Samstag, 18. Oktober 2014

"Meine wundervolle Buchhandlung" - Petra Hartlieb

DuMont Buchverlag, 2014
18,00 Euro

Lese-Bingo: Ein nicht-fiktionales Buch

Handlung:

Petra Hartlieb lebt gemeinsam mit ihrer Familie in und über einer Buchhandlung. Ihrer eigenen. Aus einer Schnapsidee heraus bemühte sie sich im Urlaub gemeinsam mit ihrem Mann um eine gerade geschlossene Traditionsbuchhandlung in Wien. Von einem auf den anderen Tag kündigte sie ihren Job und begann mit ihrer Familie ein neues Leben in einer neuen Stadt, ohne zu wissen, worauf sie sich einlässt. Im Herzen ist Petra Hartlieb noch immer Hippie geblieben, auf dem Papier ist sie aber nun schon seit zehn Jahren Unternehmerin. 

In diesem Buch erzählt sie ihre eigene Geschichte und die ihrer Buchhandlung. Einer Buchhandlung, die zum Wohnzimmer für die eigene Familie wird, und zum Treffpunkt für die Nachbarschaft. Mit Stammkunden, die zu Freunden werden, und Freunden, die Stammkunden sind. Petra Hartlieb erzählt in einem schlagfertigen und humorvollen Ton, der jede Zeile zu einem großen Vergnügen macht und jedes Kapitel zu einer Liebeserklärung an die Welt der Bücher.

(Quelle: buecher.de)


Meine Meinung:

"Eigentlich sollte eine Schweigeflicht für Buchhändler eingeführt werden, denn was die Buchauswahl manchmal über einen Menschen aussagt, sollte nicht herumerzählt werden." (S. 176)

"Meine wundervolle Buchhandlung" liest sich, als würde man mit einer guten Freundin, die zufällig in einer Buchhandlung arbeitet, gemütlich beim Kaffeeplausch zusammensitzen und eben dieser Freundin beim Erzählen zuhören. Denn genau das ist es im Prinzip, was Petra Hartlieb hier tut: sie erzählt aus ihrem Leben als Buchhändlerin. 
Das war sie nicht immer. Sie und ihre Familie kauften kurzerhand eine Buchhandlung in Wien und mussten sich von einem Tag auf den anderen mit den neuen Bedingungen, Anforderungen und vor allem Katastrophen anfreunden. Von der ersten Seite an kann man nun aus dem Munde von jemandem, der sich auskennt, erfahren, was es heißt, in einer Buchhandlung zu arbeiten. Dabei nimmt Frau Hartlieb kein Blatt vor den Mund; sie lässt die unschönen Seiten der Arbeit ebenso durchscheinen wie die angenehmen freudigen Momente; sie beschreibt kuriose Momente, kauzige und eigenwillige Käufer, und erklärt, dass der Umstand, Bücher zu lieben, nicht unbedingt gleichbedeutend ist und einhergeht mit dem Ziel, auch mit Büchern zu arbeiten.
In diesem Bericht werden vielmehr sowohl die Romantiker als auch die Skeptiker bedient. Die Romantiker, die Bücher-Liebenden, die denken, es gäbe keinen schöneren Job als den eines Buchhändlers, werden eines Besseren belehrt. Die Skeptiker, die meinen, die Bücherbranche hätte keine Zukunft und Buchhandlungen wären ohnehin vom Aussterben bedroht, bekommen aufgezeigt, dass es so nicht sein muss.

Mir haben die Schilderungen von Frau Hartlieb gut gefallen, weil sie ehrlich sind, sowohl die Sonnen- als auch Schattenseiten des Berufs beleuchten und weil sie dennoch unterhaltsam sind und Frau Hartlieb trotz des beschriebenen Stresses ihres Jobs ihren Humor scheinbar nicht verloren hat.

Ein kleiner Kritikpunkt geht jedoch an den Preis des Buches: für so ein schmales Büchlein von gerade mal 209 Seiten 18,00 Euro zu verlangen finde ich nicht nachvollziehbar und auch recht unangemessen, selbst wenn es sich um ein gebundenes Buch handelt...


Ein herzliches Dankeschön an buecher.de!

5 Kommentare:

  1. Genau DAS ist auch der Grund, warum ich mir das Buch noch nicht gekauft habe! Ich war auch geschockt vom Preis (und bei uns in Österreich ist das Buch ja noch teurer!) bei den nicht gerade vielen Seiten!
    LIebe Grüße
    Martina

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  2. Das klingt wirklich nett, aber ich stimme dir zu 18 Euro ist da echt ganz schön happig.

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  3. Ja, da müsste man echt abwarten, ob das auch als Taschenbuch erscheint (was es in ein paar Monaten bestimmt tut), und lieber dann mal zuschlagen...

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  4. Ach, in dem Roman gehts um "Hartliebs Bücher"?! Das hab ich noch gar nicht wirklich mitbekommen (auch wenn der Name der Autorin es eh suggeriert, aber gut ...). Bei der Buchhandlung bin ich früher ab und zu vorbeigekommen, muss aber gestehen, dass ich ihr nie allzu groß Beachtung geschenkt habe.
    Neugierig auf das Buch bin ich aber nun doch. Bei dem Preis wird das aber wohl eher ein Fall für eine Ausleihe aus der Bücherei.

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  5. @ Neyasha: Ja, ich hab beim Lesen ständig daran denken müssen, dass du vielleicht jeden Tag an dieser Buchhandlung vorbeiläufst :) Beziehungsweise gibt es laut Buch wohl auch noch eine zweite, allerdings fremdsprachige Buchhandlung, die auch zu den Hartliebs gehört.

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