Donnerstag, 21. Mai 2015

[Kurz gesagt] Von Wind, Buchspringern und Glasherzen

Die letzten Wochen waren recht jugendbuchlastig. Das soll gar nicht negativ klingen, das ist nur eine Feststellung. Da ich momentan eine echte Rezensionsflaute durchlebe (was vielleicht auch daran liegt, dass mich kein Buch wirklich total endlos absolut begeistern konnte), beschränke ich mich (da es sich ja hier immerhin um einen Bücherblog handelt) wenigstens auf kurze Eindrücke und Erinnerungen nach dem Lesen, um euch ein bisschen up to date zu halten über meine Leserei.


Bettina Belitz "Mit uns der Wind"
Lese-Bingo: Ein Buch eines Autoren, dessen Initialen dieselben Buchstaben sind

"Mit uns der Wind" ist tatsächlich das erste allein stehende Buch, das ich von Bettina Belitz lese. Ich kenne sonst nur Reihen von ihr, nämlich die "Splitterherz"- und die "Luzie & Leander" - Reihe. (Die ich im Übrigen beide mochte). Von diesem Einzelbuch hier nun habe ich zuerst die Leseprobe gelesen und fand sie toll. Die beiden Hauptcharaktere Mona und Adrian sind keine 08/15-Figuren, sondern zeichnen sich beispielsweise durch eigenwillige Hobbies und Interessen aus (Adrian), oder eben durch die dumme Tatsache, bei zuviel Aufregung einfach schlafend umzufallen (Mona). Mona kennt Adrian von seinen YouTube-Videos und hegt die Hoffnung, ihn bei "Rock am Ring" zu begegnen. Ein relativ unmögliches Unterfangen, möge man denken. Und sicher, Frau Belitz spart auch nicht mit glücklichen Zufällen, die dafür sorgen, dass sich beide letztlich doch plötzlich inmitten 80.000 Leuten gegenüber stehen. (Aber das kann man ja einfach mal so hinnehmen.) Mir hat die Handlungsentwicklung im Fortverlauf dann nämlich eigentlich ziemlich gut gefallen. Zumindest kam sie mir echt vor, was dadurch verstärkt wurde, dass die Kapitel abwechselnd aus Monas und Adrians Sicht geschrieben wurden. So konnte man einfach mal in beide Köpfe hineinhorchen. Natürlich bekommt die Story letztlich auch einen romantischen Touch - immerhin knistert es bei "Rock am Ring" ja gewaltig zwischen Mona und Adrian -, der meines Empfindens nach aber in einem sehr angenehmen, nicht übertriebenen oder gar kitschigen Rahmen bleibt. So hab ich das Buch letztlich sehr zufrieden zusammengeklappt. (4,5/5)

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Mechthild Gläser "Die Buchspringer"
Lese-Bingo: Ein Buch, das auf einer Insel spielt

Von "Die Buchspringer" mochte ich die Grundidee total, auch wenn sie vielleicht nicht ganz neu ist und - zugegeben - mir einige Motive aus diesem Buch schon von anderer Stelle sehr bekannt vorkamen: Amy ist in der Lage, in Bücher hineinzuspringen und gewissermaßen in die Handlung einzugreifen, wenn diese Gefahr läuft, aus ihren gewohnten Bahnen zu laufen. Und das ist zu der Zeit, als Amy von ihrer Fähigkeit erfährt, absolut der Fall. Denn irgendjemand (oder -etwas) stiehlt wesentliche Ideen aus bekannten Büchern. Diese fehlen fortan einfach in den Büchern und sorgen für absolutes Chaos und das Stagnieren der jeweiligen Handlungen. 
Das Zusammenspiel der einzelnen Ideen der Autorin hat mir sehr gut gefallen und die Heldin Amy ist sicher jemand, mit dem sich Gleichaltrige durchaus identifizieren können. Außerdem ließ sich die Geschichte schön wegschmökern und hat gut unterhalten. Trotzdem hat mir hier der entscheidende Funke zum Feuerfangen gefehlt. Wie schon angedeutet, kamen mir zum einen manche Ideen einfach zu bekannt aus anderen Büchern vor. Zum anderen hätte ich mir insgesamt eine etwas interessantere Buchauswahl erhofft, in die Amy springt. Hier begegnet man eben solchen Geschichten, um die es in "buchbezogenen Büchern" ohnehin schon oft geht: Stolz und Vorurteil, Alice im Wunderland, Sherlock Holmes. (Eine wesentliche Ausnahme ist hier sicher "Die Verwandlung" von Kafka.) Ich muss gestehen, das hat mich ein wenig enttäuscht. Viel toller hätte ich es gefunden, hier wirklich mal unbekanntere oder zumindest nicht so oft zitierte Lektüre vorgesetzt zu bekommen, in die Amy eintaucht und herumwerkelt. Die Geschehnisse zum Ende hin und die Auflösung haben mich dann auch etwas verwirrt sitzen gelassen, auch wenn die Idee dahinter nicht schlecht war. Insgesamt ist "Die Buchspringer" durchaus lesenswert, wenn sicher auch eher für jüngeres Publikum. (3,5/5)

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Kathrin Lange "Herz aus Glas"
Lese-Bingo: Ein Buch, das von einer Legende/ einem Mythos handelt

Auf dieses Buch bin ich irgendwann gekommen, weil ich mehrfach gehört und gelesen hatte, dass es gut sein soll. Sogar mehr als das. Ich habe meine Erwartungen jedoch trotzdem nicht allzu hoch geschraubt; vielleicht bin ich deswegen so gut mit dem Buch klargekommen. Denn schlecht ist es wirklich nicht. Es handelt von einer Legende, einem Fluch, den eine im Meer umgekommene Frau vor langer Zeit ausgesprochen haben soll, und der besagt, dass kein Paar glücklich miteinander werden wird, das sich an den Klippen der Insel Martha´s Vineyard findet. Dummerweise passiert nun eben genau das Juli und David. 
David ist noch schwer gebeutelt vom vermeintlichen Selbstmord seiner Verlobten, die sich die besagten Klippen hinunter gestürzt hat, und ist daher vor allem eins: wortkarg und in sich gekehrt. Während dies ja oftmals Attribute sind, die einem Helden erst das gewisse Etwas verleihen und neugierig machen, habe ich an David nicht viel Interessantes finden können. Ihn fand ich ziemlich blass und irgendwie austauschbar. Juli als Handlungsträgerin und Erzählerin bringt natürlich viel mehr in die Story ein, weshalb man mit ihr auch weitaus besser mitleiden und mitfühlen kann. Ihre recht spontane Verliebtheit in David kam für mich dennoch überraschend, denn man kann nicht gerade sagen, dass zwischen beiden die Funken sprühten. Die romantischen Momente waren in der Tat eher rar gesät und so blieb das Feuer zwischen beiden - für mich - gefühlt eher kalt. Aber nun gut. Ich habe eher aus der Rahmenhandlung gezehrt, denn die fand ich schon ziemlich gut gemacht und spannend. Ich hab natürlich mitgerätselt, was hinter der ganzen Fluch-Sache stecken könnte, und war recht zufrieden, als ich letztlich falsch lag, denn das ist für die Spannung und Neugier doch am allerbesten. Außerdem gibt es ja bereits die Fortsetzung zu diesem Buch, also muss die Handlung ja irgendwie weitergehen... Kurzum: "Herz aus Glas" fand ich ganz gut, auch wenn´s eher eine typische Jugendliteratur ist. Ich will schon wissen, wie es weitergeht, auch wenn ich jetzt nicht den Drang verspüre, mir sofort diesen zweiten Teil zuzulegen. Eher irgendwann mal. (4/5)


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