Donnerstag, 18. Juni 2015

"Die Widerspenstigkeit des Glücks" - Gabrielle Zevin

Diana Verlag, 2015
12,99 Euro

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Handlung:
Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt dabei die eigenwilligsten Buchhändler kennen. Genau so einer ist A. J. Fikry. In seinem Herzen haben nur turmhohe Bücherstapel Platz. Bis er einen ungebetenen Gast entdeckt: Eines Morgens sitzt die zweijährige Waise Maya in der Kinderbuchecke seiner Buchhandlung. Gegen seinen Willen nimmt sich A. J. des kleinen Mädchens an, das sein Leben kurzerhand auf den Kopf stellt. Und auch Amelia wird er nicht so schnell vergessen können ...


Meine Meinung:
"Wäre Jenny ein Buch, wäre sie ein Taschenbuch frisch aus der Kiste - keine Eselsohren, keine Wasserflecken, kein geknickter Rücken." (S. 80)

Schon beim ersten Lesen der Inhaltsangabe hatte mich sehr auf das Buch gefreut und war gespannt auf die Geschichte. Zum einen ist "Die Widerspenstigkeit des Glücks" ein Buch über Bücher, aber insbesondere ist es eins über Büchermenschen, die sich auf ziemlich ungewöhnliche Art und Weise kennenlernen und dann die Liebe zu Büchern teilen. 
Und so werden die zwischenmenschliche Töne auch sehr in den Vordergrund gestellt, es geht um Wünsche und Träume und Hoffnungen - und darum, dass diese manchmal ganz anders erfüllt werden als gedacht. Die Figuren im Buch haben mir gefallen, voller Ecken und Kanten, keine geschniegelten und glattgebügelten Charaktere, die man schon nach wenigen Minuten durchschaut und ihnen ihre Rolle zugespielt hat. Am sympathischsten war mir der Polizist im Buch, ich gebe es zu, weil er so eine lässige und zugleich weltgewandte Art an den Tag gelegt hat.
Sehr gut gefallen haben mir auch die Kapitelanfänge. Denn zu Beginn wird jeweils eine Kurzgeschichte von anderen Autoren aus den Augen von A.J. zusammengefasst - rezensiert für Maya, wie man irgendwann mitbekommt. Dadurch erhält man sehr außergewöhnliche, aber eben auch subjektive Einblicke in die Geschichten der Weltliteratur, welche ich fast alle noch nicht kannte. Auch so kommen im Laufe des Buches so viele Bücher und Geschichten zur Sprache, die für A.J. und später Maya von Bedeutung sind, dass ich sie mir alle mal notiert habe, um sie mir mal näher anzusehen. Man wird ja dann doch neugierig drauf, wenn anderen etwas so sehr gefällt. Bücher spielen immerhin eine große Rolle in diesem Buch.
Aber nicht nur deswegen entwickelt sich "Die Widerspenstigkeit des Glücks" nach und nach zu einem Pageturner, den ich innerhalb weniger Stunden durchgelesen hatte. Zum einen macht es Spaß, über A.J.s und Mayas merkwürdige Beziehung zueinander zu lesen, zum anderen entwickelt das Buch irgendwann einen solchen Sog, dass man einfach wissen möchte, ob die Beteiligten am Ende ihr Glück finden.
Ich muss gestehen, das Ende hat mich dann aber etwas enttäuscht. Ich bin zwar ein Freund von Happy Ends, ich gebe es zu, aber ich komme auch gut damit klar, wenn etwas mal nicht so Friede-Freude-Eierkuchen-mäßig ausgeht bzw. einfach das reale Leben in die Handlung einspielt. Nur... hier hätte ich mir irgendwie etwas anderes gewünscht, denn das Ende kam dann recht plötzlich und unerwartet. Wirklich zufrieden habe ich die letzte Seite nicht umgeschlagen, aber ich behalte das Buch dennoch als besonderen Lesegenuss im Kopf. Vor allem aber bin ich jetzt neugierig auf die anderen Bücher von Gabrielle Zevin geworden.


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