Sonntag, 26. Oktober 2014

"Hope Forever" - Colleen Hoover

dtv, 2014
9,95 Euro

Handlung:
Die 17-jährige Sky ist starken Gefühlen bisher aus dem Weg gegangen. Wenn sie einem Jungen begegnet, verspürt sie normalerweise keinerlei Anziehung, kein Kribbeln im Bauch. Im Gegenteil. Sie fühlt sich taub. Bis sie auf Dean Holder trifft, der ihre Hormone tanzen lässt. Es knistert heftig zwischen den beiden und der Beginn einer großen Liebe deutet sich an. Doch dann tun sich Abgründe aus der Vergangenheit auf, die tiefer und dunkler sind, als Sky sich vorstellen kann.
(Quelle: hier)


Meine Meinung:

"Es ist unglaublich, was der Klang einer Stimme, nach der man sich so lange gesehnt hat, in einem anrichten kann. Holder hat insgesamt nur sechs Wörter gesagt, aber in den wenigen Sekunden, die er brauchte, um sie auszusprechen, ist mein Herz in tausend Einzelteile zersprungen, und jetzt warte ich atemlos darauf, dass es wieder zusammenwächst und erneut zu schlagen beginnt." (S. 219)

Nach dem ersten Buch von Colleen Hoover ("Weil ich Layken liebe"), das mir wirklich unglaublich gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf eine neue Geschichte, die Verliebtsein, Herzschmerz und hoffentlich ein Happy End versprechen würde. Tatsächlich startet die Geschichte von Sky und Holder sehr unterhaltsam; ich fand die ersten gemeinsamen Szenen äußerst lesenswert, die Chemie hat zwischen beiden gestimmt und die Funken sprühen lassen. 
Ich bin zudem einmal mehr begeistert von der Fähigkeit der Autorin, Gefühle in Worte zu fassen. Es kommt so echt und wahr rüber, wenn sie Skys Gedanken und Seelenleben beschreibt, wenn sie mit einfachen Worten genau den Nagel auf den Kopf trifft. Das hat mich schon bei "Weil ich Layken liebe" beeindruckt und hier erneut. Dadurch fällt es so leicht, sich in Sky hineinzuversetzen, ihre Art und ihre Sichtweise nachzuempfinden; ja, man kann wirklich nachfühlen, was Holder in ihr auslöst und wie sehr sie in ihn verliebt ist. Das mochte ich sehr.

Trotzdem hat mir "Hope Forever" nicht so gut wie ihr erstes Buch gefallen. Das lag nicht nur daran, dass mir manche Muster einfach schon zu bekannt vorkamen aus "Weil ich Layken liebe". Vielmehr war der Grund, dass es mir ab einem Punkt im Buch (etwa in der Hälfte) einfach alles zuviel wurde: zuviel Drama, zuviel Herzschmerz, zuviel Rumgeschleime, zuviel Knutscherei (Ja, tatsächlich. Irgendwann nervt´s. Selbst in einem Liebesroman muss man nicht alle drei Zeilen einen Kuss einbauen, egal, ob auf den Mund, den Scheitel, die Wange - wo auch immer hin. Irgendwann wird´s zuviel. Irgendwann hat´s dann tatsächlich jeder Leser geschnallt, dass die beiden sich heiß finden.) Ab eben diesem Punkt ging mir dieses ewige Problem-Belastetsein und das auf-die-Tränendrüse-Gedrücke fast auf die Nerven. Ein paar Stolpersteine in die Geschichte einzubauen und die beiden Protagonisten vor ein gewaltiges Problem zu stellen, ist schön und gut, das macht ja letztlich die Handlung und die Entwicklung aus. Aber die zweite Buchhälfte bestand fast nur noch aus Wehleiden und furchtbaren Erinnerungen, die sich plötzlich Bahn brechen. So sehr mir die Anfänge der Bekanntschaft von Sky und Holder gefallen haben, so sehr habe ich letztlich die Augen verdrehen müssen und war nicht ganz enttäuscht, als das Ende des Buches in Sicht kam.

Letztlich ist "Hope Forever" eine schöne, nachvollziehbare Liebesgeschichte zwischen zwei Jugendlichen, die in wunderbaren und echten Worten geschrieben ist, die mir aber gerade zum Ende hin einfach zuviel "Drama" bemühte.


4 Kommentare:

  1. Huhu! :)

    Ich kann deine Meinung fast komplett unterschreiben. Auch ich hab mich nach Weil ich Layken liebe sehr auf den neuen Roman der Autorin gefreut. Leider hat mich die Story überhaupt nicht begeistern können, denn wie du schon sagtest es ist einfach zu viel Drama, das nach der Zeit einfach nur auf die Nerven geht.

    Liebste Grüße
    Nina

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  2. Ja, je länger ich drüber nachdenke, umso mehr Dinge fallen mir auch ein, die irgendwie völlig unlogisch erschienen bzw. bei denen man sich fragt, wieso das so abgelaufen sein soll. Dazu sage ich allerdings nicht mehr an dieser Stelle, um anderen nichts zu verraten. Aber komisch ist es schon...

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  3. Durchwachsene Meinung zum Roman. :)
    Aber was du über ihre Fähigkeit schreibst empfindungen transparent zu machen, macht mich dann doch Neugierig auf die Autorin.
    Da werde ich dann wohl mal mein "Finding Cinderella" eBook herauskramen und doch mal reinlesen, auch wenn es glaub ich als "New Adult" gelabelt ist, urgs.

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  4. Richtig: durchwachsenes Buch, durchwachsene Meinung ;)
    Aber gefühlsmäßig und emotional echt schreiben kann Frau Hoover wirklich. Und das mag ich trotz komischer Handlung an dem Buch...

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