Mittwoch, 15. April 2015

[Tag] 7 deadly sins of reading

Zeit für ein neues Frage-und-Antwort-Spielchen, das ich vor einigen Tagen schon einmal irgendwo (wo nur??) und dann bei Tine entdeckt habe.

Gier
Welches ist dein teuerstes Buch und welches das günstigste?


Ich glaube, eins meiner (rein preislich gesehen) teuersten Bücher ist das Malerlexikon aus dem Harenberg Verlag. Das hab ich irgendwann mal unbedingt haben wollen, (viele Jahre ist es her), als ich z.B. auch noch den Gedanken im Kopf wälzte, ob ich vielleicht Kunstgeschichte studieren sollte. (Hab ich dann nicht gemacht.) Ich habe auch schon ab und zu darin geblättert, aber jetzt bereits eine ganze Weile nicht mehr... 

Nicht zu vergessen an dieser Stelle sind auch meine Lehrbücher für das Psychologie-Studium, das ich dann anstelle der Kunstgeschichte angefangen habe. Mit Lehrbüchern ist das ja immer eine sehr kostspielige Sache, da kostet eins locker 50 Euro.


Eins meiner billigsten Bücher (abgesehen von den Leseexemplaren und geschenkten Büchern) ist wohl z.B. dieses hier, "Barry Trotter", denn das habe ich mal während eines Büchertausch-Flashmobs ertauscht und habe somit gar nichts dafür bezahlt. Die Bücher waren alle eingewickelt, sodass man nicht erkennen konnte, was man sich da gerade ertauscht hat. Eigentlich eine ziemlich coole Idee; als ich dieses Buch hier aber auswickelte, war ich dann doch enttäuscht, denn das ist so gar nicht mein Fall. Ich LIEBE die Harry Potter Bücher, auf die lasse ich nichts kommen; aber eben nur die Originale, und nicht diese billige Parodie darauf. Generell mag ich solche Parodie-Bücher nicht... Behalten habe ich "Barry Trotter" bis heute dennoch ;)




Zorn
Mit welchem Autoren führst du eine Hass-Liebesbeziehung?

Oh. Der erste, der mir spontan einfiel, als ich diese Frage las, war Christoph Marzi, also habe ich ihn auch direkt ausgewählt für die Beantwortung. Eigentlich mag ich die Bücher bzw. die Ideen, die Herr Marzi in seinen Büchern verarbeitet, nahezu immer. Die erste Hälfte lese ich stets voller Begeisterung. Aber irgendwann kommt dann - wirklich immer! - so ein Punkt, an dem mir sein Schreibstil so richtig derbe auf die Nerven geht. Vor lauter Metaphern, Vergleichen, Umschreibungen etc. habe ich dann keine Lust mehr drauf. Ich habe in meiner Rezension zu "Die wundersame Geschichte der Faye Archer" (von dem Buch habe ich übrigens bis heute das Ende nicht verstanden!!) diesen Abschnitt gefunden, in dem ich es so formuliert habe: 
"Mit Herrn Marzi ist das so eine Sache. Eigentlich mag ich seine Bücher. Seine Ideen, die da dahinter stecken. Und vor allem seinen Schreibstil. Der ist fantastisch. Zumindest so lange, bis er mir vor lauter Metaphern und bildhafter Vergleiche und Umschreibungen und Trallala auf den Keks geht. Diesen Moment gab es bisher bei jedem Marzi-Buch, das ich gelesen habe. Irgendwann wird es mir zuviel."



Völlerei
Welches Buch hast du immer und immer wieder genüsslich verschlungen?


Die Frage mag ich :) Denn ich bin jemand, der Bücher nur zu gern immer und immer wieder liest, wenn sie mir einmal gefallen haben. Manche Leser machen das ja gar nicht. Die lesen ein Buch einmal und dann nie wieder. Das könnte ich nicht. Das würde mir im Herzen weh tun. Ich verbringe jedes Mal viel zu viel nette Zeit mit den Büchern, als dass ich die einfach immer so abhaken könnte nach einmaligem Lesen. Ich habe als Beispiele mal 4 Bücher herausgekramt aus meinen Regalen. 


"Das Jesus Video" z.B. habe ich über die Jahre verteilt bestimmt schon 8x gelesen, noch dazu hat das Buch einige Jahre in ständiger Sonneneinstrahlung in der Nähe des Fensters verbringen müssen, dementsprechend mitgenommen und vergilbt sieht es mittlerweile aus. Stört mich aber nicht, denn ich mag die Geschichte einfach immer wieder, und immer, wenn ich das Buch in der Hand habe, erinnert mich das an die spannenden Stunden, die es mir beschert hat. Wenn mir nach etwas romantischem ist, dann schnappe ich mir "Eine Lüge zu viel" von Stephanie Bond, das ich aus Gründen sehr mag, die ich selbst nicht besser erklären kann als: es ist lustig, es ist romantisch, es hat herrlich amüsante Kapitelüberschriften.


Ebenso sind beispielsweise "Der Schatten des Windes" und "Der Historiker" Bücher, die ich immer wieder gern lese und jedes Mal wieder etwas Neues in ihnen entdecken kann.



Faulheit
Welches Buch hast du bisher vernachlässigt zu lesen, weil du zu faul warst?

Da müsste ich wohl diverse Klassiker nennen. Eigentlich möchte ich gerne soviele Klassiker mal gelesen haben, aber tue es dann doch nie, weil sich andere Bücher vordrängeln. Und weil mir letztendlich dann doch nicht so der Sinn nach hochtrabender, teilweise schwer zu lesender Lektüre steht. Stellvertretend für die vielen ungelesenen Klassiker, von denen ich manche im Regal stehen, manche aber auch nur gedanklich im Kopf habe, nenne ich mal "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi.

Stolz
Über welches Buch redest du am häufigsten, um wie ein intellektueller Leser zu wirken?

Sowas mache ich nicht. Ich lese nicht, um intellektuell zu wirken. (Das würde schon gar nicht funktionieren, weil ich eher so Unterhaltungs-Mainstream-Bücher lese...) Nein, ich lese zur Unterhaltung. Ich muss auch ehrlich sagen, ich mag solche Leute nicht, die einem ständig vorhalten, was sie alles wissen und wie gut sie informiert sind über ALLES MÖGLICHE, weil sie dieses und jene Buch gelesen haben - aber natürlich NUR Bücher, die irgendwelche Preise erhalten haben, den Pulitzer Preis mindestens. Ich finde, jeder sollte lesen, was er/sie will und worauf er/sie Lust hat, völlig Banane, was es ist. Man sollte dabei nicht das Ziel im Kopf haben, intellektuell zu wirken und vor anderen angeben zu können.

Wollust
Welche Charaktereigenschaften findest du an männlichen/ weiblichen Figuren am attraktivsten?

Das ist eine wirklich schwere Frage. Ich überlege gerade, welche Eigenschaften die (männlichen) Buchfiguren haben, die ich mag - und mir fällt prompt gar keine Buchfigur ein! :o Also mal systematisch überlegen. Er sollte... ein Held sein. Aber nicht so nach der überheblichen Art, dass er von Beginn an weiß, dass er ein Held IST. Nein, ich mag männliche Charaktere, die sich durch kleine Sachen, Gesten oder Worte als Held herausstellen. Die da irgendwie reinstolpern und das dann trotzdem gut machen. Gut dosierter Humor, eine hilfsbereite Ader, eine starke Schulter zum Anlehnen - alles gute Eigenschaften. (JA, ich rede im Übrigen tatsächlich immer noch von Buchfiguren!! *hüstel*)

Ich weiß, die Frage zielt zwar auf das Gegenteil ab, aber was ich gar nicht leiden kann, sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Figuren, ist übertriebene Naivität. Wenn jemand so gutgläubig ist und einfach nicht durchblickt, wie es läuft. Wenn der-oder diejenige gefühlt keine Ahnung hat von der Welt und wie sie funktioniert und deshalb Dinge tut, die ich nicht nachvollziehen kann. Sowas stört mich immer. 

Ansonsten finde ich die Frage ziemlich schwer zu beantworten; denn wenn ich überlege, wer mir so sympathisch ist als Buchfigur, da komme ich auf keinen gemeinsamen Nenner, der "immer" gilt. Das sind soviele kleine verschiedene Eigenschaften, die dazu führen, dass ich eine Buchfigur mag. Manchmal reicht schon ein einzelner Satz, den derjenige/ diejenige sagt.

Neid
Welche Bücher möchtest du am liebsten als Geschenk erhalten?

Ich würde an dieser Stelle einfach mal auf meine Wunschliste verweisen. Da sind zwar Bücher drauf, die ich dringender haben möchte als andere, aber ich beneide deswegen keine andere Personen, wenn die eben diese Bücher schon besitzen. Ich bin nicht so ein neiderfüllter Mensch.

3 Kommentare:

  1. Da hast du aber wirklich viele Unibücher gekauft. ;) Ich habe mich da immer mehr oder weniger erfolgreich drumherum gemogelt, zumindest besitze ich, glaube ich, nur drei und eins davon war auch noch auf voller Ebene ein Fehlkauf. :D
    Die Klappentexte zu „Das Jesus-Video" und „Der Historiker" habe ich mir gleich mal durchgelesen und eigentlich klingen die ja auch ziemlich interessant...

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  2. Naja, ich hab die Unibücher immer für mich haben wollen, weil ich eigentlich immer wieder mal reingeguckt habe, teilweise sogar heute noch. Und ich hab auch stets nur die gekauft, die halt wirklich gut sind. Selten habe ich auch mal eins aus der Bibliothek ausgeliehen, aber ich mag benutzte Bücher nicht, ich hab da so eine kleine Macke... :)
    Ja, "Das Jesus-Video" und "Der Historiker" mag ich beide sehr. Schau mal, ob das auch etwas für dich wäre.

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  3. Solche Parodiebücher wie "Barry Trotter" sind auch nicht meins - eigentlich unabhängig davon, ob ich das parodierte Buch mag oder nicht. So habe ich etwa auch "Beilight", die Parodie auf die Twilight-Filme furchtbar gefunden, obwohl ich selbst auch finde, dass die Filme sich dazu anbieten, durch den Kakao gezogen zu werden. Nur leider verharren solche Parodien meistens irgendwo auf dem Niveau von pubertierenden 12jährigen. %-)
    "Krieg und Frieden" hab ich auch noch nicht gelesen - ich habs nicht so mit russischen Klassikern, muss ich gestehen. *ähem*

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