Mittwoch, 30. April 2014

Nachtrag zu "mybook.de"

Vor ein paar Tagen habe ich mybook.de ausprobiert und euch HIER davon berichtet. Damals hatte ich (in den Kommentaren) noch "stolz" erzählt, dass man Buchtipps per Email erhalten würde, einmalig nur - und das wäre dann aber auch das Ende der Geschichte.
Ähmmm... nein. Nicht ganz.
Denn seit ich die Seite getestet habe und mir einmalig (denkste!) Buchvorschläge zugeschickt wurden, blieb es nicht dabei. Mittlerweile habe ich 6 (in Worten: SECHS) weitere Emails von den Leuten da bekommen - zu jedem Thema extra, also sowohl "Mystery" als auch "Liebesgeschichte". Macht also schon 12 Emails. Immer wieder mit neuen Büchervorschlägen. Und immer wieder auf die nett-freundschaftliche Art nach dem Motto "Hast du dir meine Vorschläge vom letzten Mal schon angesehen?" oder "Wie fandest du denn Buch XY, das ich dir in der letzten Nachricht vorgeschlagen habe?" (Als wär ich sofort in den Laden gerannt und hätte es nicht nur prompt gekauft, sondern auch gelesen... o.O)
Irgendwie grenzt das schon fast an Spam, find ich. Meiner Erinnerung nach stand beim Ausfüllen und Abschicken des kleinen Fragebogens zur Buchfindung nie und an keiner Stelle, dass man fortan mit Emails rechnen muss, die einen regelmäßig befallen werden. Oder? Hab ich es überlesen?
Wieso schreiben die mir so viel, darum hab ich gar nicht gebeten! Und wie lange geht das vor allem noch so weiter? Ich meine, versteht mich nicht falsch: diese Emails stören mich jetzt nicht weiter. Alle paar Tage hab ich halt eine Nachricht von "René von mybook.de" im Postfach - na ok. Kann sie ja auch einfach löschen. Aber so ein bisschen ... frech ..., dass die einfach munter weiterschreiben, obwohl man das Ganze ja nur mal testen wollte, ist es schon. Find ich. Oder steh ich da alleine da?
Habt ihr die Seite auch getestet? Bekommt ihr auch noch fleißig Emails?

Dienstag, 29. April 2014

Gemeinsam lesen

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Mein aktuelles Zugbuch ist "Schattenmädchen" von Laila El Omari. Das habe ich gestern erst angefangen, daher bin ich momentan erst auf Seite 38.
 
 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Mochte man den Montgomerys auch mit einigem Misstrauen begegnen, so waren sie doch die nächsten Nachbarn und deren einzige Tochter Helen noch dazu in Mayas Alter."

3. Was möchtest du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Das Buch spielt in Ceylon (auf Ceylon?!), was ich ziemlich toll finde, weil ich - zumindest meiner Erinnerung nach - noch nie ein Buch gelesen habe, was dort spielt. Bin schon sehr gespannt auf die entsprechende Atmosphäre, die das Buch hoffentlich transportieren wird - aber bisher bin ich guter Dinge, denn die Geschichte fängt diesbezüglich vielversprechend an. Momentan wird die Familie Cameron vorgestellt, die eine Teeplantage besitzt, und ich bin erst noch dabei, mich zurecht zu finden. Ich kann noch nicht abschätzen, in welche Richtung sich das Buch entwickeln wird. Der atemberaubende Held der Story ist schon aufgetaucht und ich habe so das Gefühl, dass die beiden Schwestern Irene und Maya jeweils ein Auge auf ihn geworfen haben. Keine Ahnung, ob mich hier tragische Liebesgeschichten, Dramen oder verzwickte Dreiecksgeschichten erwarten werden - ich lass mich einfach mal überraschen.

4. Aus welchem Grund hast du dich gerade jetzt für deine aktuelle Lektüre entschieden?
Na, das ist relativ einfach: ich hab das Buch über "Blogg dein Buch" bekommen und nur 1 Monat Zeit, es zu lesen. Ich hab in den letzten Tagen alle erhaltenen Rezensions- und Leseexemplare der letzten Zeit weggelesen, und "Schattenmädchen" ist das letzte, das noch aussteht.
 
 

Montag, 28. April 2014

"If you stay: Füreinander bestimmt" - Courtney Cole

Knaur Verlag, 2014

Handlung:
Seit dem Tod ihrer Eltern hält die 22-jährige Mila zusammen mit ihrer Schwester Madison das Familienrestaurant am Laufen und ist überzeugte Single-Frau. Das ändert sich, als sie Pax Tate kennenlernt. Pax ist auf den ersten Blick alles andere als ein Traummann: tätowiert, knallhart und mit schlechtem Benehmen. Doch ausgerechnet von ihm und seiner sexy Ausstrahlung fühlt Mila sich unwiderstehlich angezogen. Gegen jede Vernunft geht sie eine Beziehung mit ihm ein und entdeckt immer mehr Pax’ zärtliche Seite. Aber die Vergangenheit holt Mila und Pax unaufhaltbar ein. Wird die Kraft ihrer Liebe ausreichen, um zu bestehen?
(Quelle: hier)


Meine Meinung:
Nach anfänglicher Skepsis hat mir "If you leave" letztlich doch ziemlich gut gefallen. Bücher aus dem Bereich "New Adult" - was im Klartext heißt: "romantische Liebesgeschichte mit einem Hauch Erotik" lese ich sonst eher selten, wenn ich mal ehrlich sein soll, aber hier habe ich es schlussendlich nicht bereut.
Wer sich nach den ersten Zeilen der ersten Seite nicht direkt abschrecken lässt, der wird hier durchaus seinen Lesespaß haben, denn dann weiß er/sie immerhin, wie hier der Hase läuft. Manche Szenen sind durchaus sehr freizügig und direkt - aber nie so aufdringlich, dass man sie als völlig unpassend oder störend empfinden würde. Viel mehr passen sie ins Gesamtbild der Story über ein ungleiches Pärchen, das sich - wohl gerade wegen seiner Unterschiedlichkeit - verliebt und sich eine Chance gibt. Mila blieb mir zwar ein wenig fremd (bis zum Ende konnte ich sie mir z.B. nicht mit dunklen Haaren vorstellen, obwohl sie welche haben soll); tatsächlich hatte ich den Eindruck, der Fokus der Story liegt definitiv auf ihrem Liebsten, Pax. Pax, der in dieser Geschichte nun mal "den bösen Jungen" spielen soll und dementsprechend beim besten Willen keine weiße Weste hat. Diese Rolle nimmt er meines Empfindens auch gut ein, auch wenn seine Wandlung vom harten Kerl zum ... naja, sagen wir mal, "absolut lieben Softie" für mich einen Tick zuviel war. Das hat mich irgendwie gestört, denn das passte nicht zu ihm. 
Anstrengend fand ich außerdem manche Dialoge, denn die wirkten durch bemühte "Altklugheit" und Pseudo-Verantwortungsbewusstsein einfach unecht. Na klar spielen hier keine naiven Highschool-Teenies mehr die Hauptrollen, sondern eben junge Erwachsene. Aber müssen die dennoch so abgeklärt und unerträglich vernünftig daherreden?! Zumindest meistens, denn gerade Pax rutscht dann doch immer mal auch in seine gewohnt derbe Ausdrucksweise ab - und diese Mischung fand ich verwirrend...
Trotzdem fand ich die paar Stunden Lesezeit, die ich mit diesem Buch verbringen dufte, sehr unterhaltsam und kurzweilig, und ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung "If you leave", in der es um Milas Schwester Madison gehen wird.


Ein herzliches Dankeschön an Frau Keßler vom Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

Gewinner, wohin das Auge blickt!

Hallo ihr lieben Gewinnspiel-Begeisterten da draußen. Mein Gewinnspiel zur Aktion "Blogger schenken Lesefreude" endete zwar schon etwas früher als die meisten anderen Gewinnspiele (nämlich schon gestern abend), aber dafür bekommen die beiden Gewinner ihre Bücher immerhin auch früher zugeschickt ;) 
Einige Interessierte haben sich für die beiden bei mir verlosten Bücher gefunden und mir sehr schöne und interessante Antworten auf die Frage "Warum ist dein Lieblingsbuch dein Lieblingsbuch geworden?" hinterlassen. Manche der von euch genannten Bücher kenne ich überhaupt nicht - die haben mich dank eurer Begründung aber so neugierig gemacht, dass ich da auf jeden Fall mal dranbleiben werde. Dankeschön dafür!

So, genug gelabert, kommen wir zum Wesentlichen: den Gewinnern! 



"Vango - Zwischen Himmel und Erde" geht an



Kristina D.

und


"Die große Wörterfabrik" geht an



frauzettelchen

Herzlichen Glückwunsch, ihr beiden! Ich hab euch schon jeweils eine E-Mail geschrieben, schickt mir bitte eure Adressen! 
An alle anderen: Danke fürs Mitmachen und eure Antworten. Bei mir gibt´s sicher demnächst wieder mal ein Gewinnspiel.


Samstag, 26. April 2014

"Der stete Lauf der Stunden" - Justin Go

Hoffmann und Campe Verlag, 2014
22,99 Euro


Handlung:
Ein unermessliches Erbe, bald für immer verloren. Der junge Tristan Campbell muss herausfinden, wer die geheimnisvolle, schöne Imogen war. Und warum sich der vermögende Ashley in sie verliebt hat - vor fast einem Jahrhundert. Und vor allem, warum die beiden nicht zueinander finden konnten. Zwei Monate bleiben Tristan. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem der Herzschlag immer stärker wird: Von den Höhen des Himalaya über London, Paris, Berlin bis nach Schweden und Island. Überall entdeckt er Spuren einer großen Liebe.


Meine Meinung:
Kennt ihr das auch? Dass ihr nach dem Lesen das Gefühl habt, euch rast ein Zug durch den Kopf und ihr steht haarscharf direkt an der Bahnsteigkante, seht ihm hinterher, eure Haare flattern noch im Zugwind und ihr fühlt nur eine große unbeschreibbare Leere in euch?
So fühle ich mich gerade nach dem Auslesen von "Der stete Lauf der Stunden" - irgendwie dumpf. Und leer. Gleichzeitig aber absolut begeistert, denn das Buch war wirklich fantastisch. Aber es gehört definitiv zu solchen Büchern, die einen nach dem Beenden irgendwie ratlos zurück lassen, wie mit einem Brett vor dem Kopf; sei es, weil man das Gefühl hat, etwas nicht ganz verstanden zu haben, oder weil man glaubt, etwas wesentliches überlesen zu haben. Beides ist bei mir nicht das Fall. Trotzdem habe ich das Buch nach der letzten Seite zugeklappt und kann bis jetzt dieses ungute Gefühl der Unzufriedenheit nicht abstellen.
Denn man kämpft sich gemeinsam mit den Protagonisten durch gleich zwei Handlungsstränge: einmal wird die Vergangenheit der kurzen Liebesgeschichte von Ashley und Imogen im frühen 20. Jahrhundert aufgerollt. Andererseits begleitet man Tristan im Jetzt dabei, eben diese Liebesgeschichte zu rekonstruieren und zu verstehen, was damals alles passiert ist. Diese Suche führt Tristan quer durch Europa und hat mir unglaublich Spaß gemacht, ihr zu folgen. Wie eine Schnitzeljagd bauen sich einzelne Puzzleteile aufeinander auf, ergeben mal plötzlich Sinn, nur im nächsten Moment in eine scheinbare Sackgasse zu verlaufen. Tristans Suche in Europa fand ich nicht auf einer einzigen Seite langweilig, und beeindruckend fand ich, wie der Autor hier alles so scheinbar mühelos zusammengefügt und in Einklang gebracht hat. Von Briefen über Gemälde bis zu Schmuckstücken dient einfach alles als Hinweise. Und auf einmal - zwar etwas unglaubwürdig, aber dennoch verblüffenderweise - glaubt man ebenso wie Tristan, auf dem richtigen Weg zu sein und das wesentliche Teilchen - die Lösung, die Erklärung! - gefunden zu haben. Dann aber enttäuschte Autor Justin Go mich schließlich doch noch auf den letzten Seiten. Ich kam mir nach all den Seiten ein wenig betrogen vor - und das führt wohl zu meiner Unzufriedenheit und meiner Leere im Kopf, durch den über mehrere Hundert Seiten zuvor ein voll bepackter Zug gerast ist.
Unabhängig davon kann ich guten Gewissens sagen, dass "Der stete Lauf der Stunden" eine wunderbare Schmöker-Geschichte um eine Liebesgeschichte in der Vergangenheit ist, die Familienbande quer durch Europa aufdröselt und bis ins Heute verfolgt. Für alle Roman-Fans eine echte Empfehlung!


Ein herzliches Dankeschön an den Hoffmann und Campe Verlag für das Rezensionsexemplar!


Mittwoch, 23. April 2014

Blogger schenken Lesefreude 2014

Und da haben wir ihn: den 23. April, den Welttag des Buches!
Hallo an alle Leser und an alle, die heute zum ersten Mal hier vorbei schauen. Wie versprochen beteilige ich mich auch in diesem Jahr an der Aktion "Blogger schenken Lesefreude" und verlose daher gleich zwei ganz wunderbare Bücher, auf die ihr ab heute eine Gewinnchance habt.

Was gibt es denn?



Timothée de Fombelle "Vango - Zwischen Himmel und Erde"
Paris 1934: Vango ist 19 und soll gerade zum Priester ernannt werden, als plötzlich Schüsse fallen und er fliehen muss. Die Polizei verfolgt ihn, weil er angeblich einen Mord begangen hat. Aber nicht nur die Polizei ist hinter ihm her, sondern auch mysteriöse Verfolger ohne Namen und Gesicht. Warum, weiß Vango nicht. Eine atemberaubende Verfolgungsjagd durch das Europa am Vorabend des 2. Weltkriegs beginnt: über die Dächer von Paris, weiter mit dem Zeppelin bis nach Sizilien und schließlich nach Schottland zu Vangos großer Liebe, der geheimnisvollen Ethel. Immer getrieben von der Frage: Wer bin ich? Denn Vangos rätselhafte Herkunft scheint der Schlüssel zu allem zu sein.

***** Das verlose ich als Taschenbuch-Ausgabe. Warum ich so verliebt in dieses Buch bin, könnt ihr HIER noch einmal nachlesen.

Agnès de Lestrade "Die große Wörterfabrik"
Es gibt ein Land, in dem die Menschen fast gar nicht reden. In diesem sonderbaren Land muss man die Wörter kaufen und sie schlucken, um sie aussprechen zu können. Der kleine Paul braucht dringend Wörter, um der hübschen Marie sein Herz zu öffnen. Aber wie soll er das machen? Denn für all das, was er ihr gerne sagen würde, bräuchte er ein Vermögen...


***** Hiervon gibt es die Geschenkausgabe zu gewinnen. Beide Bücher sind selbstverständlich neu und ungelesen.



Was muss ich dafür tun?

Wenn ihr eins der beiden gewinnen möchtet, solltet ihr mitmachen. Die Teilnahme ist eigentlich ganz einfach. Unten seht ihr ein Teilnahmeformular, das ihr ausfüllen müsst. Mehr nicht. Wer dieses Formular nicht ausfüllen möchte oder kann (Google-Kapriolen und so...), der kann mir auch einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen oder mir eine Email mit seinen/ihren Antworten schicken an i-am-bookish(at)web.de.  Alle Antworten zählen - ganz egal, wie ihr mitmachen möchtet. Schreibt mir dann in die Kommentare/ die Email aber bitte auf jeden Fall folgende Angaben: einen Namen, mit dem man euch zweifelsfrei zuordnen kann, und welches Buch ihr gewinnen möchtet.

Im letzten Jahr habe ich mich sehr über eure zahlreichen Kommentare und Nachrichten gefreut, allerdings haben manche das gar ein wenig zu wörtlich genommen und mir tatsächlich nur mal schnell ihre Email-Adresse als Kommentar da gelassen. Da ich mich aber immer sehr über "richtige" Nachrichten freue, fänd ich es toll, wenn ihr mir in diesem Jahr zusätzlich eine kleine Frage beantworten würdet:

Warum ist dein Lieblingsbuch dein Lieblingsbuch geworden?

Im Formular habe ich es nicht als Pflichtfrage gekennzeichnet, d.h. ihr habt auch eine Gewinnchance, wenn ihr sie nicht beantwortet. Da ich es jedoch immer aufregend finde, zu erfahren, welche Bücher andere beeindruckt haben, würde ich mich über eure Antworten auf diese Frage sehr freuen.

Alle Antworten, die bis zum 27.04. bis 18 Uhr eingegangen sind, wandern in den Lostopf. Folgende Punkte sind noch zu beachten:

1. Du musst 18 Jahre alt sein. Sollte dies nicht der Fall sein, brauche ich eine Einverständniserklärung deiner Eltern.
2. Ich versende nach Deutschland, Österreich und die Schweiz, übernehme aber keine Garantie, falls das Buch unterwegs verloren gehen sollte.
3. Der Rechtsweg und eine Auszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen.






So. Dann wünsch ich euch viel Glück und verabschiede mich für heute mit einem



Samstag, 19. April 2014

"Ab morgen ein Leben lang" - Gregory Sherl

Dumont Buchverlag, 2014
18,00 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch von einem Autor, der unter 30 ist


Handlung:
Evelyn Shriner und Godfrey Burkes sind füreinander bestimmt. Doch das ahnen sie nicht, sie kennen sich nicht einmal. Evelyn ist Bibliothekarin und hat eine Schwäche für große Liebesgeschichten. Außerdem hat sie eine Obsession für Dr. Chins erstaunliche Vergegenwärtigungsapparatur entwickelt, mit der man seine romantischen Aussichten mit einem bestimmten Menschen sehen kann. Sie testet einen Mann nach dem anderen, doch laut Maschine ist der Richtige einfach nicht dabei … 




Meine Meinung:

"Was ist, wenn es mit der Liebe ist wie mit einer Zeitbombe? Wenn man sich in so viele Leute verliebt, die einfach nicht zu einem passen, dass sich das Herz mit jedem Einzelnen ein bisschen weiter verhärtet, sodass man den Richtigen oder die Richtige finden muss, bevor das Herz komplett zu Stein wird?" (S. 152)

"Ab morgen ein Leben lang" ist definitiv ein Leuchten am Bücherhimmel. Das Buch ist so herrlich, dass man sich eigentlich nur darin verlieben kann. Die Geschichte von Evelyn und Godfrey, die sich über Umwege kennen lernen und merken, dass sie eigentlich etwas ganz Großes sein könnten, ist nicht nur schon an sich so interessant und außergewöhnlich ausgedacht. Die Idee einer Vergegenwärtigungsmaschine, mit deren Hilfe man in seine romantische Zukunft blicken kann, um zu sehen, ob man denn mit seinem (jetzigen) Partner überhaupt eine Chance hat - schon diese Idee fand ich grandios! Dann wechseln sich Evelyn und Godfrey aber auch mit dem Erzählen ab und ich schwankte von Kapitel zu Kapitel, weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte, wer hier eigentlich besser berichtet und unterhält. Irgendwie beide, jeder für sich genommen ganz toll. Während mir Godfrey anfangs noch ein wenig unbeholfen und fast "leicht vertrottelt" vorkam, hätte ich Evelyn zunächst am liebsten geschüttelt - dann aber entwickelt sie so liebenswürdige Macken, dass man sie einfach sympathisch finden muss. Und ihre Torschlusspanik in Sachen Beziehung konnte ich fast besser nachvollziehen, als mir lieb war...
Obendrein hat Gregory Sherl aber noch dazu einen unvergleichlichen Schreibstil, kann Dinge manchmal ganz gekonnt und kurz auf den Punkt bringen, manchmal aber eben auch so wahre kleine Dinge sagen, die einem selbst gar nicht (mehr) so wirklich bewusst sind. Ich hab mich schlicht und einfach pudelwohl gefühlt beim Lesen. 

"Ab morgen ein Leben lang" macht Spaß, unterhält bestens, hat Pageturner-Qualitäten und bietet Vorzeige-Protagonisten, mit denen man lacht, leidet und hofft, und die man auf den Weg zu einem herzzerreißend schönen Ende begleiten darf.


Ein herzliches Dankeschön an den Dumont Verlag für das Rezensionsexemplar!


Mittwoch, 16. April 2014

Noch 1 Woche bis zum Welttag des Buches!

Und damit noch 1 Woche bis zur Aktion "Blogger schenken Lesefreude", an der ich auch in diesem Jahr wieder mitmache.
Ich zitiere an dieser Stelle mal die offizielle Homepage der Aktion:
 
“Blogger schenken Lesefreude” ist eine Gemeinschaftsaktion lesebegeisterter Blogger, die zum Welttag des Buches auf ihren Blogs Lieblings-Bücher verlosen. (...)Ein Leben ohne Bücher, Hörbücher und E-Books wäre für uns ein trauriges Leben.Am Welttag des Buches möchten wir unsere Lese-Begeisterung in die Welt hinaustragen und andere damit anstecken. Für uns ist dieser Tag wirklich ein Feiertag! Deswegen verlosen wir am 23. April 2014 auf unseren Blogs Bücher, die uns begeistert haben.


Genau so sieht es aus. Im letzten Jahr habe ich schon teilgenommen, da hattet ihr hier die Chance auf "Der Joker" von Markus Zusak, und ich dufte mich über diverse liebe und nette Kommentare und Nachrichten von euch freuen.
In diesem Jahr geht es weiter. Ich musste gar nicht lange überlegen, welches Buch ich verlosen möchte, das war mir schon vor einigen Wochen klar. Ich wusste, dass es ein Buch wird, das mich selbst völlig begeistert und verzaubert hat. Und davon gab es in den letzten Monaten (leider) nicht soo viele. Meine Wahl fiel daher recht schnell auf "Vango - Zwischen Himmel und Erde" von Timothée de Fombelle, denn dieses Buch hat mich wirklich vom Hocker gerissen. Ich möchte dieses Buch eigentlich am liebsten JEDEM empfehlen und gleichzeitig beneide ich alle, die das Lesen dieser großartigen Geschichte noch vor sich haben.

Dann habe ich jedoch vor kurzer Zeit ein weiteres ganz besonderes Buch in der Hand gehalten, das - im Gegensatz zu "Vango" - weniger mit Worten, sondern eher mit Bildern spricht. Und kurzerhand hab ich mich entschlossen, dieses Buch ebenfalls zu verlosen: "Die große Wörterfabrik" von Agnès de Lestrade. Nächste Woche habt ihr also die Chance auf zwei wunderbare Bücher.
 
Alle weiteren Infos, wie ihr gewinnen könnt und was ihr dafür tun müsst, gibt es nächste Woche, am 23. April, wenn die Aktion startet - und Welttag des Buches ist.
 
Interessierte Blogger können sich übrigens noch anmelden, um auch an der Aktion teilzunehmen und ebenfalls "Lesefreude zu verschenken". Alle Infos gibt es HIER.

Dienstag, 15. April 2014

Gemeinsam lesen

1. Welches Buch liest du aktuell und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade "Klammroth" von Isa Grimm und bin auf Seite 162.

 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Eine Weile lang wanderten sie durch das verlassene Erdgeschoss, durch Säle, in denen die Farbe von den Wänden geblättert war, und entlang zugiger Flure, von deren Decken Tapetenbahnen hingen wie abgestorbene Riesenfarne."

3. Was möchtest du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden?
Hmmm. Schwierig. Ich weiß noch gar nicht, was ich von dem Buch halten soll. Ich bin etwa bei der Hälfte und habe aber bisher noch nicht wirklich eine Ahnung, in welche Richtung sich das alles entwickeln soll. Es geht um eine Brandkatastrophe mit haufenweise Verletzten und Toten, die vor über 15 Jahren in einem Tunnel in Klammroth passiert ist. Und dieser Tunnel hat es nun grusel-mäßig in sich. Oder soll er zumindest haben laut Inhaltsangabe; bisher habe ich davon aber eher nur unterschwellig etwas mitbekommen. Momentan bin ich mir noch nicht sicher, ob die Story nicht noch einen ziemlichen Schlenker machen wird und sich letztlich herausstellt, dass da ganz andere "Mächte" ihre Hände im Spiel haben, als diese vermeintlichen Geister und ruhelosen Seelen. Keine Ahnung, mal sehen. Ich hatte auf ein wenig mehr "Grusel- und Horrorfaktor" gehofft, muss ich gestehen, da hatte ich mehr erwartet. Dennoch verbreitet die Geschichte bisher ein schön düster-neblig-undurchsichtiges Flair.

4. Mit welchem Charakter in deinem aktuellen Buch würdest du gerne die Rolle tauschen und warum?
Mit gar keinem. Ganz ehrlich. In dieser Geschichte möchte ich nicht auftauchen müssen. Die ganzen Erzählungen über die Brandopfer gehen einem doch schon etwas an die Nieren... Und irgendwie ist (bisher) auch niemand aufgetaucht, den ich spontan als sympathisch oder interessant ansehen würde, dass ich mir denken würde, mit dem würde ich gern mal tauschen wollen.

Sonntag, 13. April 2014

In my mailbox...

Ich klopf mir mal eben auf die Schulter *klopf klopf*
Denn trotz der (erneuten) Menge an neuen Büchern kann ich mit Stolz (!) sagen, dass ich mir nicht ein einziges davon selbst gekauft habe. Nein, sie kamen alle zu mir! 

Das sind alles Gewinne oder Rezensionsexemplare - und seien wir mal ehrlich: dafür kann ich ja nun wirklich nichts... ;)


Zunächst mal mögen mir alle Oster-Muffel diesen Osterhasen verzeihen. Ich hab´s jetzt eigentlich auch nicht so mit Osterdeko, aber dieser Hase mit Schlenkerbeinen lag da hier halt gerade so rum, und naja, ist ja auch bald Ostern, kann er also auch mal mit aufs Bild. 
So, dann hätten wir da folgende Neuzugänge:

Justin Go´s "Der stete Lauf der Stunden", "If you Stay" von Courtney Cole und "Ab morgen ein Leben lang" von Gregory Sherl kommen von den jeweiligen Verlagen. Von "If you stay" habe ich gestern mal das erste Kapitel gelesen und bin direkt nach dem ersten Absatz rot geworden. Holla die Waldfee, da geht ganz schön die Post ab, das muss ich mal so sagen. Das Buch kann ich definitiv nicht im Zug lesen, wenn die Gefahr etwaiger mitlesender Nachbarn besteht... 
"Ab morgen ein Leben lang" hab ich schon gelesen - ein echt schönes und wundersames Buch. (Auf dem Foto seht ihr vielleicht die diversen Papier- und Zellstoffschnipsel, die schöne Zitate im Buch kennzeichnen...) Ebenfalls schon gelesen wurde "Weil es nicht sein darf" von Conny Amreich, das hier auf dem "Gruppenbild" fehlt. Das gab es auch direkt vom Verlag, allerdings hat es mich nicht so recht begeistern können. Zumindest hatte ich ganz andere Erwartungen und die wurden nicht erfüllt.
Meine aktuelle Lektüre ist "Klammroth" von Isa Grimm, das ist ein Horrorbuch. Oder zumindest soll es ziemlich horrormäßig-gruselig-mysteriös zugehen und das hat mich direkt neugierig gemacht. Bisher ist noch nicht allzu viel passiert, aber ich bleib dran :)
Schließlich gab es noch "Totenfrau" von Bernhard Aichner und "Röslein stach" von Susanne Mischke als Gewinne.

Justin Go "Der stete Lauf der Stunden"
Ein unermessliches Erbe, bald für immer verloren. Der junge Tristan Campbell muss herausfinden, wer die geheimnisvolle, schöne Imogen war. Und warum sich der vermögende Ashley in sie verliebt hat - vor fast einem Jahrhundert. Und vor allem, warum die beiden nicht zueinander finden konnten. Zwei Monate bleiben Tristan. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem der Herzschlag immer stärker wird: Von den Höhen des Himalaya über London, Paris, Berlin bis nach Schweden und Island. Überall entdeckt er Spuren einer großen Liebe.

Courtney Cole "If you stay"
Seit dem Unfalltod ihrer Eltern hält die 22-jährige Mia zusammen mit ihrer Schwester das Familienrestaurant am Laufen. Nebenbei hat sie ein kleines Atelier als Künstlerin und ist überzeugte Single-Frau. Das ändert sich, als den 24-jährigen Pax Tate kennenlernt. Pax ist auf den ersten Blick alles andere als ein Traummann: Tätowiert, knallhart und mit schlechtem Benehmen. Doch ausgerechnet Pax bringt in Mia eine Seite zum Schwingen, die sie vorher noch nicht kannte - und sie in ihm auch.

Gregory Sherl "Ab morgen ein Leben lang"
Evelyn Shriner und Godfrey Burkes sind füreinander bestimmt. Doch das ahnen sie nicht, sie kennen sich nicht einmal. Evelyn ist Bibliothekarin und hat eine Schwäche für große Liebesgeschichten. Außerdem hat sie eine Obsession für Dr. Chins erstaunliche Vergegenwärtigungsapparatur entwickelt, mit der man seine romantischen Aussichten mit einem bestimmten Menschen sehen kann. Sie testet einen Mann nach dem anderen, doch laut Maschine ist der Richtige einfach nicht dabei … 

Conny Amreich "Weil es nicht sein darf"
Wien im April 1914: Um Rache am Tod seiner Mutter zu üben, nimmt der 16-jährige Oskar Heller eine Stelle als Stallbursche bei der Adelsfamilie von Grayn an. Und das Undenkbare geschieht: Ausgerechnet der freiheitlich gesonnene Oskar, der die Aristokratie mit ihrem Snobismus und für ihn unbegründeten Herrschaftsanspruch hasst, verliebt sich in Alexandra, die Tochter des Hauses – und umgekehrt. Doch beide wissen, dass ihre Liebe keine Chance hat. Dann aber bricht der Krieg aus und alle Karten werden neu gemischt . . .

Isa Grimm "Klammroth"
Seit Jahren ist der uralte Tunnel stillgelegt. Doch etwas geht um in den Tiefen des Berges. Kinderstimmen wispern im Dunkel, und etwas regt sich in den Schatten. Einst war Klammroth ein stiller Weinort am Fluss - bis eine Katastrophe die Idylle zerstörte. Dutzende Kinder starben bei einem verheerenden Unfall im Tunnel, viele weitere wurden entstellt. 
Nun, sechzehn Jahre später, kehrt eine der Überlebenden nach Klammroth zurück: Anais hat die Qualen des Feuers noch nicht überwunden, als ihr Vater sie zu sich ruft. Etwas Unerklärliches erscheint des Nachts vor den Fenstern. Gespenstisches geschieht - und jemand fordert neue Opfer. Der Tunnel hat Anais nicht vergessen ...


Bernhard Aichner "Totenfrau"
Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten.

Susanne Mischke "Röslein stach"
Toni ist einfach nur froh, von zu Hause auszuziehen. Endlich in den eigenen vier Wänden! Ralph, ihrem kontrollsüchtigen Stiefvater, ist sie ein für alle Mal entkommen. Doch die alte Villa, die sie mit drei Mitbewohnern teilt, birgt ein abscheuliches Geheimnis: Vor zwanzig Jahren wurde ein Mädchen auf brutale Weise darin ermordet. Und der verurteilte Täter ist seit Kurzem wieder auf freiem Fuß.

*****
Für mich heißt es jetzt: Tage zählen, denn ab Freitag hab ich ein paar Tage Urlaub und ich werde ABSOLUT. GAR. NICHTS. machen in dieser Zeit. Nur schöne Sachen. Sowas wie ausschlafen. Lesen. Mal wieder "Stolz und Vorurteil" auf DVD schauen. Rumhängen. Ähmmmm... Das wird ein Spaß... ;)

(Inhaltsangaben von amazon.de)

Samstag, 12. April 2014

"Die Geschwister Gadsby" - Natasha Farrant

Carlsen Verlag, 2014
15,90 Euro

Handlung:
Bluebells Familie wird täglich verrückter: Die ständig über Wochen abwesenden Eltern; die große Schwester Flora mit dem Hang zum Drama und den ständig wechselnden Haarfarben; Jasmin und Twig mit ihren geliebten Ratten, die sich plötzlich drastisch vermehren (obwohl doch angeblich alle Weibchen waren); der Au-Pair-Student Zoran, der den ganzen Laden mit Würstchen und gesundem Menschenverstand zusammenhält. Dann zieht im Nachbarhaus auch noch Joss ein, und er ist doch netter, als Bluebell zuerst dachte …
(Quelle: hier)


Meine Meinung:

"Es kommt mir so vor, Blue, als wärst du verlorengegangen", sagte Zoran nach einer Weile. "Und doch auch so, als wolltest du gar nicht gefunden werden." (S. 190)

Bluebell Gadsby berichtet von ihrer Familie. Von ihren Eltern und von ihren Geschwistern. Das tut sie mithilfe von Tagebucheinträgen und Videomitschnitten, denn auf diese Art möchte sie ihr Leben festhalten - und schon auf den ersten Seiten fühlt man sich als Leser dadurch direkt wohl. Die Familienmitglieder wirken alle auf ihre Art schrullig, aber insgesamt macht alles einen sehr netten und sympathischen Eindruck, eben mit den typischen alltäglichen Familienproblemen (pubertierende Töchter, genervte schwerbeschäftige Eltern etc.).
Schon nach einigen Seiten beginnt diese Fassade jedoch zu bröckeln und als Leser erhascht man Einblicke, wie es wirklich bei den Gadsbys aussieht. Deren friedliches Zusammenleben macht nur nach außen hin einen zufriedenen Vorzeigefamilie-Eindruck. In Wahrheit ist hier einiges im Argen: die Eltern sind ständig unterwegs, reisen quer durch die Welt und lassen ihre Kinder teils tagelang mit einem überforderten Au-Pair allein. Es wird einem recht schnell klar, dass das nicht allzu lange gut gehen kann.
Mittendrin steht nun Bluebell und ist - auch wenn sie es nicht zeigt - unglücklich. Den Grund erfährt man auch recht schnell: Blues Zwillingsschwester Iris ist vor 3 Jahren gestorben. Blue hat mehr und mehr das Gefühl, sie wäre die Einzige in ihrer Familie, die das überhaupt noch bekümmert, die noch an Iris denkt, die sie vermisst und manchmal das Gefühl hat, Iris´ Schatten zu sehen. Die restliche Familie lebt ihr Leben weiter und obwohl Blue sich nichts anmerken lässt, kann sie dies einfach nicht so recht fassen.
Mir hat Blue als Sprecherin hier sehr gut gefallen. Die Momente, in denen sie an Iris denkt und von ihr berichtet, haben mich manchmal so kalt erwischt, dass ich beim Lesen tatsächlich die Tränen zurückblinzeln musste. Und das, obwohl dieses Buch nach außen hin so einen fröhlichen und unbeschwerten Eindruck macht! Davon sollte man sich wirklich nicht täuschen lassen, das Buch ist sehr viel eindringlicher und nachdenklich stimmender, als es zuerst den Anschein macht.

"Die Geschwister Gadsby" hat mich wirklich positiv überrascht. Was in der Inhaltsangabe zunächst nach lustigem locker-leichtem Jugendbuch klingt (und dieser Eindruck wird auch durch den rosa Buchdeckel verstärkt), verbirgt vielmehr eine unterhaltsame, aber gleichwohl ernste Geschichte über Verlust, Verliebtsein und Familienbande - und wie man all das unter einen Hut kriegt, ohne dabei sich selbst zu verlieren.


Donnerstag, 10. April 2014

Getestet: mybook.de - Auf der Suche nach neuen Lieblingsbüchern

Habt ihr schon mal auf die Seite www.mybook.de geschaut? Dort wird versprochen: "Wir finden dein nächstes Lieblingsbuch."
Klingt doch gut. Ich meine, wer kennt das nicht: man hat zwar Bücher neben sich liegen, aber irgendwie kann man sich nicht so ganz dazu durchringen, zu einem zu greifen. Weil man nicht ganz sicher ist, ob einem die Handlung gefallen wird. Weil man schon soviel unterschiedliche Meinungen zu diesem Buch gehört hat. Weil man vorsichtig geworden ist, weil die Bücher, die man zuletzt gelesen hat, irgendwie alle nur so mittelmäßig waren, keins davon hat einen wirklich begeistert.
Ich bin zwar nicht wirklich auf der Suche nach einem neuen Lieblingsbuch. Ich finde, sowas kann man eh nicht bewusst suchen; viel eher merkt man schon während des Lesens, dass man da ein Buch in der Hand hält, das besonders ist. Ich lege es nicht darauf an, ein neues Lieblingsbuch zu finden - mit denen, die ich als meine Lieblingsbücher bezeichnen würde, bin ich schon ganz zufrieden.
Aber man kann ja auch einfach so mal schauen, was einem andere Leute raten als nächste Lektüre, die mich begeistern wird. mybook.de nutzt einen Fragebogen, um herauszufinden, welches dein nächstes Buch werden könnte.
Ich hab es zweimal durchgespielt. Mit zum großen Teil gleichen Angaben (ich bin ja nun mal, wer ich bin, das ändert sich ja nicht...), aber mit unterschiedlichen Wünschen, was ich lesen möchte.
Der Fragebogen fängt eigentlich ganz gut an, erfragt wird das Geschlecht, wo man am liebsten liest, wieviel man liest, wie alt man sich fühlt (nicht, wie alt man ist; das finde ich nett formuliert, immerhin ist man ja angeblich nur so alt, wie man sich fühlt). Dann kann man seine Lieblingsautoren und seine Lieblingsbücher eintragen. (Das fand ich zunächst etwas merkwürdig, ich kann mir schwer vorstellen, dass jemand da Querverbindungen zieht zu aktuellen Büchern und einem wirklich nur etwas empfiehlt, was an sein Lieblingsbuch erinnert...) Aber gut. Hab ich natürlich auch eingetippt. Sonst wurde aber nicht sehr viel mehr abgefragt. Nichts von wegen: worauf legst du Wert, was magst du in Büchern, was würdest du überhaupt nicht lesen etc.
Dann die große Frage: WAS möchte ich denn als nächstes lesen?! Einiges zur Auswahl. Beim ersten Durchgang habe ich spontan "Mystery" gedrückt (Hallo?! Ich bin ein Akte X-Fangirl. Selbst heute noch, obwohl die Serie seit Jahren vorbei ist. NATÜRLICH steh ich auf Mystery und Geheimnisse!!).
Anfrage abgeschickt und gewartet. Die Antwort bekommt man nämlich per Email. Die hatte ich dann einige Zeit später auch im Postfach und ich ließ mich mal überraschen. Schon beim allerersten Blick wurde mir jedoch klar, dass DAS überhaupt nicht meinem Lesegeschmack entspricht. Und: dass die 3 Vorschläge in meinen Augen beim besten Willen nichts mit "Mystery" zu tun haben.
 
Empfohlen wurden mir "Alexandra Ivy: Gefährtin der Ewigkeit" -> Oberfail, denn absolute Vampirgeschichte, noch dazu mit pseudo-erotischen Anwandlungen. Ich muss nur "mächtige Vampirin und betörender Begleiter" in der Inhaltsangabe lesen, da vergeht mir spontan völlig die Lust am Lesen.
Zweiter Vorschlag: "J.R. Ward: Black Dagger" -> Ebenfalls Niete, denn ebenfalls Vampirgeschichte. Und ebenfalls "düster, erotisch, unwiderstehlich". Nee. Will ich nich. (Versteht mich nicht falsch; ich hab nix gegen Erotik in Büchern, es ist eher der Vampir, der mich da stört... :D )
Dritter Vorschlag: "Coreene Callahan: Feuer - Gefährliche Begierde" -> Hehe. An der Stelle muss ich lachen. Ich guck mir das Cover an und denk mir "Oh, da geht´s bestimmt um Drachen. Der Typ auf dem Cover hat ein Drachen-Tattoo, aber es geht bestimmt (leider) nicht um den Typen mit dem Tattoo, sondern um den DRACHEN." Ich gestehe: Drachengeschichten befinden sich bei mir etwa auf einer Stufe mit Vampiren, Trollen, Elfen und Feen. Also ziemlich weit unten. "Verfeindete Drachenclans und Drachenkrieger" erzählt mir die Inhaltsangabe, und da ist mir klar: das war nix. Gar nichts. Das ist überhaupt nicht das, was ich lese. Und lesen möchte. Und es ist insbesondere nicht das, was ich mir unter "Mystery" vorstelle. Da gehören für mich ganz andere Sachen rein. Wabernde Nebelschwaden, gruselige Schatten und merkwürdige Geräusche mindestens.
Ist das also nur ein falsches Zuordnen der Kategorie gewesen? Was hätte mich wohl erwartet, wenn ich "Fantasy" ausgewählt hätte?!
 
Ich starte also einen zweiten Versuch. (Und hoffe gleichzeitig, man wird nicht rausgebuzzert, wenn man das gleiche Vorhaben 2x versucht. Man weiß ja nie. Aber: es scheint zu klappen.) Dieses Mal beantworte ich alles eigentlich genauso, aber ich suche mir die Kategorie "Liebesromane" aus. Jaja, alle stöhnen jetzt auf, wie langweilig usw. Ich geb´s zu: manchmal steh ich total auf Liebesschnulzen. Manchmal brauch ich sowas. Nicht sowas übelst verkitschtes, oder so typische Frauenromane mit puderzucker-rosa Covern, sondern einfach ne nette Liebesgeschichte.
 
Hier gab es auch wieder 3 Empfehlungen:
1. "Kristan Higgins: Ich habe mich verträumt" -> Das ist genau so ein puderzucker-rosa Buch, wie ich es eben beschrieben habe, aus der Sparte "Freche Frauenromane". (Wer denkt sich solche Kategoriennamen aus??) Naja, jedenfalls klingt es ganz nett, das werd ich für schlechte Zeiten vielleicht mal im Hinterkopf behalten.
2. "Anna Mitgutsch: Wenn du wiederkommst" -> Sieht auf den ersten Blick gut aus und klingt auch gar nicht so übel. Aber dann! Dann kommt der böse Satz, schon in der Inhaltsangabe: "Dann aber stirbt Jerome". Hallo? Was ist denn da los? Ich will ROMANTIK und LIEBE und SCHNULZ und so Krams; ich will doch nicht schon von vornherein wissen, dass eine der beiden Personen stirbt. Sowas frustriert mich, so etwas möchte ich nicht lesen! Zumindest nicht, wenn ich auf Liebe eingestellt bin. Dann schon bitte eher rosa Puderzucker.
3. "Emma Hamberg: Für Wunder ist es nie zu spät" -> Hach. Ich weiß nicht. Das klingt gar nicht übel, aber irgendwie spricht es mich überhaupt nicht an. Das wird wohl eher nicht auf meine Wunschliste wandern.
 
Fazit: Ich könnte das Spielchen noch ein paar Mal weiter probieren; vielleicht mach ich das auch noch. Für den ersten Eindruck hat mir das jedoch erstmal gereicht. Ich denke, mybook.de kann einem durchaus interessante Bücher vorschlagen, v.a. welche, von denen man noch nicht gehört hat, wenn man sich im Fragebogen beispielsweise explizit "Geheimtipps" wünscht. Ich glaube, Leseanstöße kann es schon geben. Das kann ein Besuch in einer Buchhandlung jedoch auch, denke ich. Einfach mal stöbern, würd ich sagen. Vor allem was die Mystery-Kategorie betrifft, hat mich das Resultat doch ziemlich enttäuscht. (Oder belustigt. Wie man´s nimmt.)
 
Habt ihr Erfahrungen mit der Seite? Probiert es doch auch mal aus und lasst hören, was ihr demnächst lesen werdet ;)
 
 

Mittwoch, 9. April 2014

"Betula Krummnagel: Der Fluch des fröhlichen Sargtischlers" - Birgit Bestvater

Pepperbooks Verlag, 2014
12,95 Euro

Handlung:
Die Sommerferien sind für die zehnjährige Betula langweilig, weil der Großvater seine Zeit nur in der Tischlerwerkstatt verbringt. Aber durch einen alten Fluch gerät die Familie Krummnagel mächtig aus dem Häuschen. Wenn Großtanten es satt haben, allein verflucht zu sein, können sie ziemlich gemein werden. Das erkennt Betula sehr schnell. Auch, dass Rotzblasen heulen nicht weiter hilft, wenn der Großvater plötzlich Holzwürmer reden hört. Dabei wollte Betula doch nur ihre Großtante Martha kennenlernen. Sie konnte ja nicht ahnen, dass sie durch eine List zur Komplizin rund um den alten Familienfluch wird. Ausgestattet mit einer Taschenlampe, einem verrosteten Wecker und einer großen Portion Mut begibt sich Betula in das alte Sarglager des Großvaters. Sie ist entschlossen, den Fluch zu bannen. Doch das geht gründlich schief ...
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Betulas Großtante Martha ist verflucht: Sie kann Holzwürmer reden hören. Weil sie nach gut 30 Jahren keine Lust mehr hat, dieses Fiasko alleine durchzustehen, benutzt sie gemeine Tricks, und plötzlich ergeht es ihrem Bruder - Betulas Opa - und Betula selbst genauso. Während der Großvater das Ganze jedoch nicht wahr haben möchte und sich in Ausflüchte à la "Tinnitus" rettet, findet Betula alles gar nicht so schlimm; immerhin sind manche Holzwürmer ziemlich lustig und nett und gut unterhalten kann man sich mit ihnen auch. Doch wie lange kann das gut gehen, und woher kommt dieser Fluch eigentlich? Was hat das Ganze mit der Sargtischlerei der Krummnagels zu tun?
"Betula Krummnagel: Der Fluch des fröhlichen Sargtischlers" ist ein buntes, chaotisches, ideenreiches Kinderbuch, bei dem auch ich wirklich viel Spaß hatte. Zumindest habe ich eine Geschichte wie die von Betula noch nie gelesen. Die sprechenden Holzwürmer fand ich ebenso sympathisch wie Betula, und Geschichten rund um Familienflüche haben ja eh immer einen besonderen Reiz. So auch der Fluch der Familie Krummnagel, der seine Wurzeln viele Jahrzehnte in der Vergangenheit hat. Wie die Krummnagels ihre vertrackte Situation lösen können und welche Bedeutung eigentlich Betulas Name hat - das kann durchaus jeder für sich selbst beim Lesen dieses ungewöhnlichen Buches entdecken.


Ein herzliches Dankeschön an den Pepperbooks Verlag für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 8. April 2014

Gemeinsam lesen

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese seit gestern in "Ab morgen ein Leben lang" von Gregory Sherl und bin auf Seite 51.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Ich will ehrlich sein: Auf die Bonuspunkte, die einem das freiwillige Büchervorlesen für Blinde einbringt, spekuliere ich schon."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Am Samstag flatterte mir eine Büchersendung ins Haus, vom Dumont Verlag, und ich habe geradezu gequietscht vor Begeisterung, als ich darin "Ab morgen ein Leben lang" entdeckte. Denn dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, die Inhaltsangabe klang so toll! Es geht um die Möglichkeit, in einer Art Hightech-Praxis in seine romantische Zukunft sehen zu können - und so herauszufinden, ob man beispielsweise in einigen Jahren immer noch mit seinem Partner zusammen ist, welche gemeinsame Zukunft einen mit eben dieser Person erwarten wird, ob man nicht in gut 5 Jahren vielleicht besser dran ist, wenn man eben diesen Partner verlässt. So ungefähr. Geschrieben wird das Ganze aus der Sicht von Godfrey und Evelyn, die sich auf Seite 51, auf der ich gerade bin, zwar noch nicht kennen; das wird sich aber - laut Inhaltsangabe - demnächst ändern. Bin schon sehr gespannt!

Edit: Ich pack noch ein Zitat obendrauf:

"Als sie lächelt, wird eine kleine Lücke zwischen ihren Schneidezähnen sichtbar. Hals über Kopf verliebe ich mich in die Lücke und alles drum herum."

4. An welchem Ort spielt die Handlung deines aktuellen Buches? Würdest du dort gerne einmal hinreisen?
Oh, erwischt. Ich weiß nicht, wo das Buch spielt. Zumindest nicht die Stadt. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass die Story in den USA spielt, und zwar in der Zukunft. Ich war noch nie in den USA, verspüre jetzt auch nicht den dringenden Zwang, das zu ändern, auch wenn ich mir z.B. New York oder die Ecke Maine/ New Hampshire/ Massachusetts gern mal ansehen würde. Oder San Francisco.

Montag, 7. April 2014

"Zeitsplitter - Die Jägerin" - Cristin Terrill

Boje Verlag, 2014
14,99 Euro

Handlung:
Marina steht am Anfang: Sie ist reich, beliebt und verliebt in einen hinreißend attraktiven Jungen. Em ist am Ende: Sie ist seit Jahren auf der Flucht, seit Monaten in einer winzigen Zelle eingesperrt, wird beinahe täglich verhört. Die beiden Mädchen haben nichts gemeinsam, außer der einen Sache: Sie sind ein und dieselbe Person. Vier Jahre trennen sie. Vier Jahre, in denen die Welt an den Rand des Abgrunds gerät. Doch Em bekommt die Möglichkeit, durch eine Zeitreise die Vergangenheit zu ändern. Nur ist der Preis, den sie dafür zahlen muss, schrecklich ...
(Quelle: hier)


Meine Meinung:
Ich mag Zeitreisegeschichten. Ich mag es, zu lesen, wie sich andere darüber Gedanken gemacht haben, wie Zeitsprünge funktionieren könnten, wie sie über Paradoxien, Paralleluniversen, andere Zeitstrahlen etc. sprechen und grübeln, bis sich das alles im eigenen (Leser-)Hirn verknotet und verschwurbelt und man ganz verwirrt ist - aber dennoch begeistert von der Geschichte, die einem da soeben vorgesetzt wurde.
Bei "Zeitsplitter - Die Jägerin" ging es mir nicht anders. Die Grundpfeiler für gut ausgedachte Zeitreisemöglichkeiten waren gelegt und an manchen Stellen wurden auch wissenschaftliche Erklärungen geliefert, das fand ich gut. Vor allem aber hat mir der permanente Perspektivenwechsel zwischen Marina und Em - ihrem anderen Ich, das 4 Jahre entfernt existiert - hier unglaublich gut gefallen. Die einzelnen, meist recht kurz gehaltenen Szenen überlappen sich immer um einige Augenblicke, sodass man kurz sowohl aus dem einen als auch aus dem anderen Blickwinkel erlebt, was geschieht. Und das ist eine ganze Menge. Von Beginn an sind Marina, James und Finn der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Schon bald stellt sich - durch Ems Vorausblicke - jedoch heraus, dass einer von ihnen ziemlich falsch spielt und sich in naher Zukunft zu einem Tyrannen entwickeln wird. Das Ziel der zukünftigen Em ist also, diese Person schon im Jetzt zu erledigen, um das drohende Unheil in der Zukunft zu verhindern. 
Das klingt schon jetzt kompliziert? Ist es aber gar nicht so sehr. Im Buch wird vieles erklärt, vieles jedoch auch wiederum nicht, manches wird nur angedeutet, der Leser bei manchen Sachen bewusst im Dunkeln gelassen. Zumindest habe ich jetzt nach dem Lesen tatsächlich noch einige unbeantwortete Fragen, die aber höchstwahrscheinlich geklärt werden in den Nachfolgebänden, die es zu "Zeitsplitter" wohl geben soll.

Letztlich ist "Zeitsplitter - Die Jägerin" wirklich gut gemachte, spannende und eher jugendlich gehaltene Science-Fiction rund ums Zeitreisen, die jedoch auch mit vielen emotionalen und persönlichen Tönen überraschen kann. 


Freitag, 4. April 2014

"Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" - Joël Dicker

Piper Verlag, 2013
22,99 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch mit mehr als 500 Seiten


Handlung:
Ein Skandal erschüttert das Städtchen Aurora an der Ostküste der USA: 33 Jahre nachdem die zauberhafte Nola dort spurlos verschwand, taucht sie wieder auf. Als Skelett im Garten ihres einstigen Geliebten ...Dieser raffinierte, anspielungsreiche Roman liest sich wie ein Krimi und ist doch viel mehr! Es ist der Aufmacher jeder Nachrichtensendung. Im Garten des hochangesehenen Schriftstellers Harry Quebert wurde eine Leiche entdeckt. Und in einer Ledertasche direkt daneben: das Originalmanuskript des Romans, mit dem er berühmt wurde. Als sich herausstellt, dass es sich bei der Leiche um die sterblichen Überreste der vor 33 Jahren verschollenen Nola handelt und Quebert auch noch zugibt, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben, ist der Skandal perfekt. Quebert wird verhaftet und des Mordes angeklagt. Der einzige, der noch zu ihm hält, ist sein ehemaliger Schüler und Freund Marcus Goldman, inzwischen selbst ein erfolgreicher Schriftsteller. Überzeugt von der Unschuld seines Mentors - und auf der Suche nach einer Inspiration für seinen nächsten Roman - fährt Goldman nach Aurora und beginnt auf eigene Faust im Fall Nola zu ermitteln ...


Meine Meinung:

"Nach den Büchern kommen andere Bücher. Nach dem Ruhm kommt anderer Ruhm. Nach dem Geld kommt anderes Geld. Aber nach der Liebe, Marcus, nach der Liebe bleibt nur das Salz der Tränen." (S.559)


Nach mehreren gescheiterten Versuchen, in Wort zu fassen, warum mich dieses Buch so begeistert hat, beschränke ich mich jetzt auf Fakten.
Was ist es, was dieses Buch so besonders macht?

Es ist die Mischung: "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" ist Roman, Liebesgeschichte, Krimi und Detektivarbeit in einem. Und nicht eine Komponente kommt dabei zu kurz. Hier wird stets der richtige Ton getroffen und nie hat man das Gefühl, es würde langwierig werden oder manche Aspekte würden zu sehr ausschweifen. So ein Verdacht liegt bei über 700 Seiten gar nicht mal fern; aber ich kann versichern: es wird hier nicht auf einer einzigen Seite langweilig. Auf Seite 724 dreht man stattdessen wehmütig die allerletzte Seite um, liest dann noch die Danksagung des Autors und muss sich dann eingestehen, dass das Buch jetzt tatsächlich vorbei ist. 

Es sind die vielen einzelnen Figuren, die diesem Buch erst so richtig Leben einhauchen. Hier ist einfach jeder richtig besetzt und wunderbar gezeichnet. Von den Hauptfiguren Marcus und Harry selbst, über die Bewohner der kleinen Stadt Aurora, sei es der leicht trottelige Polizist oder die Kellnerin, die überzeugt ist, etwas besseres verdient zu haben, über den mächtigen Verlegerboss, der nur den Profit an der ganzen Geschichte sehen mag. Zu meiner Lieblingsfigur im ganzen Buch hat sich nach und nach Marcus´ Mutter entwickelt, denn diese Frau ist einfach herrlich in ihrer Art und ihrem Kommentaren.

Es sind die vielen kleinen und großen wunderbaren Sätze, die so unvermittelt im Buch auftauchen, die aber eine Wucht in sich haben, dass man beim Lesen geradezu umgerissen wird. Manche Sätze liest man noch einmal und haucht dann "Jaaaa!" Ich habe mir - wie immer - schöne Zitate und Sätze mit Papierschnipseln gekennzeichnet. Es sind eine Menge geworden. 

An einer Stelle im Buch sagt eine Figur "Vielleicht schreibt jeder Autor in seinem Leben nur ein einziges Buch." (S.572). Ich kann nur hoffen, dass sich Autor Joël Dicker diesen seinen eigenen Satz nicht zu sehr zu Herzen nimmt, sondern dass man von ihm noch ganz viel lesen und hören wird. Alles andere wäre zu schade.


Donnerstag, 3. April 2014

"40 Stunden" - Kathrin Lange

blanvalet, 2014
9,99 Euro

Handlung:
Als Faris Iskander – Ermittler einer Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen – ein Video erhält, in dem ein Mann ans Kreuz geschlagen wird, ahnt er nicht, dass dies der Beginn eines wahren Alptraums ist. Denn ihm bleiben nur 40 Stunden, um das Opfer zu finden. Versagt er, wird der Täter überall in Berlin Bomben zünden. Während Zehntausende von Menschen nichtsahnend den ökumenischen Kirchentag feiern, stellt sich Faris dem Wettlauf gegen die Zeit. Als er plötzlich eine Verbindung zu einem früheren Fall findet, muss er feststellen, dass der Täter ihm näher ist, als er es jemals für möglich gehalten hätte …
(Quelle: hier)



Meine Meinung:
Für mich als eher Selten-Thriller-Lesende war "40 Stunden" eine wirklich spannende, actionreiche, fiese und gelungene Abwechslung im Leseprogramm. Hier hat mir nicht nur das Konzept (die Handlung findet innerhalb von 40 Stunden nahezu in Echtzeit statt), das an die Erfolgsserie "24" erinnert, gefallen, sondern das gesamte Setting. Ein Kirchentag in Berlin, an dem sogar der Papst erwartet wird, bildet den Schauplatz für den Albtraum, in den Hauptfigur Faris Iskander geworfen wird. Faris selbst ist eine ruhige, aber sehr sympathische und glaubhafte Person, die mit dem eigenen religiösen Hintergrund tagtäglich zu kämpfen hat - und gerade deswegen so  gut in ihrem Job ist.
Ich fand die Storyline spannend, nachvollziehbar, durch wechselnde Schauplätze und Anschläge durchgängig aufregend gehalten. Einziger Kritikpunkt: ich hatte irgendwann mittendrin (eigentlich recht früh) eine Idee, wer der Täter sein könnte. Und ich hatte Recht!! Das hat den Überraschungsfaktor am Ende irgendwie ein wenig verdorben.
Trotzdem durchweg lesenswert!


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