Dienstag, 27. Januar 2015

"Amor"-Trilogie - Lauren Oliver

Carlsen Verlag, 2011-2014

Reihe:
1. Delirium
2. Pandemonium
3. Requiem



Inhaltsangabe (zu Teil 1 "Delirium"):

Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.




Meine Meinung:

*Dies ist eine Meinungsäußerung zu allen 3 Bänden - Ich versuche, jeden Spoiler zu umgehen!*

Als ich anfing, "Delirium" zu lesen, tauchte ich für ein paar Stunden völlig ab. Eigentlich wollte ich nur mal schnell reinlesen; doch als ich das nächste Mal aufsah, hatte ich fast 150 Seiten am Stück gelesen. Irgendetwas in diesem Buch hat mich direkt gepackt - vielleicht diese abstruse Idee, sich die Liebe "herausoperieren" zu lassen. Ich selbst arbeite in der Neurologie - irgendwie hat mich das also direkt interessiert. Leider gibt Frau Oliver in keinem der drei Bücher genauere Angaben, was genau dort gemacht werden soll, keine anvisierten Hirnareale werden benannt oder so, das fand ich ein wenig schade.
Trotzdem hat mich "Requiem" so richtig unterhalten können, wie ich es leider schon längere Zeit nicht mehr bei einem Buch erlebt habe. Mit Lena hat die Autorin auch eine glaubwürdige und zugleich form- und wandelbare Hauptfigur geschaffen. Oftmals zwar ein wenig naiv, anhänglich und mir persönlich zu gutgläubig, aber an den richtigen Stellen misstrauisch und noch nicht zu sehr von dieser falschen Ideologie eingenommen. Sie fängt an, das ganze System zu hinterfragen, als sie Alex begegnet und - sich verliebt. Alex fand ich ebenfalls gelungen gezeichnet, auch wenn er im Laufe der drei Bücher einige Persönlichkeitswandlungen durchmacht, die ich nicht unbedingt nachvollziehen konnte (und auch nicht mochte). Aber insbesondere die vielen Nebenfiguren machen die Gesamthandlung rund und bringen Leben in die Bude: Lenas Freundin Hana, ihre Tante oder ihre Cousine, die später auftauchende River - das hat irgendwie alles gepasst und die Geschichte bunter gemacht.

Was Lauren Oliver drauf hat, sind Cliffhanger. Nicht nur Teil 1 endet richtig fies und Schnappatmung-verursachend, sondern insbesondere auch Teil 2. Das führte dazu, dass ich mir umgehend alle drei Bände zulegen musste - zum Glück war die komplette Reihe bereits erschienen. So gut ihr die Cliffhanger jedoch gelingen, so enttäuscht war ich dennoch von der Fortführung der Handlung in den beiden Folgebänden. "Pandemonium" weist schon weitaus uninteressantere Passagen auf als noch "Delirium" und ich konnte den Gedanken nicht abschalten, dass die ganze Handlung irgendwie nicht wirklich ins Rollen kommt. Außerdem gibt´s hier für Lena Neues in Sachen "Männer-Verliebtsein-Anschmachten" zu entdecken, und das fand ich - salopp gesagt - Mist. In meinen Augen passte diese plötzliche Wendung im Handlungsrahmen nicht, vor allem im Bezug auf all das, was zuvor passiert ist (all die Gefühlsduseleien und Erlebnisse). Vielleicht bin ich da zu sehr Mädchen, das sich Happy Ends wünscht, aber Julian sei Dank mochte ich Teil 2 nicht besonders.

Mit Teil 3 schließlich hat mich Frau Oliver nochmals ein wenig enttäuscht. Für mein Empfinden macht sie es sich hier recht einfach, weil sie einfach alles Wesentliche offen lässt. Keine Ahnung, ob sie sich selbst nicht entscheiden konnte oder wollte, oder ob ihr die Ideen ausgingen - aber dieser Ausgang der Handlung hat mich nicht recht überzeugen können. Nachdem man 3 Bücher lang auf etwas hinarbeitet, das nach Rebellion, Revolution und Sich-Erhebens aussieht, und das nach Möglichkeit eine völlig verquere, kaputte und sinnlose Gesellschaftsform kippen soll, schmecken diese letzten Zeilen in "Requiem" irgendwie fad und enttäuschend. Zwar mutig und ... anders, aber ich hatte Konkreteres erwartet. 

Insgesamt gesehen ist die Amor-Trilogie eine Buchreihe, die einen völlig verrückten, aber zugleich äußerst interessanten Gedankenansatz verfolgt, bis zum Letzten. Die Umsetzung dieser Idee hat mir in Buch 1 und auch ansatzweise in Buch 2 noch gefallen, dann jedoch einfach geschwächelt und ist auf ein - für mich - enttäuschendes Finale hingekrochen. Tatsächlich "knallt" diese dystopisch angehauchte Geschichte einfach nicht so sehr rein wie andere Bücher aus dem Bereich. 


3 Kommentare:

  1. Huhu! :)

    Ich hab vor Kurzem erst Band 1 gelesen und freu mich jetzt schon auf Band 2 - Auf die Story mit Julian bin ich schon gespannt, auch wenn ich von der Idee ebenfalls nicht begeistert bin.^^ Aber mal sehen wie das Ganze umgesetzt wurde.

    Liebste Grüße
    Nina

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  2. Huhu,
    ich hab mir heute den ersten Band bestellt und jetzt bin ich noch gespannter darauf was mich erwartet :)
    Deine Meinung ist ja fast durchweg positiv. Und leider ist das ja wirklich so der "Fluch" des zweiten Bands, das der einfach nicht so gut sein will. Aber okay wenn das Ende dafür wieder passend ist dann gehts ja ^^

    LG ♥

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  3. @ Nina: Naja, ich bin "Team Alex", um mich mal selbst mit einem Stempel zu versehen :D Die Entwicklungen in Teil 2 haben daher nicht so ganz mein Gefallen gefunden ;)

    @Bounty: Ja, lass dich einfach mal überraschen. Vielleicht findest du Teil 2 auch ganz super, immerhin ist er eigentlich ganz anders als Band 1...

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