Sonntag, 31. August 2014

Gelesen im August 2014 & Musicalbegeisterung

Hallo!
Nach einem Kurztrip nach Hamburg bin ich wieder da. Es ist komisch, Hamburg zu besuchen und dann die ganzen Erinnerungen wach werden zu lassen an die Zeit, die ich während des Studiums dort verbracht habe. Die Stadt ist ohne Frage immer wieder einen Besuch wert. Dieses Mal war ich obendrein im Musical. "Das Phantom der Oper" habe ich vor vielen Jahren schon einmal gesehen, aber das ist schon so lange her und ich war damals entsprechend sooo jung, dass ich eigentlich gar keine Erinnerungen mehr daran hatte. Nun habe ich es zum zweiten Mal gesehen, was mir aber wie eine Premiere vorkam - weil ich mich an kaum eine Szene erinnern konnte. Kennt ihr das Musical? Die Musik ist so traumhaft! Und das Bühnenbild ist echt fantastisch; vor allem die schnellen Wechsel zwischen den Kulissen haben mich wirklich beeindruckt, wie man das innerhalb weniger Sekunden so verändern kann. Das ganze war wirklich grandios, ich hab mir hier und da wirklich ein Tränchen wegblinzeln müssen, weil die Mischung aus Musik und Story und dem Geschehen auf der Bühne richtig Gänsehaut macht.
"Leider" fand ich das Ende ganz furchtbar - wie gesagt, ich habe mich vom ersten Mal gar nicht daran erinnern können, wie die Story endet. Das Ende ist so ... traurig. Richtiggehend niederschmetternd, und danach kam ich mir irgendwie richtig ... leer innendrin vor. 


Jedenfalls hat mich dieser Musicalbesuch noch mehr in meinem Vorhaben bestärkt, mir endlich ein ganz bestimmtes Buch zuzulegen, um das ich bereits seit Ewigkeiten herumschleiche. "Das Phantom: Die bisher ungeschriebene Lebensgeschichte des "Phantom der Oper"" von Susan Kay. Das Buch hat über 100 Bewertungen, die alle sehr gut und positiv über den Inhalt urteilen, und ich finde das - nicht zuletzt nach dem Musicalbesuch - total interessant. Ich glaube, das werde ich mir bald zulegen.



So. Kommen wir zum eigentlichen Thema: Gelesenes im August. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich habe ein Buch in der Liste vergessen. Ich weiß, es sind ohnehin schon 11 Bücher, die hier stehen (kam mir im Laufe des Monats aber gar nicht so viel vor), aber ... ich glaube, ich habe eins vergessen. Egal.


Gelesen im August

Ursula Poznanski "Die Verschworenen" (Rezension folgt)
John Green & David Levithan "Will Grayson, Will Grayson" (evt. Kurzmeinung)
Christoph Werner "Marie Marne und das Tor zur Nacht"
Kirsty Wark "Der Gesang der Wellen nach dem Sturm"
Michelle Kaden "Jacobs Vermächtnis: Die verborgenen Pforten"
Rainer Wekwerth "Das Labyrinth ist ohne Gnade" (evt. Kurzmeinung)
Amy Christine Parker "Gated - Die letzten 12 Tage" (Rezension folgt)
Molly O´Keefe "Geschickt eingefädelt"
Karen Foxlee "Das nachtblaue Kleid"
John Green "Paper Towns"
Arthur Conan Doyle "Sherlock Holmes - Eine Studie in Scharlachrot" (Rezension folgt)


Mein Favoriten im August

Der August war ein Monat voller guter, aber eben eher mittelmäßiger Bücher. Keins hat mich völlig überraschen oder begeistern können, wobei ich hier als "Favoriten" noch am ehesten den Reihenabschluss "Das Labyrinth ist ohne Gnade" nennen würde, einfach schon deshalb, weil mir die ganze Buchreihe gefallen hat und auch Teil 3 da keine Ausnahme macht. Mit Teil 2 ("Die Verschworenen") habe ich auch die Buchreihe von Ursula Poznanski für mich schmackhaft machen können, nachdem ich Teil 1 nur so lala fand. Aktuell lese ich Teil 3. 


Meine Enttäuschung im August



Eine wirkliche "Enttäuschung" würde ich es nicht nennen. Ich fand es nicht schlecht, für meinen Geschmack war es nur etwas zu langatmig und zu vorhersehbar. Ein seichter Chick-Lit Roman eben...

Wie war euer Lese-August?


Donnerstag, 28. August 2014

Die Lektüre meiner Zugnachbarn #14

Vor ein paar Tagen saß ich im Zug Salman Rushdie gegenüber.

Jaja. Ich weiß schon. Bevor jetzt einige von euch gleich wieder wegklicken oder ungläubig meine Zurechnungsfähigkeit in Frage stellen...: Mir ist natürlich klar, dass das nicht der echte Salman Rushdie war. (Ich glaube, Salman Rushdie in einem Regionalzug in Sachsen-Anhalt... Das wäre irgendwo eine Schlagzeile wert gewesen...) Aber es lässt sich nicht leugnen, dass der Herr, der mir da gegenüber saß, wirklich frappierende Ähnlichkeit mit diesem Herrn hier hatte:



Bis hin zur Brille hat einfach alles gepasst! Er hätte sein Bruder sein können! Er hatte die Beine übereinander geschlagen, wodurch die Hosenbeine hochrutschten und den Blick auf blau-grün geringelte Socken freigaben. Und was noch viel verwunderlicher war, war die Tatsache, dass er in einem getippten Manuskript las und darin herumzeichnete und - kritzelte. (Anmerkung: Salman Rushdie ist Schriftsteller. Ne? Man kann schon davon ausgehen, dass er in seinen eigenen Manuskripten liest und Anmerkungen hinzufügt, also vielleicht... Ach naja, nein... *hüstel*) Ich beobachtete Salman den Zweiten also eine Weile, aber er ließ sich nicht stören und blickte kaum von seinem Text auf. Muss ein wirklich gutes Manuskript gewesen sein, denn er hat auch nicht so sehr viel daran markiert oder durchgestrichen. Er brummelte ab und zu etwas vor sich hin, was sich aber leider akustisch nicht verstehen ließ. Nebenbei wippte er mit seinem übergeschlagenen Fuß. Ich glaube, diese geringelten Socken haben mich mindestens so beeindruckt wie das umfangreiche Manuskript, das sich da gerade in der Revision befand. 
Irgendwann musste ich dann aussteigen und bis dahin war Salman der Zweite immer noch in seinen Text vertieft. Er hat nicht mal mein "Wiedersehen" bemerkt, das ich beim Aufstehen halblaut gemurmelt habe. (Hallo?! Mal angenommen, das wäre WIRKLICH Salman Rushdie gewesen, dann kann man sich die Chance, Hallo bzw. Tschüss zu einem (Fast-)Promi zu sagen, doch nicht einfach entgehen lassen!...)

Mittwoch, 27. August 2014

"Die verborgenen Pforten: Jacobs Vermächtnis" - Michelle Kaden

Pepperbooks Verlag, 2013
12,95 Euro

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Reihe:
1. "Die verborgenen Pforten: Jacobs Vermächtnis"
2. "Die verborgenen Pforten: Gedankendiebe"


Handlung:
„Irgendetwas stimmt hier nicht “, murmelte Roger, als er langsam die Tür zum Haus öffnete. Aufmerksam ließ er seinen Blick durch den spärlich beleuchteten Flur schweifen. Äußerlich schien alles wie immer zu sein. Das Gemälde einer jungen Frau hing an der Wand. Ein bunter Läufer schmückte den Fußboden. Das leise Ticken einer Wanduhr drang zu ihnen hinauf. Bei ihrem letzten Besuch hatten sie den Duft von gebackenem Brot und das leichte Aftershave des alten Jakob wahrgenommen. Aber heute lag deutlich der Geruch fremder Menschen in der Luft. „Jemand anderes ist hier. Wir sollten lieber gehen“, flüsterte Roger und schlich dabei leise zurück zur Kammertür. Doch die andere Person war längst auf sie aufmerksam geworden...


Meine Meinung:
"Jacobs Vermächtnis" ist ein ganz wunderbares und toll ausgedachtes Kinderbuch, das mit der Fantasie des Lesers spielt, und dabei unweigerlich den Wunsch weckt, auch mal in so einem Abenteuer zu landen. Denn welches Kind fände es nicht unglaublich aufregend, eines Tages eine Tür im Haus zu entdecken, die in eine fremde Welt führt, mit Prinzessinnen, Zauberern und sogar Vampiren?
Was hier zunächst vielleicht an den Kleiderschrank aus den "Chroniken von Narnia" erinnert, bietet in meinen Augen einen äußerst gelungenen Rahmen für eine tolle Geschichte rund um Magie, Zauberei, um gute Absichten, aber auch um Bösewichter, die nichts Gutes im Schilde führen. Außerdem ist es nicht Janosch, der durch die Tür geht und in einer unbekannten Welt wieder herauskommt. Vielmehr sind es 4 Fremde, die durch die Tür ins Janoschs Welt gelangen - und plötzlich nicht mehr zurück können. Natürlich bleibt deren Auftauchen in Janoschs Welt - und gleichzeitig deren Verschwinden in ihrer Welt - nicht unbemerkt und führt zu einigen Verwicklungen. Auch Janoschs Mutter scheint plötzlich sehr viel mehr zu wissen über diese geheimnisvolle Tür, als Janosch zunächst gedacht hätte. Hat sie gar etwas mit der "anderen" Welt zu tun?

Mir hat dieser Auftakt einer Kinderbuchreihe äußerst gut gefallen und richtig Spaß gemacht, zu lesen. Durch unterschiedliche Erzählperspektiven erfährt man nicht nur, was in Janosch vorgeht, wenn er plötzlich einem Vampir gegenüber steht; sondern vielmehr gibt es auch Einblicke in die andere Welt hinter der Tür, die voll und ganz mit den Suchaktionen nach den 4 Kindern beschäftigt ist. Teil 1, "Jacobs Vermächtnis" endet obendrein mit so einer Überraschung, dass man am liebsten sofort nach Teil 2 greifen möchte, um zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Sehr gelungenes Kinderbuch!


Ein herzliches Dankeschön an den Pepperbooks Verlag für das Rezensionsexemplar!


"Paper Towns" - John Green

Kindle Edition, 2010

Handlung:
"Quentin—or “Q.” as everyone calls him—has known his neighbor, the fabulous Margo Roth Spiegelman, since they were two. Or has he? Q. can’t help but wonder, when, a month before high school graduation, she vanishes. At first he worries that she might have committed suicide, but then he begins discovering clues that seem to have been left for him, which might reveal Margo’s whereabouts. Yet the more he and his pals learn, the more Q. realizes he doesn’t know and the more he comes to understand that the real mystery is not Margo’s fate but Margo herself—enigmatic, mysterious, and so very alluring.


Meine Meinung:

"The thing is that I do believe in college, and jobs, and maybe even babies one day. I believe in the future. Maybe it´s a character flaw, but for me it is a congenital one."

Über 2 Jahre hatte ich das ebook "Paper Towns" auf meinem Kindle, ohne jemals reingelesen zu haben. Angesichts der John Green-Lesewoche, die vor kurzem lief, änderte ich diesen Umstand. Interessanterweise hatte mich die Story schon nach wenigen Kindle-Seiten völlig gefangen. Ich fand Quentin toll, seine Freunde herrlich abgedreht und den Schauplatz der Handlung innerhalb der letzten paar Tage vor dem Schulabschluss interessant gewählt. Denn ich denke, das ist tatsächlich ein Zeitpunkt, an dem man wirklich und ehrlich über sein Leben und seine Ziele und Pläne nachdenkt - nicht nur im Buch, auch in der Realität. 
John Green lässt uns an den Gedanken von Quentin in diesen Tagen vor den großen Veränderungen teilhaben. Diese Gedanken sind jedoch sehr von Margo bestimmt, die Quentin als eine Art Idealversion eines Mädchens ansieht. Als Kinder hatten sie viel miteinander zu tun, nicht zuletzt, weil sie Nachbarn waren. Doch heute? Heute ist Margo unerreichbar, anbetungswürdig, eine von den Coolen und scheint Quentins Ansicht nach irgendwie über alles und jedem zu stehen. Bis sie plötzlich verschwindet, so kurz vor dem Abschluss, und Quentin scheinbar kleine Hinweise hinterlässt, wo sie zu finden ist. Quentin macht sich auf in die wohl größte Schnitzeljagd seines Lebens, tatkräftig unterstützt von seinen Freunden.

Soll ich ehrlich sein? Mir haben die letzten Kapitel am besten gefallen. Die Kapitel des Road-Trips, die Quentin gemeinsam mit seinen Kumpels verbringt. Die haben mir persönlich am meisten Spaß gemacht und waren am abwechslungsreichsten. 
Denn der lange Mittelteil vorher - das war mir irgendwie zuviel. Quentin sucht Margo, und das scheint gar kein Ende zu nehmen und dabei dennoch immer wieder dem gleichen Muster zu folgen. Er macht eine Entdeckung, sucht und kehrt niedergeschlagen und in sich gekehrt wieder nach Hause zurück, bis ihm der nächste Gedankenblitz kommt. Irgendwann fand ich das ermüdend. Vor allem aber ging mir das Auseinanderpflücken des Gedichts von Walt Whitman, das für Margo scheinbar eine so wichtige Bedeutung hat, dass sie es Quentin als Hinweis da lässt, irgendwann auf den Keks, und ich habe die Gedicht-Abschnitte einfach übersprungen. (Und ich hab trotzdem nichts verpasst.) Zumal all dieses Nachdenken nicht dazu beitragen konnte, mir Margo interessanter zu machen. Alles, was ich so über sie erfahren habe; was ich mir darüber zusammen gereimt habe, wie sie tickt und was sie denkt, das hat eher dazu geführt, dass mir Margo immer unsympathischer wurde, eingebildet und überheblich vorkam - als würde sie mehr von der ganzen Welt verstehen und wissen als alle anderen. Irgendwann konnte ich gar nicht mehr nachvollziehen, warum Quentin sie eigentlich noch sucht.

Ich fand´s ein wenig schade, dass man eigentlich so wenig über Quentin selbst erfährt und zumindest ich mir nur schlecht ein Bild von ihm machen konnte, weil einfach alles, was ihn hier ausmacht, von Margo bestimmt zu sein scheint; immer nur als Reaktion auf das erfolgt, was er sich über Margo gedacht hat. Alles, was er denkt, was er ausspricht, hat immer nur das Ziel, Margo näher zu kommen und sie zu finden. Ich hätte gern mehr von Quentin selbst, so wie ER ist, mitbekommen, und das ist mir am besten eben in diesen letzten Kapiteln des Road-Trips gelungen. 

Zusammenfassend bin ich froh, "Paper Towns" doch endlich mal gelesen zu haben, auch wenn es meine Vorstellungen, die ich mir vorm Lesen gemacht hatte, gar nicht getroffen hat. 


Sonntag, 24. August 2014

"Das nachtblaue Kleid" - Karen Foxlee

Beltz & Gelberg, 2014
17,95 Euro

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Handlung:
Rose Lovell braucht keine Freunde. Rose hat niemals irgendwo dazu gehört. Doch als sie mit ihrem Vater, der vor dem Leben flieht, in diesem Kaff an der Pazifikküste Australiens strandet, trifft sie auf die unvergleichliche Pearl Kelly, die alles überstrahlt. Von ihr lässt sich Rose überreden, auf dem Ball der Zuckerrohrernte mitzumachen, dem alle Mädchen entgegenfiebern. Und so lernt Rose die alte Edi Baker kennen, gemeinsam nähen sie das nachtblau schimmernde Traumkleid, mit dem Rose die Schönste sein wird. Stich für Stich hört Rose von Edis Geheimnissen und dem verborgenen Baumhaus, das einst ein Liebesnest war. Erst am Schluss dieses Romans erfährt man von dem Unglück, das passiert ist und alles verändert.


Meine Meinung:
Normalerweise... Tja, normalerweise mag ich es nicht, wenn in Büchern schon gleich zu Beginn im Prolog oder in den ersten Kapiteln verraten wird, wie das Buch endet. Wenn man schon weiß, wie alles ausgeht und man die Handlung quasi nur dabei "begleiten" kann, wie sie auf eben dieses Ende hinausläuft. Genau das ist bei "Das nachtblaue Kleid" der Fall, man wird schon in den ersten Sätzen mit dem Ausgang der Story konfrontiert. Interessanterweise hat es mich hier nicht gestört. Denn es passt. Zum einen wird nicht zuviel verraten, es wird genügend Freiraum für Kopfkino gelassen. Und letztlich ist es genau diese "Vorausschau", die den Reiz des Buches ausmacht, die einen Sog auslöst - denn einmal gefangen genommen von dem schrecklichen Ereignis, das jeweils zu Beginn der einzelnen Kapitel angesprochen wird, will man natürlich alles erfahren.

Normalerweise... entspricht der Charakter Rose genau solch einer Figur, wie ich sie in Büchern nicht mag. Sie ist unfreundlich, störrisch, meistens schlecht gelaunt und schnippisch zu anderen. Sie lässt andere dumm dastehen und erschien mir für ihr Alter zu naiv. Letztlich passt Rose jedoch genau deswegen so sehr in diese Geschichte; und auch nicht zuletzt, weil Karen Foxlee mit ihr einen direkten Gegensatz zu der lieben, gutmütigen und ebenso eigenwilligen Pearl geschaffen hat. Die beiden freunden sich trotz aller gegenteiligen Anzeichen an und verbringen wunderbare Wochen zusammen, erfahren die kleinen und großen Geheimnisse der jeweils Anderen und lernen, was es bedeutet, sich jemandem anvertrauen zu können - aber auch dass man eben genau deshalb enttäuscht werden kann.

"Das nachtblaue Kleid" hat mir - trotz Einstiegsschwierigkeiten beim Lesen - gut gefallen. Vor allem die Atmosphäre der Geschichte nimmt sofort gefangen; nicht selten hatte ich das Gefühl, mir die Geschehnisse in der klebrig-hitzigen Schwüle in einer Kleinstadt in Australien fast bildlich vorstellen zu können. Gerade weil Rose eine nicht leicht zu greifende Person ist, die auch mal aneckt, und die man eher mit Erstaunen als mit Verständnis ansieht, weiß die Handlung zu überzeugen - weil man nun mal auch im realen Leben auch nicht immer nur den netten Mädchen von nebenan begegnet. Durch die Vorausblicke auf die Geschehnisse, die letztlich eins der beiden Mädchen ereilen werden, schält sich nach und nach auch eine richtige Kriminalgeschichte heraus, bei der man seiner eigenen Fantasie freien Lauf lassen kann - aber zumindest ich habe bei der Auflösung dann doch eine Überraschung erlebt. 

Letztlich behalte ich "Das nachtblaue Kleid" als ein außergewöhnliches Jugendbuch über eine Freundschaft zwischen zwei Mädchen im Kopf, die sich trotz - oder gerade wegen - ihrer Unterschiedlichkeit zusammenraufen und eine gemeinsame Zeit verbringen, die die eine nie wieder vergessen, während die andere sie nie wieder erleben können wird. Es ist ein Buch über Vertrauen, Loyalität und unerwartete Überraschungen, die einen im Leben ereilen.


Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den Beltz & Gelberg Verlag für das Rezensionsexemplar!


Freitag, 22. August 2014

Freitagsgedanken

Hallo, liebe Mitlesenden!
Es ist Freitag, was mich persönlich ungemein freut, denn diese Woche war gefühlt einfach zu lang. Als hätte sie 8 statt bisher 5 Tage gehabt. Aber jetzt ist Wochenende und ich werde mal schauen, wie ich die beiden freien Tage bestmöglichst nutzen werde.
Vielleicht habt ihr es in den letzten Tagen gemerkt: ich arbeite gerade daran, meinen Rückstand im Rezensionen-Schreiben ein wenig aufzuholen, daher gab es in den letzten Tagen irgendwie ... einige (und fast ausschließlich) Buchvorstellungen. Leider hat meine - nur kurz anhaltende - Motivationsphase zum Rezensieren nicht viel geholfen, denn ich hab immer noch Texte vor mir. Ich bin ehrlich: ich hab gerade echt gar keine Lust drauf, Bücher zu beschreiben und zu bewerten. Ich lese ein Buch, denk mir meinen Teil - aber das war´s dann auch. Und normalerweise stress ich mich dann auch nicht, um auf Teufel komm raus einen Buchtext zu schreiben, auch wenn ich ursprünglich geplant hatte, dieses Buch auf dem Blog vorzustellen. Aber sämtliche Bücher der letzten Tage sind von Verlagen gesponsert gewesen, daher ist selbstverständlich, dass ich zu den Büchern meine Meinung schreibe. Es dauert halt nur :(
Und so erwarten euch in den nächsten Tagen z.B. noch Rezensionen zu "Jacobs Vermächtnis: Die verborgenen Pforten", "Das nachtblaue Kleid" und "Gated - Die letzten 12 Tage". Letzteres hat mir übrigens ziemlich gut gefallen, obwohl es mich innerlich geschüttelt hat und ich gerade den Schlussteil sehr brutal fand. Näheres dann später. Nächste Woche erwartet euch auch mal wieder ein lesender Zugnachbar, versprochen!

Ich freue mich auch schon aufs Nachhause-Kommen nachher, denn da dürfte mich die ein oder andere Büchersendung erwarten. Unter anderem müsste heute "Die Vernichteten" von Ursula Poznanski ankommen - der letzte Teil der Reihe um Lia. Teil 1 fand ich nur so lala, muss ich sagen, aber Teil 2 hat mich echt begeistert vor ein paar Tagen und so blieb mir jetzt irgendwie nichts anderes übrig, als mir endlich den letzten Teil zuzulegen. Mein Lesestoff an diesem Wochenende dürfte damit klar sein. Es hat halt manchmal doch seine Vorteile, wenn man eine Buchreihe - obwohl schon ewig lange alle Welt davon redet - erst so spät für sich entdeckt, dass man sie gleich komplett lesen kann. :)

Zum "mehr lesen" habe ich hoffentlich auch demnächst Zeit, denn im September habe ich doch tatsächlich mal ein paar Tage frei
Ich freu mich schon wie blöde, einfach mal an was anderes denken zu können als an das, was einen ohnehin jeden Tag erwartet. Aufs Ausschlafen. Aufs sinnlos-irgendwo-rumgammeln und nichts tun. Auf Meer. Auf Möwenkreischen. (Ich mag Möwenkreischen.) Das Lesen ist da erstmal nebensächlich. Obwohl... nein, ist es eigentlich nicht. Ich hoffe, ich habe Zeit dafür und habe auch schon eingeplant, dass ich vor allem Bücher aus den Tiefen meiner Regale holen und mit in den Urlaub nehmen werde, die da schon eine ganze Weile warten, also nicht erst kürzlich zugelegt sind. 

Aktuell lese ich mal wieder parallel, aber das ist bei mir ja wirklich nichts Neues mehr. Letztes Wochenende bin ich ein gutes Stückchen voran gekommen bei "Days of blood and starlight", und mittlerweile gefällt es mir auch besser. Denn jetzt ist endlich mal was los und Zuzana und Mik sind bei Karou, was das ganze wirklich angenehmer macht. Ich hoffe, die zweite Buchhälfte bleibt besser als die erste. Auch "Paper Towns" von John Green habe ich mittlerweile fast durch, zumindest zeigt mir das mein aktueller Lesestatus auf dem Kindle an. Ich lese ja immer nur ein wenig vorm Einschlafen darin, daher ist das eher langsame Lektüre. Mir hat "Will Grayson, Will Grayson" besser gefallen bisher. Irgendwie zieht sich "Paper Towns" ganz schön. Und mein aktuelles Zugbuch ist "Rho Agenda", von dem ich noch nicht weiß, was ich davon halten soll. Ich steh auf UFOs, Aliens und diesen ganzen Verschwörungskram, ich hab jahrelang mit einer ungebremsten Begeisterung Akte X geschaut; für sowas bin ich also zu haben. Aber die ersten 50 Seiten sind bisher nicht übermäßig spannend.

Ansonsten bin ich u.a. damit beschäftigt, meine restlichen Urlaubstage für das Restjahr zu verplanen - daher frage ich mal in die Runde "Plant irgendwer von euch, im Oktober zur Frankfurter Buchmesse zu fahren?" Ich überlege, ob ich hinfahre. Vielleicht würde sich ja mal die Möglichkeit ergeben, andere Blogger kennenzulernen.

Jetzt wünsche ich euch aber erstmal einen fix zu Ende gehenden letzten Arbeitstag und dann ein schönes Wochenende!


Mittwoch, 20. August 2014

"Der Gesang der Wellen nach dem Sturm" - Kirsty Wark

Knaur Verlag, 2014
9,99 Euro


Handlung:

Auf der kleinen sturmumtosten Insel Arran, im Westen Schottlands, lebt Elizabeth Pringle. Die alte Dame weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben hat und es an der Zeit ist, endlich mit der Vergangenheit abzuschließen und sich von der Seele zu schreiben, woran sie seit Jahrzehnten so schwer zu tragen hat. 

Kurze Zeit später erlebt Martha die Über­raschung ihres Lebens: Eine Unbekannte namens Elizabeth Pringle hat ihrer kranken Mutter ein Haus auf Arran vermacht.



Meine Meinung:
"Der Gesang der Wellen nach dem Sturm" ist ein sommerleichtes Urlaubsbuch, das mit seinen Beschreibungen von Land und Leute einer rauen, aber gleichsam idyllischen schottischen Insel direkt die Sehnsucht nach Meer, Strand und Sand und kleinen Fischerdörfchen weckt.
Man kann sich leicht mitreißen lassen von der Geschichte, oder vielmehr von den beiden Geschichten in diesem Buch. Einerseits gibt es Erzählungen aus der Vergangenheit zu erleben, anhand von Tagebucheinträgen von Elizabeth, der das Haus auf Arran einst gehörte. Diese Kapitel wechseln sich ab mit Marthas Leben im Hier und Jetzt. Marthas Mutter hat das Haus von Elizabeth geerbt und nun steht Martha in eben diesem Haus und kann das alles nicht so recht fassen. Eben noch erfolgreich in ihrem Job in Edinburgh, nun gestrandet auf Arran, der schottischen Insel, die sie noch aus ihrer Kindheit kennt. 
Nach und nach entfalten sich durch die Tagebucheinträge die Lebenswege von Elizabeth und schildern, warum aus ihr eine so eigenbrötlerische, aber dennoch von allen geschätzte einsame Dame geworden ist. Diese Rückblicke in die Vergangenheit fand ich teils leider recht langatmig, weil sie sehr ausschweifend und erzählend werden. Sie haben die Geschichte meiner Ansicht nach teilweise sehr ausgebremst. Interessanterweise konnte ich mich auf Elizabeth in ihren Zeiten dennoch besser einlassen als auf Martha. Denn die Personen im Jetzt, allen voran eben Martha, aber auch ihre Schwester und ihre neue Männerbekanntschaft, waren für mich nicht immer ganz leicht greifbar und sympathisch. Gerade Martha lässt gefühlt zu oft ihre jobbedingten journalistischen Züge durchblicken und tritt damit anderen schnell zu nahe und verdirbt sich damit so manchen ersten Eindruck bei ihren Mitmenschen. 
Dennoch ist "Der Gesang der Wellen nach dem Sturm" ein angenehm zu lesendes Schmökerbuch, perfekt für einen faulen Nachmittag im Liegestuhl.


Ein herzliches Dankeschön an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 19. August 2014

Gemeinsam lesen

Oje. Ich habe eben bei Asaviel, die ja jeden Dienstag die "Gemeinsam lesen" Aktion startet, gelesen, dass dies wohl das letzte Mal "Gemeinsam lesen" sein wird. Warum, will sie später erklären. Schade! Für mich war das immer eine gute Gelegenheit, einmal in der Woche definitiv etwas zu schreiben - selbst wenn ich in Bezug auf Rezensionen o.ä. nichts zu bieten habe, dann blieb bisher trotzdem immer dieser feste Beitrag jeden Dienstag, in dem ich kurz vorstelle, was ich gerade lese.
Dieses letzte Mal mache ich also auf jeden Fall noch einmal mit.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese "Gated - Die letzten 12 Tage" von Amy Christine Parker und bin auf Seite 239.



"Bis vor Kurzem glaubte die siebzehnjährige Lyla, die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows, in der sie mit ihrer Familie lebt, bewahre sie vor dem Bösen in der Welt und dem bevorstehenden Weltuntergang. Dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb, und stellt fest, dass sie in Wahrheit in einem perfiden Unterdrückungssystem gefangen ist. Doch Lylas Versuch, gegen Pioneer, den ebenso charismatischen wie gefährlichen Führer der Gemeinschaft, zu rebellieren, führt zum Kampf . . ."

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Irgendjemand schreit."

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Heute zur Abwechslung mal ein Zitat:

"Es ist ein flüchtiger, kaum fassbarer Kuss, aber er genügt. Ich lächle unter seinen Lippen. Ich hätte nie gedacht, dass es sich so anfühlt. Mein Gott, ich kann fast verstehen, warum die Mädchen auf diesen Buchumschlägen so verklärt schauen. Meine Knie werden tatsächlich weich." (S. 214)

Kurze Info: Keine Sorge, es geht in dem Buch keineswegs nur um Romantik oder schmalzige Szenen zwischen Jugendlichen. Eher im Gegenteil. Vielleicht hat mir die Textstelle gerade deswegen so gefallen.

4. Welches ist dein Lieblingsbuch und warum?
Oh. Ich hab nicht nur eins. Ich hab viele, aber jedes ist anders. Neben der Harry Potter-Reihe sind es nur Einzelbände, die mich so beeindruckt haben und dir mir so viel gegeben haben, dass ich sie auch nach Jahren noch als Lieblingsbücher ansehe und auch immer wieder mal lese. Dazu gehören "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Záfon, "Die Brautprinzessin" von William Goldman, "Das Jesus-Video" von Andreas Eschbach, "Die verlorene Kunst, Liebschaften zu pflegen" von Eva Rice und "Owen Meany" von John Irving. Sehr beeindruckt hat mich auch "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" von Joel Dicker, allerdings habe ich das erst dieses eine Mal Anfang des Jahres gelesen. Ich hab es zwar noch im Kopf, als hätte ich es erst gestern gelesen, aber so richtig "meiner eigenen" Definition von Lieblingsbuch kann es damit noch nicht entsprechen...

Montag, 18. August 2014

"Geschickt eingefädelt" - Molly O´Keefe

MIRA Taschenbuch, 2014
8,99 Euro



Handlung:
Eishockey-Profi Luc Baker ist fuchsteufelswild: Sein sterbenskranker Vater, zu dem er jeglichen Kontakt abgebrochen hat, will ein blondes Flittchen heiraten! Wütend reist Luc nach Texas, um sich die vermeintliche Erbschleicherin Tara vorzuknöpfen – und erfährt, dass alles nur ein Plan war, um ihn nach Hause zu locken. Modedesignerin Tara ist verzweifelt: Lyle Baker hat sie aus einer Notlage gerettet und ihr den Job als Geschäftsführerin des Familienbetriebs gegeben. Doch jetzt ist er tot – und sie muss sich mit seinem Sohn Luc herumschlagen, der sie am liebsten in die Wüste schicken würde. Und leider ist Luc nicht nur schrecklich dickköpfig, sondern auch schrecklich attraktiv …

Meine Meinung:
"Geschickt eingefädelt" macht seinem Namen nur bedingt Ehre.  Das Buch ist eins dieser typischen "Frauenromane", in der sich zwei gegensätzliche Darsteller, die zunächst unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, plötzlich Gefallen aneinander finden, trotz aller Widrigkeiten und im besten Fall auch noch entgegen aller Vernunft, und sich nach diversen Problembehebungen dann schlussendlich doch in die Arme schließen können. Ich denke, soviel kann ich zur Handlung sagen, ohne zuviel zu verraten. Denn genau das liegt solchen Romanen ja inne und man erwartet wohl auch genau so etwas, wenn man sie liest. Das ist auch alles ganz wunderbar; trotzdem fand ich "Geschickt eingefädelt" leider nur so mittelmäßig zu lesen.
Mein Hauptproblem mit der ganzen Geschichte waren wohl die Charaktere. Denn da war nicht ein einziger dabei, der mir nur ansatzweise sympathisch gewesen wäre - was wohl eine Hauptvoraussetzung ist, wenn man ein Buch liest. Oder wenigstens interessant gestaltete Figuren. Aber ich konnte weder mit Tara Jean, die eigentlich Jane heißt, etwas anfangen in ihrer verschlossenen und gleichsam wankelmütigen Art; noch mit Luc, der nach außen hin den unverletzbaren großen Helden markiert, innerlich aber doch eher zerrissen ist - sich aber für mein Empfinden aber recht schnell (zu schnell?!) von Tara Jeans Art beeindrucken und einfangen lässt. Die kleine Romanze, die daraufhin entsteht, fand ich nett, mehr aber auch nicht. Es erinnerte mich alles allzu sehr an schon viel zu bekannte Schemata aus anderen Büchern der sogenannten "ChickLit"- Sparte. Auch die Nebenfiguren und den Handlungsablauf empfand ich als zu vorhersehbar und zu geradlinig: die Guten sind und bleiben gut, die Bösen nun mal böse.
Irgendwie hat mir hier ein wenig das Besondere oder Außergewöhnliche gefehlt, das mich das Buch einfach länger als 5 Minuten nach dem Beenden der letzten Seite im Kopf behalten lassen hätte. Und diese Stärke hat das Buch meiner Meinung nach nicht, das obendrein ein Trilogieauftakt ist. Ob ich diese Reihe aber tatsächlich verfolgen werde, kann ich nicht sagen.  

Noch ein Wort um Optischen: Das Cover finde ich persönlich nicht wirklich gelungen, das ist in meinen Augen wenig ansprechend. Im Buchladen hätte ich anhand des Covers wohl eher nicht zu diesem Buch gegriffen.


Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den MIRA Taschenbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 17. August 2014

In my mailbox

Hallo ihr! 
Eigentlich hatte ich bis vorhin noch geplant, hieraus einen längeren Beitrag zu machen mit Neuvorstellungen und Updates, was ich so gelesen habe in der letzten Zeit... Aber irgendwie habe ich gerade mehr Lust, direkt mein aktuelles Buch, "Gated" (siehe unten) weiterzulesen, daher wird´s wohl doch eher ein kurzer Blogpost, der sich nur auf die Neuzugänge beschränkt.
Ich habe viele neue Bücher in der letzten Zeit bekommen; zu meiner Verteidigung kann ich sagen, dass ich fast alle davon von Verlagen oder über irgendwelche Bloggeraktionen oder über irgendwelche anderen Wege (teilweise ungefragt) zum Lesen und Bewerten bekommen habe. Ich war also doch eher sparsam beim Bücherkauf (und hey - der dritte und letzte Teil der Labyrinth-Reihe von Rainer Wekwerth MUSSTE einfach sein...) Gelesen hab ich davon auch schon die meisten, und mit "Gated" bin ich wie gesagt derzeit beschäftigt. (Ist übrigens trotz der "üblichen" jugendlichen Heldin bisher äußerst gut, es geht um eine Sekte - die absolute Gehirnwäsche!)

Rezensionsexemplare



(Klick auf die Titel für Inhaltsangabe)

Petra Hülsmann "Hummeln im Herzen" (dazu gab es übrigens diesen Schlüsselanhänger in Hummel-Form ganz unten links - nicht so wirklich mein Fall, aber nett finde ich die Aktion trotzdem)


Gekauft



Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!
~

Samstag, 16. August 2014

"Marie Marne und das Tor zur Nacht" - Christoph Werner

Osburg Verlag, 2014
17,99 Euro

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Handlung:
"Schlafen Sie nicht, wenn Sie müde sind! Schlafen Sie, wenn Sie Lust dazu haben" 
Mit diesem Slogan wirbt eine mysteriöse New Yorker Firma. Wer schlafen für vergeudete Zeit hält, kann in ihren Filialen eine patentierte Brille aufsetzen und einen besonderen Traum träumen danach bleibt er wach! Drei Tage, fünf Tage, zwei Wochen. Doch der ewige Tag verwandelt die Menschen. Bei Maries Vater geht etwas schief. Er bleibt in seinem Traum gefangen. Die Dreizehnjährige setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um ihn zurückzuholen. Als Marie begreift, dass sie damit die ganze Welt in eine globale Katastrophe stürzt, versucht sie zu retten, was zu retten ist. Ein Albtraum! Mit jeder verstreichenden Minute wächst das Chaos auf der Erde.


Meine Meinung:
Habt ihr euch auch schon einmal gewünscht, unendlich lange wach bleiben zu können ohne schlafen zu müssen - einfach, weil man Besseres zu tun hat? Eine Nacht durchgemacht hat der ein oder andere sicher schon. Vielleicht auch zwei, jedoch dürften das schon weitaus weniger geschafft haben. Und was ist mit mehreren Tagen, oder gar Wochen?
In der Zeit, in der Marie Marne lebt, ist das keine Unmöglichkeit, sondern eher an der Tagesordnung. Wenn man mal Wichtiges zu tun hat, seinen Urlaub ausgiebig genießen möchte, einfach mal in Ruhe mehrere Tage ein Videospiel durchspielen möchte - jeweils ohne dabei einzuschlafen, dann ist das hier kein Problem mehr. Eine Firma namens All Day Industries - kurz ADI - macht es möglich. Sie bietet ADI-Träume an, die man träumt, und dann danach so lange wach bleibt, wie es der eigens für sich selbst ermittelte Wachwert ermöglicht. Marie ist eigentlich zu jung, um so einen Traum träumen zu können und zu dürfen. Dennoch gerät sie wegen ungeahnter Fähigkeiten nach kurzer Zeit in die Fänge von ADI und deren Handlanger Mr. Phisto, und plötzlich steht nicht nur ihre Welt Kopf, sondern die aller Menschen. 

Die Idee des Romans hat mir gut gefallen, die ist dem Leser so bisher noch nirgends begegnet und bietet Stoff für interessante Ausführungen. Trotz aller Fantasie auch Ausführungen für das "reale" Leben, denn auch wie die Konsequenzen des mehrtägigen Schlafmangels dargestellt werden, fand ich gut und wichtig. Was passiert, wenn die Menschen plötzlich mehrere Nächte nicht mehr schlafen können, welche körperlichen, seelischen und sozialen Folgen Schlafmangel haben kann - das wird hier glaubhaft und kindgerecht dargestellt. 
Dennoch hat die Geschichte von Marie Marne nicht durchweg positiven Eindruck bei mir hinterlassen können. Dafür fand ich es etwas zu langatmig, gerade in den Traumsequenzen, die immer mal beschrieben werden; und ganz besonders für Kinder, die es nun mal vielleicht lieber etwas spannender haben. Vieles wird außerdem nicht in Frage gestellt, sondern einfach als gegeben angesehen. Auch Marie, von der man das mit 13 Jahren durchaus schon erwarten könnte, hinterfragt nichts und zweifelt nichts an. Sie führt stattdessen einfach alles aus, was der ominöse Mr. Phisto ihr aufträgt, ohne sich mit den Konsequenzen oder dem Sinn dahinter zu beschäftigen. Das fand ich nicht immer so nachvollziehbar - und letztlich hat genau das ja auch verheerende Folgen.
Ansonsten punktet "Marie Marne und das Tor zur Nacht" mit einer interessanten Idee, einer mutigen Heldin, die über sich selbst hinaus wächst - und einem eindrucksvollen Buchcover, das wirklich ins Auge fällt.



Ein herzliches Dankeschön an den Osburg Verlag und Pia Mortensen der PIA Presseagentur für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 14. August 2014

"Unterwegs mit Hector" - Álvaro Ortiz

Egmont Graphic Novel, 2014
14,99 Euro

Handlung:
Polly weiß alles besser, Moho ist ein Schlitzohr, und Piter hat die Ruhe weg. Fast hätten sich die drei Freunde für immer aus den Augen verloren. Doch jetzt ist Hector tot. Mit seinem letzten Wunsch bringt er die drei Lebenden wieder zusammen: Sie sollen die Asche des toten Freundes verstreuen, an einem ganz bestimmten Ort am Meer. Ein X auf einer Landkarte markiert das Ziel. So beginnt eine ungewisse Reise mit ungewissem Ende, im Gepäck die Erinnerung an alte Zeiten, und auf der Rückbank sitzt ein Affe. Ein aberwitziger Roadtrip über unglaubliche Zufälle, wahre Freundschaft und den Sinn des Lebens.
(Quelle: hier)


Meine Meinung:
"Unterwegs mit Hector" ist das gewissermaßen das erste Graphic Novel, das ich je gelesen bzw. angeschaut habe. Dafür, dass ich anfangs jedoch überhaupt nicht wusste, ob das überhaupt etwas für mich sein könnte, muss ich jetzt sagen: ich bin begeistert. Ich habe "Unterwegs mit Hector" total gemocht! Ich hab keinerlei Vergleichsmöglichkeiten zu anderen derartigen "Büchern", aber ich stelle fest, dass mir diese Art der zeichnerischen Leseunterhaltung ausgesprochen gut gefällt.
Die Zeichnungen, die alle in sehr erdigen-braunen Tönen gehalten sind, erzählen eine wunderbar kuriose und leicht schräge Geschichte von 3 Freunden, die sich nach längerer Zeit wiedersehen - wegen eines traurigen Anlasses, denn die Drei wollen die Asche eines Freundes verstreuen. Aber eigentlich bietet das Graphic Novel so viel unterschwelligen Witz, sei es durch einzelne Gesten oder die Mimik einer der Personen, oder sei es durch einen unvermuteten Satz - so wirklich traurige Stimmung mag gar nicht so recht aufkommen. 
Gerade den Anfang fand ich wirklich gelungen und sehr geeignet, um den Leser in seinen Bann zu ziehen. Denn nach und nach werden die drei Hauptfiguren vorgestellt, im Hier und Jetzt und in der Vergangenheit, bis sich schließlich nach und nach die Wege kreuzen und offensichtlich wird, woher sich sämtliche Beteiligte kennen. Aber nicht nur die Zeichnungen sind größtenteils gelungen - größtenteils, weil ich hier und da Schwierigkeiten hatte, die Personen (vor allem die weiblichen) auseinander zu halten, manche sehen sich doch arg ähnlich... - , es ist vor allem die Geschichte, die einem zu Herzen geht, und die neben all der lustigen Töne, die angeschlagen werden, eben auch das Traurige und Nachdenkliche am ganzen Geschehen durchscheinen lassen.
Ich denke, mit "Unterwegs mit Hector" habe ich einen Glücksgriff getan, um in das Feld der Graphic Novels hineinzuschnuppern, und es wird sicher nicht das letzte gewesen sein, durch das ich geblättert habe.


Mittwoch, 13. August 2014

"Dein eines, wildes, kostbares Leben" - Jessi Kirby

Kosmos Verlag, 2014
14,99 Euro

Handlung:
„Sag mir, was hast du vor mit deinem einen, wilden und kostbaren Leben?“ Diese Frage stellt ein Englischlehrer seiner Abschlussklasse. Die Antworten darf jeder in ein Tagebuch schreiben, das danach eingesammelt und zehn Jahre unter Verschluss gehalten wird. Die 17-jährige Parker Frost weiß zumindest, was man von ihr erwartet: zum Medizinstudium nach Stanford. Am besten mit dem Stipendium, das zu Ehren von Julianna und Shane eingerichtet wurde, die vor zehn Jahren nach einem Autounfall verschwanden. Als Parker durch Zufall das Tagebuch von Julianna findet und darin liest, ist sie erschüttert. Denn deren Leben stellt sich plötzlich ganz anders dar. Was geschah damals, in der Nacht des Unfalls? Und ist es möglich, dass Julianna noch am Leben ist? Das Ergründen von Juliannas Geheimnis bedeutet für Parker letztlich eine Reise zu ihrem innersten Selbst und zu dem, was sie wirklich will.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:

"Ich habe schon oft darüber nachgedacht. Aber jedes Mal ende ich wieder beim selben Gedanken - was, wenn ich in zehn Jahren die Möglichkeit habe zu lesen, wer ich war, und es bereue?" (S.17)

Mir hat "Dein eines, wildes, kostbares Leben" ausgesprochen gut gefallen. Ich bin sicher gut 10 Jahre zu alt, um mich direkt in Parker hineinversetzen zu können, die sich in den letzten Wochen ihres letzten Schuljahres befindet. Trotzdem habe ich mich in jedem einzelnen Satz, in jedem Gedanken von ihr wiederfinden können und das fand ich fürs Leseerlebnis ganz wunderbar. 
Parker hat mir in ihrer ruhigen Persönlichkeit sehr gut gefallen; die Art, wie sie denkt und wie sie Dinge sieht. Ich konnte ihre Grübeleien nachvollziehen, wenn es darum geht, wie ihr Leben weitergehen soll - und als sie sich, zunächst gar nicht bewusst, die Frage stellt, was sie von ihrem eigenen Leben eigentlich erwarten will und soll. Ihre Mutter hat große Pläne für sie, ein Stipendium für die Stanford University ruft; eigentlich ist Parkers Laufbahn schon längst vorherbestimmt und verplant. Aber ist das überhaupt das, was Parker selbst will? Sie hat das nie in Frage gestellt. Bis das Projekt ihres Lehrers ihr in die Quere kommt. Denn das ruft Erinnerungen an einen 10 Jahre zurückliegenden Unglücksfall wach - der zunächst augenscheinlich gar nichts mit Parker zu tun hat. Aber sie lässt dieses Projekt nicht los und plötzlich steht sie selbst vor der Frage, was einem im Leben wichtig ist - vor allem dann, wenn es keine zweite Chance gibt. 

Das Buch konnte bei mir vor allem wegen seiner sehr schönen Sprache punkten. Ich habe mich innerhalb weniger Kapitel vollends in der Geschichte verloren und das Buch letztlich in wenigen Stunden komplett durchgelesen und dann mit einem zufriedenen Seufzer zugeklappt. Ich war einfach zu gespannt, ob Parker das Geheimnis um Julianna herausfindet und inwiefern das auch eine Bedeutung für sie selbst haben kann.
"Dein eines, wildes, kostbares Leben" empfinde ich als sehr empfehlenswerte Lektüre, die einen selbst nachdenklich und irgendwie auch melancholisch werden lässt. Es verleitet dazu, sich zu fragen, wie man sein eigenes Leben vor 10 Jahren gesehen hat und ob man heute alles erreicht hat, was man sich selbst damals gewünscht und vorgestellt hat - oder ob man mit den Alternativen glücklich ist. Es ist damit eigentlich ein Fingerzeig, mal über sich selbst und sein Leben nachzudenken.




Dienstag, 12. August 2014

Gemeinsam lesen

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Heute rausgepickt: "Days of blood and starlight" von Laini Taylor, aktuell Seite 228.



2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
" "Who was that?" Zuzana whispered as Karou led her an Mik out of the big courtyard where the monsters were gathered."

3. Was willst du unbedingt zu deiner aktuellen Lektüre loswerden?
Ich sitze seit Ewigkeiten an diesem zweiten Band der Reihe von Laini Taylor. Ich habe vor Wochen angefangen und bin nach wie vor noch nicht mal bei der Hälfte des Buches. Das liegt einfach daran, dass ich stets, wenn ich denn das Buch überhaupt zur Hand nehme, nur einige wenige Seiten lese, bevor ich es wieder beiseite lege. Ich sag es mal ganz plump: Es ist so unglaublich langweilig!!! Das hätte ich nach Teil 1 nie gedacht! Teil 1 hat mich echt umgeworfen, wegen der Sprache, wegen der Gefühle, die in den Sätzen steckten, wegen dem ganzen Setting in Prag etc. Und hier? Hier ist einfach alles weg. Hier ist überhaupt nichts Besonderes mehr. Der ganze "Charme" des ersten Teils ist völlig verschwunden, die eigenartige und ungewöhnlich Atmosphäre, die sich durch Buch 1 gezogen hat. Hier ist alles so bemüht. Es passiert über Kapitel hinweg nichts, Karou gefällt mir hier überhaupt nicht mehr. Und es wird mir zu Fantasy-mäßig. Dazu kommt, dass ich über viele Strecken hinweg das Gefühl habe, manches nicht zu verstehen. Das liegt weniger an der Sprache als vielmehr an dieser Vielzahl von Gestalten und Figuren, die hier immer mal auftauchen, alle mit ungewöhnlichen Namen; und ich vergesse stets, wer zu wem gehört und wer welche Rolle spielt. Ich blicke auch nicht immer durch, wo sich Karou und auf der anderen Seite Akiva eigentlich gerade aufhalten. Bisher bin ich wirklich enttäuscht von diesem zweiten Teil. Ich kann nur hoffen, dass die zweite Hälfte besser wird...

4. Kommen in deinem aktuellen Buch Tiere vor? Wenn ja, welche und haben sie eine besondere Rolle? Wenn nein, welches Tier würdest du gerne hineindichten, wenn du der Autor wärst?
Hm. Also Tiere im "normalen" Sinn gab es hier bisher nicht. Es gibt ja aber die "chimaera" (so heißen sie im Englischen, ich weiß nicht, wie die deutsche Übersetzung ist), und die sind ja gewissermaßen erschaffen aus verschiedenen Tierarten und sehen deswegen auch ziemlich tierisch aus, nehme ich mal an. Zumindest stelle ich sie mir so vor. 


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