Freitag, 17. Oktober 2014

"Ich bin Promi, also schreibe ich ein Kinderbuch"

Nicht zuletzt bei der Buchmesse in Frankfurt ist mir aufgefallen, dass heutzutage offenbar fast jeder, der möchte, ein Buch schreiben kann. Und es auch tut. Allen voran irgendwelche "Promis" (oder Personen, die gerne welche wären oder die glauben, sie wären welche) meinen, sie müssten sich jetzt neben ihrer Schauspiel-Karriere, ihrer Moderatoren-Tätigkeit, ihrer "ich-hab-gar-keine-Ahnung-was-du-tust-und-warum-du-eigentlich-bekannt-geworden-bist" - Arbeit und ihren diversen Auftritten im Scheinwerferlicht eine Geschichte ausdenken und diese aufschreiben. (*hust hust* Vielleicht sind dabei natürlich auch noch andere Personen beteiligt, die ganz gravierende Schritte bei der Entstehung des Buches übernehmen... Wegweisende und zu Papier bringende Schritte, sozusagen - wer weiß das schon... *hust hust*)

Und damit meine ich nicht mal nur Biografien. Ok, wenn jemand im hohen Alter meint, ´jetzt ist die Zeit reif, meine Memoiren zu schreiben´; naja, warum auch nicht. Vielleicht findet sich ja jemand, der sie liest. Oder wenn Hape Kerkeling meint, er müsse seine Kindheit in einem Buch verarbeiten - so what. (Ich mag Hape Kerkeling übrigens sehr, das nur mal am Rand. Ich habe also im Prinzip kein Problem damit, wenn er ein Buch schreibt. Sein "Ich bin dann mal weg" fand ich allerdings nicht so erhellend wie offenbar manch andere Leser...)

Aber wen meine ich denn? Nun, zum Beispiel Personen wie


  • Hilary Duff - ist Schauspielerin (scheinbar singt sie auch), irgendwann bin ich über ihre Buchreihe "Elixir" gestolpert (und muss sogar ganz ehrlich sagen, dass mir Band 1 und 2 gar nicht so übel gefallen haben)
  • Bettina Zimmermann - ist Schauspielerin, hat nun aber ein Kinderbuch namens "Mo- Ich bin jetzt wach!" geschrieben
  • Katja Burkard - kennt man als Moderatorin bei RTL, hat ebenfalls Kinderbücher geschrieben namens "Prinz Grünigitt" und "Rundherum und hin und her - Zähneputzen ist nicht schwer"
  • Diana Amft - Schauspielerin, aber auch Kinderbuch-Autorin von "Die kleine Spinne Widerlich"
  • Rocco Stark (WER???) - öhmm, eine Berufsbezeichung fällt mir bei ihm nicht ein; jedenfalls hat er auch ein Kinderbuch geschrieben namens "Der Moppelkönig: Eine unglaubliche Geschichte"
  • Collien Ulmen-Fernandes - war mal Moderatorin, hat sich nach der Geburt ihres Kindes aber wohl ebenfalls gedacht, ´jetzt schreib ich ein Buch´ und schrieb "Ich bin dann mal Mama"

Neuester Promi-Zugang, von dem ich gelesen habe: Jason Segel, besser bekannt als der "Marshall" aus How I Met Your Mother, oder aus so manchen Kinofilmen. Ja, auch der hat jetzt ein Buch geschrieben, oder besser gesagt: sich gleich das Ziel gesetzt, eine Trilogie draus zu machen. Gruselig soll das Buch sein, und damit bin ich natürlich sogleich neugierig geworden. "Nightmares" heißt das gute Teil und es erscheint im November auf Deutsch. 

Was ich mit dem Geschreibsel eigentlich sagen will: Ich verstehe nicht, warum jeder meint, Bücher schreiben zu müssen. Versteht mich nicht falsch: meinetwegen kann JEDER Bücher schreiben, wenn er oder sie will. Ist doch schön, wenn es immer wieder Neues gibt und der Büchermarkt nicht eingeht wegen Schreibfaulheit. Ich verstehe nur nicht, warum sich das a) bei "Prominenten" irgendwie so häuft - Ist das vielleicht ein neuer Trend bei den Celebrities, oder fällt das nur so auf, WEIL es eben Promis sind?! Haben die mit ihrem eigentlichen Job nicht genug zu tun?; und b) warum alle in die Kinderbuch-Sparte abdriften. Mich stört das nicht, es fällt nur auf. Ist es am "leichtesten", ein Kinderbuch zu schreiben? Weil die am wenigsten Text brauchen? Weil die den einfachsten Text brauchen? Weil die mindestens zur Hälfte aus Illustrationen bestehen, die jemand anderes herstellt?

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass ich die o.g. Bücher nicht kenne. Vielleicht sind die alle ganz wunderbar, das möchte ich auch keinem absprechen. Und ich möchte mit diesem Post auch nicht sagen, dass Schauspieler oder Moderatoren etc. nicht in der Lage wären, Bücher zu schreiben. Ich hab nichts dagegen, dass Promis Bücher schreiben. Aber es ist mir eben aufgefallen und daher kann man das ja einfach mal laut sagen, ne?

Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass Helene Fischer ein Kinderbuch veröffentlicht.

13 Kommentare:

  1. Haha, hab ich mich auch schon gefragt. Wenn jede Mama nach der Geburt ihres Kindes ein Buch schreiben würde, könnten wir uns vor Kinderbüchern ja gar nicht mehr retten. Ich glaube, es ist einfach eine Frage der Gelegenheit, denn wenn sie die Chance hätten, würden bestimmt viel mehr Leute Bücher veröffentlichen. Viele Promis haben sicherlich bedeutend bessere Kontakte in die Verlagswelt als die Normal-Mama, weshalb es ihnen halt leichter fällt.

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  2. Ja, das denke ich auch; aber die Frage bleibt trotzdem, warum jeder unbedingt Kinderbücher schreiben will. Ich meine, warum keinen Krimi (so wie Andrea Sawatzki) oder ein Gedichtband? Irgendwie stehen alle auf Kinderbücher...

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  3. Ich weiß gar nicht, ob sich das wirklich so häuft oder ob einem das einfach nur mehr auffällt, weil die Menschen eben bekannt sind. Es erscheinen ja auch noch tausende andere Kinderbücher. Aber dass Rocco Stark eins geschrieben hat ... das finde ich viel gruseliger als einen Gruselroman ...hi hi ...
    Das Buch von Jason Segel KANN ja nur gut sein ;) (auf den steh ich ja ;))

    LG

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  4. Ja, das wird schon so sein, dass einem das nur auffällt, weil die halt bekannt sind. Ach schön, du siehst das mit Rocco Stark ebenso wie ich :D Man müsste mal reinlesen, um den Gruselfaktor seines Buches zu ermitteln.
    Auf das von Jason Segel bin ich auch sehr gespannt. Da werde ich sicher mal reinlesen.

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  5. Vielleicht sollten wir folgende Halloween-Aktion machen: wir lesen die gruseligsten Geschichten von Menschen, die berühmt werden wollen, egal wie ;)
    Ok, dann werde ich mal abwarten, was du so sagst. Wobei ich Grusel ja gar nicht so gut abkann :D

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  6. Oh, da eine Auswahl treffen zu wollen, das dürfte schwierig werden :D
    Ich mag so ein bisschen Grusel durchaus, einfach etwas, das mal "über das normale" hinaus geht. Aber wenn´s zu horrormäßig wird, dann gebe ich auch auf. Früher hab ich öfter mal einen Horrorfilm geschaut, das kann ich heute gar nicht mehr. Da halte ich mir nur noch die Hand vor Augen :D Bei Büchern müsste ich alternativ dann einfach zuklappen ;)

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  7. So ein ähnliches Gespräch hatte ich neulich mit Frau Waltermann am Dumont Stand. Mir sind Krimi- / Horrorromane, Thriller nämlich zu aufregend. Bei Filmen ist das nicht so schlimm. Bei Büchern nehme ich einfach die Atmosphäre mehr in mich auf. Das wollte ich sagen. Gesagt habe ich aber: Bei Filmen stehen die ja wieder auf. Bei Büchern ist das ja mehr so echt! :D Katharina: Also ganz ehrlich, Nanni, auch in Büchern stehen die nachher wieder auf. :D :D :D

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  8. Ich glaube, dass das bei Promis (wobei ich von deinen genannten Namen grad mal die Hälfte kenne) lediglich mehr auffällt - wie Nanni schon sagte: Es schreiben zig andere Menschen auch Kinderbücher. Der prozentuale Ansatz von Promis dürfte da eher niedrig sein.

    Wer allerdings mit dem Gedanken "Ich schreibe ein Kinderbuch, weil das einfach ist" herangeht, wird vermutlich ein ziemlich schlechtes Buch produzieren. Gute Kinderbücher zu schreiben ist schließlich alles andere als einfach! Man muss sich in eine Zielgruppe hineinversetzen, aus der man längst herausgewachsen ist, man muss die Sprache anpassen, ohne dabei den Fehler zu machen, dass man zu einfach und banal schreibt, man muss die Spannung halten (da bei Kindern die Aufmerksamkeitsspanne doch eher niedriger ist), man muss den Kindern Identifikationsfiguren bieten und muss vorsichtig mit den Aussagen des Buches sein (die man auch möglichst noch ohne jeglichen erhobenen Zeigefinger rüberbringen sollte), etc.

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  9. Huhu =)
    Ich vermeide Bücher von Prominenten oder Menschen, die irgendwann mal 5 Sekunden Ruhm geerntet haben, eigentlich prinzipiell. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich immer denke "Wenn du tatsächlich so gut schreiben könntest und das Schreiben wirklich lieben würdest, hättest du deine "Karriere" doch gar nicht gebraucht, oder?". Ja, ich weiß, unfair. Aber auf mich wirkt das meist so. Ich meine, Micaela Schäfer hat ein Buch über das Nackt-sein geschrieben. Es ist, als wäre das so die letzte Idee, die das Management noch in Petto hat, um die "Karriere" zu pushen.
    Es gibt natürlich Ausnahmen. Du nennst Hape Kerkeling als Beispiel. Ich habe "Ich bin dann mal weg" nicht gelesen und werde es auch nicht tun, weil ich kein gefiltertes spirituelles Erlebnis brauche. Aber ich respektiere es durchaus, dass er offenbar glaubte, damit vielen Menschen helfen zu können.
    Anderes Beispiel: Timo Hildebrand (Ex-Torwart von Schalke 04, heute bei Eintracht Frankfurt) hat auch ein Kinderbuch geschrieben. Davon habe ich erfahren, als er bei "TV Total" zu Gast war. Die Art und Weise, wie er darüber erzählt hat, fand ich so sympathisch, dass es mich da nicht stört. Er war bescheiden und hat mir das Gefühl gegeben, dass er sein Buch "Noja und seine magischen Torwarthandschuhe" eigentlich für seinen kleinen Sohn geschrieben hat. Als würde ihm das Buch wirklich etwas bedeuten.
    Im letzten Satz liegt der Knackpunkt bei den meisten anderen "Promis". Ich habe oft das Gefühl, dass ihnen ihr Buch nichts bedeutet. Dass es nur ein weiterer Punkt auf der Liste der Dinge ist, die man als (halbe) Berühmtheit eben mal getan haben muss. Deswegen überzeugt es mich meist einfach nicht. Schreiben sollte von Herzen kommen und kein weiterer Weg sein, den eigenen Namen in den Medien zu halten.

    Der Name ist übrigens meiner Meinung nach auch der Grund, warum wir es bei "Promis" leichter mitbekommen, wenn sie uns mit ihren literarischen Ergüssen beglücken. Sie haben das Geld und die Gelegenheit, ihr Buch umfangreich zu promoten. Das, was "normale" AutorInnen erst schaffen müssen, nämlich sich einen Namen zu machen, haben sie bereits hinter sich, wie zweifelhaft es auch gewesen sein mag.

    Viele liebe Grüße,
    Elli

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  10. @Elli:
    "Das liegt hauptsächlich daran, dass ich immer denke "Wenn du tatsächlich so gut schreiben könntest und das Schreiben wirklich lieben würdest, hättest du deine "Karriere" doch gar nicht gebraucht, oder?""
    Hm, das könnte man aber dann auch zu allen anderen Autoren sagen, die noch einen Beruf ausüben: "Wenn du tatsächlich so gut schreiben könntest und das Schreiben lieben würdest, müsstest du doch kein Universitätsprofessor sein (Tolkien)" usw. Tatsache ist aber, dass nur die allerwenigsten Menschen vom Schreiben leben können - und von Kinderbüchern schon gar nicht.
    Schauspieler, Moderatoren, ... für mich sind das normale Berufe wie andere auch. Der Unterschied ist nur, dass es Berufe in der Öffentlichkeit sind, die dann zu einem gewissen Bekanntheitsgrad führen.
    Aber weshalb es für Lehrer (Hakan Nesser), Professoren (Tolkien, Rothfuss, Gabaldon), Anwälte (Grisham, Juli Zeh), etc. etwas anderes sein soll, wenn sie auch Schriftsteller sind als für Schauspieler oder Moderatoren, erschließt sich mir nicht ganz.
    Wenn man den Promistatus nur nutzt, um sich in Autobiografien selbst zu beweihräuchern, ist das etwas anderes. Aber Kinderbücher bzw. allgemein Bücher, bei denen es nicht um die eigene Person geht? Warum nicht?

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  11. @Caroline:
    Ja, ich sagte ja, das ist total unfair. Ich weiß das auch. Aber ich kann gegen den Gedanken einfach nichts machen und er entsteht eben nur bei Prominenten wie SchauspielerInnen, SängerInnen, ModeratorInnen, etc. Wie ich schon sagte, ich habe bei den wenigsten von Promis geschriebenen Büchern das Gefühl, dass der Autor oder die Autorin, der/die auf dem Cover steht, wirklich hinter ihrem Buch steht. Vielleicht bin ich da auch tatsächlich einfach etwas missgünstig. Vermutlich liegt das daran, dass ich zu Berühmtheiten allgemein eine etwas zwiespältige Einstellung habe. Meistens bin ich der Meinung, dass sie weder ihren Status noch ihre Bezahlung verdienen. Was Buchveröffentlichungen angeht, finde ich, sie nutzen einen unfairen Vorteil aus, den andere AutorInnen eben nicht haben, egal, was sie nebenher machen.
    Tja, ich bin eben auch nur ein Mensch und habe manchmal unfreundliche, unfaire Gedanken. ;)

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  12. @ Nanni: Ok, bei solchen Geschichten kann ich mir vorstellen, dass ihr viel Spaß auf der Buchmesse hattet ;)

    @ Neyasha: Also, zuerst einmal: ich wollte mit meinem Text nicht andeuten, dass es leicht ist, ein Kinderbuch zu schreiben. Ich weiß, dass es sehr viel schwieriger sein dürfte, sich auf eine Zielgruppe einzustellen, aus der man selbst schon sooo lange herausgewachsen ist. So meinte ich das also nicht. Was ich eher meinte, war die Tatsache, dass Kinderbücher sicherlich "schneller", also in kürzerer Zeit und "mit weniger Aufwand" geschrieben werden können, schon alleine, weil sie viel kürzer sind und eben tatsächlich zu einem Großteil auch diverse Illustrationen enthalten, die eine Geschichte ja gleich nochmal ganz anders wirken lassen (können). Zudem braucht man bei einem Kinderbuch eben nicht einen ausgefeilten Plot mit vielen Wendungen oder arg nachdenklich stimmenden Passagen. Ist ja eben ein Kinderbuch. Dass ein Kinderbuch trotzdem eine Botschaft vermitteln sollte und das nicht ganz einfach ist, steht ja außer Frage. Aber gefühlt würde ich eben denken, dass man schneller ein Kinderbuch zu Papier gebracht hat als einen richtigen Roman.
    Ansonsten sehe ich das auch wie du und das hab ich ja schon geschrieben: ich hab nichts dagegen, wenn jemand - egal, wer - Bücher schreibt, auch wenn er oder sie nun mal eigentlich einen ganz anderen Job hat. Die wenigstens, wenn sie denn nicht gerade Bestseller-Autoren sind, können eben wirklich nur von ihrem Schreiben leben. Mir ging´s in dem Post nur darum, auf diesen Umstand, dass gefühlt soviele Promis meinen, ein Kinderbuch schreiben zu können/müssen/dürfen, einfach mal hinzuweisen und das mal laut in die Runde zu sagen. :)

    @ Elli: Ich glaube, deine letzte Antwort war an Neyasha und nicht an mich gerichtet ;) Aber egal. Ich verstehe, was du meinst, wenn du sagst, dass Promis nur deswegen Bücher schreiben, weil sie es dann auf einer Liste abhaken können. Ich denke nicht, dass das bei jedem Prominenten der Fall sein wird. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass Promis eben leichter das Angebot von einem Verlag etc. bekommen, ein Buch zu schreiben und dass die einfach sagen, "Ok, da lass ich mich drauf, das mach ich, warum auch nicht, ich hab ja nichts zu verlieren". Ich kann mir vorstellen, dass manche das einfach ausnutzen, wenn sie ein Angebot bekommen. Und da ist es dann zweitrangig, ob es darum geht, ein Buch (für Kinder) zu schreiben oder vielleicht einen Werbespot für eine Bratwurst zu drehen. Wobei das sicher nicht bei jedem zutrifft; und gerade bei den Personen, die z.B. Neyasha aufgezählt hat, denke ich mir, die werden wirklich aus Leidenschaft und Lust und Laune schreiben und nicht, weil sie dafür ein Mords-Angebot bekommen haben.
    Was die unfaire Bezahlung mancher Promis angeht... naja, da brauchen wir ja nicht zu diskutieren :D

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  13. Cooler Artikel. Unserer Kleiner hat zurzeit auch immer seine Torwarthandschuhe von Uhlsport an. Sehen aber auch super aus. Lg

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