Montag, 15. Dezember 2014

"Wer weiß, was morgen mit uns ist" - Ann Brashares

cbj Verlag, 2014
16,99 Euro



Handlung:
Die 17-jährige Prenna lebt mit ihrer Mutter in New York, seit sie zwölf ist. Doch was vorher war und wo sie herkommt, darf sie niemandem erzählen. Eine Pandemie hat Millionen Opfer gefordert, und zusammen mit wenigen anderen ist es Prenna gelungen, in unsere Gegenwart zu entkommen. Jetzt tun sie alles, um ihre Herkunft geheim zu halten. Deshalb gelten strenge Regeln für Prenna: möglichst kein Kontakt zu den Mitschülern, nicht mehr Worte als nötig. Sich mit einem Jungen aus der Schule zu verabreden, ist selbstverständlich ausgeschlossen. Prenna hält sich daran. Bis zu dem Tag, an dem ihr Ethan Jarves begegnet und sie sich Hals über Kopf verliebt …


Meine Meinung:
"Wer weiß, was morgen mit uns ist" hat mich überrascht. Ich bin sicher kein typischer Dystopie- und/oder Endzeitgeschichten-Leser und war gespannt und neugierig auf die Idee, die sich die Autorin hier hat einfallen lassen, um zu begründen, warum Prenna und ihre Mutter aufs Zeitreisen in die Vergangenheit angewiesen sind. Und ich muss sagen, die Begründung fand ich außerordentlich interessant - weil sie so nachvollziehbar und "real" ist und man sich sehr gut vorstellen kann, dass eben genau so etwas in der Zukunft tatsächlich vorkommen kann. Hier geht es nicht um irgendwelche abgedrehten und völlig konstruierten neuen Gesellschaftsformen, die die Menschen unterdrücken und die deswegen ihre Freiheit suchen. Nein, die Bedrohung besteht in etwas viel Naheliegenderem. Natürlich kann und will ich inhaltlich an dieser Stelle nicht zuviel verraten, sonst ist sofort die ganze Handlung klar. Interessierte sollten sich lieber selbst überraschen lassen.
An sich fand ich die Geschichte von Prenna und Ethan, der ihr hilfreich zur Seite steht, schön zu lesen. Prenna wirkt stets ziemlich unsicher, was ihrer realen Situation nur zu gut entspricht. Tatsächlich überfordert sie das Leben im "Jetzt" bisweilen und Ethan ist ihr Gegenpol, der Prenna schon viel länger kennt, als sie glaubt.
"Wer weiß, was morgen mit uns ist" hat jedoch ein wesentliches Problem: es schöpft seine Möglichkeiten nicht aus. Wie ich schon gesagt habe, finde ich die zugrunde liegende Idee hinter der Geschichte sehr gelungen, weil sie anders ist, noch nicht zig mal in Büchern aufgetaucht. Aber die Autorin macht leider zu wenig daraus. Zu wenig Spannung, zu wenig Action, zu wenig Verwicklungen und Probleme. Vielmehr haben Prenna und Ethan eigentlich ständig mehr Glück als Verstand und der Zufall spielt ihnen immer wieder sehr in die Hände. Das wirkt alles zu einfach, zu wenig mit Einfällen ausstaffiert, zu wenig dramatisch, und endet schließlich in einem "Showdown", der diesen Namen eigentlich nicht verdient hat. Als ich im Buch gelesen habe, worum es wirklich geht, habe ich mir gedacht "Wow, mit der Idee kann Frau Brashares aber gut ´ne Trilogie draus machen". Stattdessen ist die Story am Ende des Buches vorbei; denke ich zumindest, ich weiß nicht, ob hier eine Fortsetzung geplant ist. Hier hätte man wirklich viel mehr draus machen können! Und so ist "Wer weiß, was morgen mit uns ist" eigentlich eine eher ruhige zurückhaltende Geschichte, mit sympathischen Charakteren und einer sehr gelungenen Grundidee, die aber leider irgendwie ein wenig untergeht; schließlich ist auch das Cover nicht unbedingt ein Eyecatcher. Schade!


Ein herzliches Dankeschön an cbj und Blogg dein Buch!

1 Kommentare:

  1. Schade, dass der Roman sein Potenzial nicht ausschöpft. Die Idee klingt ja interessant und ich mag von Ann Brashares "The Sisterhood of the Travelling Pants", aber wenn Glück und Zufall überstrapaziert werden, ist das auch meist nicht mein Fall.

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