Montag, 13. April 2015

"Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling" - Sjoerd Kuyper

Gabriel Verlag, 2015
14,99 Euro

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Handlung:
„Es war ein Sonntag, an dem man sicher war, alles zu können. Fliegen zum Beispiel.“ Was Kos stattdessen gerade erlebt, gleicht eher einer Bruchlandung: der Herzinfarkt seines Vaters, der mehr ist als sein bester Freund, drei starrköpfige Schwestern, mit denen er das Familienhotel am Laufen halten muss. Und dann ist da noch Isabel – die hat er immer noch nicht geküsst. Er braucht dringend Auftrieb. Aber im Moment sieht es nicht danach aus …



Meine Meinung:
"Es war echt ein Tag, um große Pläne zu verwirklichen. Um Meister zu werden. Um sich zu verlieben. Um mit einer Spraydose den eigenen Namen auf den Mond zu schreiben." (S. 9)

In "Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling" geht es um Kos und seine Familie. Die besteht neben Kos aus einem alleinerziehenden Vater und Kos´ drei Schwestern. Die Geschwisterliebe kommt nicht immer durch, das muss man einfach mal so festhalten. Von den vier Geschwistern pflegt vielmehr jeder seine eigene kleine Schrulligkeit. Irgendwie ist hier jeder ein wenig verschroben und eigen, selbst die Nebenfiguren im Buch passen in keine Schublade. Als der Vater eines Tages wegen eines Herzinfarktes ins Krankenhaus muss, stehen Kos und seine Schwestern vor der wagemutigen Aufgabe, das familieneigene Hotel allein für einige Tage zu führen. Diese Tage bringen einige Überraschungen mit sich, sei es in Form von unerwartetem Besuch, Geldnöten, Liebe, die in der Luft liegt, oder einfach den typischen Teenagerproblemen, mit denen sich Kos und seine Schwestern so rumplagen müssen, darunter das erste Verliebtsein, imaginative Freunde, Identitätsfindungen.
Ich muss sagen, mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Diese bunte und kuriose Familiengeschichte in Einzelepisoden ist wirklich lesenswert. Ein wenig schwer getan habe ich mit der schon erwähnten merkwürdigen Geschwisterbeziehung, die an vielen Stellen so lieblos und gleichgültig daherkommt, dass ich mir für Kos ein wenig mehr... nun ja, Liebe gewünscht habe. In meinen Augen hat Autor Kuyper hier auch ein wenig stark aufgetragen, das Gegängele zwischen Bruder und Schwestern hätte hier und da ruhig etwas "normaler" sein können. Aber sonst haben mir sowohl die inhaltlichen Wendungen als auch die schrägen Charaktere wirklich gut gefallen. Ich habe so viele einzelne Sätze und Anmerkungen im Text gefunden, die ich mir markiert habe, weil sie schön klangen, etwas sehr Wahres ausgedrückt haben oder einfach erinnerungswürdig erscheinen. Das ja eigentlich eher ernste und schwermütige Grundthema (Vater muss wegen Herzinfarkt ins Krankenhaus und die Kinder hüten das Hotel - überfordert - allein) wird von Sjoerd Kuyper so ungewöhnlich und liebenswert angetastet, dass es unweigerlich Mut und Hoffnung vermittelt. Man fühlt mit Kos mit, der seine Erlebnisse dieser paar Tage wie eine Art Tagebuch auf einem Tonbandgerät festhält. Sehr nette Idee übrigens.


Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den Gabriel Verlag!

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