Mittwoch, 4. März 2015

"Der Mann im Heuhaufen" - Birgit Hasselbusch

dtv, 2015
14,90 Euro

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Handlung:
Charlotte liebt ihre Altbauwohnung in der Hamburger Innenstadt. Zugegeben, sie ist etwas eng, aber sehr charmant. Als ihr Freund Kai ein freistehendes Haus am Stadtrand als ihr zukünftiges Heim auserwählt, ohne sie nach ihrer Meinung zu fragen, reicht es ihr. Charlotte flieht im Zug nach Berlin. Auf dem Weg dahin trifft sie IHN und beschließt, dass es Zeit ist, in ihrem Leben aufzuräumen: Kai muss raus. Ihre Mutter Dörte muss raus – oder zumindest weit, weit weg. Und Charlotte selbst muss auch raus, und zwar in die große weite Welt, um den schönen Unbekannten zu finden, der ihr so richtig den Kopf verdreht hat.


Meine Meinung:

"Der Mann im Heuhaufen" ist eine typische Wohlfühl-Frauen-Romanze, die ein paar Stunden netter Leseatmosphäre bietet. Locker leicht und amüsant schreiben, das kann Frau Hasselbusch. Manchmal braucht man ein solches Buch eben einfach, auch wenn man zwar schon zu Beginn ahnt, wie das alles wohl ausgehen wird. Aber eigentlich macht das nichts, denn genau das erwartet man ja auch von dem Buch.
Trotzdem ist dieses hier eins jener Bücher, die man während des Lesens zwar ok findet, die aber leider kaum Potential haben, um danach noch wirklich im Kopf zu bleiben, sobald man einmal die letzte Seite zugeklappt hat. Schuld daran waren für mich zum einen die Hauptfigur Charlotte selbst, zum anderen manch unglaubwürdige Wendungen in der Handlung.
Charlotte war mir leider zu anstrengend als Handlungsträgerin. Als Freundin würde ich sie nicht unbedingt haben wollen, ich muss es so sagen. Sie tendiert zum vorschnellen Verurteilen ihrer Mitmenschen, wenn diese nicht haargenau das tun, was sie erwartet. Sie hört nicht richtig zu und neigt zu Vorurteils-schwangeren Gedanken, weil sie zu eilig bewertet und einfach nicht jede Möglichkeiten durchdenkt, wodurch vielerlei Missverständnisse im Laufe der Handlung entstehen. Die waren für meinen Geschmack einfach einen Tick zu unglaubwürdig, irgendwie "too much". In solchen Momenten wünsche ich mir immer, man könne ins Buch greifen und die Figur einfach mal schütteln, um ihr klar zu machen, dass sie gerade ziemlich dumm handelt. Diese dauernden Missverständnisse im Laufe des Geschehens, die so unrealistisch wirken, haben mein Leseerlebnis einfach getrübt.
Außerdem kam für mich zu wenig Gefühl rüber in der Geschichte zwischen Charlotte und ihrem unbekannten Mr. X. Die Begegnung im Bahnabteil, die sich Charlotte so ins Gedächtnis brennt, konnte ich mir zwar gut vorstellen und auch nachvollziehen, dass sie für Charlotte etwas besonderes bedeutet. Aber letztlich reicht sie in meinen Augen nicht als Erklärung aus, warum Charlotte plötzlich ihr ganzes Leben hinterfragt und meint, sie müsse diesen Mann unbedingt finden, damit ihr Leben besser wird. Dafür fehlte mir Emotion und Gefühl, dieser knisternde Funke, der eine Liebesgeschichte so besonders macht. Natürlich ist das schwer, wenn Charlotte auf der Suche nach ihrem Unbekannten ist und in der eigentlichen Geschichte keinerlei Interaktion zwischen beiden stattfinden kann. Trotzdem ging mir das Ende dann ein wenig zu holterdipolter. Die restliche Handlung und die Sorgen und Nöte diverser Nebenfiguren fand ich ganz nett zu lesen, das war jedoch mehr so nebenher plätschernd. Nette Lektüre für zwischendurch, aber wenig nachhaltend.



Ein herzliches Dankeschön an den dtv und Blogg dein Buch für das Buch!

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