Mittwoch, 8. April 2015

"Die sieben Schwestern" - Lucinda Riley

Goldmann Verlag, 2015
19,99 Euro



Handlung:

Maia ist die älteste von sechs Schwestern, die alle von ihrem Vater adoptiert wurden, als sie sehr klein waren. Sie lebt als Einzige noch auf dem herrschaftlichen Anwesen ihres Vaters am Genfer See, denn anders als ihre Schwestern, die es drängte, draußen in der Welt ein ganz neues Leben als Erwachsene zu beginnen, fand die eher schüchterne Maia nicht den Mut, ihre vertraute Umgebung zu verlassen. Doch das ändert sich, als ihr Vater überraschend stirbt und ihr einen Umschlag hinterlässt – und sie plötzlich den Schlüssel zu ihrer bisher unbekannten Vorgeschichte in Händen hält: Sie wurde in Rio de Janeiro in einer alten Villa geboren, deren Adresse noch heute existiert. Maia fasst den Entschluss, nach Rio zu fliegen, und an der Seite von Floriano Quintelas, eines befreundeten Schriftstellers, beginnt sie, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen. Dabei stößt sie auf eine tragische Liebesgeschichte in der Vergangenheit ihrer Familie, und sie taucht ein in das mondäne Paris der Jahrhundertwende, wo einst eine schöne junge Frau aus Rio einem französischen Bildhauer begegnete. Und erst jetzt fängt Maia an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet ...


Meine Meinung:
Dies ist das zweite Buch, das ich von Lucinda Riley gelesen habe. Das erste, "Das Orchideenhaus" hat mich leider ziemlich enttäuscht, da ich mit dem Sprachstil und dem Kitsch in der Handlung nicht wirklich zurecht kam. Hier, in "Die sieben Schwestern" ist von diesen schwülstigen, künstlich aufgesetzten Sätzen nicht mehr viel zu spüren, was mich beim Lesen sehr gefreut hat. "Die sieben Schwestern" lässt sich vielmehr schön und flüssig lesen. Auch bezüglich der Handlung kam ich mit diesem Buch der Autorin weitaus besser zurecht und habe Maias Suche nach ihrer Familie und ihrer Herkunft gern verfolgt. Die Story weist - zugegeben - aber ein paar kleinere Längen auf. Nicht immer ist alles, was geschrieben wird, wirklich von Belang, und oftmals ziehen sich die Ereignisse. Hier und da habe ich gerade im letzten Buchdrittel ein, zwei Seiten überblättert, ich gebe es zu.
Ich muss auch sagen, ich fand es gleich zu Beginn des Buches mehr als fragwürdig, wie es in heutigen Zeiten funktionieren und erlaubt sein soll, dass ein älterer, allein stehender Mann sieben junge Mädchen von überall her auf der Welt adoptieren darf. Das hat mir ehrlich gesagt ein wenig Stirnrunzeln verursacht, ich finde das gelinde gesagt merkwürdig und glaube das keine Sekunde. Auch die Namensgebung der Mädchen ist in meinen Augen gewöhnungsbedürftig. Die Schwestern werden von ihrem Ziehvater nach den Plejaden, einer Sternansammlung, benannt, was an sich ja eine schöne Idee ist. Aber da im Fortlauf jede der Schwestern nur noch mit Spitznamen angesprochen wird, sind CeCe, Star und Elektra zugegeben recht eigenwillige Namen. 
Und diese Sieben werden alle ihre eigene Geschichte bekommen, denn "Die sieben Schwestern" ist offenbar ein Reihenauftakt und dafür legt er gute Grundsteine. Interessante Charaktere, alle ein wenig geheimnisvoll, und durch die große Frage "Wo komme ich her? Wo sind meine Wurzeln?" ist eine gewisse Spannung vorprogrammiert. Maia ist die Erste, die, nachdem ihr Adoptivvater gestorben ist, die erhaltenen Informationen zur ihrer eigentlichen Familie nutzt und sich auf die Suche in Brasilien macht. Dort sammelt sie gemeinsam mit dem Schriftsteller Floriano Daten und Fakten ihrer Familiengeschichte und begibt sich gedanklich damit viele Jahrzehnte zurück zu einer tragischen Liebesgeschichte ihrer Urgroßmutter. Die Geschichte von Maia handelt damit sowohl im Jetzt als auch Anfang des 20. Jahrhunderts. 

"Die sieben Schwestern" ist ein Buch zum Schmökern während des Urlaubs oder verregneten Nachmittagen. Manches ist vorhersehbar, so zum Beispiel die Entwicklung zwischen Maia und Floriano. Manches ist überraschend, und durch das Zusammenspiel aus den Handlungssträngen von heute und damals erlebt man gleich zwei tragisch-süße Liebesgeschichten, die durch die Schauplätze in Brasilien für mich besonders reizvoll wurden. Ich lese viel zu wenig Bücher, die in Südamerika spielen. Und gespannt, wo es die nächste der sieben Schwestern hinführen wird, bin ich durchaus. 


0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena