eben genau diese Buchcover und manch einer kauft sich ein Buch eben nur, weil es so außergewöhnlich betitelt ist. Dafür gibt es ja glücklicherweise so unglaublich viele Bücher, dass jeder gut bedient ist. Ich möchte mit diesem Post auch keinesfalls Bücher wegen ihrer Titel oder ihrer Cover herabsetzen oder nicht würdigen, welche Arbeit dahintersteckt. Mir geht dieser Gedanke nur jedes Mal durch den Kopf, wenn ich ein entsprechendes Buch sehe - und wenn ich es hier auf dem Blog nicht mal ansprechen kann, wo sonst?! :D


Kennt ihr auch solche Buchtitel oder Buchcover, die euch eher weggucken lassen und so vom Lesen abhalten, als dazu verleiten, dass ihr das Buch in die Hand nehmt und vielleicht zur Kasse tragt? Seid ihr - Hand aufs Herz - auch ein wenig vorurteils-belastet?


(alle Coverabbildungen entnommen von hier)

13 Kommentare:

  1. Huhu :)

    Großartiger Artikel, ich liebe ihn!!! :D Ich habe ja auch schon mal über Vorurteile bezüglich Büchern gesprochen, da ging es aber mehr um den Inhalt bzw. um die AutorInnen. Deswegen finde ich es umso erfrischender, wenn mal jemand zugibt, dass es meist schon VOR dem Inhalt an Titel und Cover scheitert. Denn das ist absolut richtig. Diese Schmonzetten würde ich nämlich auch niemals lesen, wenn auch nicht nur, weil mir die Cover bis zum "Ich möchte im Boden versinken, wenn mich damit jemand sieht"-peinlich wären.
    Übersetzte Titel sind hier bei uns ein großes Problem, finde ich. Oft genug frage ich mich ebenso ernsthaft wie du, wie man auf diese Ideen kommen kann. Ein schönes Beispiel ist die "Chicagoland Vampires"-Reihe von Chloe Neill. Irgendjemand bei LYX hat irgendwann mal entschieden, dass die Titel ALLE das Wort "Biss" (in Variation) enthalten müssen. "Frisch gebissen" (OT: "Some Girls Bite" - das geht ja noch), "Ein Biss zu viel" (OT: "Drink Deep"), "Für eine Handvoll Bisse" (OT: "House Rules"), "Teuflische Bisse" (OT: "Wild Things"). Was soll dieser Quatsch?
    Schlimmer ist es nur bei der "Rachel Morgan"-Reihe von Kim Harrison. Die Dame wählt in der Regel Titel, die Anspielungen auf alte Filme sind. Der deutsche Verlag (Heyne) hat sich wohl gedacht, dass das bei uns keiner versteht oder es nicht genug Eyecatcher ist. So wurde aus "Dead Witch Walking" ganz uninspiriert "Blutspur". Seitdem heißt jeder Band im Deutschen irgendwas mit Blut, völlig egal, ob es sinnig ist oder es das Wort überhaupt gibt. Das regt mich schrecklich auf.

    Was creepy Cover angeht... Ich stimme dir zu. Das Mädel IST gruselig und ich danke deiner Mama auf Knien dafür, dass sie den unheimlichen Clown eliminiert hat! :D

    Viele liebe Grüße und Danke für den tollen Beitrag,
    Elli

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  2. Definitiv bin ich auch vourteilsbelastet. Und bei Büchern auch sehr wenig reflektiert und ziemlich gnadenlos, denn diese Urteile habe ich auf Grundlage von mir persönlich erhobener empirischer Arbeit getroffen und bin nur in Einzelfällen bereit, davon abzurücken :D
    Es geht bei mir auch hauptsächlich um die von dir erwähnten Schmalzromane. Oder Groschenromane. Die erkennt man am Titel und am Cover - ich finde auch beides grässlich, aber der Inhalt passt dazu, ist auch grässlich und deshalb passt das irgendwie. Ist zumindest fair xD Ganz voreingenommen bin ich auch bei pseudo-historischen Romanen à la Iny Lorenz - die erkennt man auch schon am Titel und am Cover. Wobei da bei manchen Verlagen die PR-Leute anscheinend auf den Zug aufspringen wollen und auch Bücher mit gutem Inhalt optisch in dieser Schiene laufen. Da lasse ich mich dann aber gerne auch belehren.

    Insgesamt finde ich also in den genannten Fällen die Paratextauswahl gelungen, denn so weiß man gleich, was man kriegt. Ich bin nämlich wirklich überzeugt davon, dass das dann hauptsächlich Schmu ist.
    Ansonsten gehe ich selten wirklich zum Stöbern in einen Buchladen und bin daher bei Covern nicht beeinflussbar. Ich weiß meistens schon, was ich möchte und da kann das Buch dann aussehen, wie es will :D

    Das Cover von "Er ist wieder da" halte ich übrigens für ein typografisches Meisterwerk ;) Aber ja, das ist Geschmackssache und vielleicht auch ein bisschen Humorsache :P

    Liebe Grüße
    MelMel

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  3. Huhu! :)

    Toller buchiger Beitrag! Ich kenn das leider auch nur zu gut und muss mich selbst manchmal rügen. Das ist zu viel Kitsch, dort langweile ich mich bestimmt, usw...sind meine Ausreden, um nicht nach Büchern mit grausigen Covern, oder komischem Titel zu greifen. Dabei entgehen einem da vielleicht sogar wahre Schätze?! Vielleicht bleibt einem aber auch vieles erspart, wer weiß das schon? ;)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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  4. Hallo,
    ein interessanter Artikel und super spannendes Thema.
    Ich habe mir gestern auch genau darüber Gedanken gemacht, weil ich paar Bücher von Selbstervelegern durchkämmt habe und da ist mir genau das auch aufgefallen: Ich hatte Vorurteile gegen jedes einzelne der Bücher. Zur Verteidigung muss man vielleicht sagen, dass Selbstverleger ja unter Umständen ihren Titel und das Cover selbst gestalten. Oder von Leuten gestalten lassen, die denken das sie, nur weil sie Photoshop installiert haben, Buchcover gestalten können. Ich wollte wirklich eines dieser Bücher lesen, aber die Vorurteile waren dann einfach zu groß. Natürlich hast du Recht, es ist immer Geschmackssache. Aber manchmal fragt man sich wirklich "Wer ist denn dafür verantwortlich?!"

    LG

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  5. Ich bin ja eher keine "Stöberkäuferin", greife also ohnehin nur selten spontan in Buchhandlungen zu Büchern. Meist folge ich da eher Empfehlungen, Rezensionen oder greife zu Autoren, die ich schon kenne. Aber manchmal bin ich natürlich trotzdem auch schon solchen Vorurteilen erlegen. Ich muss da immer an die trashigen Cover der alten Ausgaben vom "Lied von Eis und Feuer" denken ...
    Was allerdings die Schmonzetten-Cover betrifft, denke ich, dass die schon passend sind. Das ist ja überhaupt nicht mein Genre und die Cover machen mir auch gleich mal klar, von welchen Büchern ich mich besser fernhalte - während die Zielgruppe gleich sieht, was in ihr Beuteschema fällt. Zweck des Covers erfüllt, oder?

    Das Mädchen auf dem letzten Cover finde ich auch total gruselig. Zumal die da auch keinen Grund unter den Füßen hat und irgendwie in der Luft zu schweben scheint. Brrr.

    Das Cover zu "Er ist wieder da" finde ich übrigens genial. Es verleitet mich nicht unbedingt dazu, zu dem Buch zu greifen, weil das einfach nicht mein Fall ist. Aber ich finde es total gut gemacht und auch passend.

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  6. @ MelMel und Neyasha: Also, rein typografisch gesehen finde ich das Cover von "Er ist wieder da" auch äußerst gelungen. Man weiß sofort, worum es geht, und das muss man so erstmal hinkriegen. Aber ich meine, rein aus inhaltlicher Sicht würde ich das nicht lesen wollen.Ich weiß auch echt nicht, wie ich das finden soll, dass jemand so etwas schreibt.

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  7. @ Elli: Oh man, ich musste so lachen, als ich deinen letzten Satz gelesen habe!! :D Ja, ich bin meiner Mama da auch dankbar, sonst hätte ich das Buch nämlich nicht mal in die Hand genommen. Allerdings habe ich auch geguckt wie ein Fisch, als sie vor meinen Augen anfing, an dem Buchcover herumzureißen...
    Und: Ja, ich stimme dir absolut zu, dass sich so ein blödes Titelwort bzw. Titel-Wiedererkennungswert durch ganze Buchreihen ziehen muss, nervt auch total. Bei manchen Buchreihen passt das einfach nicht, da wäre man mit individuellen Titeln viel besser beraten. Die große Frage bleibt: Wer ist in einem Verlag verantwortlich dafür, den Buchtitel festzulegen???

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  8. @ MelMel: Das stimmt, bei solchen historischen Romanen weiß man auch anhand der Cover immer schon, woran man ist. Aber so schlecht finde ich das gar nicht, hat ja schließlich Wiedererkennungswert. Und es gibt ja tatsächlich Menschen, die wirklich NUR historische Romane lesen und nichts anderes, da sind die natürlich gut beraten, wenn sie gleich wissen, wo das entsprechende Regal im Buchladen steht...

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  9. @ Nina: Ja, entweder man verpasst dadurch eine Menge oder man erspart sich einigen nicht so lesenwerten Inhalt, da hast du Recht. Das weiß man vorher nicht. Freut mich aber sehr, dass ich mit dem Vorurteils-Problem nicht alleine dastehe... :)

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  10. @Twineety: Das stimmt, bei den selbstverlegten ebooks fragt man sich manchmal wirklich, wer sich da ausgetobt hat - sowohl bei der Titelvergabe als auch beim Buchcover. Da habe ich auch einige, die mich immer wieder abschrecken.

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  11. @ Neyasha: Ganz ehrlich, ich bin echt erleichtert, dass andere das mit dem Buchcover von "Das Mädchen, das rückwärts ging" genauso sehen wie ich! Ich dachte schon, ich bin da echt schräg... Das Buch war vor einigen Wochen, als es erschien, ziemlich in aller Munde, aber ich habe mir damals immer schon denken müssen "Mensch, sehen die denn alle das Cover nicht? Fragt sich nicht mal irgendwer, warum dieses Mädchen so ... komisch aussieht?!" Anfangs dachte ich noch, vielleicht passt das zur Story, aber eigentlich glaube ich das mittlerweile nicht mehr :o

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  12. Huhu!

    Bei sowas wie "Ein Highlander in meinem Bett" rollen sich mir die Zehennägel auf!

    Aber ehrlich gesagt mag ich Titel in der Art von "Der wunderbare Massenselbstmord" oder "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" ganz gerne! Einer meiner Lieblingstitel ist "Die sanfte Entführung des Potsdamer Strumpfträgers". :-)

    Und ja, die Cover von solchen "Nackenbeißern" sind gruselig...

    LG,
    Mikka

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  13. Puh, also ich kann dich da wirklich verstehen, ich bin sehr vorurteilbehaftet, was die Covergestaltung und die Titel angeht aber würde sogar noch einen Schritt weiter gehen, denn ich vertrete die Meinung "Judge a book by it's cover!"

    Fangen wir mal mit den Schmonzetten an, die du gepostet hast. Da passt das Cover, wie die Faust aufs Auge. Der potentiellen Leserin soll durch die Covergestaltung angesprochen werden, sie soll auf einen Blick wissen, worum es geht: Um leidenschaftliche Liebschaften. Das ist ja eigentlich noch nicht das Schlimme daran. Es gibt ja auch anspruchsvolle Bücher um Liebe/Erotik. Durch die kitschige Art und Weise, wird aber eine bestimmte Leserschaft angezogen, eben Frauen, die auf solche Themen abfahren und zugleich auf literarisch leichte Kost stehen. Insofern spiegelt das Cover den Inhalt wieder, kommuniziert mit potentieller Leserschaft bzw mit Leuten, die schon von vornherein wissen: Um Gottes Willen, Finger weg von Trivialliteratur.

    Was mich persönlich auch immer abschreckt sind die quietschbunten Romane, die in der Buchhandlung auf dem Tisch "freche Frauen" liegen. Da kommuniziert das Cover ebenfalls mit mir "Hallo, ich bin Trivialliteratur!"
    Auf dem Cover zu sehen sind nicht nur bunte Farben, sondern auch stereotypische Symbole und Objekte wie High Heels, Lippenstifte, Sektgläser, Muffins, kleine Frösche mit Krone. Da erwarte ich keine tiefgehenden, fesselnden Romane mit Anspruch.

    Das kann ich quasi auf alle Genres auswerten. Fantasy, Historisch...
    Anspruchsvollere Romane erkennt man, meiner Meinung nach, oftmals am Cover. Typisch sind alte Malereien, die benutzt werden oder allgemein eher Schlichtheit. Wo die Trivialromane auf ihren Covern oftmals Bilder aus Photo-Stock-Agenturen haben und dann irgendwie in Photoshop von einem "Grafiker" verwurstet werden, werden für anspruchsvolle Bücher die Cover oft komplett selbst gestaltet. Frei nach dem Motto "Der Leser von Trivialliteratur ist eh nicht anspruchsvoll, warum sollen wir uns nun großartig Mühe beim Cover geben?"

    Ich denke schon, dass im Großen und Ganzen ein Zusammenhang zwischen Cover und Inhalt besteht.
    Entweder, weil das Cover das Buch als ein bestimmtes einer Art für eine bestimmte Leserschaft erkennbar machen und somit kommunizieren soll oder weil die Macher dahinter somit auch zeigen, was sie von einem bestimmten Klientel halten und denken.

    PS: Das "rückwärts gehende Mädchen" ist furchtbar! :D

    LG
    http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/


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