Montag, 22. Dezember 2014

"Tschick" - Wolfgang Herrndorf

Rowohlt Verlag, 2010
8,99 Euro

Lese-Bingo: Ein Buch, das verfilmt wurde/ wird (Dreharbeiten beginnen 2015)

Handlung:
Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz.
(Quelle: hier)


Meine Meinung:
Von "Tschick" hatte ich schon lange gehört, es schon oft in den Buchläden gesehen, und trotzdem bin ich immer dran vorbei gelaufen. Dann hat es mir eine Freundin geschenkt und nach einiger Liegezeit ging das Lesen des Buches bei mir dann doch ziemlich schnell. 
Was fällt mir nun zu diesem Buch ein? "Tschick" ist lustig und traurig zugleich, nachdenklich stimmend und komisch. Es ist kein Buch, das mich sofort sprachlos sitzengelassen hat. Vielmehr mache ich mir jetzt, nachdem ich das Buch schon seit 3 Tagen ausgelesen habe, erst richtig Gedanken darüber. 
Die Reise von Maik und Tschick ist - obwohl sie anfangs überhaupt nicht danach aussieht - etwas Besonderes. Etwas, das man so in seinem Leben wohl nur einmal tut, schon alleine wegen der Konsequenzen, die die beiden anschließend deswegen zuhause erwarten. Trotzdem habe ich mir beim Lesen des Buches mehrmals gedacht, dass ich bei dieser Fahrt gern dabei gewesen wäre, gern miterlebt hätte, was die beiden gesehen und erlebt haben, und gern Mäuschen bei ihren Gesprächen im Auto gewesen wäre. Das Buch stellt einen ganz besonderen Roadtrip dar, geprägt von Trotzreaktionen, Mut, Überwindungen, Vertrauen und dem Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft. Tschick und Maik begegnen während ihrer Reise so vielen ungewöhnlichen Personen, sie erleben schreckliche, lustige und kuriose Momente - manche davon sind vielleicht ein wenig dick aufgetragen. Tschick ist in meinen Augen ein unglaublich interessanter Charakter, den ich mir an manchen Stellen gern noch ein wenig ausgereifter und detaillierter gewünscht hätte. Ihn fand ich weitaus interessanter als Maik; trotzdem konnte ich Maiks Gedankengängen sehr gut folgen. Er neigt dazu, die Dinge einfach so zu benennen, wie sie ihm in den Kopf kommen. Und genau das macht auch den Reiz des Buches aus, finde ich. Man kann sich hier an vielen Stellen sowohl mit den Figuren als auch mit deren Sorgen und Nöten identifizieren, egal, ob man nun erst 14 ist oder schon 40. Maiks Reise öffnet nicht nur ihm die Augen, sondern auch dem Leser. Nämlich darüber, dass im Leben oftmals viel mehr steckt, als man eigentlich für möglich gehalten hat. Man muss sich nur drauf einlassen.


1 Kommentare:

  1. Schöne Rezension. Tschick liegt auf meinem SuB und wird 2015 sicherlich gelesen. Frohe Weihnachten!

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