Freitag, 6. März 2015

[2 Kurze] Von genialen Maschen und Londons Schatten


T.S. Easton "Ben Fletchers total geniale Maschen"

Ben möchte eigentlich nicht viel: "normale" und anständige Freunde haben, nicht in Schwierigkeiten geraten, "normale" und anständige Eltern haben und vielleicht mal ins Gespräch mit Megan aus seiner Klasse kommen. Stattdessen plagt er sich mit peinlichen Eltern herum (und die waren nicht plakativ fürs Buch, die erschienen mir wirklich peinlich!), Megan scheint für ihn meilenweit entfernt zu sein, seine Freunde haben eigentlich nur Blödsinn im Kopf und bringen Ben permanent in Schwierigkeiten. Als eine Aktion seiner Freunde dann so richtig schief läuft, Ben verurteilt wird und im Zuge seiner Bewährungsauflagen versehentlich in einem Strickkurs landet, bemerkt er, dass er diese neue Fähigkeit - Stricken - eigentlich ziemlich gut beherrscht und mehr noch: sogar Spaß dran findet. Fortan hängt er sich mit Leib und Seele in dieses neue Hobby und hat damit ganz unerwarteten Erfolg. Dumm nur, dass ihm seine Leidenschaft fürs Stricken eigentlich so peinlich ist, dass er das am liebsten vor seiner Umwelt geheim halten möchte...
Mir hat Bens Geschichte eigentlich ziemlich gut gefallen. Sein Leben kann man in Form von Tagebucheinträgen verfolgen, die ich mitunter wirklich sehr amüsant fand. Stellenweise habe ich richtig lachen müssen, dafür zieht sich die Story an anderen Stellen ein wenig. Ben selbst fand ich etwas eigenbrötlerisch, aber dennoch sympathisch. Manche Nebenfiguren dagegen wurden wohl eher erschaffen, um ordentlich Antipathie beim Leser auszulösen, zumindest konnte ich ihnen und ihren Auftritten in der Handlung nicht viel abgewinnen. So peinlich Bens Eltern auch sind, ich fand sie herrlich, weil sie einfach so völlig neben der Spur leben und nicht den 08/15-Eltern anderer Bücher entsprechen. Letztlich ist das Buch ein kurzweiliger Jugendroman mit lustig angehauchtem Grundthema, das aber dennoch eine wichtige Botschaft vermittelt: Man ist nun mal so, wie man ist, und man sollte sich nicht ändern oder verbiegen wollen, nur um anderen zu gefallen. (4/5)


Maureen Johnson "Die Schatten von London"

"Die Schatten von London" hat mir aus vielerlei Gründen gefallen. Zum einen ist London der Handlungsort und auch wenn das jetzt sehr subjektiv anmuten mag, ist das in meinen Augen dennoch ein echter Pluspunkt... ;)
Zum anderen fand ich die Handlung sehr interessant. In London geht ein Serienmörder um, der die Morde von Jack the Ripper imitiert. Rory, die neu in London ist, landet zufällig mitten in den Ermittlungen und scheint tatsächlich dem echten Mörder begegnet zu sein. Dass das alles nicht so einfach ist und sich letztlich viel mehr (übernatürliches) dahinter verbirgt, ist zunächst nicht ersichtlich im Buch, hat mich - zugegeben - auch überrascht, gibt der Geschichte aber eine ganz besondere Note. Mir hat dieser Clou in der Handlung gut gefallen, vor allem das Potential, das sich dadurch auch für die Fortsetzungen ergibt. (Der zweite Teil der Reihe erscheint übrigens im Juni 2015.) Vor allem aber fand ich gut, dass Rory, kaum dass sie über ihre besondere Gabe Bescheid weiß, nicht sofort zur alles-könnenden Superwoman mutiert, die alle Probleme mal eben mit links erledigt. Stattdessen ist sie überfordert, stellt Fragen, traut sich selber nicht richtig über den Weg und wäre ohne die Hilfe von neuen Freunden ziemlich aufgeschmissen. Das hat sie mir doch sehr sympathisch gemacht. Der lockere Schreibstil im Buch führt dazu, dass man quasi durch die Seiten fliegt und das Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Ein echter Pageturner, der an vielen Stellen sogar ziemlich gruselig wird, wie ich finde. (4/5)

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