Mittwoch, 3. Juni 2015

"Cottage gesucht, Held gefunden" - Susan Elizabeth Phillips

blanvalet, 2015
9,99 Euro



Handlung:
Peregrine Island vor der Küste von Maine. Annie Hewitt war sich sicher, nie wieder zurückzukehren. Und nun ist sie doch da – pleite, mut- und heimatlos, aber noch nicht bereit aufzugeben. Denn hier, auf dieser Insel, soll im Moonraker Cottage, dem Sommersitz ihrer Familie, der Nachlass ihrer Mutter versteckt sein. Annies Plan: ihr Erbe suchen, möglichst wenig auffallen und möglichst schnell wieder abreisen. Vor allem will sie unbedingt ein Aufeinandertreffen mit Theo Harp vermeiden. Er war ihre große Liebe. Doch jetzt ist er der Mann, den sie am meisten fürchtet. Und natürlich ist Theo der Erste, dem sie in die Arme läuft …


Meine Meinung:
Das ist nicht das erste Buch, das ich von Susan Elizabeth Phillips lese; allerdings werde ich die anderen Bücher von ihr in weitaus besserer Erinnerung behalten als dieses hier.
Schlicht zusammengefasst könnte ich sagen: Der Funke ist bei mir nicht übergesprungen. Und daran ist in erster Linie die Charakterbeschreibung der Hauptfiguren Schuld. In Erinnerungen und Rückblicken von Annie wird Theo als Jugendlicher wie ein Psychopath beschrieben, als jemand, der andere manipuliert und Freude daran hat, sowohl Tieren als auch Menschen zu schaden und sie zu beleidigen. Damit sammelt Theo nicht unbedingt Pluspunkte, das ist mal klar. Das noch größere Problem ist aber, dass Theo auch jetzt als Erwachsener noch ein unausstehliches Ekel ist, der die Menschen von sich wegstößt und mit niemandem etwas zu tun haben will - am wenigsten mit Annie, weil sie unliebsame Erinnerungen weckt. Manche Kapitel werden aus seiner Sicht geschrieben und so bekommt man als Leser zwar den Eindruck, dass sein Interesse an Annie nach und nach wächst und er ihr gegenüber eigentlich gar nicht so widerlich dastehen möchte. Aber das hilft nicht viel. Als Leser tappt man lange Zeit im Dunkeln, warum Theo so ein arschiger Mensch ist, und selbst als dann einiges klarer wird, war der Zug für mich zu diesem Zeitpunkt schon abgefahren. Wenn eine Figur ein dreiviertel Buch lang unsympathisch ist (und auch so sein soll), dann hilft es nichts, dass sich dann (ganz plötzlich als Wendung im Buch!) herausstellt, dass alles eigentlich ganz anders ist. In Bezug auf meine Sympathie für Theo waren da schon alle Punkte bei mir verspielt.
Aber auch die Figur Annie hat es nicht ganz leicht, wenn sie als koboldhaft und mit merkwürdigen Gesichtszügen beschrieben wird, und die noch dazu als Bauchrednerin ihren Lebensunterhalt verdient. Sie ist recht schlagfertig und nimmt mit ihren Antworten Theo oftmals den Wind aus den Segeln und sagt trotzdem von sich selbst, seit ihrer Jugendzeit Angst vor Theo zu haben (was anhand ihrer Erinnerungen nur verständlich ist). Trotzdem lässt sie sich in Null komma Nichts wieder auf ihn ein und verliert meiner Meinung nach dabei jeglichen Stolz und Würde. Kurzum: Mir waren beide Personen nicht wirklich sympathisch. Und dass ihre gemeinsame Geschichte in Jugendtagen so unglücklich begonnen hat (wir erinnern uns: Theo wurde plötzlich zum Psychopathen) und auf diesen wackeligen Beinen jetzt fortgeführt wird, hat bei mir einiges an Unverständnis hervorgerufen. Da waren in meinen Augen zuviele Widersprüche im persönlichen Rahmen, aber auch bei der Handlung - von aufkeimender Romantik war für mich in dieser Konstellation nichts zu spüren. 
Die falsche Ausgangssituation, zuviele Missverständnisse und ein Ende, das in ordentlich Drama gipfelt - in meinen Augen die falschen Voraussetzungen für eine gemütliche leichte Romanze, wie man sie von Susan Elizabeth Phillips eigentlich erwarten würde. 


Ein herzliches Dankeschön an den blanvalet Verlag und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar!

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